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Neue Influenza: H1N1 hält die Welt in Atem 2017-10-04T11:30:42+00:00

Die Schweinegrippe als neue Form der Influenza:
H1N1 hält die Welt in Atem

Arzt

Von Frühling bis Herbst des Jahres 2009 hielt die Influenza H1N1, umgangssprachlich auch als Schweinegrippe bezeichnet, die Menschheit in Atem. Beinahe täglich wurden neue Infizierungen und Todesfälle verzeichnet, so dass die Grippeerkrankung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits Anfang April 2009 zur Pandemie erklärt wurde.

Viele waren aufgrund der rasanten Ausbreitung des Virus verunsichert und besorgt, selbst betroffen zu sein – vor allem nach einer Rückkehr aus dem Ausland. Eine umfassende Aufklärung über die Krankheit und deren Symptome sowie Auswirkungen kann jedoch dazu beitragen, die Verbreitung der Krankheit einzudämmen.

Wirksame Impfung gegen die Schweinegrippe

Erstmals wurde gegen das H1N1-Virus ein Impfstoff entwickelt – und das innerhalb kürzester Zeit. In Deutschland gab es Diskussionen um die Kosten einer Impfung der Bevölkerung.

Symptome & Behandlung der Influenza

Die Schweinegrippe kündet sich mit den Symptomen einer saisonalen Grippe an, verläuft aber oft deutlich schwerer. Als Behandlung gilt die herkömmliche Therapie gegen Grippe als ausreichend.

Allgemeine Informationen zum Virus A/H1N1

InformationDie Influenza H1N1 ist eine Grippeerkrankung, die Anfang 2009 großflächig auftrat. Sie wurde durch das mutierte Grippevirus A/H1N1 verursacht. Die Erkrankung wird umgangssprachlich häufig als „Schweinegrippe“ bezeichnet. Durch die Vielzahl der infizierten Personen und die enorme territoriale Ausbreitung wurde die Influenza H1N1 Ende April 2009 durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell als Pandemie deklariert.

Historie der Schweinegrippe

Der ursprünglich verursachende Erreger der Schweinegrippe H1N1 hatte sich innerhalb der Spanischen Grippe um 1918 etabliert, durch die mehr als 50 Millionen Menschen starben. Danach folgte eine Reihe von weiteren Influenzawellen des gleichen Typs: Zwischen 1947 und 1951 trat eine große Pandemie im Britischen Königreich und in Kanada auf. Während des Zweiten Weltkrieges verbreitete sich erstmalig die klassische Schweineinfluenza in Kanada, Brasilien, ganz Asien, Kenia, Großbritannien, der Tschechoslowakei und ab 1959 in Deutschland. Die Viren verschwanden zunächst, tauchten dann aber 1979 wieder in Norditalien auf. 1976 erschien eine erneute Grippewelle in den USA, gegen die zum ersten Mal ein Impfstoff eingesetzt wurde. Zwischen 1977 und 1978 forderte das H1N1 Virus, als „Russische Grippe“ bekannt, knapp 700.000 Todesopfer. Anfang des Jahres 2009 brach wiederholt die Grippeerkrankung H1N1 aus.

Die Schweinegrippe in Deutschland

Im Vergleich zu vielen anderen Ländern, wie zum Beispiel Mexiko, verlief die Schweinegrippe in Deutschland relativ mild. Die ersten Fälle wurden am 29. April 2009 bestätigt, dabei handelte es sich um eine Frau aus Hamburg und zwei Männer aus Bayern. Nach und nach nahm die Zahl der Erkrankten zu und stieg innerhalb kurzer Zeit bis in die Tausenden. Am 25.09.2009 wurde der erste Todesfall durch die Schweinegrippe in Deutschland gemeldet. Die 31-jährige Frau aus Bremen starb an den Folgen der Krankheit. Sowohl die Anzahl der Erkrankten als auch der Todesfälle stieg in der Folgezeit immer weiter an.

