Prof. Dr. Mathias Bellinghausen

Prof. Dr. Mathias Bellinghausen ist vielseitig: Als Doktor der Sport­wis­sen­schaft, Diplom Wirtschaftspädagoge und Betriebswirt, aber auch Berufs- und Sozialpädagoge berät er Stiftungen, gemeinnützige Vereine und Firmen in Gesundheitsfragen und unterstützt sie bei der Entwicklung strategischer Gesundheitsförderungs­maßnahmen. Bellinghausen wirkt darüber hinaus an unterschiedlichen Bildungsprogrammen und Präventionskonzepten mit und ist gleichzeitig als wissen­schaftlicher Berater verschiedener Gremien tätig.

Daten & Fakten

Prof. Dr. Mathias Bellinghausen wurde 1974 in Essen geboren. An der Bochumer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie studierte er Betriebswirtschaftslehre und später Wirtschafts-, Berufs- und Sozialpädagogik an der Universität zu Köln. 2015 schloss er seine Promotion an der Deutsche Sporthochschule Köln ab und wurde noch im selben Jahr Geschäfts­führer der Gesellschaft für angewandte Prävention und Gesund­heits­kompe­tenz. Er ist seit dem Doktor der Sportwissenschaft. Seit 2018 hat Prof. Dr. Mathias Bellinghausen eine Professur für Prävention und Gesundheitskompetenz an der Hochschule für angewandtes Management inne und ist außerdem Vorstands­vorsitzender der Gesellschaft für Prävention e.V.

Im Rahmen einer Diskussionsrunde zwischen Vertretern aus Wirtschaft, Wissen­schaft und Politik wurde auf die katas­trophalen Zustände in Bezug auf den Schulsport hingewiesen. Als pragmatische Antwort darauf wurde 2006 der gemeinnützige Verein „Klasse in Sport – Initiative für täglichen Schulsport e.V.“ gegründet, deren Geschäftsführer und Ansprech­partner für Schulen innerhalb des Vereins Bellinghausen ist. Das Hauptziel der Initiative ist es, Kindern durch Schulsport Spaß an der Bewegung zu vermitteln. Ihre motorische Fähigkeiten sollen verbessert werden, um somit ein verbessertes Körpergefühl zu erlangen.

Leistungen & Services

Mathias Bellinghausen hat in seinem Leben bereits einige Tätigkeiten aus­geübt. Vom selbstständigen Presse- und Kommunikationsberater und Sport­journalist, über Berater für Unternehmen in Gesundheitsfragen und Autor, bis hin zu Dozent und Professor an diversen Universitäten. Seine Professur und Mitarbeit in verschiedenen Vereinen und Unternehmen übt er noch heute aus und ist Vorstandvorsitzender der Gesellschaft für Prävention e.V.

Die Gesellschaft selbst sieht sich in der Rolle des Machers. Ihr Hauptfokus ist es, Gesundheits- und vorrangig Präventions­projekte konkret umzusetzen, wofür sie  mit verschiedenen Netzwerken im Bereich Gesundheit zusammen­arbeiten: Dazu gehören wissenschaftliche Einrichtungen, Politiker und Sportler sowie Wirtschaftsunternehmen, Verbände und Mediziner. Der Schwerpunkt der umgesetzten Programme liegt dabei auf der Vermittlung einer ganzheitlichen Gesundheitskompetenz, sowohl individuell als auch lebensweltorientiert. Die Kunden, Konsumenten und Teilnehmer der Programme sollen dabei gezielt befähigt werden, eigene, bedarfsgerechte Gesundheitsentscheidungen zu treffen oder für ihren beruflichen Kontext zu.

Adresse & Kontakt

Prof. Dr. Mathias Bellinghausen

GfP – Gesellschaft für angewandte Prävention und Gesundheitskompetenz UG

Birresborner Str. 3, 50935 Köln

[email protected]

www.gfp-gesundheit.de

Telefon: 0221/ 8000 4183

Podcast

Wie geht eigentlich Gesundheit, wenn es darum geht, Krankheiten zu ver­meiden, bevor die ersten Symptome entstehen? Wie man durch Prä­vention seinen Alltag gesünder ge­stalten kann und was gute Prä­ventions­arbeit über­haupt ausmacht, erklärt uns heute Prof. (FH) Dr. Mathias Belling­hausen.

Warum Prävention mehr sein sollte als Rückenschule – Ein Interview mit Prof. Dr. Mathias Bellinghausen

„Prävention“ bedeutet für viele von uns Rückensport an der Volkshochschule oder Gymnastik im Betriebssportangebot. Doch gute Prävention bedeutet mehr, als nur auf bestehende Leiden einzugehen und diese zu mildern. Wie kann die richtige Prävention die eigenen Gewohnheiten positiv beeinflussen? Und welche Rolle sollte sie für die Gestaltung von Arbeitsplätzen, Fahr­rad­wegen und Schulen spielen? Das erklärt uns in der heutigen Folge Prof. Dr. Mathias Bellinghausen. Er lehrt an der Hochschule für angewandtes Management in Unna und ist unter anderem Berater und Organisator bei der Gesellschaft für Prävention.

