Ist Cannabis gut oder schlecht

Cannabis – gefĂ€hrliche Droge oder Medizin?

FĂŒr viele undenkbar, fĂŒr andere das neue legale Suchtmittel mit Potential: Cannabis ist schon lĂ€nger kein Tabu-Thema mehr und wird stark diskutiert. Mit seinen ausgiebigen Möglichkeiten und seiner facettenreichen Verwendung, stellt er fĂŒr viele Personen nicht nur in der Medizin eine Chance dar. Auch andere Anwendungsbereiche, die bereits in der Vergangenheit Anklang gefunden haben, sind heute gĂ€ngige Methoden. Was steckt hinter dieser Pflanze, die fĂŒr viele eine Gefahr darstellt?

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Was interessiert Sie besonders?

Cannabis als Medikament
Cannabis auf Rezept
Schmerztherapie: THC & CBD
Cannabis – Risiko & Folgen
Die Wirkung von Cannabis
Anbau & Geschichte von Hanf
Das Cannabisverbot liegt seit dem 21. April 2020 zur PrĂŒfung beim Bundesverfassungsgericht vor. Die Richter sollen die VerfassungskonformitĂ€t des Cannabisverbots beurteilen.
Der Deutsche Hanfverband begrĂŒĂŸt das Vorhaben. Er hatte im September 2019 eine Justizoffensive gestartet, eine Mustervorlage erstellt und ruft andere Richter zur Beteiligung auf.
Cannabis Medizin Arzneimittel

Cannabis als Medikament bei Krebs und anderen Krankheiten

Nicht nur als Rauschmittel und Droge ist Cannabis bekannt, auch in der Medizin findet er seit vielen Jahren Verwendung. Dabei sind die medizinischen Möglichkeiten von Cannabis sehr durchwachsen. FĂŒr einige Anwendungsgebiete ist er eine positive Chance, fĂŒr andere nicht empfehlenswert. Fest steht, dass der Einsatz von Cannabis fĂŒr den medizinischen Gebrauch eine lange Geschichte hat.

KKZ Podcast – Was fĂŒr eine Cannabis Legalisierung spricht

WĂ€hrend Cannabis als Heilplanze bereits vor Jahr­tausenden genutzt wurde, sind in Deutschland am 11. Mai 2011 die betĂ€ubungs­mittel­rechtlichen Voraussetzungen fĂŒr die Zulassungs- und Ver­schrei­bungsfĂ€higkeit cannabishaltiger Fertigarzneimittel geschaffen worden. Ein Mundspray zur Therapie von Verkrampfungen, den Spastiken, ist bereits einige Jahre erhĂ€ltlich. Auch eine weitere Fertigarznei mit dem Wirkstoff Nabilon soll gegen Übelkeit und Erbrechen bei der Chemotherapie helfen. Grund­sĂ€tz­lich ist der therapeutische Nutzen von Cannabis klar von dem Konsum als Droge zu trennen. Deren Erzeugnisse, wie Marihuana und Haschisch, sind weiterhin nicht verkehrsfĂ€hig.

FĂŒr die Behandlung von Schmerzen sind Tropfen, Tabletten und Kapseln ratsam, da man mit ihnen den Cannabis-Wirkstoff ĂŒbersichtlich dosieren kann, was beim Rauchen der CannabisblĂŒten nicht der Fall ist. Auch das CBD Öl bewirkt eine Schmerzlinderung fĂŒr viele Patienten, es ist jedoch noch nicht als Arzneimittel zugelassen.

Die medizinische Anwendung der Hanfpflanze kommt vor allem bei Übelkeit und Erbrechen in der Krebs-Chemotherapie, Appetit­losigkeit und Abmagerung bei HIV/Aids, sowie bei chronischen Schmerzen, Spastik und Quer­schnitts­erkrankungen zum Einsatz. Bei Patienten mit Epilepsie hingegen, sowie bei Juckreiz und Depressionen, ist sie nicht ratsam. Die medizinischen Effekte des Hanfs entstehen durch die enthaltenen Stoffe Delta-9-Tetra­hydro­cannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). THC löst ein RauschgefĂŒhl aus und wirkt muskelentspannend, hilft jedoch auch gegen Übelkeit und Brechreiz. CBD wirkt vor allem entkrampfend, entzĂŒndungs­hemmend und brechreizlindernd.