Ansprechpartner zur Schweinnegrippe

Aktuelle Informationen zur Schweingrippe konnten deutsche Bundesbürger von folgenden Institutionen erhalten:

  • Bundesministerium für Gesundheit: Das Bundesministerium für Gesundheit ist die oberste deutschte Bundesbehörde des Gesundheitswesens und hat seinen Hauptsitz in Bonn. Hier wurden stets sehr aktuelle und ausführliche Informationen bezüglich der Influenza H1N1 2009 dargestellt.
  • Robert-Koch-Institut: Bei dem Robert Koch-Institut handelt es sich um das Bundesinstitut für Infektionskrankheiten bzw. nicht übertragbare Krankheiten und eine zentrale Überwachungs- und Forschungseinrichtung, die direkt dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellt ist. Das Institut hatte eigens für die Schweinegrippe eine Influenzaseite erstellt, wo aktuelle Meldungen, Situationseinschätzungen und Auskünfte über jegliche Pandemiemaßnahmen bereitgestellt werden.
  • Auswärtiges Amt: Das Auswärtige Amt (abgekürzt AA) ist der traditionelle und amtliche Name für das Außenministerium. Auf seiner Internetseite informiert das Auswärtige Amt über Reisehinweise, Hygienemaßnahmen im Ausland sowie besonders betroffene Ausbreitungsherde der Influenza H1N1 2009.
  • Wir gegen Viren: „Wir gegen Viren“ ist ein junges Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie des Robert Koch-Instituts. Auf der gleichnamigen Internetseite werden detaillierte Informationsmaterialien, Pandemietipps oder Präventionsmaßnahmen aufgeführt.
  • Welt-Gesundheits-Organisation (WHO): Die WHO ist eine internationale Organisation, welche weltweit Gesundheitsempfehlungen veröffentlicht, Daten sammelt und grundsätzliche Rahmenbedingungen für Pandemiepläne erstellt.
  • Friedrich-Löffler-Institut (FLI): Das Institut Friedrich Löffler ist auf Infektionen, die von (Nutz)Tieren auf Menschen übertragen werden können, spezialisiert. Hier werden Virenstämmen erforscht und Informationen über aktuelle Erkenntnisse präsentiert.

Beim Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit gibt es montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr weitere Informationen unter folgender Telefonnummer: 030 / 346465100

1930 wurde der Erreger H1N1 erstmals bei Schweinen nachgewiesen, wodurch er die Bezeichnung „Schweinegrippe“ erhielt. Diese Form der Viruserkrankung ist für Schweine nicht tödlich, kann aber auf den Menschen übergehen. In der Vergangenheit infizierten sich häufig Personen mit dem entsprechenden Virus, die direkten Kontakt mit Schweinen hatten. Es bestand hierdurch zunächst keine Ansteckungsgefahr für weitere Personen.

Viren mutieren jedoch ständig, so dass sich verschiedene Typen des Grippevirus herausbilden können. Befinden sich ähnliche Viren in dem gleichen Wirt, so kann ein Zusammenschluss dieser Viren erfolgen, wodurch ein neues Virus entsteht. Der Erreger A/H1N1 ist deshalb einegewisse Mischung der menschlichen Influenzaviren und der von Schweinen, wodurch letztendlich eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch möglich geworden ist.

Ziel des Grippevirus ist es, sich mittels eines Wirtes (in diesem Fall: der Mensch, Vögel und Schweine) selbst zu erhalten und zu vermehren. Hierfür befällt er vorzugsweise die Atemwege seines Wirtes und nistet sich in einer Zelle ein. Von dort bilden sich dann bis zu 100.000 neue Grippeviren, diese werden freigesetzt und befallen wiederum neue Zellen bzw. einen neuen Wirt, wodurch eine rasante Ausbreitung des Erregers gewährleistet wird. Befindet sich der Erreger außerhalb eines Wirtes, so kann er bei einer Temperatur von 20 °C noch zwei bis acht Stunden überleben, jenseits der 70 °C ist für ihn jedoch ein Überdauern unmöglich.

