Private Krankenversicherung Anwartschaft – klein vs. groß


In bestimmten Fällen kann es vorkommen, dass eine private Krankenversicherung (PKV) in einem gewissen Zeitraum nicht gebraucht wird. Würde man für diese Zeitspanne die private Krankenversicherung kündigen, hätte dies jedoch negative Folgen: Die Altersrückstellung würde entfallen und der Betroffene hätte bei Wiedereintritt in die Krankenversicherung erheblich höhere Beiträge zu zahlen.

Eine Anwartschaft ist insbesondere für Personen empfehlenswert, die in absehbarer Zeit planen in die PKV einzutreten, momentan aber noch daran gehindert sind. Hier besteht die Möglichkeit vorab eine Anwartschaftsversicherung abzuschließen.

Darüber hinaus kann die Anwartschaft auch mögliche Nachteile (z.B. Gesundheitsprüfung oder höheres Eintrittsalter) für Versicherte bei der Rückkehr oder dem tatsächlichen Eintritt in die PKV vermeiden. Die Anwartschaftsversicherung bezieht sich auf folgende Zeiträume: Die Anwartschaftsversicherung ist eine spezielle Tarifform, bei der dem Anwärter ein Versicherungsschutz im Voraus zugesichert wird, selbst wenn sich sein Gesundheitszustand verschlechtern sollte.

Definition der Anwartschaft


In der Zeit der Anwartschaft zahlt der Versicherte einen geringen Beitrag mit dem bei der großen Anwartschaft weiterhin die Altersrückstellung aufgebaut werden kann, also der Gesundheitszustand und das Eintrittsalter abgesichert werden und alle Verwaltungskosten gedeckt sind. Bei der kleinen Anwartschaft wird nur der Gesundheitszustand abgesichert, aber keine Altersrückstellungen aufgebaut. Zusätzlich verpflichten sich die Vertragspartner (Versicherung und Versicherter), dass alle ursprünglichen Rechte und Pflichten ruhen. Daher wird die Anwartschaftsversicherung auch Ruheversicherung genannt. Man unterscheidet die kleine Anwartschaft und die große Anwartschaft.

Zielgruppen

Anwartschaftsversicherung Kleine Große
Zeitraum bei kurzer Dauer der Anwartschaft bzw. wenn bereits Beitragsvorteile durch die Altersrückstellung bestehen erstreckt sich meist über mehrere Jahre
Beiträge bei Umstellung in den privaten Volltarif Versicherter zahlt wieder den günstigeren Beitrag Entrichtung des altersgerechten Beitrags
erneute Gesundheitsprüfung keine keine
Beitragskalkulation mit neuem Eintrittsalter mit ursprünglichem Eintrittsalter

Das Anwartschaftsdeckungsverfahren


Grundlage für die Altersrückstellung bildet das sogenannte Anwartschafts­deckungs­verfahren. Der Versicherungsbeitrag bleibt durch dieses Kalkulationsverfahren in der Regel über die Versicherungsdauer konstant. Ausschließlich unerwartete Entwicklungen bei Änderungen im Gesundheitsbereich können eine Beitragsanpassung notwendig machen. Dazu zählen:

  • die Kosteninflation im Gesundheitswesen
  • oder Kostensteigerungen durch eine allgemein gestiegene Lebenserwartung

Tipp


Kosten der Anwartschaftsversicherung im VergleichDie Höhe des Beitrags zur Anwartschaftsversicherung richtet sich in der Regel nach einem bestimmten Prozentsatz des üblichen Beitrags zur privaten Krankenvollversicherung. Dabei sind die Kosten für eine große Anwartschaft meist höher als für eine kleine Anwartschaft. Der Grund: Hier orientiert sich der später zu leistende Beitrag stets an dem Datum der Anwartschaftsversicherung und führt daher zu einem höheren Beitrag.

Genauso wie beim Abschluss einer privaten Krankenvollversicherung empfiehlt sich auch bei der Wahl einer privaten Anwartschaftsversicherung ein umfassender Vergleich der Unternehmen.

Anwartschaftsversicherung im Test


Um die Anwartschaftsversicherung mit dem persönlich besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden, können Testberichte eine zusätzliche Entscheidungshilfe für Verbraucher darstellen. Beispielsweise führen der Stiftung Warentest Ableger “Finanztest” oder auch “Focus Money” regelmäßige Tests der PKV-Anbieter durch.

Aktuelle Testsieger der PKVOptionstarife


Sogenannte Optionstarife funktionieren ähnlich wie die An­wart­schaft, auch hier wird für einen späteren Eintritt in die PKV vorgesorgt. In der Regel legt man sich nur auf den Versicherer fest, während bei der Anwartschaft bereits ein bestimmter Tarif, auf den dann die Anwart­schaft besteht, ausgewählt wird. Bei Options­tarifen werden keine Alters­rück­stellungen aufgebaut, sie sind daher eine günstige Möglichkeit, sich den späteren Eintritt in die private Krankenvollversicherung zu ermöglichen.
Optionstarife können auch mit Zusatz­versicherungen gekoppelt sein, sodass bereits in der Zeit vor Abschluss der privaten Krankenvollversicherung Anspruch auf Leistungen aus der Versicherung besteht.

Weitere Tipps der Redaktion