Anorganischer Schwefel ‚Äď Wissenswertes zur Anwendung und Studien

Schwefel wird schon seit vielen tausend Jahren von den Menschen f√ľr verschiedenste Zwecke genutzt. Weil er gut brannte und aber auch etwas streng roch, war anorganischer Schwefel in der Vergangenheit stark mit Mythen und Mystik verbunden. Er wurde als R√§uchermittel, zum Bleichen, in Apotheken und zur Herstellung von¬†Schwarzpulver¬†verwendet. Bereits bei den alten Griechen wurde Schwefel als Desinfektionsmittel verwendet, um Infektionskrankheiten wie zum Beispiel die Pest zu vermeiden. Schwefel wurde au√üerdem in der Kriegsf√ľhrung als Brandwaffe beziehungsweise als Brandbeschleuniger eingesetzt. Chinesisches Schwarzpulver bestand zum Beispiel aus einer Mischung von Kaliumnitrat, Holzkohle und Schwefel.

Was ist anorganischer Schwefel?

Als chemisches Element geh√∂rt Schwefel, im chemischen Begriff Sulfur, zu den Nichtmetallen. Wird Sulfur an der Luft, also im Zusammenhang mit Sauerstoff entz√ľndet, ist die Flamme blau und es entsteht Schwefeldioxid.

Als Antioxidationsmittel und Konservierungsstoff finden Schwefelverbindungen in der Lebensmittelindustrie Anwendung. In der chemischen Industrie wird Schwefel bei der Produktion von Farbstoffen, Kunstd√ľngern oder Insektiziden eingesetzt. In der Pharmazie wird anorganischer Schwefel bei der Darmregulierung und bei der Behandlung von Hautkrankheiten wie¬†Akne eingesetzt. Ebenfalls Anwendung findet dort organischer Schwefel.

Ist anorganischer Schwefel giftig oder gesund?

Verbraucher sollten immer die Angaben der Hersteller beachten. Anorganischer Schwefel ist f√ľr den menschlichen K√∂rper nicht giftig, er wandert unverdaut durch den Darm und wird wieder ausgeschieden. In reiner Form ist er im K√∂rper oder in der Natur kaum vorhanden. In den meisten F√§llen ist er an Wasser- oder Sauerstoff gebunden. Von Pflanzen wird Schwefel als Sulfat-Ion √ľber die Wurzel aufgenommen, das wird dann zu Sulfit verarbeitet und f√ľr organische Schwefelverbindungen genutzt, die in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen.

F√ľr alle Lebewesen, f√ľr Pflanzen, Tiere, Menschen, aber auch Bakterien, ist elementarer Schwefel eine Art Lebenselixier. Sulfur kann vom menschlichen Organismus nur in Verbindungen mit dem Schwefelatom verwertet werden. Schwefel ist wichtiger Bestandteil zahlreicher Enzyme und Aminos√§uren.

Interessant: Die Entwicklung des Lebens wäre ohne Schwefel nicht möglich gewesen. Schwefel spielt zudem eine bedeutende Rolle im Eiweißstoffwechsel des Körpers. Er ist ein Bestandteil von Aminosäuren wie Cystein und Methionin. Diese bilden Stoffe, die sowohl zum Abbau als auch zum Erhalt der Zellen beitragen.

Cystein zum Beispiel gibt Haut, Haaren und Bindegewebe Stabilit√§t. Mehtionin hingegen ist daf√ľr zust√§ndig, dass das Spurenelement Selen auch dahin transportiert wird, wo es hin geh√∂rt. Selen ist wichtig zur Abwehr von Krankheitserregern, sorgt ebenso f√ľr festes Bindegewebe und soll zudem Schutz vor den sogenannten ‚Äěfreien Radikalen‚Äú bieten.

