//Beitragsbemessungsgrenze 2019: Liste aktuelle Rechengrößen
Beitragsbemessungsgrenze 2019: Liste aktuelle Rechengrößen2018-12-06T15:20:45+00:00

Aktuelle Beitragsbemessungsgrenze 2019
Neue Werte in der deutschen Krankenversicherung

Beitragsbemessungsgrenze 2019 / 2018

Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung bestimmt die maximal zu leistenden Versicherungsbeiträge und liegt im Jahre 2018 bei 4.425 € im Monat. Im Jahr 2019 steigt der Wert auf 4.537,50 €.

Eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze bewirkt für Gutverdiener eine Beitragserhöhung zur Krankenkasse, da sich der GKV-Höchstbeitrag in Abhängigkeit von diesem Grenzwert berechnet. Eine geringere Bemessungsgrenze bewirkt dagegen eine Absenkung des Maximalbeitrags.

Für den Wechsel zur privaten Krankenversicherung ist für Angestellte die aktuelle Versicherungs­pflicht­grenze entscheidend. Beide Grenzen werden jedes Jahr an die statistische Einkommensentwicklung des Vorjahres angepasst.

Themen auf dieser Seite

Tipp: Berechnung des Krankenversicherungsbeitrags

Beitragsbemessungsgrenze Versicherungspflichtgrenze
Grenze der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bis zu der Beiträge für die jeweilige Krankenkasse fällig werden. Einkommensgrenze, deren regelmäßige Überschreitung den Wechsel in eine private Krankenkasse (PKV) auch für Angestelle ermöglicht.
Werte für 2019: Werte für 2019:
54.450,00 Euro jährlich
4.537,50 Euro monatlich
60.750,00 Euro jährlich
5062,50 Euro monatlich
Werte für 2018: Werte für 2018:
53.100,00 Euro jährlich
4.425,00 Euro monatlich
59.400,00 Euro jährlich
4.950,00 Euro monatlich

Das Einkommen über der Bemessungsgrenze bleibt unberücksichtigt bei der Bemessung der Krankenkassenbeiträge. Im Bereich des privaten Krankenversicherungssystems ist die aktuelle Grenze lediglich relevant für den Basistarif und den Pflichtanteil des Arbeitgeberzuschusses. Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze waren bis 2003 identisch. Seitdem existieren zwei Grenzen zur Krankenversicherung.

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Bemessungsgrenzen für die Krankenversicherung bis 2018

Jeweils jährlich wird die Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenversicherung und Pflege­versicherung sowie auch andere Rechengrößen und Bezugsgrößen zur Sozial­versicherung an das durchschnittliche Bruttolohn-Niveau der Versicherten per Rechts­verordnung angepasst. Mit Veränderungen der Beitragsbemessungsgrenze kann folglich auch der Krankenkassenbeitrag steigen oder sinken.

Im Gegensatz zur Renten- und Arbeitslosenversicherung, für die in Ost- und West-Deutschland unterschiedliche Grenzwerte gelten, gilt die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung und Pflegeversicherung bundesweit.

Beitragsbemessungsgrenzen der letzten Jahre

Jahr jährlich monatlich Jahr jährlich monatlich
2018 53.100 € 4.425,00 € 2012 45.900 € 3.825,00 €
2017 52.200 € 4.350,00 € 2011 44.550 € 3.712,50 €
2016 50.850 € 4.237,50 € 2010 45.000 € 3.750,00 €
2015 49.500 € 4.125,00 € 2009 44.100 € 3.675,00 €
2014 48.600 € 4.050,00 € 2008 43.200 € 3.600,00 €
2013 47.250 € 3.937,50 € 2007 42.750 € 3.562,50 €

Bei den Bemessungsgrenzen zur Sozial­versicherung sind verschiedene Rechen­größen von Bedeutung. Die Einkommensgrenzen der Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Renten­versicherung sind dynamische Grenzen, die beeinflusst durch gesetzliche und wirtschaftliche Umstände jährlich neu berechnet werden müssen. Bei der Ermittlung spielt v.a. das Verhältnis der Entgelte des vergangenen gegen­über dem vorvergangenen Kalenderjahr eine Rolle. Wurden Sonder­zahlungen bezogen oder vollzog sich eine Tätigkeit nicht über das ganze Kalenderjahr, wird die Grenze anteilig berechnet.

