Kakaonibs – Roher Kakao als Superfood

Bereits die Inkas wussten den Kakaobaum und seine Bohnen zu schĂ€tzen, er galt sogar als etwas Göttliches. Die Maya-Kulturen waren wohl die ersten, die Kakao gezielt fĂŒr den Verzehr anbauten. Die Mayas wussten auch bereits ĂŒber Fermentation und Trocknung Bescheid. Verzehrt wurde der Kakao oder die “Kakaonibs” damals in flĂŒssiger Form. FĂŒr die StĂ€mme der Azteken war der Wert des Kakaos höher als Gold, weshalb er sogar in SĂŒdamerika als Tausch- und Zahlungsmittel galt. Nach Europa, genauer gesagt nach Spanien, fand die Kakaobohne ihren Weg, nachdem Kolumbus 1502 nach Mittelamerika gelangte. Die Spanier waren auch die ersten, die begannen, Kakao zu sĂŒĂŸen und Vanille beizumischen.

Der Kakaobaum ist eine Pflanze mit hohen AnsprĂŒchen an Klima und Boden, die nahe des Äquators in tropischen Gebieten wĂ€chst, die Hauptanbaugebiete stellen die ElfenbeinkĂŒste, Ghana und Indonesien dar. Der Baum kann eine Höhe von bis zu 15 Metern erreichen. Der Kakaobaum entwickelt eine Vielzahl an BlĂŒten, aber nur aus einem Bruchteil entwickeln sich auch FrĂŒchte. Die 15 bis 20 cm langen FrĂŒchte haben eine Ă€ußerst harte Schale, unter der sich fĂŒnf Samenreihen befinden. 30 bis 60 Samen (Kakaobohnen) umfasst eine Frucht. Umgeben sind diese Samen vom Fruchtfleisch, der Pulpa, der in Brasilien zur Herstellung von Saft verwendet wird. Die Kakaobohnen sind relevant zur Gewinnung von Kakaomasse, Pulver und Kakaobutter.

Was sind Kakaonibs?

In diesem Zusammenhang liest man immer wieder von Kakao in seiner ursprĂŒnglichsten Form. Kakaonibs sind StĂŒcke von geschĂ€lten, rohen Kakaobohnen, die anschließend getrocknet und fermentiert werden. Nur in dieser Form wird Kakao als „Superfood“ bezeichnet. FĂŒr Trinkkakao und Schokolade werden die Bohnen derart erhitzt, dass die wichtigen NĂ€hrstoffe darin verlorengehen. Die Verarbeitungstemperatur von Rohkakao darf allerdings nie 42 °C ĂŒbersteigen.

Welche Inhaltsstoffe / NĂ€hrwerte stecken in Rohkakao?

Hier haben wir eine SchnellĂŒbersicht ĂŒber NĂ€hrwerte und Inhaltsstoffe fĂŒr den besseren Überblick. In 100 g Rohkakaopulver am Beispiel des Herstellers „Dragon Superfoods“ gibt es folgende NĂ€hrwertangaben:

Energie (kJ): 1792 kJ
Energie (kcal): 428.288 kcal
Fett: 9 Gramm
Kohlenhydrate: 64 Gramm (davon nur ca. 1 g Zucker)
Eiweiß: 18 Gramm

Die NĂ€hrwerte setzen sich bei Kakao folgendermaßen zusammen:

  • 54,0 % Kakaobutter (Fett)
  • 11,5 % Eiweiß
  • 9,0 % Cellulose
  • 7,5 % StĂ€rke und Pentosane
  • 6,0 % Gerbstoffe (z. B.: Tannin) und farbgebende Bestandteile
  • 5,0 % Wasser
  • 2,6 % Mineralstoffe und Salze
  • 2,0 % organische SĂ€uren und Geschmackstoffe
  • 1,2 % Theobromin
  • 1,0 % verschiedene Zucker
  • 0,2 % Koffein
  • Diverse Spurenelemente & Vitamine

Besonderheit: Roher Kakao enthĂ€lt eine ordentliche Portion Magnesium: Auf 100 g Kakao kommen ganze 499 mg Magnesium (Quelle: USDA)! Warum Magnesium positiv fĂŒr den menschlichen Organismus ist, zeigt uns ein zusammenfassender Auszug aus dem Amtsblatt der europĂ€ischen Union:

Magnesium trĂ€gt zur Verringerung von MĂŒdigkeit und ErmĂŒdung, zum Elektrolytgleichgewicht, zu einem normalen Energiestoffwechsel, zu einer normalen Funktion des Nervensystems, zu einer normalen Muskelfunktion, sowie zu einer normalen Eiweißsynthese bei. Außerdem trĂ€gt Magnesium noch zu einer normalen psychischen Funktion, zur Erhaltung normaler Knochen und zur Erhaltung normaler ZĂ€hne bei.

