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Gesetzliche Krankenversicherung: Korrekte Kündigung der Kasse 2017-12-12T19:39:18+00:00

Richtige Kündigung der Mitgliedschaft bei der Krankenkasse

Entscheidet sich der Versicherte für die Kündigung der Krankenkasse, weil er zu einer anderen Krankenkasse oder zur privaten Krankenversicherung wechseln möchte, müssen bestimmte verwaltungstechnische und gesetzliche Regelungen beachtet werden.

In Deutschland besteht Kranken­versicherungs­pflicht sowie das Verbot der mehrfachen Krankenvollversicherung. Demnach ist das Austreten aus einer Kranken­versicherung nur möglich, sofern ein lückenloser Versicherungs­schutz garantiert und gleichzeitig eine Überversicherung vermieden wird. Werden jedoch die vorgegebenen Fristen und Richtlinien eingehalten, ist das Kündigen in der Regel problemlos.

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Die Krankenkasse in zwei Schritten kündigen

Grundsätzlich unterscheidet man im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zwischen folgenden Arten des Kündigens und den entsprechenden Kündigungsfristen:

Kündigungsart Bedingung Kündigungsfrist
ordentliche Kündigung Mindestbindungszeit von 18 Monaten wurde erfüllt zwei Monate bis zum Monatsende*
außerordentliche Kündigung sofern die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt oder erstmalig erhöht bzw. bereits angekündigte Prämien einstellt oder reduziert zwei Monate bis zum Monatsende*, Mindestbindungszeit muss nicht erfüllt sein

*Beispiel: Wenn die Mitgliedschaft in der neuen Kasse am 01.10. beginnen soll, so muss bei der alten Kasse bis spätestens 31.07. gekündigt werden.

Wie gehe ich bei der Kündigung vor?

1. Beendigung der Mitgliedschaft in der alten Krankenkasse

  • Kündigung muss schriftlich per Postweg, Einschreiben oder Fax erfolgen
  • Im Kündigungsschreiben den gewünschten Kündigungszeitpunkt angeben und Kündigungsbestätigung anfordern
  • Kündigungsbestätigung muss spätestens nach 14 Tagen von der Krankenkasse an den Versicherten gesendet werden

2. Vertragsende wirksam werden lassen

  • Kündigungsbestätigung mit dem unterschriebenen Antragsformular an die neue Krankenversicherung senden

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AchtungVorsicht bei Versicherten in einem Wahltarif: Hier beträgt die Mindestbindungszeit meist drei Jahre. Erst nach Ablauf dieser Frist ist ein ordentliches Vertragsende bei der Krankenkasse möglich!

Die 18-monatige Bindungsfrist im Wahltarif gilt nicht, sofern:

Die Krankenkasse richtig kün­di­gen – Was zu beachten ist

InformationDie Mitgliedschaft in einer neuen Kranken­versicherung ist nur möglich, sofern die Kündigungs­bestätigung der alten Krankenkasse vorliegt. Damit soll vermieden werden, dass sich Versicherte vorsorglich bei mehre­ren Krankenkassen gleichzeitig anmelden. Die Kündigung wird zudem nur wirksam, sofern zwischen dem Austritt aus der alten Krankenkasse und der Aufnahme in die neue Kranken­kasse maximal zwei Mona­te liegen. Damit soll die Einhaltung der gesetzlichen Kranken­versicherungs­pflicht sichergestellt werden.

Das Sonderkündigungsrecht richtig nutzen

Durch die Einführung des Gesundheitsfonds seit dem 1. Januar 2009 gelten neue Bestimmungen für das außerordentliche Kündigungsrecht in der gesetzlichen Kranken­kasse. Sofern die Kran­ken­kasse erstmalig einen Zusatzbeitrag erhebt oder diesen erhöht, besitzt der Kunde das Recht einer Sonderkündigung und kann somit die Kranken­­kasse auch vor Ablauf der Mindest­­vertragslaufzeit verlassen. Dieses Recht gilt gleichermaßen, sofern Zahlungen von Prämien plötzlich eingestellt oder reduziert werden.

Die Krankenkasse ist verpflichtet den Versicherten einen Monat vor Erhebung des Zusatzbeitrages beziehungsweise Kürzung der Prämie zu informieren und auf das Sonderkündigungsrecht zu verweisen. Für eine Sonderkündigung müssen Versicherte folgende Fristen beachten:

  • Die alte Krankenkasse kann maximal bis zwei Monate nach Ankündigung des Extrabeitrags gekündigt werden. Spätester Kündigungstermin ist der Tag, an dem der zusätzliche Betrag erstmalig fällig wird (meist der 15. eines Monats)
  • Auch bei einer Sonderkündigung gilt: Zwischen dem Austreten aus der alten Krankenkasse und der Aufnahme in die neue Krankenkasse dürfen maximal zwei Monate liegen.

Des Weiteren gelten folgende Regelungen hinsichtlich einer Sonderkündigung:

  • Die Krankenkasse ist verpflichtet, den Versicherten spätestens einen Monat vor der Erhebung des Zusatzbeitrages über das Sonder­kündigungs­recht zu informieren
  • Ein formloses Schreiben mit Angabe des Kün­digungsdatums und des Namens genügt
  • Während einer laufenden Kündigung ist der Versicherte vom Zusatzbeitrag nicht befreit.