Bereits kurz nach der weltweiten Ausbreitung der Schweinegrippe wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass Mallorca eine Hochburg der Schweinegrippe zu sein scheint. Es ist vom Robert-Koch-Institut und auch von den Gesundheitsämtern bestätigt worden, dass Mallorcaurlauber überdurchschnittlich oft mit diesem Virus in die Heimat zurückkehrten, eine offizielle Reisewarnung gab es aber nie. Daher war gerade dort das Meiden größerer Menschenansammlungen gerade auf den Partymeilen von großer Bedeutung. Folgende Maßregeln sollten eingehalten werden:

  • Meiden von größeren Menschenansammlungen und übermäßigem Alkoholkonsum
  • Bustouren, Inselrundfahrten oder ähnliches bestenfalls umgehen
  • regelmäßiges Händewaschen und Durchlüften
  • verstärkt Desinfektionsspray benutzen

Die Vorsichtsmaßnahmen müssen ernst genommen und beherzigt werden. Niemand sollte sich unnötig in Gefahr begeben. Doch jede Form von Panik ist völlig unangebracht. Es gibt immer wieder Hersteller, die in solchen Situationen zum Beispiel Vorsorgepakete oder Atemschutzmasken verstärkt auf den Markt werfen. In den meisten Fällen ist das nichts als Geldmacherei, denn mit der Angst sind gute Geschäfte zu machen. Auf keinen Fall sollten die genannten Medikamente ohne ärztliche Verordnung zur Vorbeugung eingenommen werden.

Der deutsche Pandemieplan

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief im Juni 2009 auf Grund der Schweinegrippe die weltweite Pandemie aus. Auf einer Dringlichkeitssitzung beschlossen die WHO- Experten den Ausruf der höchsten aller sechs Warnstufen. Seit der Vogelgrippe im Jahr 2005 besitzt Deutschland einen nationalen Pandemieplan, der nach dem Ausruf der Stufe sechs durch die WHO in Kraft tritt. Er regelt das Handeln und Vorgehen bei einer internationalen Verbreitung einer Infektionskrankheit. In Deutschland gibt es 16 einzelne Pandemiepläne, da diese Länderweise umgesetzt werden. Im Großen und Ganzen stimmen sie aber in den meisten Punkten überein:

  • Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel für die Folgen der Pandemie
  • Anweisungen an das Medizinische Personal im Bundesland
  • Koordination der Einsatzkräfte
  • Bereitstellung von Quarantäne-Stationen für die Infizierten
  • Bereitstellung von Grippemitteln
  • Bereitstellung von Impfstoffen und Absicherung, dass dieser die Bevölkerung erreicht
  • Anweisung der Schließung von öffentlichen Gebäuden (Schulen, Kindergärten, Museen u.s.w.) bei Verdacht
  • Sicherstellung der kommunalen Grundversorgung

Die Pandemie-Phasen der WHO

Inter-pandemische Phase: Es gibt bei Tieren ein neues Virus, Menschen sind nicht betroffen.

1.Phase: Kleines Risiko von Krankheiten bei Menschen

2.Phase: Das Risiko erhöht sich

Pandemischer Alarm: Das neue Virus verursacht Erkrankungen bei Menschen

3.Phase: Kaum Übertragungen zwischen Menschen

4.Phase: Hinweise darauf, dass die Zahl der Übertragungen zunimmt

5.Phase: Signifikante Übertragungen des Virus zwischen Menschen

Pandemie:

6.Phase: Hohe, ständige Übertragungen mit großen Auswirkungen von Mensch zu Mensch

