Goji-Beere – Inhaltsstoffe und Wissenswertes

Die Goji-Beeren – auch als Bocksdornbeeren oder fĂ€lschlicherweise oft als “Gotschi Beeren” bekannt sind bei Superfood AnhĂ€ngern neben den Acai Beeren mit am Beliebtesten. Die Inhaltsstoffe sind dabei ganz beachtlich. Praktisch zudem, dass sich die trockenen FrĂŒchte ideal fĂŒr Zwischendurch eignen und auch geschmacklich was her machen. GĂ€ngige Praxis neben dem normalen Verzehr ist das VersĂŒĂŸen eines MĂŒslis oder Goji Pulver im Smoothie. Im Internet kursieren viele Fakten und Annahmen bezĂŒglich der Wirkungsweise auf die menschliche Gesundheit. In der Vergangenheit gab es hierzu nicht nur eine Handvoll inoffizieller Studien, sondern auch die unterschiedlichsten Publikationen von Magazinen. Da es sich um ein Lebensmittel handelt sind konkrete Aussagen hierzu in Deutschland und Europa jedoch nicht zugelassen, wenn es um die Vermarktung der Bocksdorn-Produkte geht. Inhaltsstoffe und Zusammensetzung sind jedoch gegenĂŒber einigen bei uns einheimischen Beeren durchaus als Bereicherung anzusehen, weshalb sie vielerorts einen Ruf als sehr gesund hat. Ist das wirklich so und wenn ja warum?

Was ist die Goji-Beere?

Goji-Beeren-BlĂ€tter bilden auf dem Trieb, entweder in einer abwechselnden Anordnung oder in BĂŒndeln eine lanzettliche (geformt wie eine Speerspitze) oder eiförmige Form. Die Blattabmessungen belaufen sich auf 7,0 cm LĂ€nge und 3,5 cm Breite mit abgestumpften oder abgerundeten Spitzen. Der BlĂŒtenstand enthĂ€lt einzelne oder Gruppen von BlĂŒten. Der Kelch besteht aus glockenförmigen oder röhrenförmigen KelchblĂ€ttern, die kurze dreieckige “LĂ€ppchen” bilden. Die BlĂŒtezeit geht von Juni bis September und die Beere reift von August bis Oktober – je nach Breitengrad, Höhe und Klima.

Der Bocksdorn trĂ€gt helle orange-rote, ellipsoide Beeren mit einem Durchmesser von 1-2 cm, die von Juli bis Oktober in der nördlichen HemisphĂ€re reifen. Die Anzahl der Samen in jeder Beere variiert weitgehend je nach Sorten- und FruchtgrĂ¶ĂŸe. Die Goji-Beere enthĂ€lt 10-60 winzige gelbe Samen. Sie Ă€hnelt Ă€ußerlich der hier bekannteren Hagebutte.

Geschmack der Goji Berry

Guter Geschmack ist bekanntlich Geschmackssache. GegenĂŒber Rosinen und anderen getrockneten FrĂŒchten schmecken Goji-Beeren bereits ungesĂŒĂŸt relativ sĂŒĂŸ (besonders die aus Ningxia-Tal in China) und dennoch Ă€ußerst aromatisch mit leicht sĂ€uerlicher Note sowie einem Hauch von Herbigkeit. Je nach Sorte und QualitĂ€t ist die eine Geschmacksnote mehr oder weniger ausgeprĂ€gt als die andere. Manche Sorten enthalten einen höheren Anteil an Bitterstoffen, was gesundheitlich und qualitativ gesehen jedoch keinen Nachteil darstellt. Sie sind knackig in der Konsistenz und weisen einen angenehmen Geruch auf.

Frische Goji-Beeren kommen im Geschmack hierzulande einer frischen Paprika oder einer unreifen Tomaten nahe, gerade dann, wenn man sie selbst anpflanzt, da hier weniger Sonne fĂŒr den Reifeprozess zur VerfĂŒgung steht. In bester QualitĂ€t ist die Goji Berry geschmacklich gesehen jedoch bei einer Mischung zwischen Kirsche und Cranberry angesiedelt.

Inhaltsstoffe der Goji-Beeren: Kalorien, Vitamine und NĂ€hrwerte

Was steckt hinter dem Ruf als Anti Aging Superfood? Laut Nutritiondata bringen Goji Beeren etwa 83 Kalorien pro Portion und 349 Kilokalorien pro 100 Gramm auf die Waage. Dennoch sind sie vielerorts beim Abnehmen Ă€ußerst beliebt, was den enthaltenen Vitaminen und Mineralstoffen zu verdanken ist. Zum Einen ist der Vitamin C Gehalt beachtlich – obwohl es sich um TrockenfrĂŒchte handelt, nĂ€mlich enthalten sie mit 48 mg Vitamin C pro 100 Gramm etwa genauso viel Vitamin C wie 100 Gramm Orangen. Zum Anderen sind etwa 18 AminosĂ€uren, 16 mg Carotinoide inklusive Zeaxanthin (orangener Farbstoff), 21 Spurenelemente und 13 Gramm an wertvollen Ballaststoffen ohne Fett in Goji-Beeren enthalten – so analysierte die USDA NĂ€hrwertdatenbank.

