//Prävention in der Pflegeversicherung: Unterstützung durch Pflegekasse
Prävention in der Pflegeversicherung: Unterstützung durch Pflegekasse 2018-03-02T11:27:39+00:00

Prävention: Aktive Gesundheitsförderung und Pflegevorbeugung

„Vorsorge ist besser als Nachsorge“, heißt es in einem Sprichwort. Dies trifft auch im Gesundheitswesen zu. Die Prävention, also die Vorbeugung von Krankheiten, bietet viele Vorteile für die Versicherten und die Krankenkassen, denn diese ist meist weniger kosten- und zeitintensiv als die Behandlung von Krankheiten.

Viele Volkskrankheiten wie Diabetes sind nicht angeboren, sondern im Laufe des Lebens erworben. Oftmals können daraus Pflegefälle entstehen. Mit der richtigen Prävention kann dies allerdings verhindert oder zumindest verzögert werden. Damit hilft Prävention nicht nur, Menschen länger gesund zu erhalten, sondern kann auch das System der sozialen Pflegepflichtversicherung und die Krankenversicherung finanziell entlasten.

Förderung der Gesundheit festgeschrieben

Die Krankenkassen und Ärzte sind verpflichtet, durch Beratungen und Informationen auf das Thema der Gesundheitsvorsorge einzugehen. So ist in § 20 Abs. 1 S. 1 SGB V festgelegt, dass die gesetzlichen Krankenkassen Leistungen anbieten müssen, die der Verbeugung von Krankheiten dienen. So kann es vorkommen, dass Krankenkassen finanzielle Boni an die Versicherten auszahlen, wenn sich diese gesundheitsbewusst verhalten. Derzeit unterstützt jede Krankenkasse für sich verschiedene Projekte. Diese Unterstützung wird zudem häufig entsprechend der eigenen Vorstellungen umgesetzt und oftmals zu Werbezwecken genutzt.

  • Info – Leitfaden der Gesundheitsvorsorge

Im „Leitfaden Prävention“ sind Richtlinien festgelegt, nach denen die gesetzlichen Krankenkassen Programme unterstützen sollen, die die Gesundheit der Versicherten fördern. Dazu gehören u.a. Ernährungsberatungen oder Entspannungsmaßnahmen. Diese Vorgaben werden vom Spitzenverband der GKV regelmäßig weiterentwickelt

Vorsorge gefördert durch die Bundesregierung

Auch die Bunderegierung sieht sich in der Pflicht an der Gesundheitsförderung der Bevölkerung teilzuhaben und dies ministeriumsübergreifend. So verleihen das Bundesgesundheitsministerium (BMG), die Manfred Lautenschläger-Stiftung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jährlich den Präventionspreis, um vorbildliche Projekte zu ehren und zur Nachahmung zu animieren.

Darüber hinaus haben das BMG und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz einen Aktionsplan gegen Fehlernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht entwickelt. Unter dem Titel „IN FORM – Deutschland Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ wurden verschiedene Einzelinitiativen zusammengeführt.

Bundesweite Organisationen

Deutsche Krebshilfe

Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e. V.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Erstmals einheitliches Präventionsgesetz

Im Juni 2015 wurde unter schwarz-rot erstmals ein Präventionsgesetz verabschiedet, das auch weitreichende präventive Maßnahmen für die Pflegeversicherung vorsieht. Unter anderem sind die Akteure (Pflegekassen, Pflegeeinrichtungen sowie Länder und Kommunen) angehalten, Menschen in Pflegeheimen mit gesundheitsfördernden Maßnahmen zu erreichen. Weitere Informationen zum Gesetz.

Frühere Ansätze eines Präventionsgesetzes

Ein Versuch zur Vereinheitlichung und zur Festlegung von Standards in der Prävention gab es in der Legislaturperiode der Großen Koalition von 2005 bis 2009, der jedoch scheiterte. Die damalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt forderte eine übergeordnete Stiftung, die Ziele und Qualitätsstandards festlegt und 350 Millionen Euro aus den Kassen der Sozialversicherungen an Präventionsprojekte verteilt. Die CDU wollte jedoch nur eine beratende Präventionskommission umsetzen.

In der schwarz-gelben Legislaturperiode ist ein Präventionsgesetz im Bundesrat gescheitert. Es wurde im September 2013 zur Überarbeitung in den Vermittlungsausschuss zurückgeschickt und konnte damit in der Regierung von 2009 bis 2013 nicht mehr verabschiedet werden.