PrÀvention in den Lebenswelten der Menschen

Die Gesundheit ist ein hohes Gut, deshalb sind nicht nur die Bevöl­kerung, sondern auch die Politik, Krankenkassen und Gesund­heits­dienst­leister daran interessiert, sie maßgeblich zu fördern. Die PrÀ­ven­tion und die Gesund­heits­för­derung in den unterschiedlichen Lebenswelten sind aus vielerlei Hinsicht erfolg­versprechend, da sie sich an den Werten und Gewohnheiten der dort lebenden Menschen orientieren. Dadurch gelingt es auch Person zu erreichen, die durch ĂŒbliche Kommunikations­kanĂ€le nicht ausreichend berĂŒhrt werden.

Was interessiert Sie besonders?

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PrÀventionsbericht 2019
PrÀventionsbericht 2019
PrÀvention Lebenswelten
Was sind Lebenswelten?
Lebenswelt Familie
Lebenswelt Familie
Lebenswelt der Kinder
Lebenswelt Kinder
Lebenswelt Ausbildung
Lebenswelt Ausbildung
Best Practice
Best Practice

Nationale PrÀventions­konferenz (NPK) legt 1. PrÀventionsbericht vor

Die Nationale PrĂ€ventionskonferenz (NPK) legt dem Bundesministerium fĂŒr Gesund­heit alle vier Jahre einen PrĂ€ven­tions­bericht vor. Darin werden diejenigen Leistungen beschrieben, die von den einzelnen beteiligten Institutionen zum Thema PrĂ€vention erbracht werden. Im Jahr 2019 wurden zum ersten Mal konkrete und gebĂŒndelte Zahlen zu den Ausgaben hinsichtlich PrĂ€vention und Gesund­heits­förderung veröffentlicht.

PrÀventionsbericht: Gesamtausgaben der NPK

Die beteiligten Institutionen haben dem­nach im Jahr 2017 mehr als 1,8 Milliarden Euro diesem wichtigen Themen­feld zu­ge­ordnet. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 wurden Leistungen in Höhe von 1,27 Milliarden Euro ermöglicht.

Anhand der Zahlen wird deutlich, dass in nur 5 Jahren eine massive Steigerung der Ausgaben erreicht werden konnte:

Anstieg: 41%.
0 Mrd. €
Ausgaben 2017 fĂŒr PrĂ€vention
0 Mrd. €
Ausgaben 2012 fĂŒr PrĂ€vention

Wer ist die Nationale PrÀventionskonferenz? Das sind die Akteure und Mitglieder

Aufgabenbereich Mitglieder
Gesetzliche Kranken- und
soziale Pflegeversicherung
  • Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)-Spitzenverband
Gesetzliche
Rentenversicherung
  • Deutsche Rentenversicherung (DRV) Bund
Gesetzliche
Unfallversicherung
  • Deutsche Gestzliche Unfallversicherung (DGUV) Spitzenverband
  • Sozialversicherung fĂŒr Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)
Private Kranken- und
Pfegeversicherung
  • PKV-Verband
Bundesagentur fĂŒr Arbeit
  • zentrale Einrichtung
Bund
  • Ministerium fĂŒr Gesundheit
  • Ministerium fĂŒr Arbeit und Soziales
  • Ministerium fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft
  • Ministerium fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend
BundeslÀnder
  • Ministerien mit Bezug zu PrĂ€vention und Arbeitsschutz
Kommunen
  • Deutscher StĂ€dtetag
  • Deutscher Landkreistag
  • Deutscher StĂ€dte- und Gemeindebund
Sozialpartner
  • Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
  • Bundesvereinigung der Arbeitgeber (BDA)
Patientenvertretung
  • Deutscher Behindertenrat
  • Sozialverband VdK Deutschland
  • Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Selbsthilfe
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Patient/inn/enstellen (BAGP)
  • Verbraucherzentrale Bundesverband vzbv
  • Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG)
PrÀventionsforum
  • Bundesvereinigung PrĂ€vention und Gesundheitsförderung (BVPG)