Quelle: Bayerischer Rundfunk, Gut zu wissen „Cannabis als Medizin“

WĂ€hrend Cannabis als Heilplanze bereits vor Jahr­tausenden genutzt wurde, sind in Deutschland am 11. Mai 2011 die betĂ€u­bungs­­mittel­rechtlichen Voraussetzungen fĂŒr die Zulassungs- und Ver­schrei­bungsfĂ€higkeit cannabishaltiger Fertigarzneimittel geschaffen worden. Ein Mundspray zur Therapie von Verkrampfungen, den Spastiken, ist bereits einige Jahre erhĂ€ltlich. Auch eine weitere Fertigarznei mit dem Wirkstoff Nabilon soll gegen Übelkeit und Erbrechen bei der Chemotherapie helfen. Grund­sĂ€tz­lich ist der therapeutische Nutzen von Cannabis klar von dem Konsum als Droge zu trennen. Deren Erzeugnisse, wie Marihuana und Haschisch, sind weiterhin nicht verkehrsfĂ€hig.

FĂŒr die Behandlung von Schmer­zen sind Tropfen, Tab­let­ten und Kapseln ratsam, da man mit ihnen den Cannabis-Wirk­stoff ĂŒbersichtlich dosieren kann, was beim Rauchen der CannabisblĂŒten nicht der Fall ist. Auch das CBD Öl bewirkt eine Schmerzlinderung fĂŒr viele Patienten, es ist jedoch noch nicht als Arzneimittel zugelassen.

Die medizinische Anwendung der Hanfpflanze kommt vor allem bei Übelkeit und Erbrechen in der Krebs-Chemotherapie, Appetit­losigkeit und Abmagerung bei HIV/Aids, sowie bei chronischen Schmerzen, Spastik und Quer­schnitts­erkrankungen zum Einsatz. Bei Patienten mit Epilepsie hingegen, sowie bei Juckreiz und Depressionen, ist sie nicht ratsam. Die medizinischen Effekte des Hanfs entstehen durch die enthaltenen Stoffe Delta-9-Tetra­hydro­cannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). THC löst ein RauschgefĂŒhl aus und wirkt muskelentspannend, hilft jedoch auch gegen Übelkeit und Brechreiz. CBD wirkt vor allem entkrampfend, entzĂŒndungs­hemmend und brechreizlindernd.

Quelle: Bayerischer Rundfunk, Gut zu wissen „Cannabis als Medizin“

Cannabis BlÀtter

Medizinalhanf: Cannabis und THC in der Medizin

Viele klinische Studien (PDF) berichten bereits ĂŒber die Auswirkungen von Cannabis und THC auf diverse Krankheiten, wie eine Studie aus dem Jahr 2017, die vor allem von einem appetitsteigernden Effekt bei Patienten mit Morbus Alzheimer (eine Form von Demenz) spricht. Patienten steigerten durch die Einnahme von THC aber nicht nur ihren Appetit, sie gewannen vor allem an Gewicht und senkten ihren verwirrenden Zustand.

Das psychoaktive Wirkungsspektrum muss bei Verschreibung jedoch immer berĂŒcksichtigt werden. Deshalb wird Cannabis erst empfohlen, wenn alle anderen Therapiemaßnahmen gescheitert sind.

HierfĂŒr bekommt der Patient, in Apotheken und auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung, getrocknete CannabisblĂŒten und Cannabisextrakte in kontrollierten Mengen und hochwertiger QualitĂ€t. Angebaut und kontrolliert wird Hanf in Zukunft durch eine staatliche Cannabisagentur. Bis dahin werden anspruchsberechtigte Patienten mit importiertem Cannabis versorgt. Der Eigenanbau bleibt weiterhin verboten.

