E-Health – Digitalisierung im Gesundheitssektor

Electronic Health, auch als E-Health oder eHealth geläufig, drückt aus, dass die Digitalisierung auch im Gesund­­heitswesen ange­kommen ist. Überall dort, wo Internet und Medizin aufeinandertreffen, können Patienten von modernen Gesundheitskonzepten profitieren. Kritiker sehen allerdings insbesondere beim Thema Daten­schutz Verbesserungsbedarf. Auch wenn digitale Gesund­heitsan­wendungen viel Potenzial und Möglichkeiten zur Kosteneinsparung mit sich bringen, sind andere Länder – auch innerhalb Europas – Deutschland häufig weit voraus.

Electronic Health, auch als E-Health oder eHealth geläufig, drückt aus, dass die Digitalisierung auch im Gesund­­heitswesen ange­kommen ist. Überall dort, wo Internet und Medizin auf­einandertreffen, können Patienten von modernen Gesundheitskonzepten profitieren. Kritiker sehen allerdings insbesondere beim Thema Daten­schutz Verbesserungsbedarf. Auch wenn digitale Gesund­heitsanwen­dungen viel Potenzial und Möglich­keiten zur Kosteneinsparung mit sich bringen, sind andere Länder – auch innerhalb Europas – Deutschland häufig weit voraus.

Was interessiert Sie besonders?

Was bedeutet der Begriff E-Health?
Was ist E-Health?
E-Health-Gesetz fördert Digitalisierung
Das E-Health-Gesetz
Wo unterstützt E-Health Patienten?
E-Health für Patienten
E-Health Anwendungen aus der Praxis
E-Health in der Praxis

E-Health Definition – Was steckt hinter dem Begriff?

Der Terminus E-Health dient als Sammelbegriff für die Anwendung elektronischer Technologien und Medien im Gesundheitssektor. Darunter fallen alle Informations- und Kommunikationstechnologien, die im Patientenumfeld eingesetzt werden. Der Ursprung von E-Health liegt lange zurück. Bereits in den 1970er Jahren wurde versucht, die Krankengeschichte von Patienten mithilfe von Computern zu erheben. Später nutzten verschiedene Studien, Unternehmensberatungen und medizinische Fachzeitschriften den Begriff E-Health (weitere Schreibweise: ehealth).

Der Terminus E-Health dient als Sammel­begriff für die Anwendung elek­tronischer Technologien und Medien im Gesundheits­sektor. Darunter fallen alle Informations- und Kommunikations­technologien, die im Patientenumfeld eingesetzt werden.

Der Ursprung von E-Health liegt lange zurück. Bereits in den 1970er Jahren wurde versucht, die Krankengeschichte von Patienten mithilfe von Computern zu erheben. Später nutzten verschiedene Studien, Unternehmensberatungen und medizinische Fachzeitschriften den Begriff E-Health (weitere Schreibweise: ehealth).

Was ist Telematik?

Der Begriff Telematik bezeichnet Technologien, die in der Lage sind, die Telekommunikation und die Informatik miteinander zu verknüpfen. Damit können auch weit entfernte EDV-gestützte Arbeitsplätze oder EDV-Anwendungen zusammenarbeiten. Ziel ist es, alle relevanten Akteure im Gesundheitswesen zusammenzubringen. Die Telematikinfrastruktur bietet Patienten völlig neue Behandlungsoptionen. Beispielsweise kann ein Patient mit einem EDV-gestützten Monitoring-System die Vitalfunktionen, z.B. Daten zum Blutdruck, an einen Arzt übermitteln. Der Fachbereich Telemedizin beschäftigt sich mit dem gezielten Einsatz von Telematikanwendungen für Mediziner und Patienten.