NatĂŒrliche Quelle fĂŒr Magnesium

Das heißt, will man Magnesium natĂŒrlich substituieren, kann man auf BIO-Kakaonibs zurĂŒckgreifen, bestenfalls ohne Zuckerzusatz. Gerade Sportler dĂŒrften hier profitieren. Über das FrĂŒhstĂŒcksmĂŒsli gestreut passt es hervorragend, und man entgeht auch der abfĂŒhrenden Nebenwirkung, die MagnesiumprĂ€parate oftmals mit sich bringen.

Neben Magnesium liefert Rohkakao auch noch einen weiteren wichtigen NĂ€hrstoff, nĂ€mlich Kalzium. Und zwar minimal mehr als in der Milch steckt sogar! Konkret: 100 ml Milch enthalten 125 mg Kalzium. 100 g Rohkakao enthalten allerdings 128 mg Kalzium laut USDA. Auch dieser Anteil ist demnach nicht zu verachten und sicherlich insbesondere fĂŒr Veganer interessant.

Fette

Schließlich sind im Kakao auch ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren (rund 33%) vorhanden. Damit der Körper seiner TĂ€tigkeit nachgehen kann, braucht er „Treibstoff“ in Form von Energie. Diese Energie liefern unter anderem Fette. Einfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei, laut EFSA. ÖlsĂ€ure ist zum Beispiel ein „gutes“ Fett und reichhaltig in rohem Kakao vorhanden, siehe Inhaltsstoffe. Kakaobutter soll 60% gesĂ€ttigte FettsĂ€uren enthalten (Quelle: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle, S. 192. Springer Verlag, Wien und New York 2008)

Ein natĂŒrliches Antioxidans?

Roher Kakao enthĂ€lt Antioxidantien. Besonders Flavonoide sind reichhaltig vorhanden, und zwar, so heißt es sogar mehr als in Blaubeeren oder im grĂŒnen Tee. Studien sollen insbesondere die Wirkung von Flavonoiden untersucht haben. Hier haben sich positive Ergebnisse gezeigt. Die Flavonoide im Speziellen sollen den Organismus bei der körpereigenen Abwehr unterstĂŒtzen, so das Magazin gesundheit.de/wissen/haetten-sie-es-gewusst/ernaehrung/was-sind-flavonoide. Demnach sollen sie auch “freie Radikale unschĂ€dlich machen“. Offiziell klinisch belegt ist dies dennoch nicht.

Antioxidantien sind bekannt als „FĂ€nger freier Radikale“, die in den Stoffwechselprozess des Körpers eingreifen und diesen angeblich stören. Auf das Konto freier Radikale sollen bestimmte Krankheiten, ein vorzeitiger Alterungsprozess und die Entstehung von Krebszellen gehen. Indes wird jedoch noch weiter geforscht. Den Zusammenhang können Sie im Artikel am Ende dieses Textes nachlesen.

Wonach schmecken Kakaonibs?

Wer sich den Geschmack zart schmelzender Milchschokolade erhofft, wird enttĂ€uscht sein. Der Kakaobohnenbruch schmeckt herb und leicht bitter, vergleichbar mit Schokolade mit hohem Kakaoanteil (ab 85 %). Kakaonibs sind außen knackig und innen zart.

Welche Wirkungen den Kakaobohnen nachgesagt werden

An dieser Stelle sei nochmals erwĂ€hnt, dass ein Informationstext ĂŒber NahrungsergĂ€nzungsmittel, Superfood etc. kein medizinisches FachgesprĂ€ch ersetzt. Wenn Sie unsicher bezĂŒglich der Einnahme sind, oder anderweitige Medikamente verordnet bekommen, halten Sie auf jeden Fall RĂŒcksprache mit einem Arzt oder Apotheker. Es gibt zwar viele Studien, die die mögliche Kakaonibs Wirkung untersuchen, hier gelten jedoch nur wenige als wissenschaftlich anerkannt.

