E-Health – Digitalisierung im Gesundheitssektor

Electronic Health, auch als E-Health oder eHealth gel√§ufig, dr√ľckt aus, dass die Digitalisierung auch im Gesund¬≠¬≠heitswesen ange¬≠kommen ist. √úberall dort, wo Internet und Medizin aufeinandertreffen, k√∂nnen Patienten von modernen Gesundheitskonzepten profitieren. Kritiker sehen allerdings insbesondere beim Thema Daten¬≠schutz Verbesserungsbedarf. Auch wenn digitale Gesund¬≠heitsan¬≠wendungen viel Potenzial und M√∂glichkeiten zur Kosteneinsparung mit sich bringen, sind andere L√§nder ‚Äď auch innerhalb Europas ‚Äď Deutschland h√§ufig weit voraus.

Electronic Health, auch als E-Health oder eHealth gel√§ufig, dr√ľckt aus, dass die Digitalisierung auch im Gesund¬≠¬≠heitswesen ange¬≠kommen ist. √úberall dort, wo Internet und Medizin auf¬≠einandertreffen, k√∂nnen Patienten von modernen Gesundheitskonzepten profitieren. Kritiker sehen allerdings insbesondere beim Thema Daten¬≠schutz Verbesserungsbedarf. Auch wenn digitale Gesund¬≠heitsanwen¬≠dungen viel Potenzial und M√∂glich¬≠keiten zur Kosteneinsparung mit sich bringen, sind andere L√§nder ‚Äď auch innerhalb Europas ‚Äď Deutschland h√§ufig weit voraus.

Was interessiert Sie besonders?

Was bedeutet der Begriff E-Health?
Was ist E-Health?
E-Health-Gesetz fördert Digitalisierung
Das E-Health-Gesetz
Wo unterst√ľtzt E-Health Patienten?
E-Health f√ľr Patienten
E-Health Anwendungen aus der Praxis
E-Health in der Praxis

E-Health Definition ‚Äď Was steckt hinter dem Begriff?

Der Terminus E-Health dient als Sammelbegriff f√ľr die Anwendung elektronischer Technologien und Medien im Gesundheitssektor. Darunter fallen alle Informations- und Kommunikationstechnologien, die im Patientenumfeld eingesetzt werden. Der Ursprung von E-Health liegt lange zur√ľck. Bereits in den 1970er Jahren wurde versucht, die Krankengeschichte von Patienten mithilfe von Computern zu erheben. Sp√§ter nutzten verschiedene Studien, Unternehmensberatungen und medizinische Fachzeitschriften den Begriff E-Health (weitere Schreibweise: ehealth).

Der Terminus E-Health dient als Sammel¬≠begriff f√ľr die Anwendung elek¬≠tronischer Technologien und Medien im Gesundheits¬≠sektor. Darunter fallen alle Informations- und Kommunikations¬≠technologien, die im Patientenumfeld eingesetzt werden.

Der Ursprung von E-Health liegt lange zur√ľck. Bereits in den 1970er Jahren wurde versucht, die Krankengeschichte von Patienten mithilfe von Computern zu erheben. Sp√§ter nutzten verschiedene Studien, Unternehmensberatungen und medizinische Fachzeitschriften den Begriff E-Health (weitere Schreibweise: ehealth).

Was ist Telematik?

Der Begriff Telematik bezeichnet Technologien, die in der Lage sind, die Telekommunikation und die Informatik miteinander zu verkn√ľpfen. Damit k√∂nnen auch weit entfernte EDV-gest√ľtzte Arbeitspl√§tze oder EDV-Anwendungen zusammenarbeiten. Ziel ist es, alle relevanten Akteure im Gesundheitswesen zusammenzubringen. Die Telematikinfrastruktur bietet Patienten v√∂llig neue Behandlungsoptionen. Beispielsweise kann ein Patient mit einem EDV-gest√ľtzten Monitoring-System die Vitalfunktionen, z.B. Daten zum Blutdruck, an einen Arzt √ľbermitteln. Der Fachbereich Telemedizin besch√§ftigt sich mit dem gezielten Einsatz von Telematikanwendungen f√ľr Mediziner und Patienten.