Beitragsbemessungsgrenze Beispiel Berechnung Arbeitnehmer

Die jährliche Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) hat Einfluss auf die Höhe der zu zahlenden Beiträge für die Krankenversicherung. Anhand des nachfolgenden Beispiels, kann man gut erkennen, welche Auswirkungen das für Gutverdiener hat.

Arbeitnehmer

(Bruttogehalt)

2018

BBG 4.425,00 €

2019

BBG 4.537,50 €

2.500 € Beitragspflichtiges Einkommen = 2.500,00 €

Beitrag KV: 2.500 * 7,3 % = 182,50 € + voller ZB

Beitragspflichtiges Einkommen = 2.500,00 €

Beitrag KV: 2.500 * 7,3 % = 182,50 € + halber ZB

4.500 € Beitragspflichtiges Einkommen = 4.425,00 €

Beitrag KV: 4.425 * 7,3 % = 323,03 € + voller ZB

Beitragspflichtiges Einkommen = 4.500,00 €

Beitrag KV: 4.500 * 7,3 % = 328,50 € + halber ZB

6.000 € Beitragspflichtiges Einkommen = 4.425,00 €

Beitrag KV: 4.425 * 7,3 % = 323,03 € + voller ZB

Beitragspflichtiges Einkommen = 4.537,50 €

Beitrag KV: 4.537,50 * 7,3 % = 331,24 € + halber ZB

Legende: BBG = Beitragsbemessungsgrenze, KV = Krankenversicherung (ohne Pflegeversicherung), ZB = Zusatzbeitrag

Einfluss auf den Arbeitgeberanteil

Zudem spielt die Beitragsbemessungsgrenze (Krankenversicherung) bei der Höhe des Arbeitgeberzuschusses für Angestellte eine Rolle. Dieser setzt sich u.a. zusammen aus dem Arbeitgeberanteil zur KV (7,3 Prozent) und der Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Dabei ist es unerheblich, ob ein Arbeitnehmer gesetzlich oder privat versichert ist. Ab dem 1.1.2019 beteiligen sich Arbeitgeber hälftig an der Zahlung des Zusatzbeitrages der gesetzlichen Krankenkassen. Damit soll eine vollständige paritätische Finanzierung der Krankenkassenbeiträge für gesetzlich Versicherte erreicht werden.

Tipp

Arbeitnehmerbeitrag zur Krankenversicherung berechnen!

Weitere Informationen über die gesetzliche und private Krankenversicherung sowie die Beitragsberechnung im Überblick: Krankenversicherung für Angestellte

Bedeutung der Bemessungsgrenzen für die PKV

Seit 1. Januar 2009 müssen Privatanbieter einen brancheneinheitlichen Basistarif anbieten. In Bezug auf die Kosten und Leistungen gelten die gleichen Bedingungen wie in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Aufnahme von Neukunden in diesem Tarif ist für die PKV-Anbieter verpflichtend und muss zudem ohne vorherige Gesundheitsprüfung erfolgen.

Auch der Beitrag im Basistarif ist an die Beitragsbemessungsgrenze zur Krankenversicherung gekoppelt und damit auch an den GKV-Höchstbeitrag. Maximal zu leistender Beitrag im Basistarif: 690,31 Euro (2018). Allerdings steht der Basistarif häufig in der Kritik, weil er aufgrund der Preisbindung zu teuer ist. Viele andere Tarife leisten mehr und kosten weniger (PKV Test-Übersicht).

Gesetzliche Grundlage

RechtDas Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlicht die jeweils aktuellen Bezugs- und Rechengrößen zur Sozialversicherung immer zum Ende eines jeden Jahres im Bundesgesetzblatt. Meist sind die spezifischen Grenzen aber auch schon vorher als sogenannte Verwaltungsvorschriften online abrufbar. Bevor die Beitragsbemessungs- und Jahresentgeltgrenzen des neuen Jahres aber endgültig veröffentlicht werden können, müssen sie in letzter Instanz noch vom Bundesrat beschlossen werden. Mit Änderungen ist hier aber meist nicht mehr zu rechnen.