Obwohl bereits diverse Erfolge mit Cannabis verzeichnet wurden, muss die medizinische Forschung noch intensiviert werden. Zu wenig aussagekrĂ€ftige Studien und viele Annahmen, die vorwiegend auf klinischen Berichten und positiven Patientenerfahrungen (Videoreportage) beruhen, sind die einzigen Nachweise fĂŒr die positive Wirkung von Cannabis. Obwohl es bei vielen Krankheiten schmerzlindernd wirkt, darf medizinisches Hanf nicht als Heilmittel fĂŒr alles angesehen und die vielseitigen Nebenwirkungen auf die Gesundheit nicht vergessen werden.

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AntrÀge pro Jahr
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AntrÀge auf Kostenerstattung

Cannabis auf Rezept: Wann die Krankenkasse den Antrag genehmigt

Die Krankenkassen erhielten im Jahr 2017 etwa 13.000 AntrĂ€ge auf cannabishaltige Medikamente. Im Durchschnitt wurden ca. 40-60 Prozent davon genehmigt. Auch AntrĂ€ge auf Kostenerstattung fĂŒr Cannabis-Behandlungen gingen bei den Krankenkassen seit dem 10. MĂ€rz 2017 vermehrt ein – bei den AOKen, der Barmer und der TK waren es insgesamt mehr als 16.500. Ein Drittel davon wurde wegen fehlerhafter oder unvollstĂ€ndiger Angaben abgelehnt.

Sobald der Antrag die Krankenkasse erreicht, muss dieser innerhalb von drei Wochen bearbeitet werden, fĂŒnf Wochen, wenn die Krankenkasse eine gutachterliche Stellungnahme vom medizinischen Dienst der Krankenkasse, dem MDK, einholt. Werden die gesetzlich festgelegten strengen Fristen von der Krankenkasse versĂ€umt, ist sie verpflichtet, die Kosten fĂŒr die Cannabis-Verordnung zu tragen, auch wenn nicht alle Voraussetzungen erfĂŒllt sind. HĂ€ufig fĂŒhren formale GrĂŒnde zu einer Ablehnung. Hierbei scheitert es vor allem an der medizinischen BegrĂŒndung, warum Cannabis zum Einsatz kommen soll. Cannabis ist nicht so leicht zu verordnen wie ĂŒbliche Schmerzmittel.

Antrag Nutzung Cannabis

Die Krankenkasse darf die Cannabis-Therapie nur in begrĂŒndeten FĂ€llen verweigern. Bei einer Ablehnung kann der Patient Widerspruch einlegen. Bei einer erneuten Ablehnung besteht die Möglichkeit, vor das Sozialgericht zu gehen.

Wann Ärzte Cannabis als Medikament oder Schmerzmittel verschreiben

Die Krankheit des Patienten muss zunĂ€chst als schwerwiegend eingestuft werden. Bei Erkrankungen wie Krebs, HIV oder Multipler Sklerose ist dies in der Regel kein Problem, bei Krankheiten wie Rheuma, MigrĂ€ne oder ADHS zum Teil noch sehr umstritten. Weiterhin mĂŒssen andere Standardtherapien wirkungslos sein und Nebenwirkungen aufweisen. Der Einsatz von Cannabis muss außerdem erfolgsversprechend sein und von einem Vertragsarzt verordnet werden. Da diese vier Voraussetzungen viel Spielraum lassen, liegt es vor allem in der Verantwortung des Arztes, klarzustellen, warum Cannabis auf Rezept notwendig ist. GrundsĂ€tzlich dĂŒrfen alle Mediziner Cannabis verschreiben. Nicht alle sind jedoch gut informiert und wissen wann und wie die Substanz wirkt. Der Arzt sollte also nicht nur ausfĂŒhrlich ĂŒber den Gebrauch von medizinischem Cannabis informiert sein, er muss im Antrag alle Therapiemöglichkeiten, die bereits eingesetzt wurden, ausfĂŒhrlich darlegen.

Das sind die vier Voraussetzungen:

1.) schwerwiegende Krankheit
2.) Standardtherapien wirkungslos
3.) Einsatz erfolgsversprechend
4.) Verordnung vom Vertragsarzt

KKZ Podcast Gesundheit aktuell – Ist ein konstruktiver Umgang mit MS möglich?

