Guarana – Eine Alternative zum Kaffee?

Die GuaranĂĄ ist schon seit lĂ€ngerem bei uns bekannt. Es soll mĂŒde Menschen wieder munter machen und eine Alternative zum allseits beliebten Kaffee sein (hier ist im Übrigen die Variante mit Koffein gemeint). Zuerst war Guarana hauptsĂ€chlich in den sogenannten Energy-Drinks enthalten (zum Beispiel im GetrĂ€nkemix von Monster). Auch in Fitness- und Bodybuilderkreisen erfreut sich Guarana zunehmender Beliebtheit, da es unter anderem als belebend gilt. Anders als das im Kaffee enthaltene Koffein entfaltet sich das in der Guarana enthaltene Koffein nach und nach. Das hat den Effekt, dass es erfahrungsgemĂ€ĂŸ lĂ€nger wirkt (bis zu sechs Stunden). In unseren Breitengraden ist Guarana meistens als Pulver oder Kapseln erhĂ€ltlich oder aber in Energydrinks. Doch dazu spĂ€ter mehr.

Die im Amazonasgebiet lebenden Indianer machen sich die Wirkung der Guarana schon seit Jahrhunderten zunutze. Aus dem Pulver, das aus den Samen gewonnen wird, stellten sich die IndianerstĂ€mme unter anderem Guarana-Riegel her, die auf den oft tagelangen Jagden verspeist, beziehungsweise gelutscht wurden, um eventuell aufkommende ErschöpfungszustĂ€nde zu bekĂ€mpfen. Im Übrigen verkaufen sich in SĂŒdamerika GetrĂ€nke, die Guarana enthalten, besser als Cola und Co.

Was ist Guarana eigentlich und wo kommt es her?

Die Guaranapflanze, die eigentlich ein Baum ist, gehört zur Familie der sogenannten SeifenbĂ€ume und ist im Amazonasgebiet zuhause. Ihr lateinischer Name lautet „Paullinia cupana“. Sie ist eine verholzende und rankende Pflanze und wird gut 12 Meter groß. Ist die Guarana noch jung, ist die Rinde anfangs ganz weich und behaart, mit zunehmendem Alter verholzt diese aber immer mehr. Die BlĂ€tter sind 20 bis 35 Zentimeter lang, und in Stiel und Spreite gegliedert. Die Guarana ist eine zweigeschlechtliche Pflanze, deren Vermehrung durch FremdbestĂ€ubung erfolgt. Der Samen wird aber, ganz klassisch, durch Vögel verteilt. Diese fressen die leuchtendroten KapselfrĂŒchte des Baums und scheiden den Samen unverdaut wieder aus.

Die Fruchtreife ist dann erreicht, wenn die Kapseln eine orangerote Farbe haben. Sie erinnern optisch ein wenig an KĂŒrbisse, wenn sie geschlossen sind. WĂ€hrend des Reifungsprozesses springen die FrĂŒchte auf, und der darin enthaltene Samen wird sichtbar. Er sieht Ă€hnlich aus wie kleine Rosskastanien. Meist sind es zwei bis drei StĂŒck. Diese sind grĂŒnlich bis schwarz eingefĂ€rbt und haben am Basisende einen weißen Samenmantel. Die aufgesprungene Frucht erinnert an ein Auge. Dadurch entstanden viele Legenden der indigenen Ureinwohner. Die FrĂŒchte werden auch als „das Auge des Waldes“ bezeichnet. Das Koffein ist, wie schon oben erwĂ€hnt, nicht in den FrĂŒchten, sondern im Samen enthalten. Zur kommerziellen Nutzung wird das LianengewĂ€chs auf Plantagen angebaut.

Geerntet wird ganz traditionell durch PflĂŒcken, das geschieht im Übrigen bis heute per Hand. Die in den FrĂŒchten enthaltenen Samen werden anschließend zu Pulver zermahlen.