  • verkn√ľpft Telekom¬≠mu¬≠nikation und Informatik miteinander
  • verbindet weit entfernte EDV-gest√ľtzte Arbeitspl√§tze und EDV-An¬≠wendungen
  • Infrastruktur der Telematik er√∂ffnet Patienten ganz neue Behandlungsoptionen
  • Telemedizin besch√§ftigt sich mit dem gezielten Einsatz von Telematikanwendungen f√ľr Mediziner und Patienten
  • Bringt alle relevanten Akteure im Gesundheitswesen zusammen
  • Patient √ľbermittelt seine Vitaldaten (z.B. Blutdruck) mit einem EDV- gest√ľtzten Monitoring-System an den Arzt
  • Arzt pr√ľft Daten und kann ggf. eingreifen
  • Programm “Mein Herz” der DAK-Gesundheit f√ľr Versicherte mit schwerer Herzinsuffizienz (aktuell nur in Schleswig-Holstein)

E-Health-Gesetz: Förderung der Digitalisierung im Gesundheitswesen

Planung und Umsetzung des E-Health-Gesetzes

Zeitraum Geplante Umsetzung
bis 2021 Elektronische Patientenakte und elektronisches Patientenfach
Juli 2018 √Ąrzte und Psychotherapeuten sind gesetzlich zur Pr√ľfung der Versichertenstammdaten auf der eGK verpflichtet
Januar 2018 Speicherung von Notfalldaten und Medikationsplan auf der eGK
April 2017 Verg√ľtung von Telemedizinkonsilen bei der Befundbeurteilung von R√∂ntgenaufnahmen
April 2017 F√∂rderung von Videosprechstunden f√ľr Psychotherapeuten und √Ąrzte
Januar 2017 Förderung des eArztbriefes bis Ende 2017, danach Neuverhandlung
Oktober 2016 Versicherte, die drei und mehr auf Kassenrezept verordnete, systemisch wirkende Medikamente dauerhaft gleichzeitig anwenden, haben Anspruch auf einen Medikationsplan. Ab 2018 auch elektronisch

√Ąrzte und Psychotherapeuten sind gesetzlich zur Pr√ľfung der Versichertenstammdaten auf der eGK verpflichtet

Speicherung von Notfalldaten und Medikationsplan auf der eGK

Verg√ľtung von Telemedizinkonsilen bei der Befundbeurteilung von R√∂ntgenaufnahmen

F√∂rderung von Videosprechstunden f√ľr Psychotherapeuten und √Ąrzte

Förderung des eArztbriefes bis Ende 2017, danach Neuverhandlung

Versicherte, die drei und mehr auf Kassenrezept verordnete, systemisch wirkende Medikamente dauerhaft gleichzeitig anwenden, haben Anspruch auf einen Medikationsplan. Ab 2018 auch elektronisch

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Damit so ein komplexes Netzwerk erfolgreich auf den Gesundheits¬≠sektor √ľbertragen werden kann, braucht es eine konkrete Gesetzgebung. Daf√ľr wurde das ‚ÄěGesetz f√ľr sichere digitale Kommu¬≠nikation und Anwendungen im Gesundheitswesen‚Äú, (E-Health-Gesetz), ins Leben gerufen. Die Wirtschaftlichkeit und Qualit√§t der Versorgung soll durch das Gesetz weiter verbes¬≠sert werden und hat das oberste Ziel, die Informations- und Kommunika¬≠tions¬≠technologie im medizinischen Alltag zu etablieren.

