Astaxanthin – Anwendung & Wirkung

Astaxanthin ist eine natürliche Substanz, die dem Lachs seine rote Farbe gibt. Die Hautgesundheit profitiert von Astaxanthin, da es als starkes Antioxidans gilt und dabei hilft, die Haut vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen. Auch die Wissenschaft hat sich bereits mit der vielversprechenden Substanz auseinandergesetzt und konnte erste Hinweise auf eine positive Wirkungsweise liefern.

Was ist Astaxanthin?


Astaxanthin ist ein kräftiger, natürlicher Farbstoff aus der Xantophyll-Klasse der Carotinoide. Die Carotinoide sorgen bei Obst und Gemüse für die Farben Rot, Gelb und Orange, speziell das Astaxanthin gibt dem Lachs seine typische Rosafärbung. Von der Europäischen Kommission wurde es als Lebensmittelfarbstoff eingestuft. Allerdings kann Astaxanthin noch viel mehr, als bunt zu färben – eine weit verbreitete Ansicht: Es gilt als stärkstes Antioxidans der Welt.

Antioxidantien gegen freie Radikale


Antioxidantien haben ihren festen Platz in der Ernährung und werden auch immer beliebter in der Kosmetikindustrie. Sie helfen dabei, sogenannte freie Radikale einzufangen. Dabei handelt es sich um Molekülteile, denen ein Elektron fehlt. Diese Situation macht sie derart unzufrieden, dass sie versuchen, anderen Molekülverbindungen einen Partner zu „entreißen“. Dabei kann es vor­kom­men, dass sie einen für den Körper wichtigen Prozess stören, vor allem, wenn es sich dabei um Immunzellen handelt. Wenn das Immunsystem geschwächt wird, ist der Körper automatisch angreifbarer für Krankheiten.

Freie Radikale können durch komplexe Stoffwechselprozesse (z.B. bei intensiver körperlicher Arbeit oder Sport), durch den Konsum von Zigaretten oder Alkohol, bei ausgiebiger Sonneneinstrahlung oder durch Um­welt­schad­stoffe entstehen. Antioxidantien übernehmen eine wichtige Aufgabe, denn sie sollen die Wirkung der freien Radikale „neutralisieren“. Allerdings müssen dem Körper Antioxidantien über die Nahrung zugeführt werden, da er sie selbst nicht bilden kann. Astaxanthin soll dabei eine besondere Rolle zukommen, da es als starkes Antioxidans eingestuft wird. Übrigens: Angeblich wirkt sich Astaxanthin positiv auf die Zeugungsfähigkeit und die Immunabwehr bei Fischen aus, weshalb es in der Fischzucht zum Einsatz kommt.

Astaxanthin: Quellen


Besonders hoch ist die Astaxanthin-Konzentration in Algen und Plankton. Spirulina ist eine solche Alge. In einigen Pilzen und Bakterien kann ebenfalls Astaxanthin nachgewiesen werden. Bei Tieren, die Astaxanthin in hohen Dosen aufnehmen, stellt sich eine rosa Färbung ein. Dazu gehören Lachs, Shrimps, Hummer oder auch Flamingos. Lachse haben die weltweit höchste Astaxanthin-Konzentration. Wer auf die positive Wirkung von Astaxanthin hofft, dem hilft der alleinige Verzehr von Lachs aber nicht. Schließlich müsste je nach Lachssorte bis zu 1,5 kg täglich davon verzehrt werden. Viele greifen daher zu entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln.

Gut zu wissen: Die Aufnahme von Carotinoiden wird erleichtert, wenn diese zuvor schonend erwärmt werden. Bei der Zufuhr von Beta-Carotin sollte ein wenig Pflanzenöl zugeben werden, da es sich um ein fettlösliches Vitamin handelt.

Was macht Astaxanthin so besonders?


Leider gibt es für die Wirksamkeit gegen freie Radikale keine klinischen Ergebnisse, die von der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) anerkannt sind, weshalb nicht mit diesen Wirkungen direkt geworben werden darf. Aber es gibt noch viel mehr Wirkungsweisen, die dem Farbstoff nachgesagt werden. Tatsache ist, dass Algen lange Zeit auch an Orten überleben können, an denen schwierige Lebensumstände herrschen. Wenn astaxanthinhaltige Algen in eine solche Situation geraten, färben sie sich rot, weil sie alle anderen Stoffwechselvorgänge einstellen. Dem schützenden Antioxidans soll es zu verdanken sein, dass die Alge jahrzehntelang ohne Wasser und Nahrung überleben kann. Die kräftigenden Effekte können aber nicht automatisch auf den Menschen übertragen werden. Dennoch werden Astaxanthin einige, für den Menschen sehr nützliche Eigenschaften, nachgesagt.

