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Gesetzliche Krankenversicherung: Kündigung der Krankenkasse erklärt 2018-01-20T15:22:13+00:00

Richtige Kündigung der Mitgliedschaft bei der Krankenkasse

Entscheidet sich der Versicherte für die Kündigung der Krankenkasse, weil er zu einer anderen gesetzlichen Krankenkasse oder zur privaten Krankenversicherung wechseln möchte, müssen bestimmte verwaltungstechnische und gesetzliche Regelungen beachtet werden.

In Deutschland besteht Kranken­versicherungs­pflicht sowie das Verbot der mehrfachen Krankenvollversicherung. Demnach ist das Austreten aus einer Kranken­versicherung nur möglich, sofern ein lückenloser Versicherungs­schutz garantiert und gleichzeitig eine Überversicherung vermieden wird. Werden jedoch die vorgegebenen Fristen und Richtlinien eingehalten, ist das Kündigen in der Regel problemlos.

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Kündigung: Was zu beachten ist
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Die Krankenkasse in zwei Schritten kündigen

Grundsätzlich unterscheidet man im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zwischen folgenden Arten des Kündigens und den entsprechenden Kündigungsfristen:

Kündigungsart Bedingung Kündigungsfrist Krankenkasse
ordentliche Kündigung Mindestbindungszeit von 18 Monaten wurde erfüllt zwei Monate bis zum Monatsende*
außerordentliche Kündigung sofern die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt oder erstmalig erhöht bzw. bereits angekündigte Prämien einstellt oder reduziert zwei Monate bis zum Monatsende*, Mindestbindungszeit muss nicht erfüllt sein

*Beispiel: Wenn die Mitgliedschaft in der neuen Kasse am 01.10. beginnen soll, so muss bei der alten Kasse bis spätestens 31.07. gekündigt werden.

Wie gehe ich bei der Kündigung vor?

1. Beendigung der Mitgliedschaft in der alten Krankenkasse

  • Kündigung muss schriftlich per Postweg, Einschreiben oder Fax erfolgen
  • Im Kündigungsschreiben den gewünschten Kündigungszeitpunkt angeben und Kündigungsbestätigung anfordern
  • Kündigungsbestätigung muss spätestens nach 14 Tagen von der Krankenkasse an den Versicherten gesendet werden

2. Vertragsende wirksam werden lassen

  • Kündigungsbestätigung mit dem unterschriebenen Antragsformular an die neue Krankenversicherung senden

AchtungVorsicht bei Versicherten in einem Wahltarif: Hier beträgt die Mindestbindungszeit meist drei Jahre. Erst nach Ablauf dieser Frist ist ein ordentliches Vertragsende bei der Krankenkasse möglich!

Die 18-monatige Bindungsfrist im Wahltarif gilt nicht, sofern:

Rechenhilfe – Krankenkasse Kündigungsfrist

Sie kündigen im Ihre Mitgliedschaft endet zum
Januar 31. März
Februar 30. April
März 31. Mai
April 30. Juni
Mai 31. Juli
Juni 31. August
Juli 30. September
August 31. Oktober
September 30. November
Oktober 31. Dezember
November 31. Januar
Dezember 28. Februar (29. Februar in Schaltjahren)

Die Krankenkassen Kündigungsfrist zum übernächsten Kalendermonat gilt sowohl für die ordentliche als auch für die außerordentliche Kündigung!

Zum Vergleich hier noch die Kündigungsfristen und Regelungen in der privaten Krankenversicherung.

Die Gesetzliche Krankenkasse richtig kün­di­gen – Was zu beachten ist

InformationDie Mitgliedschaft in einer neuen Kranken­versicherung ist nur möglich, sofern die Kündigungs­bestätigung der alten Krankenkasse vorliegt. Damit soll vermieden werden, dass sich Versicherte vorsorglich bei mehre­ren Krankenkassen gleichzeitig anmelden. Die Kündigung wird zudem nur wirksam, sofern zwischen dem Austritt aus der alten Krankenkasse und der Aufnahme in die neue Kranken­kasse maximal zwei Mona­te liegen. Damit soll die Einhaltung der gesetzlichen Kranken­versicherungs­pflicht sichergestellt werden.

Krankenkasse kündigen

  • Kündigen sie ihrer aktuellen Krankenkasse schriftlich.
  • Die Mitgliedschaft in der GKV kann mit einer Frist von 2 Monaten zum Ende des übernächsten Monats gekündigt werden.
  • Beantragen Sie die Mitgliedschaft bei der neuen Krankenkasse, diese braucht dazu die offizielle Kündigungsbestätigung.

Das Sonderkündigungsrecht richtig nutzen

Durch die Einführung des Gesundheitsfonds seit dem 1. Januar 2009 gelten neue Bestimmungen für das außerordentliche Kündigungsrecht in der gesetzlichen Kranken­kasse. Sofern die Kran­ken­kasse erstmalig einen Zusatzbeitrag erhebt oder diesen erhöht, besitzt der Kunde das Recht einer Sonderkündigung und kann somit die Kasse auch vor Ablauf der Mindest­­vertragslaufzeit verlassen. Dieses Recht gilt gleichermaßen, sofern Zahlungen von Prämien plötzlich eingestellt oder reduziert werden.

Die Krankenkasse ist verpflichtet den Versicherten einen Monat vor Erhebung des Zusatzbeitrages beziehungsweise Kürzung der Prämie zu informieren und auf das Sonderkündigungsrecht zu verweisen. Für eine Sonderkündigung müssen Versicherte folgende Fristen beachten:

  • Die alte Krankenkasse kann maximal bis zwei Monate nach Ankündigung des Extrabeitrags gekündigt werden. Spätester Kündigungstermin ist der Tag, an dem der zusätzliche Betrag erstmalig fällig wird (meist der 15. eines Monats)
  • Auch bei einer Sonderkündigung gilt: Zwischen dem Austreten aus der alten Krankenkasse und der Aufnahme in die neue Krankenkasse dürfen maximal zwei Monate liegen.

Des Weiteren gelten folgende Regelungen hinsichtlich einer Sonderkündigung:

  • Die Krankenkasse ist verpflichtet, den Versicherten spätestens einen Monat vor der Erhebung des Zusatzbeitrages über das Sonder­kündigungs­recht zu informieren
  • Ein formloses Schreiben mit Angabe des Kün­digungsdatums und des Namens genügt
  • Während einer laufenden Kündigung ist der Versicherte vom Zusatzbeitrag nicht befreit.