Beachtlich auch ist der Calcium-Gehalt, welcher 1,5 mal höher (190 mg) ist als bei Milch. Dazu kommen diverse weitere Spurenelemente wie 6,8 mg Eisen und essentielle FettsĂ€uren sowie insgesamt jede Menge wertvolle Antioxidantien und sekundĂ€re Pflanzenstoffe. Dementsprechend liest man Recherchen zufolge von einem sehr hohen ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorption Capacity), welcher aussagen soll wie gut die enthaltenen Antioxidantien gegen freie Radikale vorgehen können. Ein höherer Wert ist umso besser, jedoch ist wissenschaftlich ungeklĂ€rt – inwiefern dieser Wert so verlĂ€sslich angegeben werden kann und darf.

Im folgenden die durchschnittlichen Goji-Beeren Inhaltsstoffe und NĂ€hrwerte nach genannten Quellen:

  • Energie 357 kcal
  • Proteine 10 g
  • Fett 0 g
  • Kohlenhydrate 75 g
  • Ballaststoffe 13 g
  • Zucker 46 g

Mineralstoffe

  • Calcium 190 mg
  • Carotinoide 16 mg
  • Eisen 6.43 mg
  • Kalium 1214 mg
  • Natrium 339 mg
  • Zink 1.07 mg

Vitamine

  • Vitamin A 9000 IU
  • Vitamin C 48 mg
  • Vitamin B2 (Riboflavin) 12 mg
  • Vitamin B3 (Niacin) 4,5 mg

Sind Goji-Beeren gesund?

Besonders der Vitamin C Gehalt und das enthaltene Zink sind sehr wertvoll fĂŒr die Gesundheit. Vitamin C zum Bleistift trĂ€gt bei ausreichender Deckung durch die aufgenommene Nahrung oder NahrungsergĂ€nzung zu einer normalen Funktion des Immunsystems (bei 200 mg tĂ€glich), Nervensystems und Energiestoffwechsels bei. Interessant auch die Tatsache, dass das Vitamin C dazu beitrĂ€gt die Zellen vor oxidativem Stress zu schĂŒtzen. Dies wurde hinlĂ€nglich bewiesen. ZusĂ€tzlich noch von den enthaltenen Ballaststoffen und essentiellen FettsĂ€uren, AminosĂ€uren sowie vor allem den enthaltenen Carotinoiden kann der Mensch profitieren. All dies macht die Goji Beere zum absoluten Superfood.

Aufgrund des natĂŒrlichen Zuckergehalts sollte man dennoch nicht allzu großzĂŒgig mit den Beeren umgehen, gerade wenn man sie im Rahmen einer DiĂ€t oder zum Abnehmen einsetzt. Eine Handvoll ĂŒber das MĂŒsli oder in den Smoothie ist gĂ€ngige Praxis. Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) hat zudem festgestellt, dass der Verzehr der Goji-Beeren unbedenklich ist und keine GrĂŒnde bestehen den Verzehr einschrĂ€nken zu mĂŒssen. Humanstudien zeigten keinerlei negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Jedoch gibt es keine offiziellen Daten hinsichtlich Kindern und schwangeren. Weiteres hierzu, siehe Abschnitt Nebenwirkungen.

Insgesamt ist die Goji also eine wahre Vitaminbombe aus der Natur. In Tibet ĂŒbrigens hat man dem Bocksdorn sogar einen eigenen Feiertag gewidmet.

Traditionelle Anwendung und Wirkung der Goji-Beere

In der traditionellen chinesischen Medizin werden die Goji-Beeren (Bocksdornbeeren) bei hohem Blutdruck sowie hohem Blutzucker, bei Problemen mit den Augen und zur StĂ€rkung des Immunsystems eingesetzt. Sogar zur Behandlung oder Vorbeugung von Krebs wird es dort eingesetzt. Hierzu existieren zwar einige inoffizielle Studien, die eine Vermutung diesbezĂŒglich zulassen – bewiesen sind diese aber nicht.