Es mag eigenartig klingen, wenn ein Stoff in derart vielen unterschiedlichen Bereichen wirksam sein soll. Viele Beschwerden sind aber auf dieselben Ursachen zurückzuführen (oxidativer Stress, Entzündungen) und zeigen sich an der entsprechenden Schwachstelle eines Menschen. Astaxanthin wird eine Besonderheit nachgesagt. So soll die Substanz die „Blut-Hirn-Schranke“ überwinden, welche den Blutkreislauf von dem zentralen Nervensystem trennt. Laut der Theorie soll das Gehirn vor dem Einfluss freier Radikale geschützt werden. Außerdem wird es angeblich vom Augengewebe aufgenommen.

Astaxanthin — Wirkungen


Die folgende Auflistung fasst verschiedene Wirkungsweisen zusammen, die Astaxanthin häufig nachgesagt werden. Teilweise liefern wissenschaftliche Untersuchungen Hinweise auf einen positiven Effekt. Da viele Studien jedoch mit tierischen Probanden arbeiten, muss zunächst festgestellt werden, inwiefern die Untersuchungsergebnisse auf den Menschen übertragbar sind. Im Mittelpunkt stehen hier die leistungssteigernden, hautschützenden, immunstimulierenden, krebsvorbeugenden und antidiabetischen Effekte. Hinzu kommt, dass in einigen Studien nur eine relativ kleine Probandenzahl mit einbezogen wurde.

Astaxanthin soll mitunter dafür verantwortlich sein, dass Lachse in der Lage sind, stromaufwärts zu schwimmen, denn es soll einer Studie über Antioxidantien zufolge die Leistungskraft steigern. Allerdings wurde die Studie bei Schlittenhunden durchgeführt. Athleten und Sportler machen sich diesen potentiellen Effekt gern zunutze, indem sie Astaxanthin als Nahrungs­ergän­zungs­mittel zu sich nehmen. Um vorzeitiger Ermüdung, Muskelkater, Gewebe- und Gelenkschäden etc. vorzubeugen, werden schließlich unter anderem auch viele Antioxidantien benötigt. Dabei gilt: Je höher die Anstrengung ist, desto höher ist auch der Bedarf. Sogar bei Schlittenhunden wurde dies erkannt, weshalb Hundeführer in Alaska ihren Tieren oftmals Astaxanthin zur Steigerung der Leistungsfähigkeit verabreichen. Auch Triathleten nehmen Astaxanthin zu sich. Neben der nachgesagten leistungssteigernden Wirkung möchten sie auch von weiteren potentiellen Effekten profitieren.

Tatsächlich gibt es eine Studie, die sich mit der leistungssteigernden Wirkung auf den Menschen beschäftigt hat. Sie wurde über einen Zeitraum von 28 Tagen durchgeführt. Dabei nahmen professionelle Rennfahrer täglich 4 mg Astaxanthin ein. Der doppelblind, placebokontrollierte Versuch zeigte, dass die Probanden durch die Einnahme ihr Leistungsvermögen optimieren konnten – sie kamen durchschnittlich 2 Minuten schneller ans Ziel. In der Vergleichsgruppe konnte bei den Studienteilnehmern, die ein Placebo erhielten, keine signifikante Veränderung festgestellt werden. Die Einnahme von Astaxanthin konnte auch eine Verbesserung im Bereich des Power-Outputs erzielen. Warum die Sportler bessere Leistungen ablieferten, konnte jedoch wissenschaftlich nicht erklärt werden, denn die Verbrennung von Fetten und Kohlenhydraten zeigte sich nicht verändert.

Hierzu liegen noch keine Studien an Menschen vor. Die Versuche an Mäusen zeigten jedoch, dass die an Diabetes Typ 2 leidenden Tiere nach einer 12-wöchigen Behandlung mit Astaxanthin einen niedrigeren Blutzuckerspiegel aufwiesen, als die Kontrollgruppe der gesunden Mäuse. Auch im Bereich der Folgeschäden durch Diabetes zeigten sich Erfolge bei den Tierversuchen, so konnte das Entstehen einer fortschreitenden Nierenerkrankung (diabetische Nephropathie) deutlich verlangsamt werden. Diese Annahme bezieht sich lediglich auf die durchgeführte Studie.