Damit so ein komplexes Netzwerk erfolgreich auf den Gesundheits¬≠sektor √ľbertragen werden kann, braucht es eine konkrete Gesetzgebung. Daf√ľr wurde das sogenannte E-Health-Gesetz ins Leben gerufen. Die Wirtschaft¬≠¬≠lichkeit und Qualit√§t der Versorgung soll durch dieses Gesetz weiter verbessert werden und hat das oberste Ziel, die Informations- und Kommuni¬≠ka¬≠¬≠tions¬≠¬≠¬≠technologie im medizinischen Alltag zu etablieren.

Vorteile f√ľr Patienten und Versicherte

Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen ‚Äď E-Health im Vergleich

Digitalisierung im Gesundheits¬≠wesen ‚Äď E-Health im Vergleich

E-Health ist ein Thema und das weltweit. Auch wenn sich hierzulande um eine bedeutsame Telematikinfrastruktur auf allen Ebenen bem√ľht wird, sind andere L√§nder Deutschland deutlich voraus.

Ein gutes Beispiel ist Estland. Dort wird ein zentrales digitales Gesundheits¬≠informationssystem eingesetzt. Daran angeschlossen sind ca. 98 Prozent der Bev√∂lkerung und 752 Einrichtungen im ganzen Land. In Estland wird die elektronische Gesundheitsakte¬†schon l√§nger erfolgreich eingesetzt. Die allge¬≠meine Akzeptanz in der Bev√∂lkerung f√ľr E-Health-Anwendungen ist gro√ü.¬†

Auch Schweden setzt auf E-Health, die dort staatlich gef√∂rdert wird. Telemedizin und IT-Beratung stehen in Schweden im Mittelpunkt. Mehr als 50 % der Akut¬≠krankenh√§user sind mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens digital vernetzt. bereits im Jahr 2008 machte Schweden erste wichtige Schritte f√ľr die Implemen¬≠tierung der elektronischen Patientenakte.

Patienten in den USA setzen auf mobile L√∂sungen. Laut der ‚Äě2015 HIMSS Mobile Technology Survey” (einer Umfrage zu mobilen Technologien, auf Englisch), setzen beinahe 90 Prozent der befragten Arbeitnehmer von Gesundheitsdienst¬≠leistern mobile Ger√§te in ihrer Arbeit mit Patienten ein. Am h√§ufigsten wurden dabei verschiedene App-basierte Patientenportale genutzt.

Laut einer Umfrage unter 407 Medizinern vom Hartmannbund und Bitkom, sieht die Lage in Deutschland anders aus:

  • 40 % der √Ąrzte nutzen f√ľr ihren Schriftverkehr, zum Beispiel f√ľr Arztbriefe, noch √ľberwiegend Papier und Stift.

  • 34 % der Befragten arbeiten noch mit einer Papierakte.

  • 90 % der befragten √Ąrzte sehen dennoch die Digitalisierung als Chance f√ľr die Versorgung.

Experten bemängeln immer wieder datenschutzrechtliche Grundlagen, um E-Health-Anwendungen sicher flächendeckend in Deutschland einsetzen zu können. 

Das Thema Datenschutz ist regelrecht ein Hindernis, welches √ľberwunden werden muss, indem auch gesellschaftliche Diskussionen gef√ľhrt werden.

Denn richtig ist:

  • Menschen hinterfragen die Anbieter von sogenannten Fitnessarmb√§ndern nur selten.
  • Vielleicht haben Patienten nicht dieselben datenschutzrechtlichen Bedenken wie Experten?

Aber der Schuh dr√ľckt noch woanders. Auch die Akteure im Gesundheitswesen sind unzufrieden.

  • Gerade im Bereich der elektronischen Patientenakte k√§me es zu Doppeleintragungen, was die Arbeit von √Ąrzten belastet.
  • Verschiedene Konzepte sorgen f√ľr Unsicherheit unter den m√∂glichen Teilnehmern.

Deshalb fordern Akteure ein √ľberarbeitetes E-Health-Gesetz, welches sich mit den praktischen Alltagsfragen der Akteure besch√§ftigt. Denn eine Akzeptanz unter allen Mitwirkenden ist wichtig, um die E-Health-Digitalisierung zu einem festen Bestandteil des deutschen Gesundheits¬≠systems zu machen.