  • verknüpft Telekom­mu­nikation und Informatik miteinander
  • verbindet weit entfernte EDV-gestützte Arbeitsplätze und EDV-An­wendungen
  • Infrastruktur der Telematik eröffnet Patienten ganz neue Behandlungsoptionen
  • Telemedizin beschäftigt sich mit dem gezielten Einsatz von Telematikanwendungen für Mediziner und Patienten
  • Bringt alle relevanten Akteure im Gesundheitswesen zusammen
  • Patient übermittelt seine Vitaldaten (z.B. Blutdruck) mit einem EDV- gestützten Monitoring-System an den Arzt
  • Arzt prüft Daten und kann ggf. eingreifen
  • Programm „Mein Herz“ der DAK-Gesundheit für Versicherte mit schwerer Herzinsuffizienz (aktuell nur in Schleswig-Holstein)

E-Health-Gesetz: Förderung der Digitalisierung im Gesundheitswesen

Planung und Umsetzung des E-Health-Gesetzes

ZeitraumGeplante Umsetzung
2019Elektronische Patientenakte und elektronisches Patientenfach
Juli 2018Ärzte und Psychotherapeuten sind gesetzlich zur Prüfung der Versichertenstammdaten auf der eGK verpflichtet
Januar 2018Speicherung von Notfalldaten und Medikationsplan auf der eGK
April 2017Vergütung von Telemedizinkonsilen bei der Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen
April 2017Förderung der Videosprechstunde für Psychotherapeuten und Ärzte
Januar 2017Förderung des eArztbriefes bis Ende 2017, danach Neuverhandlung
Oktober 2016Versicherte, die drei und mehr auf Kassenrezept verordnete, systemisch wirkende Medikamente dauerhaft gleichzeitig anwenden, haben Anspruch auf einen Medikationsplan. Ab 2018 auch elektronisch

Ärzte und Psychotherapeuten sind gesetzlich zur Prüfung der Versichertenstammdaten auf der eGK verpflichtet

Speicherung von Notfalldaten und Medikationsplan auf der eGK

Vergütung von Telemedizinkonsilen bei der Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen

Förderung der Videosprechstunde für Psychotherapeuten und Ärzte

Förderung des eArztbriefes bis Ende 2017, danach Neuverhandlung

Versicherte, die drei und mehr auf Kassenrezept verordnete, systemisch wirkende Medikamente dauerhaft gleichzeitig anwenden, haben Anspruch auf einen Medikationsplan. Ab 2018 auch elektronisch

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung https://www.kbv.de/media/sp/KBV_PraxisWissen_E_Health_2016.pdf

Damit so ein komplexes Netzwerk erfolgreich auf den Gesundheits­sektor übertragen werden kann, braucht es eine konkrete Gesetzgebung. Dafür wurde das „Gesetz für sichere digitale Kommu­nikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“, (E-Health-Gesetz), ins Leben gerufen. Die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Versorgung soll durch das Gesetz weiter verbes­sert werden und hat das oberste Ziel, die Informations- und Kommunika­tions­technologie im medizinischen Alltag zu etablieren.

Damit so ein komplexes Netzwerk erfolgreich auf den Gesundheits­sektor übertragen werden kann, braucht es eine konkrete Gesetzgebung. Dafür wurde das sogenannte E-Health-Gesetz ins Leben gerufen. Die Wirtschaft­­lichkeit und Qualität der Versorgung soll durch dieses Gesetz weiter verbessert werden und hat das oberste Ziel, die Informations- und Kommuni­ka­­tions­­­technologie im medizinischen Alltag zu etablieren.

Vorteile für Patienten und Versicherte

Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen – E-Health im Vergleich

Digitalisierung im Gesundheits­wesen – E-Health im Vergleich

E-Health ist ein Thema und das weltweit. Auch wenn sich hierzulande um eine bedeutsame Telematikinfrastruktur auf allen Ebenen bemüht wird, sind andere Länder Deutschland deutlich voraus.

Ein gutes Beispiel ist Estland. Dort wird ein zentrales digitales Gesundheits­informationssystem eingesetzt. Daran angeschlossen sind ca. 98 Prozent der Bevölkerung und 752 Einrichtungen im ganzen Land. In Estland wird die elektronische Gesundheitsakte schon länger erfolgreich eingesetzt. Die allge­meine Akzeptanz in der Bevölkerung für E-Health-Anwendungen ist groß. 

