Die Praxisgebühr der gesetzlichen Krankenkassen

Seit 2004 mussten gesetzlich Versicherte ab dem 18. Lebensjahr einmal im Quartal beim Arzt, Zahnarzt, Psychotherapeuten und kassenärztlichen Notdienst eine pauschale Zuzahlung von 10 Euro leisten. Für einige Personen war eine Befreiung möglich. Die damalige Regierung hoffte, dass Patienten so seltener zum Arzt gehen. Da dieser Effekt nicht eintrat, wurde die Praxisgebühr zum 01. Januar 2013 wieder abgeschafft.

Die Praxisgebühr wurde im Zuge der Gesundheitsreform am 1. Juli 2004 von der Bundesregierung eingeführt, um eine neue Einkommensquelle für die gesetzliche Krankenversicherung zu schaffen.

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Themen auf dieser Seite

  • Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft
  • zwei Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt, sofern sich keine Behandlung anschließt
  • Krebsfrüherkennungsuntersuchungen für Frauen und Männer
  • Gesundheits-Check ab dem 35. Lebensjahr (alle zwei Jahre für gesetzlich Krankenversicherte)
  • Schutzimpfungen – insbesondere gegen Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Mumps, Masern, Röteln, Keuchhusten, Influenza, Hirnhauterreger (keine Reiseprophylaxe)

Die Befreiung von der Praxisgebühr galt nicht, sofern aufgrund des Befundes weitere Diagnosen oder Therapiemaßnahmen notwendig wurden. In diesem Fall musste der Versicherte wie herkömmlich zehn Euro an den Hausarzt zahlen und sich die entsprechenden Überweisungen ausstellen lassen.

Von der Steuer absetzen

Da die Praxisgebühr nicht als Kassenbeitrag, sondern rechtlich als Vorsorgeaufwendung zu bewerten war, handelte es sich bei der Gebühr um außergewöhnliche Belastungen im Sinne des § 33 EStG. Somit war die Praxisgebühr steuerlich absetzbar (Verfügung der OFD Frankfurt vom 15.11.2004, DB 2004 S. 2782). Steuermindernd war die Praxisgebühr allerdings nur, sofern die Summe der außergewöhnlichen Belastungen die zumutbare Belastung des Versicherten überschritt.

Debatte um Abschaffung

Statistiken beweisen: Das eigentliche Ziel der Praxisgebühr, unnötige Arztbesuche zu vermeiden und das Kostenbewusstsein der Versicherten zu steigern, wurde verfehlt. Daher und wegen der guten finanziellen Lage der gesetzlichen Krankenkassen wurde die Abschaffung der Gebührschließlich durchgesetzt. Auch viele Ärzte stellten sich gegen die Praxisgebühr, da sie dem Vertrauenverhältnis zwischen Arzt und Patienten schade.

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