Guarana vs Kaffee

Guarana kann durchaus eine sinnvolle Alternative zum Kaffee sein, gerade fĂŒr Menschen, die Kaffee nicht mögen oder nicht vertragen. Der Vorteil von Guarana ist, dass das enthaltene Koffein nach und nach abgegeben wird und lĂ€nger im Körper verbleibt. Zudem ist es im Allgemeinen fĂŒr viele besser vertrĂ€glich als Kaffee – dies ist jedoch nicht allgemeingĂŒltig und muss individuell getestet werden. Weiter noch: verschiedenste Quellen wie “Regenbogenkreis” und “inspiriert-sein.de” bestĂ€tigen, dass Guarana – im Gegensatz zu Kaffee, im Darm verdaut wird und nicht im Magen. Deswegen kann das Pulver unter UmstĂ€nden eine Alternative fĂŒr die Menschen sein, die morgens einen Wachmacher brauchen, der sie ĂŒber den Tag begleitet.

Allerdings gilt auch hier: Viel hilft nicht unbedingt viel. Die empfohlene Menge liegt bei vier bis fĂŒnf Gramm am Tag. Allerdings ist das Pulver relativ schwierig zu dosieren, denn ja nach Anbaugebiet oder Herstellungsverfahren kann der Koffeingehalt stark schwanken. In der Regel steht aber auf Produkten, die in Deutschland verkauft werden, eine genaue Angabe ĂŒber die Koffeinmengen, die enthalten sind.

Die Dosierung und Einnahme

Am Anfang reichen circa ein bis zwei Gramm des Pulvers. Am besten fĂ€ngt man mit der geringeren Menge an. Gerade bei Menschen, die sehr empfindlich auf Koffein reagieren, kann das Guarana sonst eine negative Wirkung haben. NatĂŒrlich kommt es auch ein wenig auf die körperliche Verfassung an. Der eine benötigt wenig, wĂ€hrend der andere mehr von dem Pulver, um ĂŒberhaupt davon zu profitieren. Achten Sie bitte immer auf die Dosierungshinweise der Hersteller.

Vorsicht bei Überdosierung von Guarana Pulver

Bei einer eventuellen Überdosierung können laut Hersteller folgende Symptome auftreten:

  • Tachykardie (Herzrasen, beziehungsweise erhöhter Puls)
  • Eventuell Schlafstörung und Kopfschmerzen
  • Zittern (meistens die HĂ€nde, beziehungsweise Finger)
  • Erhöhte Reizbarkeit

Hat man einmal zu viel Koffein zu sich genommen, hilft dagegen dann viel FlĂŒssigkeit trinken. Allerdings sollte man hier auf Wasser zurĂŒckgreifen und nicht auf Cola und Co.

Folgende Personengruppen sollten im Übrigen ganz auf die Einnahme von Guarana verzichten: Schwangere, stillende MĂŒtter, Menschen die unter chronischen Kopfschmerzen und/oder Bluthochdruck leiden.

Wirkungsweisen von Guarana?

Hinweis: Bei diesem Text handelt es sich um einen Informationstext zum Thema Guarana, beziehungsweise dem Superfood. Die Einnahme von Guarana, egal ob als Pulver oder Kapsel, ersetzt, insbesondere bei schwerwiegenderen Erkrankungen, auf keinen Fall den Arztbesuch. Die Studien unten dienen als Information und sind dennoch keine hierzulande wissenschaftlich anerkannten Quellen fĂŒr Wirkungen.

Guarana Pulver schmeckt pur leicht bitter. Deswegen wird es meist Speisen oder GetrĂ€nken wie Smoothies zugesetzt. Menschen, die nicht ganz so empfindlich sind, können das Pulver natĂŒrlich auch pur genießen.

Guarana als Wachmacher

Mit einer Studie belegt ist unter anderem die anregende Wirkung, die das Koffein im Guarana auf Körper und Geist hat. Eine wissenschaftliche Studie der UniversitĂ€t Belize in Brasilien hat angeblich unter anderem auch die Steigerung der LeistungsfĂ€higkeit erkannt. 200 Studenten, die das gleiche Intelligenz- und Wissenschaftsniveau hatten, wurden ausgewĂ€hlt, um an diesem Test teilzunehmen. 100 Studenten nahmen Guarana Pulver ein, wĂ€hrend die anderen 100 Studenten zu einem (legalen) Mittel ihrer Wahl greifen durften. Danach wurde eine GedĂ€chtnisprĂŒfung absolviert. Die Studenten, die vor dem Test das Guarana Pulver bekommen hatten, wiesen eine um 22,3% höhere KonzentrationsfĂ€higkeit auf als die andere Gruppe. Hier handelt es sich, wie schon erwĂ€hnt, um eine Studie, die aber dennoch nicht von der europĂ€ischen Kommission als gesundheitsbezogen anerkannt ist.
Welche Inhaltsstoffe fĂŒr welche Wirkung verantwortlich ist, ist bis jetzt noch nicht abschließend geklĂ€rt. Zudem stehen auch noch Studien und Untersuchungen aus, inwieweit sich die Inhaltsstoffe gegenseitig beeinflussen.