Wo unterst√ľtzt E-Health Menschen im Alltag?

E-Health-Anwendungen unterst√ľtzen Patienten in vielen Bereichen. Die popul√§rste Digitalisierung im Gesundheitswesen stellen die elektronische Gesundheitskarte und die digitale Patientenakte dar. Durch die Entwicklung neuer Technologien und die fl√§chendeckende Ausbreitung der Internetnutzung k√∂nnen Patienten auf weitere Anwendungen zur√ľckgreifen.¬†

Der Begriff E-Health ist gewachsen und meint zusätzlich Krankheits- und Wissensmanagement sowie Telemedizin. Menschen können sich mithilfe von Gesundheitsportalen, einer persönlichen Gesundheitsvorsorge und Online-Apotheken selbst mit Informationen und Produkten versorgen. 

Mit dem sogenannten E-Appointment ist die Terminvereinbarung beim Arzt ganz einfach per Mausklick zu erledigen. Auch diese Bereiche fallen unter den Begriff E-Health. Viele Anwendungen sind Patienten nicht bewusst, da sie im Hintergrund ablaufen. Beispielsweise tauschen EDV-gest√ľtzte Programme, wie Krankenhausinformationssysteme (KIS), Gesundheitsdaten von Patienten aus. Damit ist es m√∂glich, dass Krankenh√§user und niedergelassene √Ąrzte √ľber den gleichen Kenntnisstand verf√ľgen. Das E-Learning widmet sich der elektronischen Datenverarbeitung im Bereich der Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal, zum Beispiel von Pflegekr√§ften und √Ąrzten.

Wo unterst√ľtzt E-Health Menschen im Alltag?

Unternehmen in Zeiten der Corona-Krise
Ein Interview mit den Unternehmensberatern Harro Freyschmidt und Daniel Hirsch

KKZ Podcast: Corona-Krise ‚Äď Welche Hilfen k√∂nnen Unternehmen erwarten?

Studien beweisen: Patienten wollen E-Health

Folgen Cannabis Konsum

Telemedizin ist bei Patienten beliebt, das zeigen zahlreiche Befragungen. So hat eine repr√§sentative Umfrage vom Digitalverband Bitkom und der Bayerischen TelemedAllianz ergeben, dass 60 % der Deutschen die Sammlung ihrer Daten zur Gesundheit in Arztpraxen, Kliniken und anderen Gesundheits¬≠einrichtungen unterst√ľtzen w√ľrden.

√Ąhnliche Ergebnisse brachte eine Umfrage unter gesetzlich Versicherten, durchgef√ľhrt von YouGov, hervor. Eindeutig waren die Ergebnisse der Befragung f√ľr den AOK-Bundesverband: 78 % der Befragten w√ľrden eine digitale Gesundheitsakte nutzen, wenn sie diese von ihrer Krankenkasse zur Verf√ľgung gestellt bekommen w√ľrden. 7 % der Befrag¬≠ten w√ľrden selbst festlegen wollen, welche √Ąrzte Zugriff auf ihre Daten in der Gesundheitsakte haben. Menschen bevorzugen das h√§usliche Umfeld, auch im Krankheitsfall.

Das belegte auch eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, im Auftrag der kassen√§rztlichen Bundesvereinigung (KBV). Demnach m√∂chten sich 60 % der Befragten im Alter, selbst bei schwerer Krankheit, vor¬≠nehmlich zu Hause behandeln lassen.¬†Und E-Health k√∂nnte dabei zuk√ľnftig helfen.

Telemedizin ist bei Patienten beliebt, das zeigen zahlreiche Befragungen. So hat eine repr√§sentative Umfrage vom Digitalverband Bitkom und der Bayerischen TelemedAllianz ergeben, dass 60 % der Deutschen die Sammlung ihrer Daten zur Gesundheit in Arztpraxen, Kliniken und anderen Gesundheits¬≠einrichtungen unterst√ľtzen w√ľrden.