Quelle: eigene Recherchen; 1. Erster PrÀventionsbericht nach § 20d Abs. 4 SGB V

Wer ist die Nationale PrĂ€ventionskonferenz? – Die Mitglieder

  • GKV-Spitzenverband
  • DRV Bund
  • DGUV Spitzenverband
  • Sozialversicherung fĂŒr Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)
  • PKV-Verband
  • Ministerium fĂŒr Gesundheit
  • Ministerium fĂŒr Arbeit und Soziales
  • Ministerium fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft
  • Ministerium fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Ministerien mit Bezug zu PrĂ€vention und Arbeitsschutz
  • Deutscher StĂ€dtetag
  • Deutscher Landkreistag
  • Deutscher StĂ€dte- und Gemeindebund
  • Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
  • Bundesvereinigung der Arbeitgeber (BDA)
  • Deutscher Behindertenrat
  • Sozialverband VdK Deutschland
  • Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Selbsthilfe
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Patient/inn/enstellen (BAGP)
  • Verbraucherzentrale Bundesverband vzbv
  • Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG)
  • Bundesvereinigung PrĂ€vention und Gesundheitsförderung (BVPG)

Quelle: eigene Recherchen; 1. Erster PrÀventionsbericht nach § 20d Abs. 4 SGB V

„Gesund Bleiben“: Der PrĂ€ventions­kongress 2019 in Bonn

Der PrĂ€ventionskongress in Bonn im Jahr 2019 widmete sich ebenfalls dem großen Thema PrĂ€vention und besonders dem aktuellen Stand der Umsetzung in den einzelnen Lebenswelten der Menschen. Der Kongress konnte hochkarĂ€tige GĂ€ste gewinnen. Dazu gehörten beispielsweise Bundesgesund­heits­minister Jens Spahn, der bekannte Komiker und Arzt Dr. Eckart von Hirschhausen oder die in PrĂ€ventionskreisen anerkannten GrĂ¶ĂŸen wie Professor Ingo Froböse, Prof. Dr. Mathias Bellinghausen, oder der BegrĂŒnder der heutigen Sportmedizin in Deutschland, Prof. Dr. Wildor Hollmann. Alle waren sich darin einig, dass in Deutschland nach wie vor zu wenig im Bereich der PrĂ€vention getan wird und hier großer Nachholbedarf besteht. Das zeige sich auch im internationalen Vergleich, der Deutschland auf hintere PlĂ€tze verweist. Daher liegt die primĂ€re Aufgabe darin, die Menschen dort abzuholen, wo sie als Kinder betreut werden oder als Familie leben und arbeiten. Beispiele fĂŒr gut funktionierende Projekte – auch Best Practice genannt – gibt es zuhauf. Von einer erfolgreichen Investition und Umsetzung auch in den Lebenswelten der Kommunen, kann am Ende das gesamte Gesundheitssystem profitieren.

PrÀventionsprinzip: Was sind Lebenswelten?

Lebenswelten sind ĂŒberschaubare Sozial­rĂ€ume, in denen sich Menschen alltĂ€glich bewegen und ihren gewohnten TĂ€tigkeiten nachgehen. Settings, wie Lebenswelten auch genannt werden, sind gekenn­zeich­net durch zumindest ange­deutete und dauerhaft bestehende soziale Zusam­men­hĂ€nge. Beispiele fĂŒr Lebenswelten sind KindergĂ€rten, Schulen, Stadtteile, Betriebe und Kommunen. Die Interventionen – im Rahmen der Gesundheitsförderung – sind innerhalb der Settings an drei folgende Anforderungen angelehnt:

1. Individuelle Ebene

  • Sie krĂ€ftigen die Ressourcen und Kompetenzen der Menschen, die sich in der Lebenswelt bewegen

2. Strukturbildung

  • Sie schaffen gesundheitsfördern­-
    de Grundbedingungen fĂŒr die Menschen in der Lebenswelt

3. Partizipation

  • Sie motivieren auf systematische Weise möglichst viele Menschen in der jeweiligen Lebenswelt

Eine besondere Herausforderung besteht fĂŒr alle Beteiligten darin, Maßnahmen zu entwickeln, die sowohl die individuelle als auch die strukturelle Ebene ansprechen.

Was sind nicht betriebliche Lebenswelten?