Stornierung einer Reise und Rückerstattung der Reisekosten

Grundsätzlich hat das Auswärtige Amt im Jahr 2009 nicht zu einer Stornierung von Reisen aufgerufen. Stattdessen wurde zu diversen Hygienemaßnahmen und einem bewussten Verhalten aufgerufen. Reisende sollten sich vor und während einer Reise sorgfältig über die Verhältnisse im Reiseland informieren und sich situationsangemessen verhalten. Eine Reisewarnung für bestimmte Länder aufgrund der Schweinegrippe gab es jedoch nicht. Einige große Reiseverantstalter reagierten jedoch dennoch auf die rasche Ausbreitung der Schweinegrippe und boten den Betroffenen an, die Reise kostenlos zu stornieren oder umzubuchen. Das betraf jedoch vornehmlich Reisen nach Mexiko, von welchen das Deutsche Auswärtige Amt dringend abgeraten hatte.

Juristisch gesehen handelt es sei bei einer Grippeepidemie um “höhere Gewalt”. So werden alle unvorhersehbaren Ereignisse bezeichnet, welche die Reise vermutlich wesentlich erschweren, erheblich beeinträchtigen oder zu einem unzumutbaren Sicherheitsrisiko machen können. Grundsätzlich gilt: Die Reiseverantstalter machen es von den Empfehlungen des Auswärtigen Amtes abhängig, ob “höhere Gewalt” besteht und sie eine Reise kostenlos zur Stornierung oder zur Umbuchung freigeben. Da eine Reisewarnung aber nur für wenige Regionen ausgesprochen wurde, ist eine volle Rückerstattung der Reiskosten unwahrscheinlich gewesen. Reisenden blieb daher nur der Gang vor das Gericht, sofern sie auf die Stornierung der Reise bestanden.

Die Reiseversicherung zahlt nicht

Entscheidet sich eine Person, die Reise aufgrund der Schweinegrippe nicht anzutreten, kann er nicht darauf hoffen, dass die Reiserücktrittskosten-Versicherung die Kosten der Reise übernimmt. Solch eine Versicherung tritt in der Regel nur in Kraft, sofern die Reise wegen einer Erkrankung des Reisenden selbst oder ähnlichen Umständen ausfallen muss. Für Reisen, die aus Gründen ausfallen, welche nicht im Versicherungsvertrag beschrieben sind, kommt die Versicherung nicht auf.