Auch Schweden setzt auf E-Health, die dort staatlich gefördert wird. Telemedizin und IT-Beratung stehen in Schweden im Mittelpunkt. Mehr als 50 % der Akut­krankenhäuser sind mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens digital vernetzt. bereits im Jahr 2008 machte Schweden erste wichtige Schritte für die Implemen­tierung der elektronischen Patientenakte.

Patienten in den USA setzen auf mobile Lösungen. Laut der „2015 HIMSS Mobile Technology Survey“ (einer Umfrage zu mobilen Technologien, auf Englisch), setzen beinahe 90 Prozent der befragten Arbeitnehmer von Gesundheitsdienst­leistern mobile Geräte in ihrer Arbeit mit Patienten ein. Am häufigsten wurden dabei verschiedene App-basierte Patientenportale genutzt.

Laut einer Umfrage unter 407 Medizinern vom Hartmannbund und Bitkom, sieht die Lage in Deutschland anders aus:

  • 40 % der Ärzte nutzen für ihren Schriftverkehr, zum Beispiel für Arztbriefe, noch überwiegend Papier und Stift.

  • 34 % der Befragten arbeiten noch mit einer Papierakte.

  • 90 % der befragten Ärzte sehen dennoch die Digitalisierung als Chance für die Versorgung.

Experten bemängeln immer wieder datenschutzrechtliche Grundlagen, um E-Health-Anwendungen sicher flächendeckend in Deutschland einsetzen zu können. 

Das Thema Datenschutz ist regelrecht ein Hindernis, welches überwunden werden muss, indem auch gesellschaftliche Diskussionen geführt werden.

Denn richtig ist:

  • Menschen hinterfragen die Anbieter von sogenannten Fitnessarmbändern nur selten.
  • Vielleicht haben Patienten nicht dieselben datenschutzrechtlichen Bedenken wie Experten?

Aber der Schuh drückt noch woanders. Auch die Akteure im Gesundheitswesen sind unzufrieden.

  • Gerade im Bereich der elektronischen Patientenakte käme es zu Doppeleintragungen, was die Arbeit von Ärzten belastet.
  • Verschiedene Konzepte sorgen für Unsicherheit unter den möglichen Teilnehmern.

Deshalb fordern Akteure ein überarbeitetes E-Health-Gesetz, welches sich mit den praktischen Alltagsfragen der Akteure beschäftigt. Denn eine Akzeptanz unter allen Mitwirkenden ist wichtig, um die E-Health-Digitalisierung zu einem festen Bestandteil des deutschen Gesundheits­systems zu machen.

Wo unterstützt E-Health Menschen im Alltag?

E-Health-Anwendungen unterstützen Patienten in vielen Bereichen. Die populärste Digitalisierung im Gesundheitswesen stellen die elektronische Gesundheitskarte und die digitale Patientenakte dar. Durch die Entwicklung neuer Technologien und die flächendeckende Ausbreitung der Internetnutzung können Patienten auf weitere Anwendungen zurückgreifen. 

Der Begriff E-Health ist gewachsen und meint zusätzlich Krankheits- und Wissensmanagement sowie Telemedizin. Menschen können sich mithilfe von Gesundheitsportalen, einer persönlichen Gesundheitsvorsorge und Online-Apotheken selbst mit Informationen und Produkten versorgen. 

Mit dem sogenannten E-Appointment ist die Terminvereinbarung beim Arzt ganz einfach per Mausklick zu erledigen. Auch diese Bereiche fallen unter den Begriff E-Health. Viele Anwendungen sind Patienten nicht bewusst, da sie im Hintergrund ablaufen. Beispielsweise tauschen EDV-gestützte Programme, wie Krankenhausinformationssysteme (KIS), Gesundheitsdaten von Patienten aus. Damit ist es möglich, dass Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte über den gleichen Kenntnisstand verfügen. Das E-Learning widmet sich der elektronischen Datenverarbeitung im Bereich der Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal, zum Beispiel von Pflegekräften und Ärzten.