Verfahren vor dem Inkrafttreten des Gesetzes

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung betĂ€ubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften am 10. MĂ€rz 2017 wurden Arzneimitteln aus Cannabis verkehrs- und verschreibungsfĂ€hig. Vorher musste jeder, der Cannabis offiziell als Therapeutikum nutzen wollte, eine Ausnahmegenehmigung bei der Bundesopiumstelle beantragen, die zum Bundesinstitut fĂŒr  Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gehört. Diese „Ausnahmeerlaubnis zum Erwerb von Cannabis aus der Apotheke” wurde durch das BfArM erteilt. Die Zahl der AntrĂ€ge lag dabei weitaus höher (Stand Januar 2018):

  • 1629 AntrĂ€gen wurden insgesamt gestellt
  • 1020 Patienten verfĂŒgen im Januar 2018 ĂŒber die Ausnahmegenehmigung
  • 1086 Patienten erhielten die Ausnahmegenehmigung insgesamt
  • 2 Patienten erhielten Genehmigung zum Eigenanbau von Cannabis
  • nur in wenigen EinzelfĂ€llen ĂŒbernahmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten
  • andere Patienten mussten fĂŒr CannabisblĂŒten und -extrakt hunderte Euro ausgeben (Kosten in Apotheken)

Das konnten sich die wenigsten leisten. Als Resultat besorgten sich Patienten bspw. das Marihuana auf dem Schwarzmarkt, wo es deutlich gĂŒnstiger zu haben ist. Die Gefahr fĂŒr Patienten bestand in dem Fall darin, sich einerseits zu kriminalisieren und andererseits die eigene Gesundheit weiter aufs Spiel zu setzen, da die Schwarzmarkt-Produkte hĂ€ufig gestreckt oder anderweitig minderwertig und z.B. durch Pestizide stark belastet sind.

  • Rezepturen und AbfĂŒllungen
  • Fertigarzneimittel mit Zulassung in Deutschland (D)
  • Einzelimporte fĂŒr Fertigarzneimittel ohne Zulassung in D
  • CannabisblĂŒten:
    • in der Regel zum inhalieren und verdampfen
    • Verdampfer = Vaporisator, KostenĂŒbernahme bei Kasse beantragen
    • alternativ: Zubereitung als Tee → Wirkstoffe schwer wasserlöslich
    • genaue Angabe der BlĂŒtensorte auf Rezept notwendig
      • unterschiedliche Sorten haben einen verschieden hohen THC-Gehalt
  • Tropfen aus standardisiertem Cannabisextrakt (zum Einnehmen)
  • standardisierte Dronabinol-Rezepturen:
    • als Lösung zur Inhalation oder
    • als Tropfen oder Kapseln zum Einnehmen
  • standardisierte Cannabidiol-Rezepturen:
    • als Tropfen zum Einnehmen
  • SativexÂź
    • Spray mit Zulassung in Deutschland
    • z.B. bei bei Multipler Sklerose
  • CanemesÂź
    • Kapseln mit Zulassung in Deutschland
    • z.B. bei Übelkeit und Erbrechen wĂ€hrend einer Chemotherapie
  • MarinolÂź
    • Wirkstoff Dronabinol
    • derzeit nur als Import verfĂŒgbar
    • Genehmigung und KostenĂŒbernahme erteilt die Krankenkasse (vorher beantragen)

THC und CBD – Medizinischer Cannabis in der Schmerztherapie

Aufgrund eines neuen Gesetzes, welches am 10. MĂ€rz 2017 in Kraft trat, ist die Verschreibung von medizinischem Cannabis nun viel leichter geworden. Mit einem Rezept, können sich schwer kranke Patienten nun leichter die Arznei besorgen. Seit diesem neuen Gesetz habe sich die Anzahl der Patienten, die auf PrĂ€parate mit THC (Dronabinol) oder CBD (Cannabidiol) zurĂŒckgreifen, mehr als verdoppelt. Beide Inhaltsstoffe werden aus der Cannabispflanze gewonnen.