√Ąhnliche Ergebnisse brachte eine Umfrage unter gesetzlich Versicherten, durchgef√ľhrt von YouGov, hervor. Eindeutig waren die Ergebnisse der Befragung f√ľr den AOK-Bundesverband: 78 % der Befragten w√ľrden eine digitale Gesundheitsakte nutzen, wenn sie diese von ihrer Krankenkasse zur Verf√ľgung gestellt bekommen w√ľrden. 7 % der Befrag¬≠ten w√ľrden selbst festlegen wollen, welche √Ąrzte Zugriff auf ihre Daten in der Gesundheitsakte haben. Menschen bevorzugen das h√§usliche Umfeld, auch im Krankheitsfall.

Das belegte auch eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, im Auftrag der kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV):

Umfrage 2018 im Auftrag der kassen­ärztlichen Bundesvereinigung (KBV)*

Befragte w√ľrden eine digitale Gesundheitsakte nutzen 78%
Befragte w√ľrden selbst festlegen wollen, welche √Ąrzte Zugriff auf ihre Daten in der Gesundheitsakte haben 7%
Befragte wollen sich im Alter vornehmlich zu Hause behandeln lassen 60%

*Versichertenbefragungen 2018 der Forschungsgruppe Wahlen i.A. der KBV

In Zukunft alles nur noch anonym?

Diese Bedenken sind verst√§ndlich. Dennoch geht es beim Thema E-Health nicht darum Menschen zu ersetzen, sondern Abl√§ufe effizienter zu gestalten. Je weniger Zeit der Arzt damit verbringen muss zu recherchieren und Befunde nachzuschlagen, desto mehr Zeit bleibt f√ľr die pers√∂nliche Arzt-Patienten-Beziehung.

Studien beweisen: Patienten wollen E-Health

Telemedizin ist bei Patienten beliebt, das zeigen zahlreiche Befragungen. Eine repräsentative Umfrage zum Thema Gesundheit vom Digital­verband Bitkom und der Bayerischen TelemedAllianz hat folgendes Bild ergeben:

Umfrage Digitalverband Bitkom und Bayerischen TelemedAllianz

60 % aller Befragten w√ľrden Sammlung ihrer Daten zur Gesundheit unterst√ľtzen f√ľr Arztpraxen, Kliniken und andere Gesundheits¬≠einrichtungen

√Ąhnliche Ergebnisse brachte eine Umfrage unter gesetzlich Versicherten, durchgef√ľhrt von YouGov, hervor. Eindeutig waren die Ergebnisse der Befragung f√ľr den AOK-Bundesverband:¬†

Umfrage YouGov f√ľr AOK-Bundesverband

78 % der Befragten w√ľrden eine digitale Gesundheitsakte nutzen, wenn sie diese von ihrer Krankenkasse bek√§men
7 Prozent der Befrag¬≠ten w√ľrden selbst festlegen wollen, welche √Ąrzte Zugriff auf ihre Daten in der Gesundheitsakte haben

Menschen bevorzugen das häusliche Umfeld, auch im Krankheitsfall. Das belegte auch eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, im Auftrag der kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV):

Umfrage 2018 im Auftrag der kassen­ärztlichen Bundesvereinigung (KBV)*

Etwa 60 % aller Befragten wollen sich im Alter eher zu Hause behandeln lassen

*Versichertenbefragungen 2018 der Forschungsgruppe Wahlen i.A. der KBV

In Zukunft alles nur noch anonym?

Diese Bedenken sind verst√§ndlich. Dennoch geht es beim Thema E-Health nicht darum Menschen zu ersetzen, sondern Abl√§ufe effizienter zu gestalten. Je weniger Zeit der Arzt damit verbringen muss zu recherchieren und Befunde nachzuschlagen, desto mehr Zeit bleibt f√ľr die pers√∂nli¬≠che Arzt-Patienten-Beziehung.

Was kann und soll E-Health leisten?