Wo unterstützt E-Health Menschen im Alltag?

Studien beweisen: Patienten wollen E-Health

Folgen Cannabis Konsum

Telemedizin ist bei Patienten beliebt, das zeigen zahlreiche Befragungen. So hat eine repräsentative Umfrage vom Digitalverband Bitkom und der Bayerischen TelemedAllianz ergeben, dass 60 % der Deutschen die Sammlung ihrer Daten zur Gesundheit in Arztpraxen, Kliniken und anderen Gesundheits­einrichtungen unterstützen würden.

Ähnliche Ergebnisse brachte eine Umfrage unter gesetzlich Versicherten, durchgeführt von YouGov, hervor. Eindeutig waren die Ergebnisse der Befragung für den AOK-Bundesverband: 78 % der Befragten würden eine digitale Gesundheitsakte nutzen, wenn sie diese von ihrer Krankenkasse zur Verfügung gestellt bekommen würden. 7 % der Befrag­ten würden selbst festlegen wollen, welche Ärzte Zugriff auf ihre Daten in der Gesundheitsakte haben. Menschen bevorzugen das häusliche Umfeld, auch im Krankheitsfall.

Das belegte auch eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, im Auftrag der kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Demnach möchten sich 60 % der Befragten im Alter, selbst bei schwerer Krankheit, vor­nehmlich zu Hause behandeln lassen. Und E-Health könnte dabei zukünftig helfen.

Telemedizin ist bei Patienten beliebt, das zeigen zahlreiche Befragungen. So hat eine repräsentative Umfrage vom Digitalverband Bitkom und der Bayerischen TelemedAllianz ergeben, dass 60 % der Deutschen die Sammlung ihrer Daten zur Gesundheit in Arztpraxen, Kliniken und anderen Gesundheits­einrichtungen unterstützen würden.

Ähnliche Ergebnisse brachte eine Umfrage unter gesetzlich Versicherten, durchgeführt von YouGov, hervor. Eindeutig waren die Ergebnisse der Befragung für den AOK-Bundesverband: 78 % der Befragten würden eine digitale Gesundheitsakte nutzen, wenn sie diese von ihrer Krankenkasse zur Verfügung gestellt bekommen würden. 7 % der Befrag­ten würden selbst festlegen wollen, welche Ärzte Zugriff auf ihre Daten in der Gesundheitsakte haben. Menschen bevorzugen das häusliche Umfeld, auch im Krankheitsfall.

Das belegte auch eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, im Auftrag der kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV):

Umfrage 2018 im Auftrag der kassen­ärztlichen Bundesvereinigung (KBV)*

Befragte würden eine digitale Gesundheitsakte nutzen 78%
Befragte würden selbst festlegen wollen, welche Ärzte Zugriff auf ihre Daten in der Gesundheitsakte haben 7%
Befragte wollen sich im Alter vornehmlich zu Hause behandeln lassen 60%

*Versichertenbefragungen 2018 der Forschungsgruppe Wahlen i.A. der KBV

In Zukunft alles nur noch anonym?

Diese Bedenken sind verständlich. Dennoch geht es beim Thema E-Health nicht darum Menschen zu ersetzen, sondern Abläufe effizienter zu gestalten. Je weniger Zeit der Arzt damit verbringen muss zu recherchieren und Befunde nachzuschlagen, desto mehr Zeit bleibt für die persönliche Arzt-Patienten-Beziehung.

