//Gesetzlich Krankenversicherung Rentner – Regelungen für Senioren
Gesetzlich Krankenversicherung Rentner – Regelungen für Senioren2018-04-04T10:21:32+00:00

Gesetzliche Krankenversicherung für Rentner (KVdR)

Insbesondere im Rentenalter ist ein umfassender Versicherungsschutz durch eine Krankenversicherung unbedingt notwendig, da bei den meisten Senioren eine ärztliche Behandlung deutlich öfter notwendig wird, als in jungen Jahren.

Für Rentner gelten in Bezug auf die Krankenversicherung verschiedene Bestimmungen: Senioren, die in einer gesetzlichen Krankenkasse die meiste Zeit ihres Lebens versichert waren, müssen Mitglied in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) werden. Senioren, die von dieser ausgeschlossen sind oder sich im Laufe des Lebens von der Versicherungspflicht haben befreien lassen, müssen sich bei einem privaten KV-Unternehmen um die Absicherung bemühen.

Themen auf dieser Seite:

Beiträge der KVdR
Private Krankenversicherung Rentner
Freiwillige Krankenversicherung Rentner
Zusatzversicherungen für Rentner

Einheitliche Leistungen: Die gesetzliche Krankenversicherung

Bei der KVdR handelt es sich um eine Pflichtversicherung, in der alle Rentner versichert werden, die seit der erstmaligen Aufnahme der Erwerbstätigkeit bis zur Rentenantragsstellung eine bestimmte Zeit in einer gesetzlichen Krankenkasse (bzw. Sozialversicherung in der DDR) pflichtversichert, freiwillig versichert oder durch pflichtversicherte Personen familienversichert waren. Zusätzlich werden pro Kind 3 Jahre zur Vorversicherungszeit hinzugerechnet.

Die Zeit zwischen der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit und der Rentenantragsstellung wird hierbei in zwei Hälften geteilt. Nur wer mindestens 90 Prozent der zweiten Hälfte dieses Erwerbslebens gesetzlich versichert war, hat die Vorversicherungszeit erfüllt und darf sich in der Krankenversicherung der Rentner versichern lassen. Weiterhin müssen Versicherte für die KVdR einen Anspruch auf Bezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben.

Krankenkassenbeitrag für Rentner: Beginn, Dauer, Gültigkeit der KVdR

Die Krankenversicherung der Rentner beginnt ab dem Tag der Rentenantragsstellung. Mitglieder der KVdR bleiben zeitlebens in dieser versichert. Hinterbliebene Angehörige sind in dieser nur pflichtversichert, wenn der Verstorbene selbst in der Rentner Krankenversicherung versichert war.

Versicherungsbeiträge der Krankenversicherung für Rentner: Sie sind zum Teil vom Versicherten sowie von der Rentenversicherung zu tragen. Senioren, die nicht versicherungspflichtig sondern freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse oder privat versichert sind, können per Antrag von ihrem Rentenversicherungsträger für ihre Versicherungsprämien Zuschüsse erhalten. Hinsichtlich der Beiträge werden sie finanziell nicht unterstützt. Sie müssen sämtliche Versicherungsprämien tragen.

Beitragssatz zur KVdR und beitragspflichtiges Einkommen

  • orientiert sich am allgemeinen Beitragssatz des gesetzlichen Krankenversicherungssystems:

    • allgemeiner Beitragssatz für Rentner: 14,6 %
    • 7,3 Prozent zahlt der Rentner (auch bei ausländischen Renten), die restlichen 7,3 Prozent übernimmt die Rentenversicherung
    • Besonderheit bei freiwillig versicherten Rentnern: für bestimmte Einnahmen gilt ein ermäßigter Beitragssatz von 14,0 Prozent
    • Hinzu kommt möglicherweise ein Zusatzbeitrag der Krankenkasse. Dieser ist vom Versicherten derzeit allein zu zahlen. Eine mögliche Änderung tritt ab 2019 in Kraft. Ab dann gilt, laut aktuellem Koalitionsvertrag, ein paritätischer Beitragssatz. Das bedeutet, dass auch der Zusatzbeitrag nur hälftig durch Rentner finanziert werden muss.
  • Jede Person, die in der Krankenversicherung der Rentner versichert ist, ist damit auch in der Pflegeversicherung der Rentner pflichtversichert. Der Satz für den Pflegeversicherungsbeitrag für Rentner beträgt 2,55 Prozent und wird allein vom Versicherten getragen.

  • Kinderlose Rentner zahlen einen erhöhten Beitrag von 2,80 Prozent, jedoch sind alle vor dem 01. Januar 1940 geborenen von diesem Zuschlag befreit.

  • Zusätzliche Einkünfte: Auch auf Einkommen selbständiger Tätigkeit, Versorgungsbezüge, ausländische Renten und weitere Einkünfte, sofern diese neben oder anstelle der gesetzlichen Rente bestehen, müssen KV-Beiträge gezahlt werden.

  • Für gesetzlich und freiwillig versicherte Rentner gilt ein monatliches Mindesteinkommen in Höhe von 1.015 EUR (2018), auch wenn die tatsächlichen Einkünfte geringer sind. Die Beiträge werden maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze (2018 4.425 EUR) berechnet.

Wer eine Kur in Anspruch nehmen möchte, für den gilt: Sofern eine ärztliche Notwendigkeit nachgewiesen wurde, werden die Kosten von der Krankenkasse vollumfänglich übernommen. Üblicherweise muss aber ein Eigenanteil von zehn Euro pro Tag für die komplette Kurdauer gezahlt werden. Im Grundsatz sind entweder die Renten­versicherung oder die Kranken­versicherung Träger der Kur.