Geschichte und Hintergrundwissen

Heute spielt Schwefel eine bedeutende Rolle in der Medizin, in der Lebensmittelindustrie und in der chemischen Industrie. Als Nahrungserg√§nzungsmittel wird der anorganische Schwefel gerne f√ľr das Immunsystem eingesetzt ‚Äď Quellen zufolge soll eine Anregung des Stoffwechsels Grund daf√ľr sein. Ob dies stimmt wird in den n√§chsten Zeilen gekl√§rt werden.

Der reine Schwefel dient auch zur Vulkanisation von Kautschuk. Dieses Verfahren wurde im Jahr 1839 von Charles Goodyear entwickelt. Durch den zugesetzten Schwefel wird der Kautschuk besonders widerstandfähig gemacht und eignet sich so zur Herstellung von Reifen.

Schwefel ist zwar f√ľr den menschlichen K√∂rper √§u√üerst wichtig, hat aber aufgrund seiner umweltsch√§dlichen Wirkung auch einen sehr schlechten Ruf. Smog zum Beispiel besteht aus Schwefeldioxid ebenso wie der sogenannte ‚Äěsaure Regen‚Äú.

Durch die Rauchgasentschwefelung in Deutschlands Fabriken und auch durch die Entschwefelung von Kraftstoffen konnten die Schwefelemissionen in den letzten Jahrzehnten allerdings drastisch reduziert werden.

Weiterhin wird Schwefel nat√ľrlich auch in der chemischen und pharmazeutischen Industrie genutzt. Er dient zur Produktion von Farbstoffen, Insektiziden, Schwefels√§ure und auch zur Herstellung von Kunstd√ľnger.

Die abf√ľhrende Wirkung von Schwefel wurde bereits im Mittelalter gesch√§tzt. Schwefel reizt die Darmschleimhaut und die dadurch freigesetzten Bakterien regen die Darmperistaltik an. Fr√ľher wurde Schwefel auch zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Akne oder Mykosen eingesetzt. Heute findet es eher seltener genannte Verwendung, ist aber dennoch nicht ganz verschwunden. Das Mittel Sulfur gilt in der klassischen Hom√∂opathie als ein wichtiges Element.

Auch in der Stahl- beziehungsweise Schwerindustrie findet Schwefel Verwendung. Dort dient es als Legierungselement vor allem f√ľr Automatenst√§hle, da es zu erh√∂htem Spanbruch f√ľhrt. Bis heute dient Schwefel zur Herstellung von Schwarzpulver. In der Feuerwerkerei wird Salpeterschwefel verwendet. In der mittelalterlichen Alchemie war das Symbol f√ľr Schwefel der L√∂we. In der Literatur k√ľndigt sich das auftauchen des Teufels meist durch starken Schwefelgeruch an.

Lebensmittel mit Schwefel und Dosierung

Elementarer Schwefel ist eine kristalline Substanz und hat eine pulverartige Konsistenz, die in der Natur in vielen Gesteinen zu finden ist. Der menschliche K√∂rper ist nicht in der Lage, Schwefel selbst zu synthetisieren, muss dieses f√ľr den menschlichen Organismus lebensnotwendige chemische Grundelement mit der Nahrung zugef√ľhrt werden.

Es gibt keine gesicherten Angaben √ľber die t√§gliche Dosis an Schwefel f√ľr den menschlichen Organismus. Sch√§tzungen gehen von 500-1.000 Milligramm aus. Die Aminos√§uren Cystin und Methionin enthalten Schwefel und sind am h√§ufigsten in eiwei√ühaltigen Lebensmitteln zu finden. Reich an Schwefel sind folgende Nahrungsmittel:

  • Fisch, vor allem Matjeshering und Krabben
  • Muscheln wie Jakobsmuscheln und Miesmuschel
  • Fleisch
  • Eier
  • N√ľsse
  • K√§se, vor allem Parmesan
  • Milch
  • Raps
  • Senf
  • Knoblauch und Zwiebeln

Es ist zu sagen, dass ohne anorganischen Schwefel viele Prozesse im K√∂rper nicht einwandfrei ablaufen k√∂nnten. Allerdings ist ein Mangel an Schwefel bei einer gesunden und ausgewogenen Ern√§hrung nicht zu bef√ľrchten, da der Mineralstoff in vielen Lebensmitteln vorhanden ist. Die Nahrungserg√§nzungsmittel sollen einen Mangel ausgleichen.