Studien beweisen: Patienten wollen E-Health

Telemedizin ist bei Patienten beliebt, das zeigen zahlreiche Befragungen. Eine repräsentative Umfrage zum Thema Gesundheit vom Digital­verband Bitkom und der Bayerischen TelemedAllianz hat folgendes Bild ergeben:

Umfrage Digitalverband Bitkom und Bayerischen TelemedAllianz

60 % aller Befragten würden Sammlung ihrer Daten zur Gesundheit unterstützen für Arztpraxen, Kliniken und andere Gesundheits­einrichtungen

Ähnliche Ergebnisse brachte eine Umfrage unter gesetzlich Versicherten, durchgeführt von YouGov, hervor. Eindeutig waren die Ergebnisse der Befragung für den AOK-Bundesverband

Umfrage YouGov für AOK-Bundesverband

78 % der Befragten würden eine digitale Gesundheitsakte nutzen, wenn sie diese von ihrer Krankenkasse bekämen
7 Prozent der Befrag­ten würden selbst festlegen wollen, welche Ärzte Zugriff auf ihre Daten in der Gesundheitsakte haben

Menschen bevorzugen das häusliche Umfeld, auch im Krankheitsfall. Das belegte auch eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, im Auftrag der kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV):

Umfrage 2018 im Auftrag der kassen­ärztlichen Bundesvereinigung (KBV)*

Etwa 60 % aller Befragten wollen sich im Alter eher zu Hause behandeln lassen

*Versichertenbefragungen 2018 der Forschungsgruppe Wahlen i.A. der KBV

In Zukunft alles nur noch anonym?

Diese Bedenken sind verständlich. Dennoch geht es beim Thema E-Health nicht darum Menschen zu ersetzen, sondern Abläufe effizienter zu gestalten. Je weniger Zeit der Arzt damit verbringen muss zu recherchieren und Befunde nachzuschlagen, desto mehr Zeit bleibt für die persönli­che Arzt-Patienten-Beziehung.

Was kann und soll E-Health leisten?

Einfacher Austausch von Informationen. Eine unmittelbare Reaktion der Anwender ist nicht nötig.

Bereitstellung von Informationen für Ärzte und Patienten über Informationsportale (z.B. Krankenhausinformationssysteme).

Direkte Interaktion zwischen den Kommunikationspartnern.  

Lebenslange zentrale Speicherung von Patientendaten (z.B. in der digitale Patientenakte).

Austausch von Daten, elektronische Abbildung und Abwicklung medizinischer Leistungen (z.B. elektronische Gesundheitskarte).

E-Health Anwendungen aus der Praxis

Die Telematikinfrastruktur schreitet weiter voran und bietet Ärzten und Patienten eine Plattform für den Austausch relevanter Gesundheitsdaten. Je nach Technologie kann sich der Patient auch selbst über seinen gesundheitlichen Zustand informieren oder mit dem Arzt über Video Kontakt aufnehmen.

E-Health – grenzenlose Medizin?

Auch wenn viele Barrieren für den Informationsaustausch durch E-Health beseitigt wurden, ist es nicht erstrebenswert, die Hürden komplett fallen zu lassen. Die Systeme tauschen sensible Patientendaten aus, die es zu schützen gilt.

Die elektronische Patientenakte (ePA)

Neben der elektronischen Gesundheitskarte, die in Hinblick auf den Datenschutz zahlreiche Hürden nehmen musste, bekommt vor allem die elektronische Patientenakte großes mediales Interesse. Patienten können sich die technologische Erneuerung als eine Art elektronische Form ihrer herkömmlichen Papierakte vorstellen.

In der elektronischen Patientenakte können zahlreiche Informationen zum medizinischen Zustand gespeichert werden:

  • Diagnosen

  • Therapien

  • Stationäre Aufenthalte

  • Medikamentenunverträglichkeiten

  • Blutdruck und Blutwerte

  • Fitnessdaten

  • Vorsorgeuntersuchungen

  • Werte, die auf den Lebenswandel schließen lassen

Patienten entscheiden selbst, ob sie ihre elektronische Patientenakte um selbst erhobene Daten ergänzen möchten. Dazu gehören zum Beispiel Anamnese- oder Vitaldaten (PDF), die selbst mittels geeigneter Geräte gemessen werden können. Diese elektronischen Daten werden strukturiert, fall-, sektoren-, professions- und einrichtungsübergreifend konform in Hinblick auf internationale Standards gespeichert. Zugriff hat in erster Linie der Patient, der über seine Akte bestimmt. Daneben haben Akteure aus dem Gesundheitswesen wie Ärzte, Zahnärzte und Apotheker sowie das im Behandlungskontext eingebundene Fachpersonal in Praxen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Rehabilita­tionseinrichtungen Zugriff. Darüber hinaus können auch beispielsweise Angehörige, Fitnesstrainer oder Freunde Zugriff auf die Akte erhalten. Dazu muss der Akteninhaber allerdings sein Einverständnis geben.