Astaxanthin wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Während akute Entzündungen wichtig sind – zumal sie anzeigen, dass der Körper gerade einen Eindringling bekämpft – entstehen chronische Entzündungen durch ein Ungleichgewicht im Körper. Mitverantwortlich dafür ist meist auch ein Mangel an Antioxidantien. Studien an älteren Menschen zeigen, dass Astaxanthin möglicherweise Nervenzellen und Nervenfasern vor dem Absterben bewahren kann. Somit können verschiedene Aspekte der Gedächtnisleistung verbessert werden. Um konkrete Rückschlüsse ziehen zu können, sind jedoch noch ausführlichere Untersuchungen notwendig. Erste Untersuchungen geben jedoch Hinweise auf die neuroprotektive Wirkung von Astaxanthin.

Astaxanthin soll angeblich die Haut und die Augen von innen gegen schädliche UV-Strahlung schützen. Insbesondere blaues Licht und UV-Strahlen können der Augengesundheit zusetzen, da dadurch die Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies innerhalb der Netzhaut gesteigert wird. Die Folgen können Schäden an der DNA und Entzündungsreaktionen sein, die den Zelltod auslösen können. Diesem Zelltod konnte in wissenschaftlichen Untersuchungen mithilfe von Astaxanthin entgegengewirkt werden, sofern UV-Strahlen im Spiel waren. Auch die Entstehung von freien Radikalen und die Defekte an der Retina ließen sich durch Astaxanthin positiv beeinflussen.

Wenn „freie Radikale Zellen angreifen“ – so heißt es, sind die Schäden auch an der Haut sichtbar. Die Haut verliert an Spannkraft und Elastizität, es bilden sich Fältchen, die Haut verliert an Feuchtigkeit und neigt zu Unreinheiten. In einer weiteren Studie optimierte sich die Haut von Probanden, wenn sie (6mg Astaxanthin /Tag lokal sowie oral) anwendeten bzw. einnahmen und zwar in allen Hautschichten. Nach 4 Wochen konnte eine Reduzierung von Falten und eine bessere Hautelastizität sowie ein optimierter Feuchtigkeitsgehalt festgestellt werden.

Die obige Studie konzentrierte sich auf Frauen, aber auch Männer können scheinbar von der Einnahme profitieren. Im Rahmen einer Studie erhielten sie pro Tag 6 mg Astaxanthin über 6 Wochen hinweg. Die Ergebnisse der doppelblind placebokontrollierten klinischen Studie waren eindeutig: Die Falten und die Elastizität im Bereich der Krähenfüße zeigten sich deutlich verbessert.

Es wurden bisher über 200 Studien zur antioxidantienreichen Ernährung bei Krebs durchgeführt. Diese Studien beschäftigten sich allerdings hauptsächlich mit Beta-Carotin. Da Astaxanthin aber stärker wirken könnte als Beta-Carotin, ist naheliegend, dass auch von Astaxanthin ein ähnlicher Effekt ausgehen könnte. Verschiedene mögliche Eigenschaften haben großes Potential zur Krebsprävention: Die nachgesagten antioxidativen Wirkungen, die entzündungshemmenden Eigenschaften und die nachgesagten immunstärkenden Effekte. Bisher beschränken sich die Studienergebnisse aber auf tierische Probanden.

Wie wird Astaxanthin gewonnen?


Das natürlichste und antioxidantienreichste Astaxanthin wird aus einer Mikroalge gewonnen, der sogenannten Blutregenalge (Haematococcus pluvialis). Eine weitere wichtige natürliche Quelle sind Lebensmittel, wie z.B. Lachs. Dabei sollte auf Angaben wie „Wildlachs“ oder „mit natürlichem Farbstoff“ geachten werden, da sonst naheliegend ist, dass der Fisch mit synthetisch hergestelltem Astaxanthin gefüttert wurde. Trotz der Angaben zur natürlichen Astaxanthinfütterung kann jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass der Farbstoff nicht doch aus der Mikroalge entstammt. Wesentlich preisgünstiger ist das Astaxanthin, welches aus einem gentechnisch verändertem Hefepilz hergestellt wird. Eine weitere wichtige Quelle für das Astaxanthin ist das Krillöl. Natürlich gewonnenes Astaxanthin ist weitaus hochwertiger als synthetisch hergestelltes, sein Anteil beträgt jedoch weniger als 1 % des weltweiten Marktes. Außerdem ist das natürliche Astaxanthin verestert, das bedeutet, dass ein Molekül davon an ein Fettsäuremolekül gebunden ist. Diese Form wird in Studien als noch wirksamer beschrieben als freies Astaxanthin.