Als Dosierung werden traditionell 6 bis 15 Gramm der getrockneten Beeren verwendet. Entweder als Tinktur-Extrakt, Absud oder sogar in Wein wird die Goji Beere dort eingenommen. Auch soll der chinesischen Heillehre zufolge das “Yin” durch die Beeren erhöht werden können, da es bei einem Mangel an Yin in Nieren und Leber zu diversen gesundheitlichen Problemen wie Diabetes, ErkĂ€ltungen oder Erschöpfung bis hin zu Impotenz oder Tinnitus kommen soll. Manche Quellen berichten zudem ĂŒber eine Einnahme gegen Unfruchtbarkeit oder vorzeitiges Altern. Hierzulande gibt es allerdings keine wissenschaftlichen ErklĂ€rungen solcher Goji Beeren Wirkungen.

Placebo-kontrollierte Studie

Eine Placebo-kontrollierte Studie aus den USA, siehe Anhang untersuchte allgemeine positive Effekte des Goji-Beeren Safts. Basierend auf den medizinischen Eigenschaften von Lycium barbarum in der traditionellen asiatischen Medizin untersuchte man mit dem Fragebogen subjektive Bewertungen (0-5) hinsichtlich allgemeiner GefĂŒhle wie Wohlbefinden, GlĂŒcksgefĂŒhle, muskulĂ€r bedingte und kardiovaskulĂ€re Beschwerden (Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems) sowie etwaige nachteilige Wirkungen. Auch Körpergewicht, Blutdruck, Pulsfrequenz und SehschĂ€rfe wurden vor und nach dem Verzehr von 120 ml GoChi / Tag oder einer Placebo Kontrolllösung beurteilt. Die Daten wurden statistisch hinsichtlich Änderungen zwischen Tag 1 und Tag 15 analysiert.

Es wurden keine signifikanten VerĂ€nderungen der muskuloskeletalen oder kardiovaskulĂ€ren Beschwerden in beiden Gruppen beobachtet, jedoch gab es offensichtliche Unterschiede in der sportlichen Leistung, SchlafqualitĂ€t, SehschĂ€rfe, innere Ruhe, KonzentrationsfĂ€higkeit und Zufriedenheit. Auch eine reduzierte MĂŒdigkeit/Stresssymptome und eine verbesserte RegelmĂ€ĂŸigkeit der Magen-Darm-Funktion wurde gegenĂŒber der Placebo Gruppe festgestellt.

Diese Ergebnisse sollen der Studie zufolge gezeigt haben, dass der tÀgliche Konsum von GoChi (Goji-Beeren Saft) im Zeitraum von 14 Tagen die subjektive Wahrnehmung des allgemeinen Wohlbefindens erhöht hatte und auch die neurologische / psychologische Leistung verbessert wurde. Die Daten deuten darauf hin, dass weitere Untersuchungen angebracht sind, um mögliche positive Auswirkungen von Lycium barbarum auf die menschliche Gesundheit zu bestÀtigen.

Wie viel tĂ€glich essen? – Einnahme und Dosierung

Wichtig ist auch in diesem Fall – Goji-Beeren sind kein Arzneimittel und ersetzen solches auch nicht, sondern ein Nahrungsmittel, welches gerne als NahrungsergĂ€nzungsmittel genutzt wird. Dies vor allem, um sich die enthaltenen NĂ€hrstoffe zuzufĂŒhren. 10 bis etwa 30 Gramm sind die meist empfohlene Tagesdosis an getrockneten Goji-Beeren. So versorgt man optimal zusĂ€tzlich zu einer gesunden ErnĂ€hrung seinen Körper mit den wertvollen Vitaminen, Ballaststoffen und Antioxidantien.

Möchte man etwas weniger Kalorien zu sich nehmen, so genĂŒgen 1-2 Esslöffel der Gojis im Joghurt, MĂŒsli oder Smoothie. Beim Saft wird meist 120 ml tĂ€glich angegeben. Da es sich aber um ein natĂŒrliches Nahrungsmittel aus der Natur handelt, welches als ungefĂ€hrlich eingestuft wurde ist eine Überdosierung ohnehin kaum möglich. Wie bei allem sollte man es dennoch nicht mit der Einnahme ĂŒbertreiben, egal ob Goji Pulver, Saft oder Kapseln. Wieviel Goji-Beeren man tĂ€glich essen sollte hĂ€ngt also letzten Endes ganz von einem selbst ab.

Goji-Beeren selbst pflanzen

Die FrĂŒchte des Gemeinen Bocksdorn können auch selbst gepflanzt werden. Der Anbau im eigenen Garten gehört zum Bereich des möglichen – je nach Art. Der Bocksdorn wĂ€chst besonders gut an sonnigen Standorten. Der Gartenboden muss durchlĂ€ssig genug sein. Vorteilhaft aber ist tatsĂ€chlich, dass der Bockshorn wie auch der Sanddorn relativ gut mit Sandböden und höheren Salzkonzentrationen zurecht kommt. Die spĂ€ter geernteten Beeren werden von den meisten Kennern allerdings hierzulande nicht als besonders schmackhaft empfunden.