In den vergangenen Jahren ist insbesondere die betrieb­liche Gesundheits­för­derung in den Fokus gerĂŒckt, nun sollen nicht betriebliche Lebenswelten wie Familie, Kiga, Schulen und Hoch­schu­len stĂ€rker mit gesund­heitsfördernden Kompe­ten­zen ausgestattet werden.

Erfolgsfaktoren der Gesundheitsförderung in den Lebenswelten

Damit eine Gesundheitsförderung möglichst viele Menschen erreicht und erfolgreich ist, mĂŒssen

  • die vorliegenden Gegebenheiten
  • inkl. UmwelteinflĂŒsse und
  • die sozialen RĂ€ume der Individuen

miteinbe­zo­gen werden. Genau das geschieht bei dem Setting-Ansatz.

In dem Zusammen­hang wird die Ottawa-Charta hĂ€ufig erwĂ€hnt. Das im Jahr 1986 von der World Health Organization (WHO) veröffentlichte Dokument rĂŒckt den Setting-Ansatz als Kern­stra­tegie im Rahmen der Gesundheitsförderung in den Mittel­punkt. Dabei gilt die Vernetzung der verschiedenen Akteure als priorisiertes Handlungsprinzip.

Die Lebenswelt Familie

Die Lebenswelt von Familien, insbesondere die der Kinder und Jugendlichen, ist sehr anspruchsvoll, da sich unter anderem

  • MigrationshintergrĂŒnde

  • soziale Brennpunkte und

  • hĂ€usliche Besonderheiten

maßgeblich auf die Gesundheitsförderung auswirken können.

Zudem ist es erforderlich, viele verschiedene Lebenswelten wie

  • KindergĂ€rten

  • Schulen

  • Freizeiteinrichtungen

  • Ausbildungsbetriebe

miteinander in Kontakt zu bringen und dann zu verzahnen.

Lebenswelt von Babys und Kleinkindern

In der Lebenswelt von Babys und Kleinkindern ist die AufklĂ€rung, Beratung und VerhaltensprĂ€vention der Eltern besonders wichtig, um von Geburt an den Grundstein fĂŒr ein gesundes Leben zu setzen. Unsere folgende Übersicht zeigt einige der wichtigen Maßnahmen:

VerhaltensprÀvention (Info & Beratung) VerhÀltnisprÀvention (Einfluss auf LebensverhÀltnisse)
Individuen
  • Ärztliche Empfehlungen zur PrĂ€vention (u.a. Impfung)
  • Infos zu FrĂŒhen Hilfen
  • beratendes Angebot zum Thema Kindersicherheit,
  • PrĂ€ventionskurse zur StĂ€rkung der Elternkompetenz
  • PrĂ€ventive Hausbesuche,
  • Einsatz von Familienhebammen und Familienpaten,
  • individuelle Sicherstellung von ÜbergĂ€ngen in andere Lebenswelten
  • dabei BerĂŒcksichtigung der familiĂ€ren WĂŒnsche und BedĂŒrfnisse
Setting
  • Informationen zu kindgerechten Sportangeboten
  • Beispiel: Eltern-Kind-Turnen
  • Netzwerke FrĂŒhe Hilfen,
  • Selbsthilfeförderung, z.B. in Familien mit Suchtproblematik
Bevölkerung
  • Verbreitung von Kernaussagen, zum Beispiel:
    • „Stillen stĂ€rkt die Abwehr“, 
    • “Fahrradhelme schĂŒtzen vor schweren Kopfverletzungen“
    • oder „Rauchen im Auto schĂ€digt die Kindergesundheit!“
  • Kampagnen zur Stillförderung,
  • Aktionen zum Thema FrĂŒhe Hilfen
  • Kampagnen fĂŒr mehr Bewegung in und mit der Familie
    • Beispiel „Trimm dich”

Quelle: in Anlehnung an Public Health-Kongress Armut und Gesundheit 2018

VerhaltensprÀvention:

  • Ärztliche Empfehlungen zur PrĂ€vention (u.a. Impfung),
  • Infos zu FrĂŒhe Hilfen,
  • beratendes Angebot zum Thema Kindersicherheit,
  • PrĂ€ventionskurse zur StĂ€rkung der Elternkompetenz

VerhÀltnisprÀvention:

  • PrĂ€ventive Hausbesuche,
  • Einsatz von Familienhebammen und Familienpaten,
  • individuelle Sicherstellung von ÜbergĂ€ngen in andere Lebenswelten
    • unter BerĂŒcksichtigung der familiĂ€ren WĂŒnsche und BedĂŒrfnisse

VerhaltensprÀvention:

  • Informationen zu kindgerechten Sportangeboten
  • Beispiel: Eltern-Kind- Turnen

VerhÀltnisprÀvention:

  • Netzwerke FrĂŒhe Hilfen,
  • Selbsthilfeförderung,
    • beispielsweise in Familien mit Suchtproblematik

VerhaltensprÀvention:

  • Verbreitung von Kernaussagen wie „Stillen stĂ€rkt die Abwehr“, 
  • “Fahrradhelme schĂŒtzen vor schweren Kopfverletzungen“ oder
  • Rauchen im Auto schĂ€digt die Kindergesundheit!“

VerhÀltnisprÀvention:

  • Kampagnen zur Stillförderung,
  • Aktionen zum Thema FrĂŒhe Hilfen
  • Kampagnen fĂŒr mehr Bewegung in und mit der Familie
    • Beispiel „Trimm dich”

Quelle: in Anlehnung an Public Health-Kongress Armut und Gesundheit 2018

Übrigens: Bereits vor der Geburt können Schwanger­schaftskonflikt­beratungen und Geburtsvorberei­tungs­kurse zur Gesundheits­för­derung beitragen.

Krippe, Kindergarten oder Tagespflege

Die Mehrheit der Familien entscheidet sich hierzulande fĂŒr ein staatliches oder privates Betreuungsangebot, damit beispielsweise MĂŒtter oder VĂ€ter nach einer Elternzeit wieder berufliche Wege einschlagen können. Zahlen aus dem Jahr 2017 machen deutlich: Der Bedarf ist nach wie vor hoch.

0 Mio. Kinder
von 3 bis 6 sind in einer Kindertagesbetreuung

So hoch ist der prozen­tuale Anteil aller Kinder in Deutschland im Alter zwischen 3 und 6 Jahren mit Betreuung in einer Kin­der­tagesstÀtte:

93,6 %

Aufgrund dieser Zahlen ist es notwendig, dass Gesundheitsförderung in den entsprechenden Einrichtungen verfolgt wird. Auch hier gibt es verschiedene Optionen, um die Gesundheit und das entsprechende Bewusstsein zu stÀrken.

Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen

GrĂ¶ĂŸere Kinder und Heranwachsende be­schĂ€ftigen sich mit anderen Themen. Sie erweitern ihre Lebenswelten zunehmend und sind empfĂ€nglicher fĂŒr eine gesund­heits­schĂ€dliche LebensfĂŒhrung, unter anderem durch Missbrauch von Sucht­stoffen, wie zum Beispiel

  • Alkohol,
  • Nikotin oder
  • Drogen.

Kinder und Jugendliche zeigen sich aller­dings auch verstĂ€ndnisvoller gegenĂŒber relevanten Beratungs­an­ge­boten, die unbedingt dort stattfinden sollten, wo sich die Zielgruppe befindet. Neben der Familie sind das in erster Linie Schule, Vereine und Freizeiteinrichtungen.

Schule, Vereine, Freizeiteinrichtungen

Lehranstalten sind mehr als nur ein Mikro­kosmos fĂŒr Kinder und Jugendliche, denn sie verbringen einen Großteil ihrer Zeit darin. In der Schule pflegen sie soziale Kontakte und auch Konflikte prallen dort aufeinander.

Mit zunehmendem Alter nimmt auch die Freizeitgestaltung fĂŒr Kinder und Heran­wachs­ende eine immer grĂ¶ĂŸere Rolle ein. Das Leben spielt sich neben dem

  • hĂ€us­lichen Umfeld verstĂ€rkt auch
  • in Sport­vereinen und
  • Jugendtreffs ab.

Genau dort können Maßnahmen zur PrĂ€vention und Gesundheitsförderung besonders sinnvoll sein und erfolgreich eingesetzt werden.

