//Berufsunfähigkeit: So stellen Sie den Antrag auf Leistungen richtig
Berufsunfähigkeit: So stellen Sie den Antrag auf Leistungen richtig 2017-09-29T22:09:01+00:00

Berufsunfähigkeitsversicherung: Antrag stellen und einreichen

Antrag stellen

Natürlich steht niemand morgens auf und weiß, dass er genau jetzt berufsunfähig wird. Berufsunfähigkeit ist ein Prozess, ein schleichender meist dazu, bis irgendwann festgestellt wird, dass Sie zumindest vorübergehend nicht in den Job zurückkönnen. Trotzdem sollten Sie aktiv werden, wenn sich eine Berufsunfähigkeit abzeichnet:

  • Sammeln Sie Ihre Krankenunterlagen zusammen.
  • Dokumentieren Sie, warum Sie Ihren Job nicht mehr ausüben können.
  • Stellen Sie schließlich einen Antrag beim Versicherer.
  • Suchen Sie sich einen kompetenten Beistand, der mit dem Versicherer kommuniziert.

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Die Unterlagen zum Leistungsantrag

Wenn Sie einen Leistungsantrag stellen, wird die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlreiche Unterlagen von Ihnen haben wollen – unter anderem werden Sie die folgenden Papiere und Belege beibringen müssen:

  • Erklärung über das die BU auslösende Ereignis, zum Beispiel Beschreibung der Erkrankung oder eines Unfallherganges
  • Berichte der behandelnden Ärzte, aus denen der Status quo der Erkrankung sowie die Prognose zum Krankheitsverlauf hervorgeht.
  • Feststellung des Grades der BU durch die Ärzte inkl. voraussichtliche Dauer
  • Darstellung Ihrer beruflichen Tätigkeit zum Zeitpunkt des Eintritts der Erkrankung

Denken Sie daran: Die Unterlagen zum Leistungsantrag entscheiden darüber, ob Sie Ihre Berufsunfähigkeitsrente erhalten. Füllen Sie die Unterlagen deshalb unbedingt sorgfältig aus, und lassen Sie sich dabei von Experten wie Ihrem Makler oder einem Versicherungsberater unterstützen. Einmal falsch gemachte Angaben lassen sich nur schwer wieder aus der Welt schaffen.

Tipp: Stellen Sie einen Leistungsantrag erst dann, wenn Sie Ihre Unterlagen zusammengestellt haben – sonst setzen Sie sich durch Fristen der Versicherer unnötig unter Druck. Die Rente wird ohnehin in der Regel rückwirkend gezahlt – nur wenn eine Rentenzahlung die Meldung der BU voraussetzt, ist Eile geboten.

Werden Sie nicht emotional

TippVon der Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente hängt vieles ab – gleichzeitig befinden sich die Betroffenen in einer gesundheitlich angespannten Situation. Die Folge sind oft Leistungsanträge, die weniger als technischer Vorgang gesehen werden, die sie ja nun einmal sind – sondern die sehr emotional angegangen werden. Das betrifft den Umgang mit dem Versicherer genauso wie die Schilderungen von Krankheiten und der beruflichen Tätigkeit – hier neigen Versicherte zu Übertreibungen und Ausschmückungen, die ihnen aber auf die Füße fallen, wenn Arzt und Arbeitgeber etwas völlig anderes berichten.

Deshalb der Tipp: Nehmen Sie sich unbedingt einen Beistand beim Leistungsantrag, der auch die Korrespondenz und Kommunikation mit der Versicherung führt – bleiben Sie im Hintergrund, und konzentrieren Sie sich auf Ihre Gesundung.

Der Leistungsantrag und die Schweigepflichtentbindung

Wenn Sie einen Leistungsantrag stellen, wird Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung mit Ihren behandelnden Ärzten Kontakt aufnehmen. Rechtliche Basis dafür ist eine Schweigepflichtentbindung, die Sie bereits bei Antragstellung unterschrieben haben. Und es ist wichtig, dass Sie bei Antragstellung bereits darauf achten, welche Art von Schweigepflichtentbindung Sie abgeben.

Umfassende Schweigepflichtentbindung: Ihr Versicherer darf alle Ärzte ansprechen, ohne dass vorab mit Ihnen geklärt wird, welcher Arzt kontaktiert wird.

Beschränkte Schweigepflichtentbindung: Ihr Versicherer darf Ihre Ärzte ansprechen, muss aber für jede Anfrage vorab Ihr Einverständnis einholen.

Im Antrag sollten Sie die Entbindung von der Schweigepflicht niemals umfassend erklären – Sie sollten immer mit der beschränkten Erklärung sicherstellen, dass Sie „Herr Ihrer Gesundheitsdaten“ bleiben und genau wissen, welchen Ihrer Ärzte die Versicherung im Leistungsfall ansprechen will. So haben Sie auch die Möglichkeit, mit dem Arzt vorab zu besprechen, was er gegenüber der Versicherung erklären wird.

Umfassende Schweigepflichtentbindung

Umfassende Schweigepflichtentbindung

Ihr Versicherer darf alle Ärzte ansprechen, ohne Sie zu informieren, welcher Arzt kontaktiert wird.

Beschränkte Schweigepflichtentbindung

Beschränkte Schweigepflichtentbindung

Ihr Versicherer darf Ihre Ärzte ansprechen, muss aber für jede Anfrage vorab Ihr Einverständnis einholen.

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Ihre berufliche Situation

Icon BUVersichert ist in der Berufsunfähigkeitsversicherung immer die konkrete Tätigkeit, die Sie bei Eintritt Ihrer Berufsunfähigkeit ausgeübt haben. Entsprechend interessiert sich die Berufsunfähigkeitsversicherung natürlich detailliert für Ihren zuletzt ausgeübten Job – denn ein Dachdecker wird mit einem steifen Knie kaum noch arbeiten können, ein Buchhalter dagegen schon. Es ist also sinnvoll, der Berufsunfähigkeitsversicherung die Tätigkeit genau zu beschreiben – denn eine detaillierte Beschreibung wird leicht aufzeigen, warum Sie berufsunfähig sind.

Tipp: Es hat sich in der Praxis bewährt, dass Sie Ihre beruflichen Tätigkeiten genau auflisten – inklusive Zeitumfang und dem Grund, weshalb Sie die Einzeltätigkeit nicht mehr ausüben können.

Tipp: Vorsicht, Telefonanruf!

Berufsunfähigkeitsversicherungen rufen bei einem Leistungsantrag die Betroffenen oft an, um fehlende Informationen zu erhalten – geben Sie aber am besten am Telefon überhaupt keine Auskunft, sondern bitten Sie darum, dass Fragen schriftlich gestellt werden. Denn mündliche Antworten werden Sie in vielen Fällen ohne Rücksprache mit Experten oder auch Ihrem Arzt schlechter stellen, weil der Versicherer Ihre Antwort in seinem Sinne auslegen und aktenkundig machen wird.