Erkrankungen des Immunsystems –
Störungen der Immunabwehr

Immunstörung
Immundefekt
Autoimmunerkrankungen
Bösartige Veränderungen
Allergien
Häufige Fragen

Erkrankungen des Immunsystems –
Störungen der Immunabwehr

Immunstörung
Autoimmunerkrankungen
Allergien
Immundefekt
Bösartige Veränderungen
Häufige Fragen

Aktualisierung: 18.05.2020

Das Immunsystem kann ebenso wie andere Organsysteme erkranken. Das ist der Fall, wenn es gegen eigentlich harmlose Sub­stanzen aus­geprägte Abwehrreaktionen entwickelt, so wie bei Autoimmun­erkran­kungen oder Allergien. Bei einem Immun­defekt tritt das Gegenteil ein: Das Abwehr­system wird selbst dann nicht aktiv, wenn gesundheitsgefährdende Abläufe im Gang sind. Angeborene Immun­defekte sind eher selten. Die Auswirkungen treten bereits im Kindesalter auf. Bei Erwach­senen können Immundefekte durch die Behandlung mit Zyto­statika (Krebsmedikamente) und Immun­suppressiva (Substanzen, die das Immun­system ausbremsen) entstehen. Auch eine HIV-Infek­tion kann im weiteren Verlauf das Abwehrsystem nachhaltig schwächen.¹ Wir verraten, wie es zu den Störungen der Immun­abwehr kommt und welche Erkran­kungen des Immunsystems sich daraus ergeben.

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Was ist eine Immunstörung?

Das Immunsystem sorgt ganz maßgeblich dafür, dass wir gesund bleiben. Es bekämpft Krankheitserreger und Substanzen, die von außen eindringen und den Körper schwächen. Dazu zählen Bakterien, Viren und Pilze. Unser Immunsystem ist in der Lage, die uner­wünsch­­ten Gäste anhand von speziellen Oberflächenmerkmalen, den Antigenen, zu erkennen. Trifft der Körper das zweite Mal auf einen Erreger, wird das immunologische Gedächtnis aktiviert. Dadurch, dass sich der Organismus erinnert, können zügig Abwehr­strategien eingeleitet werden.

Allerdings gibt es auch sehr trickreiche Erreger, gegen die unser Körper beinahe machtlos ist. Ein Beispiel dafür sind die HIV-Viren. Mit harmlosen Eindringlingen kommt der Organismus in der Regel gut zurecht. So gehört der alljährige Schnupfen schon fast wie ein alter Bekannter zu den Winter­mona­ten dazu. Schwieriger wird es, wenn der Orga­nismus mit Infektionen konfrontiert wird, die einen schweren Verlauf nehmen können. Dazu gehören Tollwut, SARS, Covid 19 und Ebola.²

Bei den immunologischen Prozessen können vier verschiedene Hauptkategorien unter­schieden werden:

Dazu zählen seltene und zumeist angeborene Phänomene wie der Immunglobulin-Mangel.

Beispiele sind Lupus erythematodes und Hashimoto.

Dazu gehören Heuschnupfen und allergisches Asthma.

Dazu zählen Lymphome.²

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Autoimmunerkrankungen: Wenn das Immunsystem sich gegen den eigenen Körper richtet

Bei Autoimmunerkrankungen liegen chro­nisch entzündliche Prozesse im Körper vor. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Erkrankungs­formen. Experten schätzen, dass es rund 100 Autoimmunerkrankungen gibt. Weltweit leiden aktuell ca. 5-8 % der Bevöl­kerung an einer Autoimmunerkrankung. Aufgrund der hohen Erkrankungszahlen bildet sie die dritthäufigste Erkrankungsgruppe, direkt nach Herz-Kreislauf- und Tumorer­krankungen.

Liegt eine Autoimmunerkrankung vor, kann das Abwehrsystem nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden. Im Zuge dessen wird auch gesundes, körpereigenes Gewebe angegriffen. Ursächlich für den fehlgeleiteten Angriff sind Störungen im Immunsystem, die dazu führen, dass selbst körpereigene Gewebe­strukturen nicht mehr toleriert werden. Bei Autoimmuner­kran­kungen ist es besonders wichtig, zeitnah eine Behandlung einzuleiten. Schließlich können die schweren Entzün­dungsreaktionen ganze Organe zerstören. Für die Behand­lung sind zumeist Ärzte aus verschiedenen Dis­ziplinen gefragt. So sind neben Rheuma­tologen, Neurologen, Kardiologen und Nephrologen auch Derma­tologen wichtig, um den Behand­lungserfolg zu gewährleisten.³

Schilddrüsenerkrankungen: Hashimoto-Thyreoiditis

Es gibt verschiedene Autoimmunerkran­kungen, die sich auf die Schilddrüse konzen­trieren. Bei der Autoimmun­erkrankung Hashi­moto-Thyreoiditis handelt es sich um die häufigste Form der Schild­drüsenentzün­dung. Schätz­ungen gehen davon aus, dass sie 80 % der krankhaften Entzündungs­geschehen in der Schilddrüse aus­macht.4