Die Beitragsbemessungsgrenze hat auch Auswirkungen auf die Beitragshöhe von Familien. Zurückzuführen ist dies u.a. auf die jeweilige Aufteilung der Erwerbs­arbeit. Liegen Familien­einkommen über der aktuellen Grenze entstehen in Ein- und in Zwei­verdiener­ehen unterschiedlich hohe Beiträge.

Bei der Diskussion um die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung stellt die Beitragsbemessungsgrenze immer wieder einen Streitpunkt dar. Ihre Anhebung ist eine Option um die Einkommensseite der GKV zu verbessern. So fordern Bündnis 90/Die Grünen beispielsweise eine Bürger­versicherung mit einer Absenkung des Mindestbeitrags. Die Linke wünschen sich dagegen eine gänzliche Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze und damit das unbeschränkte Solidarprinzip („Jeder nach seiner wirtschaftlichen Leistungs­fähigkeit“) in der GKV.

Beitragsbemessungsgrenze für Selbständige 2019

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Mindestbemessungsgrenze 2019
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Beitragsbemessungsgrenze 2019

Ab Januar 2019 entfällt die bisher separate Regelung für Existenzgründer und Härtefälle sowie die Mindestbemessungsgrenze für hauptberuflich Selbständige. Für alle Selbständigen, die freiwillig gesetzlich versichert sind, gilt dann eine einheitliche Mindestbemessungsgrenze in Höhe von 1038,33 €/Monat. Die Höhe der Beiträge wird anhand der beitragspflichtigen Einnahmen festgelegt. Für den maximalen Kranken­­versiche­rungsbeitrag gilt weiterhin die allgemeine Beitragsbemessungsgrenze. Diese liegt 2019 bei 4.537,50 € im Monat bzw. 54.450,00 € im Jahr.  Somit zahlen haupt­beruflich Selbständige 2019 folgenden Mindest- bzw. Maximalbeitrag im Monat:

Freiwillige GKV  (monatl.) 2018 Neu ab 2019
hauptberuflich Selbständige

14,6 % + ZB

Mindestbeitrag:
333,43 € + ZB
Maximalbeitrag:
646,05 € + ZB
Mindestbeitrag:
151,60 € + ZB
Maximalbeitrag:
662,48 € + ZB
Existenzgründer
Härtefälle

14,6 % + ZB

Mindestbeitrag:
222,29 € + ZB
Maximalbeitrag:
646,05 € + ZB
Mindestbeitrag:
151,60 € + ZB
Maximalbeitrag:
662,48 € + ZB

Legende: GKV = gesetzliche Krankenversicherung, ZB = Zusatzbeitrag der jeweiligen Krankenkasse

Beitragsberechnung für Selbständige bis 2018

Bis Ende 2018 wurden hauptberuflich Selbständige und Existenzgründer bzw. Härtefälle noch gesondert berechnet.

Mindestbemessungsgrenzen für 2018 (monatl.):

  • hauptberufl. Selbständige: 2.283,75 €
  • Existenzgründer/Härtefall: 1.522,50 €

Beitragsbemessungsgrenze 2018

  • 4.425,00 € monatlich

Hintergrund: Bemessungsgrenzen in der Sozialversicherung

Die Festlegung der Beitragsbemessungsgrenzen folgt dem innerhalb der Sozialversicherung geltenden Solidarprinzip:

  • Beitragshöhe richtet nach der Leistungsfähigkeit des Versicherten
  • Orientierung des Leistungsanspruchs an der Bedürftigkeit und nicht am individuellen Risiko eines Versicherungsnehmers
  • Versicherungs- und Beitragspflicht kraft Gesetzes (SGB V)

Gutverdiener bzw. Einkommensstarke zahlen dementsprechend für Versicherte mit niedrigerem Lohnniveau mit – allerdings nur innerhalb gewisser Grenzen. Einkommen über diesen Bemessungsgrenzen gelten als unantastbar. Auch in Österreich bedient man sich eines solchen Modells. Die sogenannte „Höchstbeitragsgrundlage“ deckelt hier die Beiträge zur österreichischen Sozialversicherung.

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