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Erwerbsunfähigkeitsversicherungen: Aktuelle Infos und Preisvergleich 2017-09-25T16:16:46+00:00

Erwerbsunfähigkeitsversicherung zum Schutz Ihrer Arbeitskraft

berufliche Sicherheit

Private Vorsorge ist wichtiger denn je. Dies gilt neben dem Sparen für das Alter auch für die Absicherung der Arbeitskraft. Nur wer ausreichend vorgesorgt hat, kann im Bedarfsfall seinen Lebensstandard halten. Kommt der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht infrage, kann eine Erwerbsunfähigkeitspolice Versicherte für den Fall schützen, dass sie nicht mehr arbeiten können.

Kunden erhalten mit der Erwerbsunfähigkeitsversicherung im Fall einer Erwerbsunfähigkeit eine vertraglich vereinbarte Rente. Der Vorteil: Erwerbsunfähigkeitsversicherungen sind meist günstiger als Berufsunfähigkeitsversicherungen und vor allem bei risikoreichen Berufen einfacher abzuschließen. Der Blick sollte aber nicht nur auf den Preis gerichtet werden, sondern vor allem auf die Versicherungsbedingungen und den Leistungsumfang.

Ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung sinnvoll: Unterschiede zu anderen Versicherungen

Private Erwerbsunfähigkeitsversicherungen haben das gleiche Ziel wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie sichern die Arbeitskraft ab. Wichtiger Unterschied: Die vereinbarte Rente wird bei Erwerbsunfähigkeitspolicen nur dann ausgezahlt, wenn der Versicherte infolge von Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall so beeinträchtigt ist, dass er kaum noch irgendeiner beruflichen Tätigkeit nachgehen kann – unabhängig vom ausgeübten Beruf.

Wann das der Fall ist, regeln die Versicherer recht unterschiedlich: Manche Erwerbsunfähigkeitsversicherungen stellen darauf ab, dass pro Tag nicht mehr als drei Stunden gearbeitet werden kann – andere gehen von Erwerbsunfähigkeit aus, wenn nicht mehr als sieben Stunden in der Woche gearbeitet werden kann. Absicherungen zur Berufsunfähigkeit leisten dagegen bereits, wenn der Versicherungsnehmer zu mindestens 50 Prozent nicht mehr seinem zuletzt ausgeübten Beruf nachgehen kann – eine deutlich geringere Hürde.

Kosten und Leistungen im Vergleich

Erwerbsunfähigkeitsversicherungen gelten als vergleichsweise kostengünstige Alter­na­tive zu anderen Invaliditätsabsicherungen. Bei gleicher Rentenhöhe sind entsprechende Verträge 40 bis 50 Prozent günstiger als BU-Policen: So kann ein 30-jähriger Dachdecker eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung mit 1.000 Euro Rente bis 65 Jahre ab rund 42 Euro monatlich bei einem guten Anbieter abschließen – bei einer BU werden deutlich über 100 Euro fällig. Kriterien für die Beitragskalkulation sind neben dem Alter (meist 15-57 Jahre), der Gesundheitszustand und die vertraglich vereinbarten Leistungen.

Mögliche Leistungen:

  • Laufzeit bis zum Renteneintrittsalter von 67 Jahren
  • Einschluss einer Dynamik von zwei bis fünf Prozent möglich
  • Nachversicherungsgarantie: Versicherungsschutz kann erhöht und damit an Lebensbedingungen angepasst werden
  • Nichtraucherbonus möglich
  • zusätzlicher Schutz im Todesfall möglich
  • weltweiter Versicherungsschutz

Icon BUDie wichtigste Zielgruppe der Erwerbs­unfähigkeits­versicherung sind vor allem diejenigen Berufsgruppen, die eine Berufs­unfähigkeits­versicherung nicht bekommen bzw. deren Beiträge bei einer ausreichenden Absicherung unbezahlbar wären – also vor allem Handwerker und Beschäftigte in Risikoberufen. Mit einer Erwerbs­unfähigkeitsversicherung haben sie dann die Möglichkeit, mit einem bezahlbaren Beitrag ihre Arbeitskraft abzusichern.

Einfluss von Vorerkrankungen

Ärztliche Einschätzung

Auch bei einer privaten Erwerbs­unfähig­keits­police dient die Einschätzung des Gesundheitszustandes als wichtiges Annahmekriterium. Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen führen oder auch eine unüberwindbare Hürde darstellen und eine Ablehnung des Antrages bewirken. Wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist es auch bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung sinnvoll, bei Vorerkrankungen eine Risikovoranfrage durchführen zu lassen, um die Versicherbarkeit und mögliche Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse frühzeitig zu klären.