Bei der Erkrankung leiden Betroffene unter unspezifischen Symp­tomen wie Antriebs­losigkeit, Müdigkeit, Traurigkeit und Gewichts­zunahme. Daher kann Hashi­moto-Thyreoiditis lange unentdeckt bleiben und die chronische Schilddrüsenentzündung weiter vor­an­schreiten.5

Video: Schilddrüse: Hashimoto und Basedow behandeln

Quelle: NDR | Visite | Schilddrüse: Hashimoto und Basedow behandeln

Mediziner unterscheiden zwei Verlaufsformen bei der Erkrankung: Die klassische Form, die zu einer Vergrößerung der Schilddrüse und Funktionsminderung führt und die atopische Form, bei der das Organ verkümmert.

Ursächlich für die Schilddrüsenerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis ist der Umstand, dass der Organismus Antikörper gegen die Eiweiße der Schilddrüse herstellt. Dadurch kommt es zu einer chronischen Entzündung des Organs. Warum das Immunsystem die Antikörper bil­det, ist bislang unklar. Die Behandlung der Hashi­moto-Thyreoiditis konzentriert sich auf die Linderung der Beschwerden und Folgen. So sind Patienten häufig lebenslang auf die Einnahme von Schilddrüsen­hormonen angewiesen. Eine vergrößerte Schilddrüse kann zudem operativ behandelt werden. 4

Ist Diabetes eine Autoimmunerkrankung?

Ja, Diabetes Typ 1 zählt zu den Autoim­munerkrankungen. Bei einem Diabetes Typ 1 ist das körpereigene Ab­wehrsystem fehlgeleitet. Die Folge: Das Immunsystem greift die Betazellen in der Bauchspei­cheldrüse an, die für die Produktion von Insu­lin zuständig sind. Ist ein gewisser Anteil dieser nützlichen Zellen zerstört, kommt es zu einem Insu­linmangel. Schafft es der Zucker nicht mehr in die Zellen, steigt der Blutzucker unkontrolliert an.

Wissenschaftler haben zudem herausge­funden, dass Menschen mit einem Typ 1 Diabetes ein höheres Risiko besitzen, an anderen Autoimmunerkrankungen zu leiden. Vor allem die Kombination mit autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen scheint häufig zu sein. 6 Bei der Behand­lung von Diabetes Typ 1 geht es darum, das fehlende Insulin zu ersetzen. Hierfür kommen Insulinspritzen und Insulin­pumpen infrage.7

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Allergien: Wenn der Organismus überreagiert

Bei Allergien reagiert das Abwehrsystem überempfindlich auf harmlose Substanzen aus der Umwelt. Dazu gehören Pflanzenpollen oder ausgewählte Nahrungs­mittel. Bei Be­troffenen kann diese Überempfindlichkeit von leichten Beschwerden bis hin zu schweren Symptomen führen, die das Alltags­leben stark einschränken. Zu den typischen Allergie­auslösern zählen:

  • Pflanzenpollen

  • Hausstaubmilben

  • Insektengifte

  • Nahrungsmittel

  • Medikamente
  • Schimmelpilze

  • Kontaktallergene wie Duftstoffe

  • Haare bzw. Speichel von Haus- und Nutztieren

  • Pflanzenpollen

  • Hausstaubmilben

  • Insektengifte

  • Nahrungsmittel

  • Medikamente

  • Schimmelpilze

  • Kontaktallergene wie Duftstoffe

  • Haare bzw. Speichel von Haus- und Nutztieren

Menschen, die an einer Allergie leiden, reagieren am häufigsten mit den Atemwegen, den Schleimhäuten oder der Haut. Wird eine Allergie mittels Prick-Test, Pflastertest oder Provokationstest festgestellt, gibt es ver­schiedene Behandlungsmöglichkeiten. Im besten Fall sollte die allergieauslösende Substanz gemieden werden. Ist das nicht möglich, können Medikamente und eine Hyposensibilisierung helfen, die lästigen Beschwerden zu lindern.8

Immundefekt: Wenn das Abwehrsystem nicht aktiv wird

Bei einem Immundefekt, auch Immunin­suffizienz, Immundefizienz oder Immun­mangelerkrankung genannt, liegt eine Erkrankung des Immunsystems vor, die vor­übergehend oder anhaltend das Abwehr­system schwächt. Bei einem Immun­defekt kann sich der Organismus nicht mehr aus­reichend gegen krankmachende Eindring­linge wehren. Das hat zur Folge, dass Betrof­fene häufig unter Infektionskrankheiten leiden, die teilweise einen schweren Verlauf nehmen können.9

Kurzum: Das Immunsystem kann seiner Hauptaufgabe, dem Abwehren von Krank­heits­erregern, nicht mehr nachkommen. Zu den Immuninsuffizienz­erkrankungen gehört AIDS. Dabei schädigen spezifische Viren die körpereigenen Abwehrkräfte. Bleibt das Virus unbehandelt, drohen schwere Verläufe. Schließlich ist der Körper durch das gedämpfte Immunsystem nicht mehr in der Lage, Viren und Bakterien abzuwehren. Dann können zum Beispiel schwere Lungenent­zündungen die Gesundheit gefährden.