Bis die Wirkung nach der Einnahme des Pulvers auftritt, vergehen circa 45 Minuten. Im menschlichen Körper wandelt sich das Koffein zum Teil in Theobromin und Theophyllin um, die bestimmte VorgÀnge in den Zellen beeinflussen können. Ein Gramm des Samens enthÀlt circa 400 ppm Theobromin und 2500 ppm Theophyllin, soviel wie keine andere Pflanze.

Nach einer durchzechten Nacht kann Guarana im Übrigen eine echte Alternative zum Kaffee sein um wieder auf Touren zu kommen. Es belastet den Magen nĂ€mlich nicht so wie Kaffee, da es erst im Darm vollstĂ€ndig verdaut wird.

Guarana: Abnehmen oder Einsatz in DiÀten?

Immer wieder wird von Herstellern darauf hingewiesen das Pulver solle auch beim Abnehmen helfen. Wissenschaftlich belegt ist das aber nicht. Es soll demzufolge das HungergefĂŒhl dĂ€mpfen und den Stoffwechsel anregen. Allerdings ist es nicht möglich, den Hunger komplett auszuschalten (was auch niemals das Ziel einer DiĂ€t sein sollte!). Vorrangiges Ziel einer DiĂ€t sollte es sein, ein Kaloriendefizit einzufahren. Dies erreicht man mit dem darauf ausgelegten Umstellen der tĂ€glichen ErnĂ€hrung. Auf sehr sĂŒĂŸes und fettiges Essen sollte des weiteren weitestgehend verzichtet werden. NatĂŒrlich kann das Pulver unterstĂŒtzend eingenommen werden – gerade wegen dem Koffeingehalt beim Sport, wenn gleichzeitig eine gesunde und ausgewogene ErnĂ€hrung auf dem Plan steht.

Weiterhin liest es sich hĂ€ufig, dass Koffein zwar in der Lage sein soll Fettzellen vermehrt freizusetzen. Zumindest haben sich unzĂ€hlige Studien damit beschĂ€ftigt. BestĂ€tigt ist dieser Vorgang bisher dennoch nicht offiziell bezogen auf eine Guarana Wirkung. Vermeidet man nĂ€mlich Sport, wĂ€re das alles sowieso umsonst, denn der Körper wĂŒrde die Zellen dann einfach wieder einlagern. Unten im Anhang der Link zu einer Studie ĂŒber den Effekt den Koffein angeblich auf die Fettverbrennung und den Stoffwechsel haben soll. Diese ist allerdings nicht wissenschaftlich bestĂ€tigt.

Manche „DiĂ€texperten“ behaupten auch, dass durch die Einnahme von Guarana das Herz-Kreislauf-System angeregt wird und sich dadurch der Energieverbrauch erhöht. Das ist aber schlichtweg falsch. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Koffein zwar den Energieverbrauch erhöhen könne, dies aber nur auf geringem Niveau. Möchte man also mit Guarana abnehmen, mĂŒsste man demzufolge Unmengen an Koffein zu sich nehmen. Dies wĂ€re allerdings der Gesundheit wenig zutrĂ€glich und wĂŒrde den Blutdruck auf ein ungesundes Niveau anheben.

Zudem kann Guarana Erfahrungen zufolge unter UmstĂ€nden auch das DurstgefĂŒhl dĂ€mpfen. Deswegen sollten Personen, die den Wachmacher eingenommen haben, auch auf eine ausreichende FlĂŒssigkeitszufuhr achten.

Koffeingehalt in Guarana: 4-8% im Trockenzustand als Pulver

Weitere Studien ĂŒber potentielle positive Wirkungen und Anwendungsgebiete von Guarana

Guarana soll Studien siehe unten zufolge unter UmstĂ€nden sogar potentiell antibakteriell wirken können und zwar gegen Salmonellen und Colibakterien zum Beispiel. Da die Trinkwasserversorgung in den meisten sĂŒdamerikanischen LĂ€ndern schlechter ist als bei uns, nehmen die Einheimischen die Pflanze zu sich auch mit dem Ziel durch die Einnahme Infektionen vorzubeugen.