Damit Patienten stets den Überblick über ihre Daten behalten, ist ein elektronisches Patientenfach geplant. Patienten können damit ihre Daten in einem Onlinefach speichern und eigenständig einsehen. Menschen mit Diabetes könnten z.B. ihre Blutzuckerwerte nachverfolgen. Auf Wunsch können Versicherte ihre Daten aus der elektronischen Patientenakte in das Patientenfach übernehmen lassen. Dabei ist es jedem Patienten freigestellt, ob er das elektronische Patientenfach auch tatsächlich nutzen möchte.

Wichtiges in Kürze: die elektronische Patientenakte

Die elektroni­sche Patien­ten­akte liegt in der Hand des betreffenden Patienten. Er entscheidet, wer Zugriff auf seine Akte hat. Die Nutzung einer elektronischen Patientenakte ist freiwillig. Die Leistungserbringer sind verpflichtet, auf Anforderung des Patienten, seine Daten elektronisch und in struktu­rierter Form in die vom Patienten ausgesuchte Akte zu speichern und in die weitere Behandlung einzubinden. Gesetzlich Versicherte können gegen­über ihrer Krankenkasse den Anspruch auf Kostener­stat­tung, für die Einrichtung der elektronischen Patienten­akte, geltend machen.

Papier war gestern – elektronisches Management von Patientendaten

Ärzte und Psychotherapeuten sind bereits jetzt in der Lage, elektronische Arztbriefe zu erstellen, zu empfangen und abzurechnen. Für Sicherheit sorgt eine elektronische Signatur. Der elektronische Arztbrief (eArztbrief) macht den Postversand und die Weiterleitung durch den Patienten überflüssig. Versicherte profitieren ebenfalls von einem einheit­lichen Medikationsplan. Insbesondere ältere Patienten nehmen häufig eine Vielzahl von Präparaten ein. Nicht selten ergeben sich dadurch unerwünschte oder gefährliche Wechselwirkungen. 

Wirkung von Cannabis

Wenn der Arzt über die genaue Einnahme der Medikamente informiert ist, kann eine bedarfsgerechte Verschreibung von Präparaten erfolgen. Seit 2016 haben Patienten, die drei und mehr auf Kassenrezept verschriebene, systemisch wirkende Medikamente auf Dauer gleichzeitig anwenden, einen Anspruch auf einen Medikationsplan. Seit 2018 soll dieser bereits auch elektronisch ausgegeben werden. Von 2019 an sollte der elektronische Arztbrief und der elektronische Medikationsplan in die Patientenakte integriert werden.

Computerbasiertes Krankheits- und Wissensmanagement

Zugegeben, es klingt nach Science-Fiction. Dennoch könnte es Alltag in medizinischen Einrichtungen werden – die Nutzung von Clinical Decision Support Systemen (CDSS), zu Deutsch: Klinische Entscheidungs­unterstützung.

Der Fortschritt in der Medizin und der Technologie ist enorm. Davon profitiert auch der Patient, dem immer mehr Behand­lungsoptionen zur Verfügung stehen. Bei der Auswahl könnten spezielle Systeme helfen. Clinical Decision Support Systeme (CDSS) können mit

  • medizinischen Datenbanken,
  • Fachartikeln,
  • Forschungsergebnissen und
  • anonymisierten Patientenakten

befüllt werden. Nachdem der Mediziner alle notwendigen Patientendaten eingegeben hat, überprüft das System, ob alle erforderlichen Untersuchungen gemacht wurden und ob gegebenenfalls ein Befund fehlt.