In einem grĂ¶ĂŸeren PflanzengefĂ€ĂŸ kann man den Bocksdorn durchaus auch auf der heimischen Terrasse oder dem Balkon pflanzen. Im Herbst lassen sich die Pflanzen gut durch Steckholz vermehren. Beim Kauf besteht allerdings das Problem, dass hĂ€ufig wilde Pflanzen angeboten werden. Man sollte deshalb auf Arten wie „So Sweet“, oder „Instant Success“ achten. Diese fruchten in der Regel schon im ersten Jahr. Von Juni bis August erscheinen die dornigen Triebe mit den violetten TrichterblĂŒten.

Pflege der “Gotschi Beere”

Der Bocksdorn kann gut und gerne mehr als 100 cm pro Jahr heranwachsen. Da die Zweige sich wegen des schnellen Wuchses hĂ€ufig zum Boden neigen sollte man die Goji Pflanzen am besten im Herbst beschneiden. Hat die Pflanze einmal alle BlĂ€tter abgeworfen, so kann man optimal die Triebe des Bockdorns zurĂŒckschneiden. 5 aufrecht stehende Zweige werden stehen gelassen, der Rest weg geschnitten. Die aufrecht wachsenden Zweige können bis zu einer LĂ€nge von 50 Zentimetern zurĂŒck geschnitten werden. So werden die Zweige krĂ€ftiger und der Strauch wĂ€chst ĂŒppiger heran. Die Pflanze ist an sich winterhart und relativ robust.

Bocksdorn Wolfsbeere: Kapseln oder Pulver?

Goji-Beeren Pulver eignet sich besonders gut fĂŒr Smoothies. Kapseln sind dazu gedacht von den Vitaminen profitieren zu können, ohne die Beeren verzehren zu mĂŒssen. Zudem weisen sie eine höhere Haltbarkeit als die getrockneten FrĂŒchte auf. Auch das Pulver ist in der Regel relativ lange haltbar. Bei den Kapseln sind hĂ€ufig noch zusĂ€tzliche NĂ€hrstoffe oder Komponenten beigesetzt. Möchte man rein von der Kraft der Goji Beere profitieren, so sollte man auf die Reinheit der Kapseln achten. Angepriesen werden sie vor allem zur StĂ€rkung des Immunsystems aufgrund des Vitamin C Gehalts und aufgrund der Antioxidantien. Sozusagen als Vitaminbombe fĂŒr VitalitĂ€t und gesundheitsbewusste Menschen. Wer nicht auf den vollen leckeren Geschmack der Beeren verzichten möchte, sollte zu den TrockenfrĂŒchten greifen.

Der Goji Saft

Auch fertigen Goji Saft kann man kaufen. Dieser ist jedoch selbst online relativ schwer erhĂ€ltlich. Auch preislich gesehen ist er deutlich teuer als vergleichbare SĂ€fte – dafĂŒr mit vielen konzentrierten NĂ€hrstoffen, Ă€hnlich wie der Noni Saft. Auf der sicheren Seite ist man auch hier mit Bio Siegel. Selbst herstellen kann man ihn nur aus frischen Beeren, die es in Deutschland nur sehr selten zu kaufen gibt.
Bio Goji-Beeren kaufen – worauf achten?

Goji Produkte sind sowohl fĂŒr Vegetarier, als auch fĂŒr Veganer geeignet. Manche Hersteller sind ins Kreuzfeuer der Kritik aufgrund von Pestizidbelastungen geraten. Hierauf sollte man besonders achten sowie auf eine möglichst gute Bio QualitĂ€t. Bei Kapseln oder Pulver sollte man nachschauen, ob eventuell zusĂ€tzlich noch kĂŒnstlich Vitamin C beigesetzt wurde, was nicht notwendig ist. Da auch so die Reinheit und NatĂŒrlichkeit darunter leidet. Beim Kauf ist also insbesondere auf eine gute QualitĂ€t zu achten.

Goji-Beeren Nebenwirkungen

Es wird davor gewarnt, dass Goji-Beeren in Verbindung mit bestimmten blutverdĂŒnnenden Medikamenten nicht eigenommen werden sollten. Da es sonst zu einer Blutungsneigung kommen könnte. FĂŒr schwangere und Kinder gibt es bisher keine aussagekrĂ€ftigen Untersuchungen. In Zweifelsfall sollte man von einer Einnahme bei diesen Risikogruppen absehen. Die Beere wurde insgesamt nicht als toxisch eingestuft – Nebenwirkungen sind generell sonst keine bekannt, solange man gegen derartige Beeren nicht allergisch reagiert.

Studien ĂŒber Goji-Beeren

Allgemeine Studie:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18447631