Informieren und beraten durch

VerhaltensprÀvention:
  • SexualaufklĂ€rung in Jugendeinrichtungen, gegebenenfalls durch Einbeziehung der Eltern
  • Drogen- und Suchtberatung in Familienzentren
  • BroschĂŒren zu Sportangeboten in Schulen
  • Beratung zu ÜbergĂ€ngen

(Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen, Quelle: in Anlehnung an Public Health-Kongress Armut und Gesundheit 2018)

LebensverhÀltnisse beeinflussen durch

VerhÀltnisprÀvention:
  • FamiliĂ€re Selbsthilfeförderung
  • Aufbau von sozialen Kontaktgruppen fĂŒr Familien in belasteten Stadtteilen (z.B. Treffs fĂŒr Alleinerziehende)
  • Transitionskonzepte fĂŒr Schulen
  • Gesundheitsprogramme in Leitbildern von Schulen

(Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen, Quelle: in Anlehnung an Public Health-Kongress Armut und Gesundheit 2018)

Best Practice Klasse 2000 – Stark und gesund an Grundschulen

1991 gegrĂŒndet

wurde das Programm gegrĂŒndet

1,6 Mio. Kinder

Kinder wurden erreicht

33 %

aller Grundschulen nahmen teil

Ziel ist es, dass es Kindern schon frĂŒh ermöglicht wird,

  • Kenntnisse, Haltungen und Fertigkeiten

zu entwickeln, die sie nutzen können, um ihren manchmal stressigen Alltag gesund zu bewÀltigen. Das Lehrpersonal und speziell geschulte Gesundheitsförderer setzen dabei auf

  • AktivitĂ€t und anschauliche Informationsweitergabe.

So gelingt es, dass selbst die Kleinsten verstehen, wie sich eine gesunde LebensfĂŒhrung auf ihr Wohlbefinden auswirkt und auf welche Weise Konflikte gelöst werden können.

Den Kindern werden mithilfe der Symbolfigur Klaro folgende Themen altersgerecht vermittelt:

  • Gesund essen & trinken

  • Bewegen & entspannen

  • Sich selbst mögen & Freunde haben

  • Probleme & Konflikte lösen

  • Kritisch denken & Nein sagen

Lebenswelten von jungen Erwachsenen in der Ausbildung

Junge Erwachsene stehen vor der Ent­scheidung, wie sie ihr berufliches Leben in der Zukunft gestalten möchten. Sie erhal­ten mehr Autonomie und ziehen es unter UmstÀnden in Betracht, das elterliche Haus zu verlassen. Auch hier können PrÀvention und ein gutes Gesundheitsmanagement dazu beitragen, dass

  • SchĂŒler,
  • Studenten und
  • Auszubildende

ihr Leben „auf den eigenen Beinen” auch in Zukunft gesund gestalten.

Ausbildungsbetriebe, Hochschulen oder UniversitÀten

Mit dem Schritt in das Berufsleben treffen junge Erwachsene auch tĂ€glich neu die Entscheidung, wie die Rahmen­be­din­gun­gen fĂŒr ihren Alltag aussehen sollen. Mit gesundheitsfördernden Maßnahmen können insbesondere

  • Ausbildungsbetriebe und UniversitĂ€ten

dazu beitragen, dass das Gesundheitsbewusstsein gestĂ€rkt wird. Dazu stehen unter anderem folgende Maßnahmen zur VerfĂŒgung:

  • SexualaufklĂ€rung in Hochschulen zum Thema Infektionskrankheiten

  • Kampagnen / Beratungsangebote hinsichtlich Drogenkonsum und Suchtverhalten

  • Informationsflyer zu universitĂ€tsinternen Sportangeboten

  • AlkoholprĂ€vention am Ausbildungs-, Studien- bzw. Arbeitsplatz

  • Aktionswoche Gesundheit

  • Aufbau von sozialen Kontaktgruppen fĂŒr Auszubildende oder Jugendliche in belasteten Stadtteilen

  • Gesundheitsprogramme als Teil der Leitbildentwicklung von Hochschulen und UniversitĂ€ten

  • Gesundheitsprogramme als Teil der Leitbildentwicklung von Ausbildungsbetrieben

  • Bewegungskampagnen (z.B. Trimm-Dich-Projekt)

Best Practice an Hochschulen: Das Projekt eCHECKUP Alkohol

Die Barmer und die Hochschule Esslingen haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2022 soll ihr PrÀventionsprojekt eCHECKUP Alkohol an 30 Hochschulen in ganz Deutschland etabliert werden.