Weiterhin gilt die Guarana in den UrsprungslĂ€ndern als blutverdĂŒnnend und fördernd fĂŒr die Gewebedurchblutung. Das soll angeblich unter anderem der gefĂŒrchteten Thrombose vorbeugen. Hierzu wurde bereits 1988 eine Studie an der UniversitĂ€t Sao Paulo durchgefĂŒhrt und durch zwei Ärzte bestĂ€tigt. Dennoch sind die beiden genannten Aussagen hierzulande nicht bestĂ€tigt oder klinisch erwiesen, weshalb sie nicht als gesundheitsbezogen zugelassen sind.

Wissenswert: In SĂŒdamerika gilt der Wachmacher auch als Aphrodisiakum. Diese Wirkung wurde bisher noch nicht nachgewiesen und ist wohl rein subjektiv. Viele Heilpraktiker empfehlen das Pulver dennoch auch hierzulande zu diesem Zweck.

In frĂŒheren Zeiten wurde Guarana auch zur Blutreinigung verwendet. Doch diese Anwendung ist heute nicht anerkannt. Die Medizin besitzt heute zudem wesentlich effektivere Mittel. In den 40er-Jahren wurde Guarana unter anderem auch als Arznei verwendet. Es fand seinen Einsatz bei Fieberbeschwerden, KrĂ€mpfen und Kopfschmerzen.

Bis heute findet sich im Übrigen in manchen Medikamenten, die krampflösend wirken, auch zusĂ€tzlich Guarana.

Nebenwirkungen der aktivierenden Pflanze

Bei erhöhtem Guarana-Genuss können dieselben Symptome auftreten, wie bei ĂŒbermĂ€ĂŸigem Kaffeegenuss: Schlafstörungen, SchweißausbrĂŒche und Kopfschmerzen, aber auch Herzrhythmusstörungen bei anfĂ€lligen Personen werden von Herstellern als mögliche Nebenwirkungen angegeben. Eine vorherige Absprache mit dem Arzt sollte bei Unsicherheiten in Anspruch genommen werden. Halten Sie sich stets an die Einnahme- und Dosierungshinweise auf der Verpackung.

Guarana in der Kosmetik

Zudem ist Guarana hÀufig in der Hautpflege anzutreffen. Die Inhaltsstoffe sollen beim Auftragen vitalisierend und belebend auf die Haut wirken. Gerade Anti-Cellulite Cremes wollen sich diese Eigenschaft zu nutze machen. Diese kann die ungeliebten Dellen aber wenn dann lediglich mindern, verschwinden tun sie davon nicht.

Guarana ist relativ hĂ€ufig in Shampoos zu finden, die angeblich gegen fettiges Haar und Haarausfall helfen sollen. Außerdem wird Guarana bei Ă€ußerer Anwendung nachgesagt, zu mehr Volumen der Haare, und das ganz ohne schĂ€dliche Silikone zu fĂŒhren. Als Hausmittel findet man deshalb viele Rezepte zur Herstellung eigener Kosmetika im Internet.

Darreichungsformen und wo kann ich Guarana Pulver kaufen?

Energydrinks, die Guarana enthalten (wie zum Beispiel „Monster“) kann man in fast jedem Supermarkt kaufen. Daneben gibt es auch noch Kaugummis oder Schokolade, die den anregenden Stoff enthalten.

Weiterhin ist Guarana als Pulver oder in Kapselform erhĂ€ltlich. Diese kann man online, in der Apotheke oder in manchen Drogerien kaufen. Online erhĂ€lt man im Übrigen auch die in SĂŒdamerika sehr beliebten Energydrinks wie Antarctica, in denen Guarana enthalten ist. Möchte man Guarana Pulver kaufen, sollte man darauf achten, dass dieses aus biologischem Anbau stammt und wenn möglich fair gehandelt wird. Des Weiteren ist Guarana auch als Tee erhĂ€ltlich.

Studien zum Thema Guarana

Studie ĂŒber Koffein und Stoffwechsel:

http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10068-010-0151-6

Studie im Bezug auf Vorsicht bei Überdosierung:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9570905

Studie ĂŒber potentielle antibakterielle Eigenschaften:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23672664