Wichtige Fragen zur Schweinegrippe – FAQ

Das Tragen einer Hygienemaske über Mund und Nase verringert maßgeblich die Anzahl der Erreger, die durch Tröpfchen von Kontaktpersonen abgegeben werden. Über ihre Wirksamkeit während einer Pandemie liegen jedoch keine genauen Zahlen vor, zudem können entsprechende Masken nicht dauerhaft getragen werden, sodass ein konstanter Schutz nicht gewährleistet ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht in ihrem Pandemieplan grundsätzlich keine Masken für die allgemeine Bevölkerung vor.
Nein. In einer gemeinsamen Erklärung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Welternährungsorganisation (FAO), der Welthandelsorganisation (WTO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) wurde offiziell bestätigt, dass von Schweinefleisch keinerlei Ansteckungsgefahr ausgeht. Schweinefleisch unterliegt sehr hohen Hygienekontrollen, so dass eine Kontaminierung recht unwahrscheinlich ist. Personen, die sich dennoch unsicher sind, sollten auf rohe Schweinefleischprodukte verzichten oder diese bei mindestens 72°C dünsten, da hierdurch alle Erreger restlos abgetötet werden.
Grundsätzlich ist jede Person gefährdet. Die Schweinegrippe stellt für chronisch Kranke und Schwangere jedoch eine besonders starke Bedrohung dar, denn für diese besteht zunehmend Lebensgefahr. Außergewöhnlich erscheint es, dass besonders viele Kinder und Teenager, welche mit dem Virus A/H1N1 infiziert waren, intensiv stationär behandelt werden mussten. Grund dafür ist jedoch nach Expertenaussagen unter anderem die simple Tatsache, dass ältere Personen sich im Laufe ihres Lebens schon gegen ähnliche Virenstämme immunisiert haben und dadurch eine höhere Resistenz aufweisen.
Gemäß des Pandemieplans hat die Bundesregierung zunächst Impfstoffe für 30 Prozent der Bevölkerung angefordert, dennoch konnten bei Bedarf weitere bestellt werden. Personen, welche keiner Risikogruppe angehörten, wurden grundsätzlich nicht zur Impfung aufgerufen, diese konnten sich jedoch freiwillig immunisieren lassen. Über den gesamten Zeitraum bestanden keine Engpässe an Impfmitteln.
Grundsätzlich wurde von einer unnötigen Reise in besondere Ausbreitungsherde der Influenza A/H1N1, wie den USA, Kanada oder Australien abgeraten. Selbst viele deutsche Unternehmen hatten aufgrund des Reiserisikos diverse Geschäftsreisen gestrichen und führten stattdessen Videokonferenzen durch. Eine Vielzahl von Reisehinweisen und Empfehlungen für Urlauber hielten das Auswärtige Amt, aber auch die Reiseveranstalter bereit. Es war jedoch unbedingt zu beachteten: Unabhängig vom Aufenthaltsort war es von großer Bedeutung, jegliche Hygienemaßnahmen einzuhalten um sich prophylaktisch vor einer Infektion zu schützen.
Grundsätzlich ist bei jeder Grippeerkrankung Vorsicht geboten, denn diese kann insbesondere bei Risikopatienten tödlich verlaufen. Die Anzahl von Infizierungen mit der neuen Influenza A/ H1N1 war verhältnismäßig unerheblich. Aufgrund der vorangegangenen Erfahrungen mit Pandemien konnte jedoch eine Verschärfung der Lage nicht ausgeschlossen werden, deshalb war es besonders wichtig auf eine eventuelle Zuspitzung der Krankheitsverläufe gut vorbereitet zu sein und weitreichende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
In der Bundesrepublik Deutschland wurde 2005 der nationale Pandemieplan erstellt, durch den die Rahmenbedingungen jeglicher Maßnahmen im Falle einer Pandemie verankert sind. Durch den Pandemieplan konnte eine schnellstmögliche Bestellung eines Impfstoffs gegen die Influenza A/H1N1 erreicht werden, welcher ab Ende Oktober 2009 vorhanden war. Zudem konnte die Verfügbarkeit von antiviralen Arzneimittel für bereits erkrankte Personen sichergestellt werden.

Durch ein Überwachungs-und Bewertungssystem (Surveillance) konnten jegliche Informationen bezüglich des Krankheitsgeschehens rasch weitergeleitet und zielgenaue Maßnahmen entsprechend angepasst werden. Damit waren alle Krisenreaktionsstrukturen stets an die Lage angepasst und aktiv. Krankenhäuser, Gesundheitsämter und Ärzte waren deshalb auf eine Bekämpfung sowie Verschärfung der Schweinegrippe sehr gut vorbereitet.

Bei einer großen Anzahl von Krankheitsfällen in Schulen und Kindergärten, wurden die betroffenen Einrichtungen für kurze Zeit geschlossen. Zudem mussten schulische Institutionen und Kindergärten vermehrt auf die Einhaltung diverser Hygieneregeln achten. Lehrer sollten beispielsweise im Unterricht dieser Thematik verstärkte Aufmerksamkeit schenken. Mit einem starken Anstieg an Erkrankungen konnten zudem größere Menschenansammlungen durch die Bundesländer untersagt werden, dazu gehörten auch Großveranstaltungen wie Fußballspiele.
Grundsätzlich ja. Experten befürchten verstärkt eine Veränderung des Erregers der Schweinegrippe. Sehr kritisch wird hierbei eine Verbreitung in Asien gesehen, denn je größer die Vermehrung des Virus ausfällt, desto größer ist die Möglichkeit, dass sich dieser mit weiteren zirkulierenden Viren mischt und zu einem sehr bedrohlichen Erreger mutiert. Vor allem durch die Kombination des Schweinegrippevirus A/H1N1 mit dem Virus der Vogelgrippe H5N1 könnte ein neuartiger, aggressiver und mitunter tödlicher Virussubtyp entstehen, wogegen der bisher entwickelte Impfstoff unwirksam ist.

