PEA-Assessment bei Demenz: Symptome bei eingeschränkter Alltagskompetenz

Demenz ist eine geistige Erkrankung, die sich bei den Betroffenen auf das Denken, Sprechen, Orientieren, Erinnern sowie auf das Urteilsvermögen auswirken kann. Auch eine Veränderung der Persönlichkeit ist mit der Krankheit verbunden. Es gibt verschiedene Arten demenzieller Erkrankungen, die auch international bekannteste und am meisten verbreitete ist die Alzheimer-Krankheit.

Diese führt zum Abbau von Nervenzellen in Teilen des Gehirns. Je nach Ausprägung können sich die Patienten im Alltag oft nicht mehr alleine versorgen – sie erkennen ihre Angehörigen nicht mehr, vergessen das Essen auf dem eingeschalteten Herd oder verlassen die Wohnung und finden nicht mehr nach Hause. Die Krankheit tritt überwiegend in höherem Alter auf und ist mittlerweile eine der häufigsten Ursachen der Pflegebedürftigkeit.

Tipps der Redaktion

Kriterium Typische Symptome/Merkmale
1. Betroffene Person verlässt planlos und unkontrolliert die eigene Wohnung
  • Herausdrängen aus der Wohnung
  • Suchen von Verwandten oder Freunden außerhalb der Wohnung
2. Verursachen oder nicht erkennen von gefährdenden Situationen
  • Gefährliches Verhalten im Straßenverkehr
3. Unsachgemäße Nutzung von Gegenständen
  • Unsachgemäßes Nutzen von Geräten
  • Unkontrolliertes Nutzen von Gas, Wasser oder Strom
  • Unsachgemäßer Umgang mit Medikamenten, Chemikalien oder offenem Feuer
  • Essen verdorbener Lebensmittel
4. Ungewöhnlich aggressives Verhalten
  • Verletzt sich selbst oder Andere durch z.B. schlagen, beißen oder kratzen
  • Werfen und zerstören von Gegenständen
  • Grundlose Beleidigungen
5. Unkontrolliertes Verhalten
  • Urinieren und Koten in Wohnräume
  • Übersteigerter Drang nach Betätigung oder Bewegung
  • Sexuelle Belästigung anderer Menschen
  • Grundloses Schreien/Rufen
6. Wahrnehmung der eigenen Gefühle & Bedürfnisse fehlt
  • Keine Wahrnehmung von Hunger und Durst, Verletzungen/Schmerzen
  • Kein Harn- und Stuhldrang
7. Fehlende Zusammenarbeit bei therapeutischen oder pflegerischen Maßnahmen
  • Apathisches Liegen im Bett
  • kein eigener Antrieb: Verharren an zugewiesenem Platz ohne Aufforderung diesen zu verlassen
  • Verweigerung von Essen und Trinken
8. Beeinträchtigung im Gedächtnis oder Urteilsvermögen
  • Nicht-Wiedererkennen vertrauter Personen (Eltern, Kinder, Pfleger)
  • Umgang mit Geld fällt schwer
  • Fehlende/beeinträchtigte Sprachfähigkeit
  • Wegfindungsstörungen
  • Fehlendes Erinnerungsvermögen
9. Tag-Nacht Wahrnehmung ist gestört
  • Verschobene Essens- und Schlafenszeiten
10. Kein strukturierter Tagesablauf vorhanden
  • Ausbleiben alltäglicher Verrichtungen, z.B. Körperhygiene
11. Verzerrte Wahrnehmungen im Alltag
  • Angst vor gewöhnlichen Sachen, z.B. eigenes Spiegelbild
  • Verfolgungswahn
  • Wahrnehmung und Reaktionen auf Halluzinationen
12. Übersteigerte Psyche, unkontrollierte Emotionen
  • unbegründete plötzliche Emotionen, z.B. Weinen, Euphorie, Reizbarkeit
13. Ständige Depressionen
  • Ständiges Jammern und Klagen
  • Leben und Aktivitäten als sinnlos empfinden

Quelle: eigene Recherche und Informationen des GKV-Spitzenverbandes

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Kriterien für das Screening

Vor dem Assessment erfolgt ein soge­nann­tes Screening, um festzustellen, ob es sich um dauerhafte Symptome handelt. Folgende Kriterien werden berücksichtigt:

Orientierung

Antrieb/Beschäftigung/Stimmung

Gedächtnis/Wahrnehmung und Denken

Tag-Nacht-Rhythmus

Kommunikation/Sprache

Situatives Anpassen

Soziale Bereiche des Lebens

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Das Assessment wird durchgeführt, sofern mindestens eine Auffälligkeit feststellt wird, die auf eine demenzbedingte Fähigkeitsstörung, geistige Behin­derung oder psychische Erkran­kungen zurückzuführen ist und regelmäßig mindestens sechs Monate auftritt.

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  • rund 44 Mio. Betroffene weltweit
  • über 1.6 Mio Demenz-Patienten in Deutschland (2016)
  • 67 % der Dementen leiden an der Alzheimer-Krankheit
  • Frauen haben ein höheres Risiko an Demenz zu erkranken
  • 7.7 Millionen Neu­er­kran­kungen pro Jahr global
  • In einer Studie an alten Mäusen belegten Wissen­schaftler der Uni Bonn 2017 positive Effekte von Cannabis auf Demenz
  • Durch die Einnahme von CBD Öl können ggf. die Symptome eingedämmt werden

(Quellen: Statista/Alzheimer Assoc. / UKB)

Im Zuge der Reform über das erste Pflegestärkungs­gesetz wurden auch die Leistungen für Demente verbessert. Ab dem 1.1.2015 erhielten erstmalig auch Personen ohne Pflegestufe (seit 2017 Pflegegrad), die an einer Demenz leiden, Sachleistungen der teilstationären Tages- und Nachtpflege.

Seit Januar 2017 ist das Pflegestärkungs­gesetz II in Kraft und Personen mit einer demenziellen Erkrankung werden in der Pflege­versicherung stärker berücksichtigt. Der Begriff der Pflegebedürftigkeit wurde überarbeitet, ein neues Begutachtungs­verfahren (PDF) eingeführt (siehe auch Pflegegutachten) und die Leistungen beiPflegegeld und Sachleistungen angepasst. Patienten die vorher kaum oder keine Leistungen erhielten, werden nun dem jeweiligen Pflegegrad zugeordnet und erhalten mehr Leistungen.