//Osteoporose – Ursachen und Therapie bei Knochenschwund
Osteoporose – Ursachen und Therapie bei Knochenschwund2018-11-18T15:23:42+00:00

Osteoporose: Calcium und Vitamin D für starke Knochen

Sport kann Osteoporose vorbeugen

Osteoporose gilt gemeinhin als Erkrankung von Frauen nach den Wechseljahren. Doch Vorsicht, auch Männer können betroffen sein und das nicht zu knapp: Etwa 17 Prozent der an Knochenschwund Leidenden sind Männer. Dem Knochenverfall vorzubeugen, lohnt sich also für beide Geschlechter. Wie Sie das erreichen, erfahren Sie hier.

Die Krankheitshäufigkeit der Osteoporose steigt mit zunehmendem Alter

Entwicklung der Osteoporose nach Alter und Geschlecht

Was ist Osteoporose?

Die Knochen des menschlichen Skeletts verlieren mit dem Alter an Substanz und die Qualität des Knochengewebes nimmt ab. Somit werden die Knochen mit steigendem Alter immer fragiler und das Risiko von Brüchen (Frakturen) steigt. Eine Osteoporose, oder Knochenschwund, liegt dann vor, wenn der natürliche Prozess über der Norm beschleunigt ist oder das Ausmaß über der Norm liegt.

Ursachen und Risikofaktoren einer Osteoporose

Die Risikofaktoren, die eine Osteoporose begünstigen, sind vielfältig und können in allgemeine Faktoren, anderen Erkrankungen und Medikamenten eingeteilt werden.

Allgemeine Faktoren

  • Produktion knochenschützender Sexualhormone (Östrogen, Testosteron) nimmt ab
  • Alter: Mit steigendem Alter steigt das Risiko.
  • Geschlecht: Frauen sind häufiger beziehungsweise früher betroffen als Männer.
  • Frakturen nach dem 50. Lebensjahr
  • Oberschenkelhalsbrüche der Eltern
  • mangelnde Calcium- und Vitamin D-Zufuhr
  • Untergewicht
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • zu wenig körperliche Bewegung
  • Rauchen

Andere Erkrankungen

  • Erkrankungen des Hormonsystems
  • Nährstoffmangelversorgung durch gestörte Magen- und/oder Darmfunktion
  • Anorexia nervosa
  • verminderte Nierenfunktion
  • bestimmte Krebserkrankungen
  • rheumatische und andere chronisch-entzündliche Erkrankungen (u.a. Asthma)

Medikamente

  • Cortison
  • Heparin (Blutverdünner)
  • bestimmte Antiepileptika
  • bestimmte Antidepressiva
  • bestimmte Medikamente gegen Übersäuerung des Magens
  • bestimmte Medikamente bei einer Hormonentzugstherapie

Osteoporose-Symptome

ArztTypisch für die Osteoporose ist eine schleichende Entwicklung. Ebenso treten auch kennzeichnende Symptome erst spät auf. Manche Betroffene berichten, dass sie schon länger oder zuletzt vermehrt unter unklaren Rückenschmerzen leiden. Andere geben an, Ermüdungsfrakturen (auch Stressfrakturen) erlitten zu haben. Wieder andere berichten über Schwächegefühle im Rücken. Diese Beschwerden sind nicht eindeutig und können auch durch andere Gegebenheiten entstehen.

Für eine fortgeschrittene Osteoporose sprechen hingegen folgende Symptome:

  • Knochenbrüche aus eher untypischen Anlässen, wie kräftiger Hustenstoß, beim Wäsche aufhängen
  • deutliche Abnahme der Körpergröße
  • Rundrücken
  • Tannenbaumphänomen
  • starke Schmerzen aufgrund unerkannter Frakturen

Kennzeichnend für eine Osteoporose sind Knochenbrüche vorwiegend der Wirbelkörper, der Handgelenke und des Oberschenkelhalses.

Knochenbrüche

Osteoporose vorbeugen zu jeder Zeit

Um eine Osteoporose vorzubeugen oder zu therapieren, liegt eine Vielzahl geeigneter Maßnahmen vor. Ernährung und Bewegung bilden dabei die Basis und sind nicht außer Acht zu lassen. Halten Sie sich stets vor Augen, dass die Behandlung eine Langzeittherapie ist und Prävention möglichst frühzeitig beginnt. Knochengewebe zählt zu den aktiven Geweben im menschlichen Körper. Das bedeutet, dass ständig Gewebe auf- und abgebaut wird. Bis etwa dem 30. Lebensjahr überwiegen die Aufbauprozesse. Ab etwa dem 40. Lebensjahr kehrt es sich um, und die Abbauprozesse nehmen zu. Achten Sie daher am besten bereits während der Aufbauphase auf sich und stärken Sie Ihre Knochen. Haben Sie bereits einen Bruch erlitten, dienen die hier genannten Maßnahmen als Therapie und Vorbeugung weiterer Frakturen.