Kakaonibs als Antidepressivum der Natur?

Diverse Studien haben sich mit einer möglichen, stimmungsaufhellenden Wirkung von Kakao beschĂ€ftigt, wie auch bei Ashwagandha. Beschreibt man eine Studie zum Beispiel: Durch rohen Kakao soll das Gehirn dazu angeregt werden, mehr von den Neurotransmittern Serotonin und Dopamin zu produzieren. Diese sollen u.a. Stimmung und Verhalten lenken und sind als GlĂŒcks- und WohlfĂŒhlhormone bekannt. Das prĂ€menstruelle Syndrom (PMS) kann angeblich durch einen höheren Serotoninspiegel gelindert werden. Man könnte Kakaonibs demnach also als eine Art „Antidepressivum der Natur“ betrachten. Die beiden Neurotransmitter sollen aber auch  die Kommunikation zwischen den „grauen Zellen“ lenken, deshalb könnte auch die kognitive Leistung von Kakaonibs profitieren. Hier gibt es allerdings nur unzureichend klinische Studien und deshalb auch keinen Beleg durch die EFSA.

Kakaonibs und die BlutgefĂ€ĂŸe

Ebenfalls eine Wirkung betreffend die BlutgefĂ€ĂŸe soll den Flavonoiden, also den in den Kakaonibs enthaltenenen Antioxidantien, zugeschrieben werden. Auch das folgende ist jedoch nicht wissenschaftlich bestĂ€tigt und anerkannt. Dennoch interessant die bisherigen Untersuchungen diesbezĂŒglich. Und zwar sollen diese Flavonoide laut einer US-amerikanischen Studie die BlutgefĂ€ĂŸe „flexibel halten“, und so Ablagerungen an den GefĂ€ĂŸinnenwĂ€nden vermeiden. Dies soll wiederum zur Vorbeugung von Arteriosklerose und Bluthochdruck dienen können.

Kakaonibs erweitern demnach die GefĂ€ĂŸe auf natĂŒrlichem Wege, schenkt man der Studie Glauben. Zu diesem Ergebnis kam man auch, als man eine Untersuchung von Kuna-Indianern auf Panama durchfĂŒhrte, welche regelmĂ€ĂŸig ein GetrĂ€nk aus gerösteten Kakaobohnen zu sich nehmen. Flavonoide sind in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, so auch in Kakao. Die Vermutung legt nahe, dass sie die BlutgefĂ€ĂŸe schĂŒtzen könnten und nĂŒtzlich fĂŒr das Gehirn sein könnten. Das Denkorgan benötigt immerhin auch einen ausreichenden Zufluss von Sauerstoff und Zucker. Die Untersuchungen sind hier bis heute noch unzureichend und deshalb nicht erwiesen. Eine bezugnehmende Studie finden Sie im Anhang.

Roher Kakao als ErkÀltungsschutz?

Eine Vermutung: Dies wird mit dem in rohem Kakao enthaltenen Theobromin in Verbindung gebracht. Die chemische Verbindung entspannt demnach angeblich die glatte Muskulatur, weshalb es auch hustenstillend wirken kann? Dazu gibt es eine Studie ohne klinischen Beweis aus dem Jahr 2004, die Theobromin eine „bessere Wirkung“ bescheinigt, als dem zugelassenen Hustenstiller Codein.

Gibt es eine Wirkung bei Diabetes?

Oft liest man, der regelmĂ€ĂŸige Verzehr von rohem Kakao, bzw. Kakaonibs soll den Blutzuckerspiegel stabilisieren und den Zuckerstoffwechsel beschleunigen können und so Heißhungerattacken vorbeugen. Erfahrungen berichten davon. Besonders Diabetiker sollen demzufolge davon profitieren. Da es hierzu aber keine wissenschaftlichen Belege gibt, ist diese gesundheitsbezogene Aussage zu Rohkakao nicht zugelassen. Bisher ist dies nur eine Annahme. Belegt ist hingegen, dass Xylit fĂŒr Diabetiker als SĂŒĂŸungsmittel gut geeignet sein kann, da es den Blutzuckerspiegel weniger stark beeinflusst als Zucker.

