Betreutes Wohnen: „Wohnen mit Service“ auf dem Vormarsch Jeder Mensch möchte so viel Selbstständigkeit wie möglich haben – auch im Alter und bei einer drohenden Pflegebedürftigkeit. Betreutes Wohnen stellt für viele Menschen eine attraktive Alternative zu einem Pflegeheim dar.

Was tun, wenn die eigene Wohnung nicht altersgerecht konzipiert ist, eine Pflegebedürftigkeit droht oder gar schon vorhanden ist und die Angehörigen zu weit weg wohnen, um regelmäßig nach dem Rechten zu sehen?

Der Weg in ein Pflegeheim ist für fast alle Menschen nicht wünschenswert, war jedoch lange ohne echte Alternative. Seit kurzer Zeit entstehen jedoch immer mehr attraktive Wohnformen, die speziell auf die Bedürfnisse von Senioren abgestimmt sind.

Themen auf dieser Seite

  • haustechnischer Service: Beseitigung von Störfällen, Reinigung von allgemeinen Wohnanlagen/Wohnflächen
  • Notrufsystem: Bereitstellung eines Notrufsystems (meist durch externe Anbieter)
  • Betreuungsleistungen: Beratung (Behördenangelegenheiten), regelmäßige Informationsleistungen (über kulturelle Angebote, ÖPNV, Neuerungen im Haus), Vermittlung und Organisation von weiteren Leistungen, Ideengeber für Kontakt untereinander und zu externen Angeboten

Viele Bewohner sind jedoch auf weitere Angebote angewiesen, welche als Wahlleistungen bezeichnet werden. Unter diesem Begriff sind zum einen die pflegerischen Hilfeleistungen als auch weitere Betreuungsangebote wie z.B. Reinigungsdienste für die eigenen vier Wände zusammengefasst. Diese sind klar von den Grundleistungen abzugrenzen. Es sollte zu keiner Kopplung der Wahlleistungen an die Bereitstellung des Grundangebotes kommen.

Definition nach DIN 77800

  • An welchem Ort möchte ich leben? Nähe zu Kindern oder anderen Angehörigen?
  • In welcher Lage sollte die Anlage liegen? Zentral, ruhig im Grünen?
  • Einholen spezifischer Angebote (Hilfe durch Kommunen, Wohlfahrtsverbände etc.)
  • Terminvereinbarung mit Betreiber
  • Gespräch auch mit Bewohnern/Bewohnervertreter
  • Angebot zum Probewohnen?
  • Welche Leistungen sind überhaupt möglich? Welche sind mir wichtig?
  • Aufstellen einer Punkteliste (Vordrucke im Internet z.B. durch die BIVA)
  • Wieviel bin ich bereit zu zahlen?
  • Kann ich mögliche Pflegeleistungen über die normale Pflegepflichtversicherung oder private Pflegezusatzversicherungen abrechnen?

Typische Wahlleistungen

Typische Beispiele für Wahlleistungen sind:ambulante Pflegeleistungenhauswirtschaftliche Dienste (Reinigung der Privaträume, „Essen auf Rädern“)Einkaufbegleitung, sonstige BegleitservicesKosten und deren ÜbernahmeBetreutes Wohnen ist nicht ganz preiswert. Zu den wie in normalen Woh­nungen veranschlagten Kosten wie Kaltmiete und Nebenkosten kommt ein Pauschalbetrag für die Grundleistungen von durchschnittlich 90 Euro pro Monat für eine Einzelperson in einer Wohnung und 110 Euro für zwei Personen in einer Wohnung. Hierbei handelt es sich jedoch nur im Durchschnittwerte die im Einzelfall sehr stark abweichen können. Dazu kommen dann noch Kosten für die individuell vereinbarten Wahlleistungen.Dabei gilt: Betreutes Wohnen ist Privatsache. In der Regel müssen die Kosten selber getragen werden. Jedoch können Personen mit einem geringen Einkommen Unterstützung durch beispielweise „Wohngeld“ und die „Grundsicherung im Alter“ erhalten. Personen mit einer festgestellten Pflegebedürftigkeit erhalten zudem Unterstützung aus der Pflege­versicherung. In der Regel wird es sich dabei um die in der häuslichen Pflege festgelegten Sätze des Pflegegeldes oder der Sach­leistungen handeln, es sei denn die Wohnanlage ist als Heim ausgeschrieben.

Checklisten – zum Download

Alternative Wohnformen im Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG)Durch die Pflegereform möchte der Gesetzgeber ab dem 1. Januar 2013 sogenannte Pflege-Wohngruppen fördern. Wer sich mit anderen Pflegenden zu einer Wohngemeinschaft zusammenschließt kann pro Person 2.500 Euro (maximal 10.000 Euro pro WG) für die nötigen Umbaumaßnahmen etc. erhalten. Unter Umständen ist dann eine weitere Förderung von 200 Euro pro Person und Monat möglich, um weiteren Organisationaufwand zu finanzieren. Für das zeitlich begrenzten Initiativprojekt stehen insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung. Dies reicht zur Förderung von etwa 12.000 Berechtigten oder 3.000 Wohngemeinschaften.

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