Hilfe nach Schlaganfall: Pl√∂tzlich auftretende Pflegebed√ľrftigkeit

Patient im Rollstuhl

Ein Schlaganfall ist eine Erkrankung des Gehirns, die in der Regel ohne vorherige Symptome auftritt. Folgen davon sind h√§ufig Ausf√§lle der Funktionen des Zentralen Nervensystems. Ursache f√ľr die Hirnschl√§ge sind St√∂rungen bei der Blutversorgung des Gehirns.

Es gibt verschiedene Begriffe f√ľr unterschiedliche neurologische Erkrankungen. Alle gehen aber von einer Durchblutungsst√∂rung aus, die speziell das Gehirn betrifft. Ein Schlaganfall geh√∂rt in Deutschland zu den h√§ufigsten Erkrankungen und zu einer der h√§ufigsten Todesursachen. Zudem ist er eine der h√§ufigsten Ursachen f√ľr schwere Behinderungen.

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Bei der Pflege zu beachten: Ursachen und Symptome

Ein Schlaganfall ist in der Regel ein sehr plötzliches Ereignis. Er kann in unterschiedlichen Schweregraden und daher  mit ganz unterschiedlichen und mehreren Symptomen gleichzeitig auftreten. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Gesichtsfeldausfall und Sehst√∂ungen (auf einem oder auch auf beiden Augen m√∂glich)
  • Neglect (Wahrnehmungsst√∂rungen), Verwirrung, Wortfindungsst√∂rungen, Orietierungsst√∂rungen
  • Schwindel, √úbelkeit, Erbrechen, Gangunsicherheiten, Gleichgewichtsst√∂rungen
  • Taubheitsgef√ľhle
  • L√§mungen im Gesicht, in einem Arm oder Bein oder auch einer ganzen K√∂rperh√§lfte
  • starke Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursachen
  • Schluckst√∂rungen

Die Ursachen f√ľr all diese Symptome sind sehr vielf√§ltig. So kann ein Schlaganfall zum Beispiel durch Blutgerinsel, Thrombosen oder Gef√§√üverengungen ausgel√∂st werden.

Jede Minute zählt!

Wer bei sich oder bei einer anderen Person Symptome eines Schlaganfalls bemerkt, sollte umgehend den Notarzt rufen. Dies ist besonders wichtig, da nur so eine bestmögliche Versorgung möglich ist. Es sollte auf keinen Fall viel Zeit verstreichen bis ein Arzt aufgesucht wird.

Daten und Fakten

  • J√§hrlich erleiden in Deutschland fast 270.000 Menschen einen Schlaganfall.
  • Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit einen Schlaganfall zu erleiden.
  • Innerhalb des ersten Jahres nach einem Schlaganfall sterben etwa 37 Prozent der Betroffenen.
  • 70 Prozent der Schlaganfallpatienten bleiben auf lange Zeit behindert.
  • Kinder, die einen Schlaganfall erleiden, k√∂nnen oft verhaltensauff√§llig sein.
  • Die H√§lfte der Betroffenen ist √ľber 75 Jahre alt, dennoch k√∂nnen Menschen in jedem Alter einen Schlaganfall erleiden.

Pflegebed√ľrftigkeit als Folge des Schlaganfalls

Durch einen Schlaganfall kann eine Person zeitweise oder sogar f√ľr immer pflegebed√ľrftig werden. Dann wird die Betreuung durch Angeh√∂rige oder Pflegepersonal zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung notwendig. Bei der Pflege m√ľssen folgende Dinge besonders beachtet werden:

  • Die Lage des Patienten muss regelm√§√üig ver√§ndert werden, um Wundliegen oder Wundsitzen zu vermeiden.
  • Trotz einer m√∂glichen Blasenschw√§che muss ausreichend getrunken werden, um einem weiteren Hirnschlag vorzubeugen.
  • Lieber Duschen statt Baden, da dies weniger belastet, dabei ist es hilfreich, einen Duschhocker zu verwenden.
  • Die kranke Seite sollte immer zuerst angezogen und zuletzt ausgezogen werden. Die Schuhe sollten sich weit √∂ffnen lassen.
  • Bei der Pflege von Angeh√∂rigen sind Geduld und Ermutigung besonders wichtig.

¬Ľ Weitere generelle Informationen zu “Pflegehandlungen”

Schlaganfall und Pflegezusatzversicherung

WichtigWird eine Person nach einem Schlaganfall pflegebed√ľrftig, so sollte sofort ein Pflegeantrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung gestellt werden. Die gesetzlich geregelte Pflegegeld¬†deckt aber h√§ufig nicht alle Kosten, daher ist es hilfreich, schon fr√ľh eine private Pflegezusatzversicherung abzuschlie√üen.

Da ein Schlaganfall oft nicht vorhersehbar ist, sollte es auch kein Problem sein, eine private Pflegezusatzversicherung abzuschlie√üen. Ist aber bereits ein Schlaganfall aufgetreten, kann dies bei der Gesundheitpr√ľfung ein Ausschlusskriterium f√ľr eine solche Versicherung sein.

Eine Alternative ist dann der sogenannte Pflege-Bahr¬†sein –¬†eine staatlich gef√∂rderte Pflegezusatzversicherung, bei der es keine Gesundheitspr√ľfung gibt. Aber auch hier gilt: Vor Versicherungsbeginn darf noch kein Anspruch auf Pflegeleistungen bestehen!

Säuglinge und Kinder

In Deutschland erleiden jedes Jahr etwa 300 Kinder und Jugendliche einen Schlaganfall. Bei fast 100 Kindern handelt es sich dabei noch um S√§uglinge. Auch bei Kindern liegen die¬†Ursachen in Blutgerinnungsst√∂rungen oder Herz- und Gef√§√üerkrankungen. Bei der Pflege von Kindern, die einen Schlaganfall erlitten haben, ist die Motivation besonders wichtig. Die Kinder m√ľssen vor allem spielend animiert werden. Um den Alltag zu meistern gibt es viele n√ľtzliche Hilfsmittel. Kinder sind in der Regel √ľber die Pflegeversicherung der Eltern versichert und erhalten so im Pflegefall Leistungen daraus.