Einige Schwefelverbindungen, die in der Lebensmittelindustrie als Konservierungsstoffe eingesetzt werden, sind allerdings nicht ganz so harmlos. Unter Umst√§nden k√∂nnen schon geringe Mengen zu Beschwerden f√ľhren.

Anorganischer Schwefel ‚Äď Wirkung und Anwendung laut Studien

Anorganisches Schwefelpulver sieht ungef√§hr so aus wie Traubenzucker. Allerdings ist es nicht s√ľ√ü, sondern eher geschmacksneutral. Zusammen mit Wasser soll anorganischer Schwefel angeblich zur Entgiftung des K√∂rpers beitragen.

Es wird ihm nachgesagt, dass er Gifte wie Alkohol,¬†Nikotin, Arsen und Kadmium bindet und so zu ihrer beschleunigten Ausscheidung beitr√§gt. Zur Darmreinigung wird anorganischer Schwefel, auch elementarer Schwefel oder im lateinischen Fachbegriff Sulfur genannt, deshalb in der alternativen Medizin gerne verwendet. Hierf√ľr gibt es jedoch keine klaren wissenschaftlichen Nachweise.

Zudem ist Schwefel Bestandteil von Insulin und der wichtigen körpereigenen Antioxidans Glutathion. Es sind auch Schwefelanteile in Vitamin H und B1. Schwefel soll Studien siehe Anhang zufolge unter anderem den Stoffwechsel fördern und soll, wie oben bereits erwähnt, zur Entgiftung des Körpers beitragen.

Anorganischen Schwefel gibt es als Schwefelpulver. Auch wird ihm eine heilende Wirkung bei Borreliose und bei Hautkrankheiten nachgesagt. Diese genannten Wirkungsgebiete sind in der schulischen Medizin aufgrund mangelnder Forschung allerdings nicht anerkannt.

Anwendung von anorganischem Schwefel bei einer Darmsanierung

Der Arzt Dr. Karl J. Probst empfiehlt zur Darmsanierung und Parasitenentfernung, besonders bei Borreliose, eine Schwefelkur mit anorganischem Schwefel mit einer Gabe von 3 mal täglich einem Teelöffel zu den Mahlzeiten. Schwarzwalnusstinkturen sollen ähnlich eingesetzt werden können.

In den ersten Tagen berichten die Anwender von reger Darmt√§tigkeit und auch von Schwefelausd√ľnstungen √ľber die Haut, √§hnlich wie beim Verzehr von Knoblauch. Die Kur sollte so lange weiter gef√ľhrt werden, bis sich keinerlei Entgiftungserscheinungen mehr zeigen und der Schwefel nicht mehr riecht ‚Äď so die Anwender und Dr. Karl J. Probst. Quelle: Siehe seine Webseite unter Schwefeltherapie nach Dr. Probst.

Eine Anwendung kann nach jeweiliger Ausgangslange unterschiedlich lange dauern. Wenn es sich um starke Begleitsymptome wie √ľberm√§√üige Darmausscheidung handelt und die Ausd√ľnstungen ins Unangenehme abgleiten, dann sollte die Dosis etwas reduziert werden.

Es gibt auch eingangs bereits genannten organischen¬†Schwefel, der ebenfalls f√ľr andere therapeutische Zwecke angewendet werden k√∂nnen soll. Allerdings gibt es keine medizinisch fundierten Studien dar√ľber, ob der anorganische Schwefel sich tats√§chlich positiv auf die Darmgesundheit auswirkt. Die Eindr√ľcke beruhen lediglich auf den Erfahrungsberichten einzelner Personen und diversen Versuchen. Zudem wird von Herstellern angegeben, dass er mit Ber√ľhrung der Haut, Reizungen verursachen kann.