Manche Erwerbsunfähigkeitsversicherungen sehen auch – anders als bei der BU – lediglich eine vereinfachte Gesundheitsprüfung vor. Beispiel HDI: Im Tarif EGO Basic müssen für eine Rente bis zu 1.000 Euro lediglich die Körpermaße eingegeben und folgende Fragen beantwortet werden:

  • Sind Sie im Sport bzw. Ihrer Freizeit besonderen Gefahren ausgesetzt (z. B. Luftsport, Motorsport, Tauchsport, Bergsport, Kampfsport, Wassersport oder Reitsport)? Falls ja: Bitte legen Sie den entsprechenden Fragebogen bei.
    Bestehen bei Ihnen derzeit bleibende Gesundheitsstörungen (z. B. angeborene Behinderungen, Missbildungen, Folgen von Operationen oder Unfällen, Lähmungen, Versteifungen, Verlust eines Auges, eine nicht mit Hilfsmitteln ausgleichbare Seh­ oder Hörstörung, Amputationen, Hirnleistungsstörung), eine Schwerbehinderung oder eine HIV­Infektion (positiver AIDS­Test)?
  • Wurden Sie innerhalb der letzten 5 Jahre durch Ärzte und sonstige Behandler* wegen der gleichen Erkrankung oder Symptomatik mindestens 4x ärztlich beraten, untersucht oder behandelt?
  • Fand innerhalb der letzten 5 Jahre ein Aufenthalt in einem Krankenhaus bzw. einer Tagesklinik statt, oder wurde eine Kur­ bzw. Rehabilitationsmaßnahme durchgeführt? Bei der Beantwortung der Fragen 4a. und 4b. sind bereits geplante Behandlungen bzw. Maßnahmen zu berücksichtigen.
  • Nehmen oder nahmen Sie in den letzten 5 Jahren regelmäßig (d. h. länger als über einen Zeitraum von 3 Monaten) apothekenpflichtige Medikamente (hiervon ausgenommen sind orale Kontrazeptiva – die „Pille“), oder wurden Ihnen solche verordnet?

Welche Vertragsformen auf dem Markt erhältlich sind

Erwerbsunfähigkeitsversicherungen können in der Regel als eigenständiger Versicherungsvertrag oder als Erwerbs­unfähigkeits­zusatz­versicherung (EUZ) gewählt werden. Kombiniert werden kann diese häufig mit einer Risiko­lebens­versicherung: Tritt der Versicherungsfall ein, läuft die Lebensversicherung ohne Beiträge weiter. Im Todesfall des Versicherungsnehmers erhalten seine Angehörigen eine vertraglich vereinbarte Todesfallsumme. Auch eine Kombination mit einer BUV ist denkbar. Wenige Versicherer ermöglichen im Leistungsfall auch die Auszahlung einer einmaligen Kapitalleistung. Heute sind auch Policen erhältlich, die die Erwerbsunfähigkeitsversicherung kombinieren mit einer Dread-Disease-Police.

Wer auf seine Arbeitskraft angewiesen ist, sollte zunächst versuchen einen Vertrag zur Absicherung der Berufsunfähigkeit zu erhalten. Diese Policen bieten den umfangreichsten Schutz. Ist kein Vertragsabschluss möglich, kann die Erwerbsunfähigkeitsversicherung als Alternative sinnvoll sein.
Im Idealfall verzichtet die Erwerbsunfähigkeitsversicherung darauf, die Rente im Leistungsfall nur befristet anzuerkennen. Das erspart Ihnen die Mühe, die Rente nach Ablauf des Anerkenntnisses von meist zwölf bis 24 Monaten noch einmal neu beantragen zu müssen.
Die Voraussetzungen, unter denen ein Versicherer zahlt, sind je nach Angebot äußerst unterschiedlich. Positiv zu bewerten sind Verträge, bei denen die Versicherungsnehmer täglich noch einige Stunden erwerbstätig sein können, ohne ihren Anspruch auf die Erwerbsunfähigkeitsrente zu verlieren. Die meisten Versicherer gewähren die Rente bei der Fähigkeit, noch bis zu drei Stunden täglich arbeiten zu können.
Wichtig ist außerdem, wie lange ein Arzt die Erwerbsunfähigkeit prognostiziert. Viele Unternehmen haben einen Zeitraum von bis zu drei Jahren in ihren Versicherungsbedingungen als sogenannten Prognosezitraum definiert. Besser ist es, wenn die Erwerbsunfähigkeit lediglich für voraussichtlich sechs Monate bestehen muss, um die Rente zu bekommen.
Für eine Police spricht, wenn bei Erwerbsunfähigkeit die Rente rückwirkend zu dem tag gezahlt wird, an dem die Erwerbsunfähigkeit eingetreten ist – unabhängig vom Zeitpunkt der Meldung.
Achten Sie darauf, dass der Versicherer für den Fall, dass Sie versehentlich falsche Angaben im Vertrag machen, auf sein Rücktrittsrecht verzichtet.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung im Test

Anders als bei der Berufs­unfähig­keits­versicherung gibt es für die Erwerbs­unfähig­keits­versicherung wenig Tests. Am aktuellsten ist noch die Untersuchung aus der Finanztest mit Stand 2012. Untersucht wurden bei diesem Test der Erwerbs­unfähigkeits­versicherung das Beitragsniveau, das Bestehen von Nach­versicherungs­garantien sowie vertragliche Besonderheiten wie etwa Kapitalzahlungen im Falle einer Erwerbs­unfähigkeit oder die Besonderheit, dass zumin­dest für einen begrenzten Zeitraum auch eine Berufsunfähigkeit als Leistungsauslöser gilt.

  • Ergo: EUZ
  • Europa: E-T2
  • Hannoversche: ER F/M (EUZ12)
  • mamax: Macura EU
  • Öff. Berlin Brandenburg: Einkommenssicherung Arbeitskraft
  • VGH: TOP EUZ
  • Volkswohl Bund: SEU
  • Zurich Deutscher Herold: SEU