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Schmerzmedizin (DGS) arbeitet an einer neuen Praxisleitlinie fĂŒr „Cannabis in der Schmerztherapie“. Diese Praxisleitlinie soll Ärzte in Zukunft bei der Verschreibung von Cannabinoiden unterstĂŒtzen und auch den Umgang mit den Krankenkassen erleichtern. Die Leitlinie grenzt sich bewusst von Krankheits- und Studien-evidenz-fokussierten AnsĂ€tzen ab, so DGS-PrĂ€sident Dr. Johannes Horlemann. Die Empfehlungen sind ganz offen formuliert. Generell sind Fertigarzneimittel gegenĂŒber anderen PrĂ€paraten zu bevorzugen. In Deutschland sind nur Nabilon, eine vollsynthetische Variante des psychotropen Cannabis-Inhaltstoffs Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), und das Oromukosalspray mit dem Wirkstoff Nabiximols, das pflanzliches THC und Cannabidiol enthĂ€lt, erlaubt.

0 €
max. Zuzahlung
Cannabis Medikamente

Waren fĂŒr viele Patienten diese verschreibungspflichtigen Medikamente bisher nur ĂŒber eine Ausnahmegenehmigung erhĂ€ltlich, hat sich die Situation deutlich vereinfacht, so die Bundesapothekenkammer. Patienten werden ab sofort mit der Dosierung und Anwendung durch QualitĂ€tskriterien und Hinweise unterstĂŒtzt und auch der Preis des medizinischen Cannabis ist deutlich gesunken. Der Patient muss nur noch eine Zuzahlung von maximal 10 Euro pro Medikament leisten, wie fĂŒr andere Arzneimittel auch. Auch die Tatsache, dass das Rezept in jeder Apotheke eingelöst werden kann, erleichtert die Situation fĂŒr Patienten ungemein. Zuvor brauchten Apotheken eine spezielle Genehmigung.

Auf dem Markt gibt es ebenfalls viele neue Produkte, die den Gebrauch von medizinischem Cannabis vereinfachen. So erteilte beispielsweise das israelische Gesundheitsministerium einem VerdampfungsgerÀt die erste Zulassung als medizinisches Produkt. Vorteil der Verdampfung sei eine effektivere Dosierung ohne schÀdliche Verbrennungsprodukte, so der Hersteller Kanabo Research. Auch in Zukunft ist mit neuen Methoden und Richtlinien zu rechnen.

Risiko Cannabis – Das sind die Folgen

Folgen Cannabis Konsum

NatĂŒrlich ist der Konsum von Cannabis auch mit Risiken verbunden, die sich vor allem auf die Psyche auswirken. Die Unvorhersehbarkeit von Cannabis kann zu unangenehmen Wirkungen fĂŒhren, die sich in der Forschung jedoch als sehr widersprĂŒchlich darstellen. Starke HirnschĂ€den, wie beispielsweise bei starkem Alkoholkonsum, konnten jedoch nicht nachgewiesen werden. Auch Auswirkungen auf die Entwicklung in der PubertĂ€t wurden bislang nur diskutiert, jedoch nicht nachgewiesen. Klar ist jedoch die SchĂ€digung der Atemwege, durch den mitgerauchten Tabak und eine mögliche psychische und körperliche AbhĂ€ngigkeit mit milden Entzugserscheinungen, die sich zum Beispiel in Isolation Ă€ußern kann. Zudem besteht bei Forschenden der Verdacht, dass Cannabis krebserregend sei. Dieser Verdacht konnte bisher jedoch nicht bewiesen werden.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

  • gerötete Augen

  • KonzentrationsschwĂ€che

  • Vergesslichkeit

  • HungergefĂŒhl

Cannabis wurde lange Zeit als Einstiegsdroge betitelt, die schnell zum Konsum von Heroin und anderen Drogen fĂŒhrt. Obwohl viele HeroinabhĂ€ngige frĂŒher auch Cannabis rauchten, konnte diese Theorie nicht bestĂ€tigt werden. Feststeht: Nur ein geringer Anteil der Cannabiskonsumenten steigt dauerhaft auf andere Drogen um.