Das System schlägt dem Arzt verschiedene Diagnosen vor und kann Risikofaktoren, zum Beispiel eine Komplikation oder eine Folgeerkrankung, angeben. In Verbindung mit einem Therapy Decision Support System (Therapie-Entscheidungs-Unterstüt­zungs­system) werden dem Mediziner eine Auswahl an Behand­lungen, Operationen und Therapien vorgeschlagen. In der Theorie funktioniert das effizienter und fehlerfreier als bei Menschen.

Auch wenn CDSS bereits zur Entscheidungsfindung herangezogen werden, zum Beispiel im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) der Stadt Wien, sind diese Systeme noch Zukunftsmusik.

Derzeit können nur ganz konkrete und eng definierte Frage­stel­lun­gen bearbeitet werden, da die Zusammenhänge im medizini­schen Bereich sehr komplex sind.

Damit solche Systeme die Mediziner zukünftig bei ihrer Entschei­dungs­findung unterstützen können, müssen eine große Anzahl von Daten zusammengeführt werden. Dieses Ziel haben sogenannte Big Data Systeme. Durch das Sammeln von großen Mengen an

  • klinischen,
  • epidemiologischen,
  • bildgebenden,
  • molekulargenetischen sowie
  • ökonomischen Daten

kann neues Wissen über die Entstehung von Krankheiten und ihrer Vorbeugung erlangt werden. Damit könnte für die Patienten eine möglichst individuelle Therapie entworfen werden.

Mobile Anwendungen: Apps für eHealth und mHealth

Für die meisten Menschen ist das Handy nicht mehr wegzudenken, genau gesagt nutzen bereits knapp zwei Drittel aller Bundesbürger ein Smartphone.

63% der Deutschen nutzen regelmäßig ein Smartphone

Das macht sich mobile health (mHealth) zunutze und stellt mobile Anwendungen zur Verfügung, damit gesundheitsbewusste Menschen und Patienten sich besser auf ihre Gesundheit konzentrieren können. Gesundheits-Apps werden die Dienste genannt, die sich Interessierte auf ihr Smartphone installieren können. Dabei werden die beliebtesten Betriebssysteme wie iOS von Apple und Android von Google unterstützt.

Gesundheits-Apps können vielfältig eingesetzt werden und begleiten Menschen bei ihrer körperlichen Fitness bis hin zur Prävention sowie Diagnostik und Therapie. Besonders beliebt sind sogenannte Motivations-Apps, die den Anwender in seinem Wunsch nach Gewichtsverlust oder körperlicher Fitness unterstützen sollen.

Auch die Forschung setzt vermehrt auf mHealth, indem sie wissenschaftliche Daten erhalten, z.B. durch freiwillige Nutzerangaben im Rahmen einer App. Aber die wohl spannendste Weiterentwicklung wird es im Bereich Diagnostik und Therapie geben.

Apps zur Diagnostik von Erkrankungen werden vornehmlich von medizinisch ausgebildetem Personal genutzt. Mobile Anwendungen zur Therapie werden hingegen von Ärzten und Patienten gleichermaßen eingesetzt werden. Die Literatur beschäftigt sich vor allem mit der Versorgung von Patienten mit neurolo­gischen Erkrankungen über mHealth.

Bisher konzentrieren sich die meisten Apps allerdings auf Hauterkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gesundheits-Apps liegt eine spannende Zukunft bevor, denn sie sind in der Lage, Untersuchungser­gebnisse darzustel­len, die Kommunikation zu verbessern und die Sammlung von Daten zu unterstützen. Gesundheits-Apps können somit zu einer schnelleren Diagnose beitragen.

Einige gesetzliche Krankenkassen bieten bereits jetzt mHealth an. Laut einer Befragung der Kranken­kassen sollen die Apps zukünftig mehrere Funktionen haben, die einen Mehrwert für den Versicherten darstellen.

Mehr erfahren?

Private Krankenversicherung
Gesetzliche Krankenversicherung
Ratgeber Zahnzusatz
Private Krankenversicherungen im Test
Gesetzliche Krankenkassen im Test
Zahnzusatzversicherungen im Test