Rohkakao und die Darmflora

Links- und rechtsdrehende Joghurts mit irgendwelchen besonderen Kulturen kennen wir alle aus der Werbung. Die versprochene Wirkung kennen wir allerdings meist nicht. Roher Kakao allerdings wird oft als positiv fĂŒr die Verdauung angesehen. Dies aus mehreren GrĂŒnden: Die enthaltenen Ballaststoffe sollen die Verdauung anregen. „Giftstoffe“ werden angeblich abtransportiert, die körpereigenen Verdauungsenzyme werden angeregt und produzieren Nachschub. Diese Aussagen bezĂŒglich der Wirkung auf die Verdauung auch im Bezug auf die Ballaststoffe sind nicht weiter hinreichend belegt und nicht von der europĂ€ischen Kommission anerkannt.

Woher bekomme ich Kakaonibs?

Wie bei vielen auslĂ€ndischen Superfoods ist die Hauptbezugsquelle das Internet. Inzwischen bieten allerdings viele gut sortierte ReformhĂ€user oder SupermĂ€rkte Kakao in RohkostqualitĂ€t an. Achten Sie immer darauf, ein qualitativ hochwertiges Produkt zu erwerben, damit die vielen wertvollen Inhaltsstoffe nicht nur Angaben auf der Verpackung sind. Mit einem Bio-Siegel liegen Sie schon mal nicht verkehrt. Und dann gilt es, die Sorte zu finden, die einem am meisten zusagt, denn auch hier gibt es je nach Hersteller Geschmacksunterschiede. SchĂ€dliche DĂŒngemittel, Zucker und Milch haben ebenfalls nichts darin verloren! Fair angebauter Kakao in BioqualitĂ€t hat allerdings seinen Preis. Wenn man die Kakaobauern allerdings fĂŒr ihre Arbeit entschĂ€digen will, sollte einem die Investition wert sein.

Der Konsum von Kakaonibs – Dosierung und Einnahme

Kakaonibs ersetzen keine ausgewogene ErnĂ€hrung und dienen als ErgĂ€nzung. Wenn man die StĂŒcke direkt aus der TĂŒte isst, muss wirklich ein Fan des herben Geschmacks sein. Mischt man sie aber dem MĂŒsli bei, oder streut die BohnenstĂŒcke auf das MĂŒsli, dann hat man einen tollen morgendlichen Energielieferanten. Auch Joghurt oder Milch kann mit dem Rohkakao verfeinert werden, zusĂ€tzlich kann man zum Beispiel mit kalorienarmem Erythrit sĂŒĂŸen, wenn man möchte.
Der Verzehr von rohem Kakao sollte mit max. 1 Teelöffel, bzw. 1 Kakaobohne pro Tag gestartet werden. Diese Menge kann man mit der Zeit auch steigern.

Hier haben wir noch ein paar tolle Tipps fĂŒr Sie, wie man Kakaonibs einfach in den Speiseplan integrieren kann:

  1. Bereiten Sie einen Schoko-Shake aus Mandelmilch, Kokosöl, einer Banane, Honig und ein paar Kakaonibs zu, indem Sie die Zutaten fein mixen.
  2. Wenn Sie Kakaonibs mit Honig oder Agavendicksaft mischen und fĂŒr 2 Stunden in die Gefriertruhe geben, haben Sie einen kalten Snack fĂŒr warme Sommertage.
  3. 1 TL Kakaonibs fĂŒr 30 Minuten lutschen. Nach der halben Stunde kauen und schlucken. Dieser Snack bremst den Ă€rgsten SĂŒĂŸhunger bis zur nĂ€chsten Mahlzeit und liefert wertvolle Energie.
  4. Sogar Tee lÀsst sich mit einem Löffel Rohkakaopulver aufpeppen, vor allem der peruanische Maca-Tee.

Studien und verwendete Quellen ĂŒber Kakaobohnen

Zusammenhang von Antioxidantien und Krebs:

http://arnold-hilgers-institute.com/tl/antioxidantien-und-krebs-eine-wissenschaftliche-dokumentation.html

Kakao als Antidepressivum?:

http://science.naturalnews.com/pubmed/19942640.html

Studie ĂŒber BlutgefĂ€ĂŸe:

http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs11357-015-9794-9