Untergewicht, Calcium- und ein Vitamin D-Mangel zählen zu den Risikofaktoren für Osteoporose bedingte Knochenbrüche. Haben Sie Untergewicht, bauen Sie bestenfalls mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung Gewicht auf. Ergänzen Sie dazu geeignete Sportprogramme, um vorwiegend Muskelgewebe aufzubauen. Unabhängig von Ihrem Gewicht ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung nach den 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) anzustreben. Diese gewährleistet Ihnen eine optimale Versorgung mit allen notwendigen Nährstoffen.

Für die Stärke Ihrer Knochen sind Calcium und Vitamin D die wichtigsten Nahrungsbestandteile. Während es für Calcium einige Lebensmittel zur Auswahl gibt, ist Vitamin D eher selten vertreten. Enthalten ist es vor allem in fettreichen Fischen, wie u.a. Hering, roter Lachs und Aal. Jedoch kann der Körper Vitamin D auch selbst bilden. Kommt die Haut mit der Sonne in Kontakt, bildet sich unter ihr Vitamin D. Halten Sie sich demnach viel im Freien auf. Zu den calciumreichen Lebensmitteln zählen Milch und Milchprodukte, grüne Gemüsesorten, wie Grünkohl, Brokkoli, Spinat sowie calciumreiche Mineralwässer. Je nachdem ob Sie Medikamente gegen Ihre Osteoporose einnehmen und/oder die Vitamin D- und Calciumzufuhr ausreichend ist, kann eine Nahrungsergänzung notwendig werden. Um dies zu beurteilen, sollte stets ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Neben den Knochen zählen auch Muskeln zu den aktiven Geweben im menschlichen Körper. Die Knochen sorgen für Stabilität und die Muskeln für Beweglichkeit. Zudem unterstützen kräftige Muskeln die Stabilität des Skelettsystems. Bewegung ist also das A und O für Osteoporosepatienten. Sie bauen damit Ihre Muskulatur auf und stärken die Belastbarkeit Ihrer Knochen.

Bewegung bedeutet nicht nur Sport, sie beginnt bereits im Alltag. Nutzen Sie am besten jede Gelegenheit, um sich zu bewegen. Lassen Sie beispielsweise Fahrstühle links liegen und nehmen Sie dafür die Treppen. Ihre sportlichen Aktivitäten sollten Sie in Ausdauer- und Krafttraining einteilen. Gehen Sie beispielsweise dreimal die Woche für 30 Minuten zügig spazieren und machen Sie dazu ein Schnellkrafttraining. Bitte achten Sie darauf, dass Sie bei letzterem eine ausreichend lange Gewöhnungs- und Aufbauphase benötigen. So vermeiden Sie Überlastungen und Verletzungen. Angesichts der instabilen Knochen ist nur ein Teil der Trainingsmöglichkeiten bei Osteoporose geeignet. Dazu zählen Gymnastik, Funktionstraining und Vibrationstraining. Lassen Sie sich im Vorfeld fachkundig beraten und nutzen Sie spezielle Angebote von Physiotherapeuten oder spezialisierten Fitness- oder Sportstudios.

Neben der Basistherapie mit Vitamin D, Calcium und Bewegung, können Medikamente eingesetzt werden. Die bei einer Osteoporose verfügbaren Mittel wirken auf unterschiedlicher und mehrfacher Weise. So gibt es Arzneimittel, die einen weiteren Knochenabbau verhindern (antiresoptive Wirkung) und welche, die den Knochenaufbau fördern (osteoanabole Wirkung). Zu den bekannten Wirkstoffgruppen zählen Bisphosphonate, SERMs, Strontiumranelat, Parathormon und Denosumab.
Eine Osteoporose geht oft mit Schmerzen einher, fördert dadurch die Immobilität und somit den weiteren Abbau von Knochengewebe – ein Teufelskreis. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Sie die richtige Schmerztherapie beanspruchen. Diese besteht aus physikalischer Therapie, Physiotherapie und medikamentöser Therapie. Klingen die Schmerzen ab, sollten Sie zudem die Bewegungstherapie mit integrieren.
Wer nicht stürzt, bricht sich nichts (oder weitaus seltener). Getreu diesem Motto können Sie in Ihrem Privatleben Gefahren vermeiden.