Einfacher Austausch von Informationen. Eine unmittelbare Reaktion der Anwender ist nicht nötig.

Bereitstellung von Informationen f√ľr √Ąrzte und Patienten √ľber Informationsportale (z.B. Krankenhausinformationssysteme).

Direkte Interaktion zwischen den Kommunikationspartnern.  

Lebenslange zentrale Speicherung von Patientendaten (z.B. in der digitale Patientenakte).

Austausch von Daten, elektronische Abbildung und Abwicklung medizinischer Leistungen (z.B. elektronische Gesundheitskarte).

E-Health Anwendungen aus der Praxis

Die Telematikinfrastruktur schreitet weiter voran und bietet √Ąrzten und Patienten eine Plattform f√ľr den Austausch relevanter Gesundheitsdaten. Je nach Technologie kann sich der Patient auch selbst √ľber seinen gesundheitlichen Zustand informieren oder mit dem Arzt √ľber Video Kontakt aufnehmen.

E-Health – grenzenlose Medizin?

Auch wenn viele Barrieren f√ľr den Informationsaustausch durch E-Health beseitigt wurden, ist es nicht erstrebenswert, die H√ľrden komplett fallen zu lassen. Die Systeme tauschen sensible Patientendaten aus, die es zu sch√ľtzen gilt.

Die elektronische Patientenakte (ePA)

Neben der elektronischen Gesundheitskarte, die in Hinblick auf den Datenschutz zahlreiche H√ľrden nehmen musste, bekommt vor allem die elektronische Patientenakte gro√ües mediales Interesse. Patienten k√∂nnen sich die technologische Erneuerung als eine Art elektronische Form ihrer herk√∂mmlichen Papierakte vorstellen.

In der elektronischen Patientenakte können zahlreiche Informationen zum medizinischen Zustand gespeichert werden:

  • Diagnosen

  • Therapien

  • Station√§re Aufenthalte

  • Medikamentenunvertr√§glichkeiten

  • Blutdruck und Blutwerte

  • Fitnessdaten

  • Vorsorgeuntersuchungen

  • Werte, die auf den Lebenswandel schlie√üen lassen

Patienten entscheiden selbst, ob sie ihre elektronische Patientenakte um selbst erhobene Daten erg√§nzen m√∂chten. Dazu geh√∂ren zum Beispiel Anamnese- oder Vitaldaten (PDF), die selbst mittels geeigneter Ger√§te gemessen werden k√∂nnen. Diese elektronischen Daten werden strukturiert, fall-, sektoren-, professions- und einrichtungs√ľbergreifend konform in Hinblick auf internationale Standards gespeichert. Zugriff hat in erster Linie der Patient, der √ľber seine Akte bestimmt. Daneben haben Akteure aus dem Gesundheitswesen wie √Ąrzte, Zahn√§rzte und Apotheker sowie das im Behandlungskontext eingebundene Fachpersonal in Praxen, Krankenh√§usern, Pflegeeinrichtungen und Rehabilita¬≠tionseinrichtungen Zugriff. Dar√ľber hinaus k√∂nnen auch beispielsweise Angeh√∂rige, Fitnesstrainer oder Freunde Zugriff auf die Akte erhalten. Dazu muss der Akteninhaber allerdings sein Einverst√§ndnis geben.

Damit Patienten stets den √úberblick √ľber ihre Daten behalten, ist ein elektronisches Patientenfach geplant. Patienten k√∂nnen damit ihre Daten in einem Onlinefach speichern und eigenst√§ndig einsehen. Menschen mit Diabetes k√∂nnten z.B. ihre Blutzuckerwerte nachverfolgen. Auf Wunsch k√∂nnen Versicherte ihre Daten aus der elektronischen Patientenakte in das Patientenfach √ľbernehmen lassen. Dabei ist es jedem Patienten freigestellt, ob er das elektronische Patientenfach auch tats√§chlich nutzen m√∂chte.