Das erwartet dich in dieser Folge

  • Hürden der Prävention und Gesundheitsförderung
  • Wer sollte sich hier in der Verantwortung sehen
  • Welche Chancen gibt es in der digitalen Medizin z.b. Telemedizin, MedizinApps
  • Werden Gesundheitskurse von den Krankenkassen in Anspruch genommen
  • Wie wird die Schule zu einer gesundheitsorientierten Einrichtung
  • Wie läuft die Umsetzung des “Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz”
  • „Es gibt kein Medikament, das auf so vielen Ebenen positiv auf den Menschen wirkt wie Bewegung – und das, im richtigen Maße, ganz ohne Nebenwirkungen.“

„Präventionsarbeit gelingt durch breite Vernetzung aller Bereiche der Gesellschaft.“

Prof. Dr. Mathias Bellinghausen

Alle Themen des Podcasts mit Prof. Dr. Mathias Bellinghausen im Überblick:

Prävention heißt Gesundheit und ist deshalb ein Thema, für das jeder in der Verantwortung steht. Wichtig für den Erfolg von Prävention ist jedoch, dass es nicht als Verzicht auf etwas verstanden wird, sondern als Chance, sich etwas Gutes tun zu dürfen. Dafür ist ein Um­denken erforderlich – und das nicht nur bei den Verbrauchern, sondern auch in Bereichen wie Betriebssport, kommunale Planung von Naherholungsplätzen, Gestaltung von Kindertagesstätten und Schulen und Pflege im Alter. Auch in der Ausbildung zukünftiger Ärzte und in der Gebührenordnung sollte Prävention stärker berücksichtigt werden.

Wer sich und seiner Gesundheit etwas Gutes tun will, muss dafür keinen großen Aufwand betreiben. Oft würde es schon ausreichen, seine Aufmerksamkeit gezielt auf die Möglich­keiten für kleine Prä­ventions­maß­nahmen im All­tag zu lenken: Zum Beispiel kleine Strecken zu Fuß statt mit der Bahn zurücklegen, sich genauer mit der Qualität seiner Ernährung auseinander­setzen und die Vorsorge­unter­suchungen beim Arzt wahrnehmen. Diese kleinen Maßnahmen können dazu beitragen, die eigene Gesundheit mal wieder in den persönlichen Fokus zu rücken.

Gesundheit ist ein sperriges Thema. Um alle Menschen dafür zu begeistern ist es wichtig, nicht nur die anzusprechen, die sich sowieso schon damit auseinandersetzen. Hierfür wäre es sinnvoll, dass die Politik oder auch Ver­bände nicht nur Leit­fäden und Info­broschüren herausbringen, die schwer zu verstehen sind und viele Menschen nicht interessieren. Statt­dessen sollten Kommu­nikations­experten, Pädagogen oder Motivationspsychologen zu Rate gezogen werden, um herauszufinden, mit welchen Mitteln die vielen verschiedenen Zielgruppen für Gesundheit und Prävention zu begeistern sind.

Die Digitalisierung bietet auf dem Gebiet der Prävention eine Vielzahl von spannenden Möglichkeiten. Neben dem Bereich der Telemedizin, die bereits die hausärztliche Versorgung auf dem Land unterstürzt, könnten digitale Lösungen auch bei­spiels­weise für die Infor­mation von Patienten eingesetzt werden. Denkbar wäre hier eine Art der Vor­be­reitung für das Arzt­gespräch, z.B. nach einer OP. Der Patient könnte sich vorab online durch Erklär-Videos informieren, sodass im persön­lichen Arzt­gespräch mehr Zeit für die Unter­suchung bliebe. Digi­tali­sierung dürfe aber nicht nur dazu genutzt werden, den Präventions­sektor für die betriebs­wirtschaft­liche Komponente skalierbarer zu gestalten, um Umsätze zu steigern ohne die Verbraucher dabei im Blick zu behalten.

Die wichtigste Zielgruppe für Prävention sollten Kinder und Jugendliche sein – und damit auto­matisch auch Familien. Mit einer kind­gerechten Gesundheits­kompetenz lässt sich z.B. Übergewicht bei Kindern verhindern. Dafür müsste sich aber besonders in den Schulen einiges ändern. Die gesamte Schule muss ein Ort der Gesund­heits­förderung werden, an dem die zentralen Gesundheits­parameter jedes einzelnen Kindes gestärkt werden. Die Zensuren im Schul­sport sind dafür überflüssig. Im Sport­unterricht sollte es nicht um das Ver­gleichen von Leistungen gehen, sondern darum, nach­haltige Freude an Bewegung und die positive Körper­erfahrung zu fördern. Außerdem sollte es ein eigenes Schul­fach geben, in dem alles zum Thema Gesundheit,Ent­spannung und Ernährung auf dem Lehrplan steht.