Wirkung von Cannabis

Die Wirkung von Cannabis

Cannabis wirkt allgemein schneller, wenn er geraucht wird. Bei der Einnahme ĂŒber den Magen tritt die Wirkung nicht nur langsamer ein, sie ist vor allem unberechenbar, was leicht zu einer Überdosierung fĂŒhren kann. Jedoch ist die pharmakologische Wirkweise noch nicht restlos geklĂ€rt. Nachweisbar entfaltet Cannabis seine Wirkung ĂŒber körpereigene Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn. Über den Magen aufgenommen, tritt die Wirkung plötzlich ein und ist stark von den zuvor eingenommenen Speisen abhĂ€ngig. Ihr Maximum erreicht die Wirkung, wenn Cannabis geraucht wird, nach 20 bis 40 Minuten und erst nach 3 bis 5 Stunden klingt diese langsam ab.

Der Abbau von Cannabis dauert jedoch deutlich lÀnger. Wird Alkohol beispielsweise in einigen Stunden abgebaut, ist der Abbau von THC deutlich langwieriger, als die Wirkung anhÀlt. Der Grund ist die hohe Fettlöslichkeit von THC, durch die es sich ganz leicht in fettstoffreichem Gewebe anlagert. Dadurch sind Cannabinoide bis zu 30 Tage nachweisbar.

Kennzeichnend fĂŒr Cannabis ist ein großes Wirkungsspektrum. So sprechen Konsumenten vor allem von einer physischen und psychischen Entspannung, die sich in einer starken Sinneswahrnehmung, Gelassenheit und Euphorie Ă€ußert. AbhĂ€ngig ist die Wirkung von der Konsumform (rauchen oder essen), dem KonsumgerĂ€t (Joint oder Pfeife), der aufgenommenen Dosis und von der Person und ihren Erwartungen.

Cannabis-Patienten am Steuer?

Viele Patienten, die medizinischen Cannabis konsumieren, sind auf ihr Auto angewiesen. Doch ist das Autofahren nach dem Konsum legal? Die Beantwortung dieser Frage liegt im Ermessen des Patienten. Dieser muss sich einer SelbstprĂŒfung unterziehen, was grundsĂ€tzlich auch fĂŒr andere Medikamente gilt. Der Arzt hat jedoch die Pflicht, den Patienten ĂŒber eine mögliche Fahruntauglichkeit zu informieren und diese AufklĂ€rung bestenfalls zu dokumentieren. Wer hingegen nur zum Spaß Cannabis konsumiert, dem drohen im schmlimmsten Fall der Entzug des FĂŒhrerscheins und ein MPU-Gutachten.

Unfall durch Drogen

Eine klare Aussage zur FahruntĂŒchtigkeit kann nicht getroffen werden, da keine ausreichenden Studien existieren. Es hat sich jedoch gezeigt, dass das Risiko fĂŒr einen Verkehrsunfall bei Cannabis-Konsum mindestens dreifach so hoch ist, obwohl bereits die Krankheit an sich das Risiko erhöht. Konsumenten von medizinischem Cannabis sollten jedoch in den ersten zwei bis drei Wochen der Aufdosierungsphase und bei Dosiererhöhungen gĂ€nzlich auf das Auto­fahren verzichten. Beim therapeutischen Rauchen von Cannabis-BlĂŒten muss mindestens sechs bis acht Stunden danach das Autofahren vermieden werden.

Negative Folgen hat das Fahren unter Cannabis-Einfluss allemal. Übersteigt man bei einer Verkehrskontrolle den THC-Wert von 1ng, muss man mit einem FĂŒhrerscheinentzug rechnen.

Anbau und Geschichte von Hanf

Seit Jahrtausenden schon wird die Cannabis­pflanze bereits als Nutz- und Heilpflanze verwendet. Vor ĂŒber 6000 Jahren soll sie vor allem in China, zur Herstellung von Nahrung, Kleidung, Öl, Fischnetzen und Heilmitteln, benutzt worden sein. Cannabis ist die botanische Bezeichnung der Hanf-Pflanze. Sie stammt aus Zentralasien und gelangte ĂŒber den Mittleren und Nahen Osten nach Europa. Seit wann Cannabis als Rauschmittel in Europa in Erscheinung trat, ist unklar.