Das sexualübertragbare Humane Immun­defizienz-Virus (HIV) führt heute nicht mehr automatisch zu einem vorzeitigen Lebens­ende. Mit einer geeigneten HIV-Therapie kann AIDS verhindert werden. So können auch Menschen, die das Virus in sich tragen, gut und lange leben.10

Immunstörung: Bösartige Veränderungen

Neben der Beseitigung krankheitserregender Substanzen besitzt das Immunsystem noch eine weitere wichtige Aufgabe. Das kör­pereigene Abwehrsystem schafft gealterte und geschädigte Zellen beiseite. Dazu zählen auch Krebs­­­zellen. Die Schwierigkeit liegt darin, die richtigen Zellen zu erkennen. Schließlich handelt es sich auch bei Krebs­zellen um körpereigene Zellen. Normaler­­­weise richtet sich der Organismus nicht gegen körpereigenes Material. Aller­dings kann Krebs große Schäden anrichten. Aus diesem Grund bemüht sich das Immun­system darum, kranke Zel­len zu erken­nen und zu vernichten. Bei gesunden Men­schen ge­hört dieser Ablauf zur Routine, sie bemerken nichts davon. 

Video: Immuntherapie: Wie unser Körper den Krebs selbst bekämpft

Quelle: [W] wie Wissen | Immuntherapie: Wie unser Körper den Krebs selbst bekämpft

Krebszellen können sich jedoch verschiedener Ausweichstrategien bedienen, um die Im­munantwort auszutricksen. So können sie sich unsichtbar für das Abwehr­system machen oder die Immun­reaktion ausbremsen. Damit gelingt die Flucht vor dem körper­eigenen Abwehrsystem.11

Problem: Entartete Lymphozyten (weiße Blutkörperchen) und verschiedene Therapien können das Immunsystem weiter schwächen. Der Körper ist nun noch anfälliger für Erkran­kungen. Eine Sonderrolle nehmen Leukämie- und Lymphomerkrankungen ein – hier tragen die Immunzellen selbst die bösartigen Verän­derungen in sich.11

Studien und Quellen zum Thema Immunsystem

  1. https://www.apotheken.de/krankheiten/hintergrundwissen/6257-erkrankungen-des-immunsystems
  2. https://www.lupus-selbsthilfe.de/auto.htm
  3. https://www.imd-berlin.de/spezielle-kompetenzen/autoimmunerkrankungen.html
  4. https://www.netdoktor.de/krankheiten/schilddruesenentzuendung/hashimoto-thyreoiditis/
  5. https://www.hashimoto-thyreoiditis.de/symptome/krankheitsverlauf-von-hashimoto-thyreoiditis
  6. https://www.diabinfo.de/leben/typ-1-diabetes.html
  7. https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/typ-1-diabetes/behandlung-von-typ-1-diabetes/
  8. https://www.gesundheitsinformation.de/allergien.2570.de.html
  9. https://www.gesundheit.gv.at/lexikon/i/lexikon-immundefekt2
  10. https://www.aidshilfe.de/hiv-aids
  11. https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/grundlagen/immunsystem.php

FAQ – die häufigsten Fragen zum Immunsystem

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Fest steht jedoch, dass das Immunsystem mit seinen Aufgaben wächst. Durch neue Herausforderungen verbessert das Immunsystem seine Abwehrantwort und wird gestärkt.

Weitere Informationen wie Sie ihr Immunsystem stärken.

Ja. Mit einer abwechslungsreichen Ernährung, die viele Nährstoffe enthält, ist eine gute Basis gelegt. Sport und ausreichend Erholung können das Immunsystem zusätzlich stärken.

Weitere Infos zum Einfluss unserer Nahrung auf die Immunabwehr.

Dabei kommt es auf die Erkrankung an. Generell gilt: Das Immunsystem wird durch die Konfrontation mit Erregern trainiert. Allerdings gibt es auch Erkrankungen, die schwere Komplikationen oder Spätfolgen nach sich ziehen können. Daher rät die Ständige Kommission (STIKO) zu ausgewählten Impfungen.

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Tatsächlich gibt es Fälle, bei denen das Krebsrisiko durch ein anhaltend geschwächtes Immunsystem erhöht ist. Dazu zählen Menschen, bei denen die HIV-Infektion nicht behandelt wird. Auch das Krebsrisiko nach Organtransplantationen kann ansteigen. Schließlich müssen viele Betroffene lebenslang Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken. Bei vorübergehenden Problemen mit der Immunabwehr lässt sich nur schwer feststellen, ob generell ein erhöhtes Krebsrisiko besteht.

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