  • Beseitigen Sie Stolperfallen: Teppiche rutschfest befestigen, glatte Böden möglichst meiden, rutschfeste Matten und Griffe im Bad, Treppen mit Handläufern ausstatten, lose Kabel sicher verstauen, geschlossene Schuhe mit niedrigen Absätzen und griffigen Sohlen
  • Behalten Sie alles im Blick. Sorgen Sie für ausreichend Licht und die richtige Brille. Lassen Sie regelmäßig Ihr Seh- und Hörvermögen überprüfen.
  • Geben Sie Ihrem Rücken Halt. Nutzen Sie Stützmieder und Orthesen für einen aufrechten Gang und zur Muskelentlastung.
  • Nutzen Sie Hilfsmittel. Gerade im Herbst und Winter besteht draußen besonders Rutschgefahr. Gehen Sie nie unvorbereitet aus dem Haus. Gleitschutz oder Spikes können leicht an jeden Schuh montiert werden. Sogenannte Hüftprotektoren – eine speziell entwickelte Unterwäsche – schützen vor Brüchen der Oberschenkel und des Beckens. Diese Hilfsmittel erhalten Sie in Sanitätshäusern und orthopädischen Schuhgeschäften.

Machen Sie den Test: Wie sturzgefährdet sind Sie? Lassen Sie sich gegebenenfalls durch andere beurteilen.
Ist Ihr Gangbild langsam und unregelmäßig?
Haben Sie Probleme, die Balance zu halten?
Haben Sie Bein- oder Fußprobleme?
Benötigen Sie eine Gehhilfe?
Ist Ihre Beweglichkeit und Gehleistung erkennbar schlechter geworden?
Haben Sie Probleme beim Aufstehen?
Nehmen Sie viele Medikamente (vier oder mehr) oder solche, die das Sturzrisiko erhöhen?
Sind Sie im letzten Jahr zwei- oder mehrmals gestürzt?
Haben Sie geistige Leistungseinbußen bemerkt?

Ohne Eigeninitiative ist die Therapie der Osteoporose zwecklos. Sie selbst müssen dafür bereit sein, die Basismaßnahmen – Ernährung und Bewegung – lebenslang umzusetzen. Einfach nur Medikamente einzunehmen ist nicht zielführend. Wenn Sie selbst nicht mehr weiter wissen oder Gleichgesinnte suchen, können Sie einer Selbsthilfegruppe in Ihrem Wohnort anschließen. “Gemeinsam sind wir stark.” Haben Sie Fragen oder sind Sie auf der Suche nach Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe, können Sie folgende Vereine unterstützen:

Knochenstärkende Rezepte

Pikante Brokkoli-Pasta

Zutaten
für 4 Portionen

1 kg Brokkoli
2 l Wasser
Salz
400 g Vollkornnudeln
60 g Pinienkerne
1 bis 2 Chilischoten, getrocknet
2 EL Olivenöl
80 g Parmesan, gerieben
1 EL Rosinen

Zubereitung

  1. Brokkoliröschen abschneiden und waschen. Die Stiele am unteren Ende schälen und in Stücke schneiden.
  2. Wasser mit Salz aufkochen, Brokkoliröschen hinzugeben und 4 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln. Brokkoli herausnehmen, abtropfen lassen und warm beiseite stellen.
  3. Gemüsewasser erneut aufkochen, Nudeln hineingeben und nach Packungsanleitung garen. Herausnehmen, abtropfen lassen und zu den Brokkoliröschen geben. Etwa 250 ml Nudelwasser abnehmen und beiseite stellen.
  4. Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne goldbraun anrösten. Stiele von den Chilischoten entfernen und Schoten zerkleinern.
  5. In einem Topf Olivenöl erhitzen. Brokkolistiele hinzugeben und unter Wenden bei mittlerer Hitze anbraten. Mit einem Teil des Nudelwassers ablöschen, Deckel drauf geben und etwa 8 bis 10 Minuten köcheln lassen.
  6. Brokkolistiele pürieren. Pinienkerne, Chili, Parmesan und Rosinen hinzugeben und umrühren. Bei Bedarf mit etwas Nudelwasser verdünnen. Die Soße sollte dabei nicht zu dickflüssig sein, damit sie die Nudeln gut umschließt.
  7. Nudeln und Brokkoliröschen in den Soßentopf geben, vorsichtig umrühren und sofort servieren.