Wichtiges in K√ľrze: die elektronische Patientenakte

Die elektroni¬≠sche Patien¬≠ten¬≠akte liegt in der Hand des betreffenden Patienten. Er entscheidet, wer Zugriff auf seine Akte hat. Die Nutzung einer elektronischen Patientenakte ist freiwillig. Die Leistungserbringer sind verpflichtet, auf Anforderung des Patienten, seine Daten elektronisch und in struktu¬≠rierter Form in die vom Patienten ausgesuchte Akte zu speichern und in die weitere Behandlung einzubinden. Gesetzlich Versicherte k√∂nnen gegen¬≠√ľber ihrer Krankenkasse den Anspruch auf Kostener¬≠stat¬≠tung, f√ľr die Einrichtung der elektronischen Patienten¬≠akte, geltend machen.

Papier war gestern – elektronisches Management von Patientendaten

√Ąrzte und Psychotherapeuten sind bereits jetzt in der Lage, elektronische Arztbriefe zu erstellen, zu empfangen und abzurechnen. F√ľr Sicherheit sorgt eine elektronische Signatur. Der elektronische Arztbrief (eArztbrief) macht den Postversand und die Weiterleitung durch den Patienten √ľberfl√ľssig. Versicherte profitieren ebenfalls von einem einheit¬≠lichen Medikationsplan. Insbesondere √§ltere Patienten nehmen h√§ufig eine Vielzahl von Pr√§paraten ein. Nicht selten ergeben sich dadurch unerw√ľnschte oder gef√§hrliche Wechselwirkungen.¬†

Wirkung von Cannabis

Wenn der Arzt √ľber die genaue Einnahme der Medikamente informiert ist, kann eine bedarfsgerechte Verschreibung von Pr√§paraten erfolgen. Seit 2016 haben Patienten, die drei und mehr auf Kassenrezept verschriebene, systemisch wirkende Medikamente auf Dauer gleichzeitig anwenden, einen Anspruch auf einen Medikationsplan. Seit 2018 soll dieser bereits auch elektronisch ausgegeben werden. Von 2019 an sollte der elektronische Arztbrief und der elektronische Medikationsplan in die Patientenakte integriert werden.

Computerbasiertes Krankheits- und Wissensmanagement

Zugegeben, es klingt nach Science-Fiction. Dennoch k√∂nnte es Alltag in medizinischen Einrichtungen werden ‚Äď die Nutzung von Clinical Decision Support Systemen (CDSS), zu Deutsch: Klinische Entscheidungs¬≠unterst√ľtzung.

Der Fortschritt in der Medizin und der Technologie ist enorm. Davon profitiert auch der Patient, dem immer mehr Behand¬≠lungsoptionen zur Verf√ľgung stehen. Bei der Auswahl k√∂nnten spezielle Systeme helfen. Clinical Decision Support Systeme (CDSS) k√∂nnen mit

  • medizinischen Datenbanken,
  • Fachartikeln,
  • Forschungsergebnissen und
  • anonymisierten Patientenakten

bef√ľllt werden. Nachdem der Mediziner alle notwendigen Patientendaten eingegeben hat, √ľberpr√ľft das System, ob alle erforderlichen Untersuchungen gemacht wurden und ob gegebenenfalls ein Befund fehlt.

Das System schl√§gt dem Arzt verschiedene Diagnosen vor und kann Risikofaktoren, zum Beispiel eine Komplikation oder eine Folgeerkrankung, angeben. In Verbindung mit einem Therapy Decision Support System (Therapie-Entscheidungs-Unterst√ľt¬≠zungs¬≠system) werden dem Mediziner eine Auswahl an Behand¬≠lungen, Operationen und Therapien vorgeschlagen. In der Theorie funktioniert das effizienter und fehlerfreier als bei Menschen.

Auch wenn CDSS bereits zur Entscheidungsfindung herangezogen werden, zum Beispiel im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) der Stadt Wien, sind diese Systeme noch Zukunftsmusik.