Dabei handelt es sich um ein PrĂ€ventionskonzept, das sich speziell an Studierende an Hochschulen richtet und sie vor gesundheitsschĂ€dlichem Alkoholkonsum bewahren soll. Das Projekt wird sowohl online als auch offline durchgefĂŒhrt. WĂ€hrend das Online-PrĂ€ventionsprogramm anonym ablĂ€uft, sollen speziell ausgebildete Peer-Berater Mitkommilitonen zu dem Risiko Alkoholkonsum informieren.

0
Bis dann soll das PrÀventionsprojekt etabliert sein
0 HS
(Hochschulen) sollen bundesweit beteiligt sein

Ein bundesweiter Einsatz des Projektes ist nach Ansicht von Ewald Muckrasch, Referent fĂŒr PrĂ€vention der Barmer in Baden-WĂŒrttemberg, durchaus gegeben, da der Alkoholkonsum unter Studierenden höher ausfĂ€llt, als bei Gleichaltrigen, die keine Hochschule besuchen.

Das Programm beruht auf der Vorlage der San Diego State University und wurde fĂŒr das Projekt der Hochschule Esslingen adaptiert. Dort wurde eCHECKUP Alkohol auch im Jahr 2015 als erstes eingefĂŒhrt.

Nicht immer werden klassische Hilfsangebote, in Form von Suchtberatung angenommen und genau dort setzt das Projekt eCHECKUP Alkohol an, um somit noch mehr junge Menschen fĂŒr das Thema zu sensibilisieren.

Die Krankenkasse Barmer unterstĂŒtzt die Forschung und die wissenschaftliche Begleitung im Hinblick auf das PrĂ€ventionsgesetz, um sie auf weitere Hochschulen im Bun­des­gebiet ĂŒbertragen zu können.

Wie erreichen PrÀventionsprogramme Menschen?

Um eine möglichst breite Informations­streuung hinsichtlich der angebotenen Leistungen sicherzustellen, ist es notwendig, verschiedene KanĂ€le zu nutzen. DafĂŒr eignen sich Informationsflyer, Zeitschriften, Webseiteninformationen, Hinweise durch kinderĂ€rztliches Personal oder Jugendamt-Mitarbeiter sowie soziale Medien.

Die Bevölkerung als wichtiger Multiplikator

Kernaussagen wie: „Stillen ist gesund“ oder „Beim Fahrradfahren Helm aufsetzen“ werden im Hinterkopf behalten und von Generation zu Generation weitergetragen. Diese Aussagen haben alle eines gemeinsam: Sie waren ursprĂŒnglich Teil einer Kampagne, die auf Gefahren oder auf gesundheitsfördernde Maßnahmen hinweisen sollte.

Kernaussagen, die sich an die Bevölkerung richten, sind fĂŒr die Gesundheitsförderung in den Lebenswelten unverzicht­bar. Sie sind an kein Alter gebunden. So können Aussagen wie: „Rauchen schadet der Gesundheit“ ebenso Schwangere, Eltern von jungen Kindern, Jugendliche sowie Auszu­bil­dende ansprechen und entsprechend sensibilisieren.

Wie können prĂ€ventive Maßnahmen finanziert werden?

Maßnahmen zur PrĂ€vention und zur Förderung der Gesundheit kosten Geld und sind auf zahlreiche Mitwirkende angewiesen.

Laut der Gesundheitsberichterstattung des Bundes sind insbesondere die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) und die öffentlichen Haushalte an der Finanzierung beteiligt. Aber auch die Unfallversicherung sowie private Haushalte und private Organisationen beteiligen sich an der Finanzierung von prĂ€ventiven Maßnahmen.

Projekte und Kampagnen, die zum Ziel haben, die Gesundheit in den unter­schiedlichen Lebenswelten zu fördern, werden hĂ€ufig ebenfalls durch lokale Sponsoren unterstĂŒtzt. Bei der Klasse 2000 beispielsweise, nehmen lokale Sport­vereine nicht selten eine große Rolle ein.

Mehr erfahren?

Was ist PrÀvention?
Gesundheitsförderung
PrÀventionskongress Bonn
Suchterkrankungen