Impfung und Immunisierung gegen die Schweinegrippe

Die Impfkampagne der Bundesrepublik Deutschland gegen die Schweinegrippe hat bereits Ende 2009 stattgefunden. Seit 2010 werden Patienten durch die herkömmliche Gripppeschutzimpfung automatisch gegen die Schweinegrippe geimpft.

Verwendeter Impfstoff in Deutschland und Nebenwirkungen

InformationEnde November des Jahres 2009 wurden im Rahmen der bundesweiten Impfkampagne zunächst Personen des öffentlichen und medizinischen Dienstes immunisiert. Seit dem 10. November 2009 konnten sich auch Privatpersonen impfen lassen. Die Bundesregierung sah zu dieser Zeit verschiedene Impfstoffe für die Bevölkerung vor, welche unterschiedliche Nebenwirkungen zur Folge haben konnten. Um weitere großangelegte Impfkampagnen vermeiden zu können, wurde das Immunisierungsserum gegen die Schweinegrippe in den Impfstoff gegen die saisonale Influenza eingegliedert. Seit 2010 ist daher keine extra Impfung gegen die Schweinegrippe mehr notwendig.

Verwendeter Impfstoff in Deutschland und Nebenwirkungen

Innerhalb der EU sind drei verschiedene Impfstoffe zugelassen: Focetria, Pandemrix sowie Celvapan. Die Seren Focetria und Pandemrix enthalten den Wirkstoff Adjuvantien. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die die Immunisierung verstärken soll, aber auch stärkere Nebenwirkungen zur Folge haben kann. Bei den Wirkungsverstärkern handelt es sich um Öl-Wasser-Emulsionen, die unter anderen Squalen enthalten, eine aus Haifischleber gewonnene Substanz.

Patienten müssen bei Focetria und Pandemrix mit folgenden Nebenwirkungen rechnen:

  • Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle
  • teilweise mehrtägige Kopf- und Gliederschmerzen

KinderMediziner empfehlen, Kinder nicht mit einem adjuvantienversetzten Impfstoff immunisieren zu lassen. Das gilt auch für Schwangere. Für die genannten Per­sonen ist daher das Präparat Celvapan geeignet, da dieses keine Konser­vierungs­stoffe oder Verstärker besitzt. Gemäß der Regelungen der Bundes­regierung ist der Impfstoff Celva­pan jedoch allein für Angehörige der Bundesregierung und Pandemrix allein für Privatpersonen vorgesehen.

Impfkampagne in Deutschland

Die deutschlandweite Impfkampagne gegen die Schweinegrippe war die erste Massenimpfung seit 41 Jahren. Hierfür bestellte die Bundesregierung Ende Juli 2009 etwa 50 Millionen Dosen beim Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK). Beginn der Kampagne war der 26. Oktober 2009. Ein früherer Beginn war nicht möglich, da die Testphase des Impfstoffes bis August andauerte und die Produktion somit erst im September begonnen werden konnte. Eine gewisse Testphase ist notwendig, um mögliche Nebenwirkungen weitreichend ausschließen zu können.

Die Durchführung der Impfaktion fand vor allem in Arztpraxen und Krankenhäusern statt, aber auch Schulen und Turnhallen wurden in Betracht gezogen.