Die Krankenkassen bieten außerdem Wahl­tarife mit Extraleistungen und verschiedene Gesundheitskurse an, die sich beispielsweise auf die Themen Entspannung und Ernährung als auch auf Bewegung und die Suchtmittelreduktion beziehen. Rentner, die den Leistungsrahmen noch erweitern möchten, können dies mit ergänzenden Versicherungen tun.

Wer Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenkasse erhalten möchte, muss insgesamt 5 Jahre lang vor dem Ruhestand dort eingezahlt haben. Auch Arbeitslosigkeit und Elternzeit/Erziehungszeit werden angerechnet.

Freiwillige Krankenversicherung der Rentner

Personen, welche keinen Anspruch auf eine Pflichtversicherung in der Krankenversicherung der Rentner haben, können sich auch freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern. Hierfür müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:

  • In den letzten fünf Jahren muss 24 Monate lang eine gesetzliche Versicherung bestanden haben

oder:

  • Eine Person ist aktuell pflichtversichert und die Pflichtversicherung besteht seit mindestens einem Jahr

Die Mitgliedschaft in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung muss drei Monate nach Ende der Pflichtversicherung bei der Krankenkasse angezeigt werden.

Kosten bei freiwilliger Versicherung in der gesetzlichen Kasse

Wer sich als Pensionär oder Rentner freiwillig gesetzlich versichert, zahlt unter Umständen höhere Beiträge als Personen, die in der KVdR pflichtversichert sind. Der Grund dafür ist, dass sämtliche Einnahmen zur Beitragsberechnung herangezogen werden:

  • Betriebsrente
  • Altersrente
  • private Rente
  • Mieteinkünfte

Individuell geschützt – Private Krankenversicherung für Rentner

Die einzige Bedingung für eine Befreiung von der Pflichtversicherung ist, dass ein entsprechender Antrag innerhalb von drei Monaten nach Eintritt bei der jeweiligen Krankenkasse gestellt wird. Zu beachten: Er ist unwiderruflich und verhindert eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung. Die Bedürfnisse im Bereich des Versicherungsschutzes können sich mit dem Alter zum Teil deutlich verändern. Im privaten Krankenversicherungssystem können Rentner den Leistungsumfang flexibel an ihre aktuelle Lebenssituation anpassen. Im Falle eines Krankenhausaufenthalts können entsprechend der Tarifwahl zum Beispiel Ein- oder Zweibettzimmer oder die Chefarztbehandlung Anspruch genommen werden.

Alternative Behandlungen für Senioren

Auch für Senioren, die im Krankheitsfall hauptsächlich Homöopathen oder Heilpraktiker konsultieren möchten, ist die private Krankenversicherung mit alternativen Heilmethoden sehr geeignet. Neben der Homöopathie gehören beispielsweise auch verschiedene Körpertherapie- und Entspannungsverfahren zu den angewandten Behandlungsmethoden. Die Erstattung der Kosten erfolgt durch Ärzte für Naturheilverfahren und Heilpraktiker.

AuslandskrankenversicherungBei Rentnern, die sich für ein Leben im Ausland entschieden haben, besteht in der Regel keine Versicherungspflicht bei der deutschen Krankenversicherung und Pflegeversicherung für Rentner. Entscheidend ist, in welches Land der Senior seinen neuen Wohnsitz verlegt.

Befindet sich der Wohnsitz innerhalb der EU oder in einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraumes oder der Schweiz, kann der Senior solange in der deutschen Kranken- und Pflegeversicherung versichert bleiben, wie er Rente aus Deutschland bezieht.

In der BRD gibt es eine Vielzahl von Organisationen, Verbänden & Vereinen, die sich den Interessen der Rentner und Senioren widmen, etwa in politischer & kultureller Hinsicht. Hierzu gehören etwa:

  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO)
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesseniorenvertretungen (BAG LSV)
  • Weitere Interessengemeinschaften

Wer im Anschluss an die Berufstätigkeit seine Erfahrungen weitergeben und sich für die Gesellschaft engagieren möchte, der kann ein Ehrenamt bekleiden. Weitere Informationen bieten z. B. die Arbeiterwohlfahrt (AWO) oder Familienbotschaften.

Für Personen, deren Ehepartner bereits verstorben ist, gelten bezüglich der KVdR Sonderregelungen:

  • War der Verstorbene bereits in der KVdR und bezog bereits Rente, kann auch der Hinterbliebene dies in Anspruch nehmen und ist in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert.
  • Ist dies nicht der Fall, muss entweder der Hinterbliebene oder der Verstorbene die vorgeschriebene Vorversicherungszeit aufweisen können.

Welche Zusatzversicherung in der Rente geeignet ist

Ein zusätzlicher privater Versicherungsschutz ist dort sinnvoll, wo die bestehende Krankenversicherung den Ansprüchen nicht genügt. Je nach Gesundheitszustand des Patienten können bestimmte Leistungen über eine private Krankenzusatzversicherung hinzugefügt werden. Für Zusatzversicherungen gilt generell: Es besteht kein Höchsteintrittsalter.

Senioren entscheiden sich häufig für eine Zusatzversicherung für Brillen oder Kurtagegeld oder für eine Zahnzusatzversicherung. Auch die große Bedeutung der privaten Pflegezusatzversicherung wird von immer mehr Menschen wahrgenommen, denn der Leistungsumfang der Pflegepflichtversicherung ist im Pflegefall nicht ausreichend. Da es nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben nicht länger notwendig ist, Verdienstausfälle abzusichern, können Rentner etwa darauf verzichten, Tagegelder wie das Krankentagegeld zusätzlich abzusichern. Sie sollten daher prüfen, ob derartige bestehende Policen kündbar sind.