Astaxanthin: Dosierung


Wenn klinische Studien mit Astaxanthin durchgeführt werden, dann meist in einem Dosisbereich von 4-20 mg, je nach Einsatzgebiet. Die bisher nicht bewiesene Wirkung soll nach 1 bis 2 Wochen einsetzen, da sich der Wirkstoff im Körper „sammelt“ und in sich in den Zellen einlagern muss. Um die gewünschte Wirkung schneller zu erreichen, kann – Erfahrungswerten zufolge – in der ersten Woche 10-14 mg pro Tag eingenommen werden, damit in der 2. Woche der Einnahme ein Umstieg auf 4-6 mg gelingt. Es stellt überhaupt kein Problem dar, Astaxanthin über einen längeren Zeitraum hinweg einzunehmen. Bei Tierversuchen wurden bei Dosierungen von 5 bis 18 g/kg/Tag keine Nebenwirkungen festgestellt. Die übliche vom Hersteller empfohlene Dosis für Menschen liegt bei 2 bis 12 g Astaxanthin pro Tag. Welche die persönliche empfohlene Mindestdosierung ist, lässt sich erst durch die Einnahme herausfinden, zumal diese von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.

Die Astaxanthin-Zufuhr allein über den Konsum von Lachs abzudecken, ist aufgrund der Menge, die verzehrt werden müsste, schier unmöglich. Trotzdem sollte beim Einkauf auf die Lachssorte geachtet werden: Der Rotlachs enthält am meisten des Farbstoffes, 100 Gramm Rotlachs entsprechen 4 mg Astaxanthin. Vom atlantischen Lachs müsste ein ganzes Kilogramm gegessen werden, um dieselbe Menge Astaxanthin aufzunehmen. Wer Astaxanthin noch mit Omega 3-Fettsäuren und Phospholipoiden kombinieren möchte, kann zusätzlich zu arktischem Krillöl greifen.

Wenn Sie andere Medikamente einnehmen, erkundigen Sie sich bitte bei Ihrem Arzt oder Apotheker in Bezug auf eventuell auftretende Wechselwirkungen. Die hier aufgeführten Informationen ersetzen keinesfalls ein medizinisches Fachgespräch.

Astaxanthin: Nebenwirkungen und Wechselwirkungen


Die Einnahme von Astaxanthin gilt als sicher. Es wird seit über zehn Jahren auf dem europäischen, amerikanischen und japanischen Markt als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. In Amerika gilt dafür der GRAS-Status (generally recognized as safe). Manche Antioxidantien wie Beta-Carotin, Lycopin, aber auch die Vitamine C, E oder Zink könnten im Körper oxidativen Stress verursachen, wenn sie synthetisch hergestellt in großen Einzeldosen zugeführt werden. Aufgrund der besonderen Molekularstruktur von Astaxanthin ist es jedoch angeblich unmöglich, dass es im Körper oxidativen Stress auslöst, also pro-oxidativ wirkt. Belege explizit hierzu gibt es bisher nicht. Die einzige bekannte Nebenwirkung, wenn die empfohlene Tagesdosis weit überschritten wird, ist eine leichte Orangefärbung von Hand- und Fußsohlen, da es sich in den Hautzellen einlagern soll.

Astaxanthin kaufen – Was ist zu beachten?


Die Hauptbezugsquelle für das Nahrungsergänzungsmittel stellt das Internet dar. Auch ein gut sortierter Fachhandel kann Astaxanthin-Kapseln anbieten. Achten Sie beim Kauf der Astaxanthin-Kapseln darauf, dass keine künstlichen Geschmacksstoffe oder Konservierungsmittel enthalten sind. Auch das Feuchthaltemittel Sorbit muss nicht enthalten sein. Viele Hersteller bieten bereits gluten- und laktosefreie Produkte an. Die Astaxanthin-Kapseln sind oft kombiniert mit Vitamin A und E sowie mit natürlichem Lutein.