Die Cannabispflanze enthĂ€lt ĂŒber 60 Cannabinoide. Ihre hĂ€ufigsten Produkte sind Marihuana (umgangssprachlich: Gras), gewonnen aus den trockenen BlĂŒten und BlĂ€ttern der Cannabispflanze und Haschisch (umgangssprachlich: Dope), welches aus dem THC-haltigen Cannabisharz der BlĂŒtenstĂ€nde entsteht. Man unterscheidet zwischen einer weiblichen und einer mĂ€nnlichen Form, wobei nur die weibliche Form der Gattung „Cannabis sativa“ genĂŒgend THC enthĂ€lt, das fĂŒr einen Rauschzustand genĂŒgt.

Weltweit wird die Cannabis-Pflanze angebaut und exportiert. In Europa wird sie vor allem in Albanien, den Niederlanden und der Schweiz angepflanzt. Dieser Anbau erfolgt oft in Indoor-Anlagen, weil hier besondere Zucht-Bedingungen geschaffen werden, durch die höhere ErnteertrÀge erzielt werden können. Die anspruchslose Pflanze wÀchst in fast allen Klimazonen der Erde, vor allem jedoch in Afrika oder Amerika. Legal ist der Anbau von Cannabis nur bei Sorten mit einem THC-Gehalt von maximal 0,2%.

Weitere Anwendungsbereiche der Hanfpflanze

Hanf ist sehr vielseitig einsetzbar und findet nicht nur in der Medizin Anklang. Auch als Nahrungsmittel, Tierfutter oder zur Herstellung bestimmter Materialien kann es verwendet werden.

Wissen Cannabis

So dienen Hanfsamen als Nahrungsmittel und sind nicht psychoaktiv. Sie enthalten viel Protein und FettsĂ€uren und decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen bereits beim Konsum einer Handvoll Samen. Die Samen dienen allerdings auch als Tierfutter fĂŒr Vögel und finden Verwendung in der kosmetischen Industrie.

Die Hanffasern werden zur Herstellung von hochwertigem Papier verwendet, sind in DÀmmstoffen enthalten und dienen zur Herstellung von guten technischen Textilien. Auch die HanfstÀngel finden in der Herstellung von Baustoffen Verwendung und werden zudem als Tierstreu benutzt.

Besonders bekannt ist Hanf in Verbindung mit Textilien. Hanftextilien absorbieren 95% der UV Strahlen, bleiben lĂ€nger frisch, kĂŒhlen bei Hitze und wĂ€rmen bei KĂ€lte. Dieses vielseitige Material ist durch seinen Anbau frei von giftigen Pflanzenschutzmitteln und weist auch sonst einige Vorteile gegenĂŒber des Anbaus von Baumwolle auf. So benötigt Hanf weniger DĂŒnger und Wasser und schĂŒtzt sich durch seinen THC-Gehalt selbst vor SchĂ€dlingen und Krankheiten.

Hanf in Lebensmitteln – von der Nische zum Trend

Immer mehr Hanf- und CBD Produkte finden ihren Weg in die Regale unserer SupermĂ€rkte und Drogerien. 40% aller CBD Neuprodukte sind dabei CBD Öle. Aber auch Kaugummis (immerhin 9% aller neuen Produkte), Nudeln, Tees oder Brotaufstriche mit Hanfanteil werden immer populĂ€rer. Auch wenn konkrete Zahlen zur Verwendung von Hanf in Lebensmitteln auf dem deutschen Markt bisher kaum verfĂŒgbar sind, zeichnet sich doch ein klarer Trend ab.

Ergebnisse aus Umfragen und Prognosen weisen darauf hin, dass der globale Markt von hanf-basierten Lebensmitteln bis 2022 jÀhrlich um rund 24% wachsen könnte. Eine steigende Nachfrage ist auch besonders bei Bio Lebensmitteln auf Hanfbasis zu erkennen. In den USA wurden 2017 bereits Hanfprodukte im Wert von 820 Millionen Dollar verkauft.

Wer die Entwicklung von CBD betrachten möchte, blickt am besten ebenfalls in die USA, wo der Hanfextrakt bereits weit verbreitet ist. Laut Umfrage des National Center for Biotechnology Information von 2017 und 2018 nutzten dort 62% der Bevölkerung CBD bei Erkrankungen. Das Potential dieses expandierenden Marktes wird bis 2026 mit einem 125,58%-igem Jahreswachstum geschÀtzt. Ein enormes Potential, das auch hier in Deutschland genutzt werden wird.