Derzeit können nur ganz konkrete und eng definierte Frage­stel­lun­gen bearbeitet werden, da die Zusammenhänge im medizini­schen Bereich sehr komplex sind.

Damit solche Systeme die Mediziner zuk√ľnftig bei ihrer Entschei¬≠dungs¬≠findung unterst√ľtzen k√∂nnen, m√ľssen eine gro√üe Anzahl von Daten zusammengef√ľhrt werden. Dieses Ziel haben sogenannte Big Data Systeme. Durch das Sammeln von gro√üen Mengen an

  • klinischen,
  • epidemiologischen,
  • bildgebenden,
  • molekulargenetischen sowie
  • √∂konomischen Daten

kann neues Wissen √ľber die Entstehung von Krankheiten und ihrer Vorbeugung erlangt werden. Damit k√∂nnte f√ľr die Patienten eine m√∂glichst individuelle Therapie entworfen werden.

Mobile Anwendungen: Apps f√ľr eHealth und mHealth

F√ľr die meisten Menschen ist das Handy nicht mehr wegzudenken, genau gesagt nutzen bereits knapp zwei Drittel aller Bundesb√ľrger ein Smartphone.

63% der Deutschen nutzen regelmäßig ein Smartphone

Das macht sich mobile health (mHealth) zunutze und stellt mobile Anwendungen zur Verf√ľgung, damit gesundheitsbewusste Menschen und Patienten sich besser auf ihre Gesundheit konzentrieren k√∂nnen. Gesundheits-Apps werden die Dienste genannt, die sich Interessierte auf ihr Smartphone installieren k√∂nnen. Dabei werden die beliebtesten Betriebssysteme wie iOS von Apple und Android von Google unterst√ľtzt.

Gesundheits-Apps k√∂nnen vielf√§ltig eingesetzt werden und begleiten Menschen bei ihrer k√∂rperlichen Fitness bis hin zur Pr√§vention sowie Diagnostik und Therapie. Besonders beliebt sind sogenannte Motivations-Apps, die den Anwender in seinem Wunsch nach Gewichtsverlust oder k√∂rperlicher Fitness unterst√ľtzen sollen.

Auch die Forschung setzt vermehrt auf mHealth, indem sie wissenschaftliche Daten erhalten, z.B. durch freiwillige Nutzerangaben im Rahmen einer App. Aber die wohl spannendste Weiterentwicklung wird es im Bereich Diagnostik und Therapie geben.

Apps zur Diagnostik von Erkrankungen werden vornehmlich von medizinisch ausgebildetem Personal genutzt. Mobile Anwendungen zur Therapie werden hingegen von √Ąrzten und Patienten gleicherma√üen eingesetzt werden. Die Literatur besch√§ftigt sich vor allem mit der Versorgung von Patienten mit neurolo¬≠gischen Erkrankungen √ľber mHealth.

Bisher konzentrieren sich die meisten Apps allerdings auf Hauterkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gesundheits-Apps liegt eine spannende Zukunft bevor, denn sie sind in der Lage, Untersuchungser¬≠gebnisse darzustel¬≠len, die Kommunikation zu verbessern und die Sammlung von Daten zu unterst√ľtzen. Gesundheits-Apps k√∂nnen somit zu einer schnelleren Diagnose beitragen.

Einige gesetzliche Krankenkassen bieten bereits jetzt mHealth an. Laut einer Befragung der Kranken¬≠kassen sollen die Apps zuk√ľnftig mehrere Funktionen haben, die einen Mehrwert f√ľr den Versicherten darstellen.

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Jana ist ausgebildete Kauffrau im Gesundheitswesen. Seit vielen Jahren recherchiert sie spannende Fakten f√ľr die Krankenkassen-Zentrale. Aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung im Gesundheitswesen, verfasst sie vor allem Artikel zu den Themen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Erg√§nzend durchleuchtet sie regelm√§√üig die Themen Fitness, Abnehmen und gesunde Ern√§hrung.