Nährwert pro Portion: 676 kcal, 33 g Eiweiß, 24 g Fett, 71 g Kohlenhydrate, 421,1 mg Kalzium, 0,14 μg Vitamin D

Exotischer Lachsauflauf

Zutaten
für 4 Portionen

600 g Süßkartoffeln
Salz
2 mittelgroße Zwiebeln
10 g frischer Ingwer
1 rote Chilischote
250 g Mango
500 g mildes Sauerkraut
2 EL Rapsöl
60 g Frischkäse
1 TL Honig
400 g Lachsfilet, küchenfertig
2 bis 3 EL Zitronensaft
½ Bund Koriander

Zubereitung

  1. Süßkartoffeln waschen, in einen Topf geben, mit Wasser bedecken und salzen. Zugedeckt aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten garen. Zwiebeln und Ingwer schälen, Zwiebeln fein würfeln, Ingwer fein hacken.
  2. Stiel von der Chilischote entfernen. Schote längs halbieren, Kerne entfernen und in dünne Streifen schneiden. Mango schälen, Fruchtfleisch vom Stein lösen und in etwa 5 cm lange Streifen schneiden. Sauerkraut ausdrücken und etwas klein schneiden.
  3. Etwa 1 EL Rapsöl in einem Topf auf mittlerer Stufe erhitzen, Zwiebeln und Ingwer hinzugeben und glasig dünsten. Sauerkraut und Chili hinzugeben und zugedeckt etwa 8 Minuten garen.
  4. Backofen auf 150° C Ober- und Unterhitze (130° C Umluft) vorheizen. Frischkäse, Honig und etwas Salz vermischen und unter das Sauerkraut rühren.
  5. Süßkartoffeln abgießen, ausdämpfen lassen, schälen und in Scheiben schneiden. Restliches Rapsöl in einer großen Pfanne erhitzen, goldbraun anbraten und leicht salzen.
  6. Lachsfilet gegebenenfalls entgräten, mit Zitronensaft beträufeln, leicht salzen und in fingerlange Stücken schneiden.
  7. Sauerkraut in eine Auflaufform geben. Darauf nacheinander Lachs und Süßkartoffeln verteilen. Auf mittlerer Höhe in den Ofen stellen und etwa 20 bis 30 Minuten backen.
  8. Koriander waschen, abschütteln und die Blätter hacken. Vor dem Servieren auf den fertigen Auflauf streuen.

Tipp: Sie können den Auflauf auch “hausmännischer” zubereiten. Tauschen Sie dafür einfach folgende Zutaten: Mango durch Birne, Chilischote durch weißen Pfeffer, Süßkartoffeln durch Kartoffeln sowie Koriander durch Melisse.

Nährwert pro Portion: 548 kcal, 27 g Eiweiß, 25 g Fett, 47 g Kohlenhydrate, 119,4 mg Kalzium, 3,85 μg Vitamin D

Gänsebrust auf Grünkohlsuppe

Zutaten
für 4 Portionen

3 l Wasser
Salz
600 g Grünkohl
2 große Zwiebeln
4 EL Margarine
1 l Gemüsebrühe
200 g Kartoffeln
100 ml Schlagsahne
Pfeffer
1 TL Honig
200 g Gänsebrust, geräuchert, ohne Haut

Zubereitung

  1. Wasser und Salz in einem großen Topf aufkochen lassen. Den Grünkohl gründlich waschen und die Blätter von den Rippen zupfen. Portionsweise den Grünkohl 3 Minuten blanchieren und im Anschluss fein schneiden.
  2. Zwiebeln schälen und fein würfeln. Margarine in einem Topf erhitzen und Zwiebeln glasig dünsten. Den Grünkohl hinzugeben und unter Wenden zusammenfallen lassen. Brühe hinzugeben und zugedeckt etwa 10 bis 15 Minuten köcheln.
  3. Kartoffeln schälen, fein reiben, zum Grünkohl geben und einmal aufkochen. Schlagsahne hinzugeben und alles mit Salz, Pfeffer und Honig würzen.
  4. Gänsebrust in  Streifen schneiden und portionsweise in die Suppe geben.

Nährwert pro Portion: 377 kcal, 20 g Eiweiß, 25 g Fett, 15 g Kohlenhydrate, 359,00 mg Kalzium, 1,16 μg Vitamin D

(Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu medizinischen Inhalten!)