Nationaler Impfplan in Deutschland

In Bezug auf die Reihenfolge der zu impfenden Personen hat das Robert Koch Institut einen nationalen Impfplan erstellt. Dieser orientiert sich am weltweiten Pandemieplan der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und wurde 2004 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Der Plan sieht vor, die Impfung bestimmter Personengruppen in folgender Reihenfolge durchzuführen:

  1. Mitarbeiter im Gesundheitswesen und im öffentlichen Dienst, dazu gehören: Beschäftigte in Arztpraxen, Apotheken, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdiensten sowie Krankenhauspersonal, Feuerwehr und Polizei
  2. Grund: Medizinische Versorgung sowie die Ordnung aufrecht erhalten
  3. Schwangere
  4. Grund: größere Gefahr der schweren Erkrankung oder Fehlgeburt
  5. Impfung erfolgt nur bei zweifelsfreier Risikolosigkeit des Impfstoffs
  6. Menschen mit chronischen Erkrankungen, dazu gehören: Asthmatiker, Patienten mit chronischer Bronchitis, mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie mit Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetiker, HIV-Infizierte, Menschen mit Multipler Sklerose und schwerer Fettleibigkeit
  7. Grund: Besondere Lebensgefahr durch das Virus A/H1N1

Nachdem die Impfung dieser Personen abgeschlossen wurde, werden auch Personen im Alter von 15 bis 49 Jahren sowie Kinder geimpft. Ältere Personen, sofern sie keine Risikopatienten sind, werden zuletzt immunisiert. Insgesamt sollen ca. 24,6 Millionen deutsche Bundesbürger (30 Prozent) präventiv behandelt werden. In der Bundesrepublik Deutschland hat die Impfkampagne gegen die Schweinegrippe Kosten von etwa 600 Millionen bis eine Milliarden Euro verursacht. Die Kosten wurden zu 50 Prozent durch die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen und durch Bund bzw. Länder getragen.

Finanzierung der Impfung

Die Finanzierung der Schweinegrippeimpfung war Angelegenheit der Länder. Diese haben spezielle Fonds eingerichtet, durch welche die Honorarkosten der Ärzte, sowie der Impfstoff finanziert werden sollten. Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben in diesen Fonds pauschale Beiträge eingezahlt, deren Höhe zuvor in der Impfverordung verankert wurde. Hierfür wurde insgesamt für jeden Patienten ein Kostenaufwand von maximal 28 Euro veranschlagt. Bestandteil dieser Summe waren das Spritzbesteck für etwa zehn Euro und der Impfstoff für etwa 18 Euro.

Kostenerstattung in der privaten Krankenversicherung

Durch einen Beschluss des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) in Berlin wurde geregelt, dass sich auch die private Krankenversicherung (PKV) an der Kostendeckung der Schweinegrippeimpfung beteiligt. Nach Ansicht des PKV-Verbands durften die Ärzte Aufgrund dieser Anteilnahme keine weiteren Privatrechnungen ausstellen, da die Mediziner in diesem Falle eher als staatliches Hilfsorgan wirksam würden. Ärzte konnten ihre Dienste daher nur über die entsprechenden Länder vergüten lassen.

Anders als in der gesetzlichen Vorsorge konnten privat Versicherte daher nicht verpflichtet werden, Eigenleistungen bezüglich der Impfung zu zahlen. Die Versicherungsnehmer erhielten keine Rechnung über die erfolgte Impfung, die Impfung war somit kostenlos. Stellten Ärzte die Impfung dennoch in Rechnung, mussten sie von den Versicherten nicht gezahlt werden.

Kostenerstattung in der gesetzlichen Krankenversicherung

Auch für gesetzlich Versicherte war die Impfung gegen die Schweinegrippe kostenlos. Die Impfung wurde vom Staat empfohlen, da ihr ein Pandemie-Potential zugeschrieben wurde. Die Praxisgebühr musste für die Impfung nicht gezahlt werden, da für alle Vorsorgeuntersuchungen eine Befreiung von der Praxisgebühr besteht.

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