MSM ‚Äď Organischer Schwefel

Zu MSM, dem organischen Schwefel gibt es sehr viele Studien die darauf hinweisen, dass dieser viele positive Eigenschaften f√ľr den K√∂rper haben k√∂nnte. So soll sich MSM positiv zum Beispiel auf das Immunsystem auswirken k√∂nnen oder die Wirkung von Vitaminen verst√§rken.

Au√üerdem soll es daf√ľr sorgen k√∂nnen, dass zum Beispiel N√§hrstoffe besser aufgenommen werden k√∂nnen oder diverse chronische Beschwerden verbessern. In einer Studie fanden Wissenschaftler zum Beispiel heraus, dass durch die Einnahme von MSM die Kn√∂tchenbildung auf der Haut, deren R√∂tung und der Juckreiz gelindert werden konnten. Au√üerdem konnte der Feuchtigkeitsgehalt der Haut insgesamt gesteigert werden. Dennoch gilt auch hier, dass die Ergebnisse nicht wissenschaftlich anerkannt sind.

Anorganischer Schwefel: Einnahme und Nebenwirkungen

Die deutsche Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung gibt keine genaue Empfehlung ab, wie viel Schwefel man zu sich nehmen sollte. Das anorganische Schwefelpulver nimmt man entweder mit einem Essl√∂ffel oral ein oder, wenn man √ľber die notwendigen Kenntnisse verf√ľgt, kann man auch selbst Kapseln herstellen. Einige Nutzer berichten, dass sie das Pulver in die Fu√üsohlen einreiben, um so den Entgiftungsprozess voran zu treiben.

Reiner anorganischer Schwefel ist f√ľr Menschen ungef√§hrlich, er wird unverdaut wieder √ľber den Darm ausgeschieden.

Vorsicht geboten ist allerdings bei Schwefelverbindungen wie Schwefeldioxid und Sulfid, die in einigen Nahrungsmitteln enthalten sind. Sie kommen vor allem in s√ľ√üen Weinen, getrockneten Fr√ľchten und Fertigprodukten aus Kartoffeln vor. Schon geringe Mengen k√∂nnen bei empfindlichen Menschen zu Beschwerden f√ľhren. Dazu z√§hlen:

Kopfschmerzen, V√∂llegef√ľhl, √úbelkeit und Durchfall. Werden h√∂here Dosen von Schwefelverbindungen verzehrt, k√∂nnen folgende Symptome auftreten: Reizbarkeit, Allergien, Asthma, Sehst√∂rungen, Nierensch√§digung, Verringerung der Enzymt√§tigkeit und Vernichtung von B-Vitaminen.

Steigerung der Wirkung von krebserregenden Stoffen?

Berichten zufolge soll bei einer h√∂heren Zufuhr von Schwefelverbindungen auch eine steigernde Wirkung von krebserregenden Stoffen m√∂glich sein. Kommt es zu einer akuten Schwefelvergiftung, kann dies zu Ateml√§hmung und Bewusstlosigkeit f√ľhren. Als Gegenmittel wird hier oft medizinische Kohle eingesetzt, um die giftigen Schwefelverbindungen zu binden.

Schwefelgase wie Schwefelwasserstoff haben nicht nur den unangenehmen Geruch von faulen Eiern, sondern reizen auch die Atemwege, was letztlich Husten ausl√∂st. Schwefelwasserstoff ist oft in D√ľngemitteln enthalten und entsteht bei der Zersetzung von Eiwei√üstoffen die Schwefel enthalten.

Anorganischen Schwefel kaufen ‚Äď Was es zu beachten gibt

Anorganischer Schwefel ist in der Regel als Pulver erhältlich (MSM wird im Gegensatz dazu meist in Kapseln verkauft). Kaufen kann man das Pulver in den gängigen Online Shops. Dabei sollte man darauf achten, dass keine Zusatzstoffe beigemischt sind.

Studien zu anorganischem Schwefel

Studie zum Erreger Pseudomonas aeruginosa:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/417066

Studie zur Reduzierung der Zellproliferation:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3627935/