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Studie der TK: So gestresst sind die Deutschen

Die Mehrheit der Bundesbürger fühlt sich zumindest gelegentlich gestresst. Das zumindest hat die Auswertung einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (Weiterführend: TK im Test) ergeben. Demnach gaben insgesamt 61 Prozent der 1000 repräsentativ ausgewählten Befragten an, sich häufig oder zumindest manchmal gestresst zu fühlen. Im Vergleich zur letzten vergleichbaren Studie aus 2013 stieg der Wert um 4 Prozent. Am meisten gestresst sind dabei die 30- bis 39-Jährigen, die Leben, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen versuchen – und Berufstätige, die für ihren Job immer erreichbar sein müssen.

Deutliches Nord-Süd-Gefälle

Betrachtet man die Verteilung derjenigen, die sich manchmal oder häufig gestresst fühlen, ist ein deutlicher Unterschied zwischen Nord- und Süddeutschland erkennbar. Am meisten gestresst fühlen sich die Baden-Württemberger (68 Prozent), gefolgt von den Bayern (66 Prozent). Am wenigstens gestresst fühlen sich die Nordlichter: In Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein lag der Anteil der gestressten Umfrageteilnehmer mit 54 Prozent am niedrigsten.

Arbeit ist Stressfaktor Nr. 1

Was aber ist es, das die Deutschen zunehmend in Stress versetzt? Als Stressauslöser Nummer 1 gilt hierzulande die Arbeit (46 Prozent), gefolgt von hohen Ansprüchen an sich selbst (43 Prozent) sowie Verpflichtungen und Terminen in der Freizeit (33 Prozent). Interessant dabei ist, dass sich vor allem Männer von ihrer Arbeit gestresst fühlen (54 Prozent) – bei Frauen heißt die Stressursache Nummer eins hohe Ansprüche (48 Prozent). Aber nicht nur in dieser Hinsicht finden sich Unterschiede zwischen Männern und Frauen. So lässt sich ein gutes Drittel der Männer durch den Zwang zu ständiger Erreichbarkeit stressen – bei Frauen sind es nur 23 Prozent. Dafür lassen sich Frauen eher von Konflikten mit Nahestehenden (30 Prozent), die Arbeitsbelastung im Haushalt (28 Prozent) und Kindererziehung (24 Prozent) stressen.

Aber nicht nur das Geschlecht bestimmt, was uns besonders viel Stress bereitet – auch das Lebensalter trägt seinen Teil dazu bei. So verursacht der Beruf bei 71 Prozent der 18- bis 29-Jährigen überdurchschnittlich hohe Stresswerte. In der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen sind Kinder der größte Stressfaktor, bei den Befragten ab 40 sind es private Konflikte, bei den über 50-Jährigen ist es eine schwere Krankheit eines nahestehenden Menschen und die Generation 60+ lässt sich vor allem von der Pflege eines Angehörigen „stressen“.

Was tun bei Stress – und wie ihm begegnen?

So individuell die Ursachen für Stress, so individuell auch der Umgang damit. Grundsätzlich beweisen die Deutschen im Umgang mit Stress Sitzfleisch: Im Schnitt zählt die große Mehrheit (56 Prozent) zu den sogenannten Durchhaltern, die nach dem Motto „Augen zu und durch“ agieren. Unterschiede fallen dabei zwischen verschiedenen Altersgruppen auf. Während junge Menschen zwischen 18 und 39 Jahren eher zum Durchhalten neigen, sinkt diese Tendenz bei älteren Menschen – sie tendieren dafür eher dazu, Stress weitestgehend zu vermeiden.

Lässt sich Stress nicht vermeiden, so lässt er sich doch zumindest mit verschiedenen Strategien reduzieren, die zum Teil auch von der Krankenkasse gefördert werden. Noch lieber als einfach zu faulenzen (68 Prozent) nutzen die Deutschen ein Hobby (71 Prozent) zur Entspannung. Auch der Rückhalt von Freunden und Familie (67 Prozent), Gartenarbeit oder Spaziergänge (60 Prozent) und Musik (60 Prozent) tragen dazu bei, den Alltagsstress vergessen zu machen.

Auch in Sachen Stressbewältigung unterscheiden sich Männer und Frauen sowieso verschiedene Altersgruppen zum Teil deutlich voneinander. So steht das Hobby bei Männern (77 Prozent) deutlich höher im Kurs als bei Frauen (65 Prozent). Große Unterschiede gibt es dafür aber z.B. beim Lesen, das 64 Prozent der Frauen entspannt – aber nur 40 Prozent der Männer. Hinsichtlich des Alters fällt auf: Während jüngere Befragte zur Stressbewältigung eher auf ein Hobby oder Sport setzen, nutzen ältere Umfrageteilnehmer der Generation 60+ eher Gartenarbeit und Spaziergänge, TV-Konsum und Alkohol zur Entspannung.

2017-10-16T09:22:28+00:00 26. Oktober 2016|Gesundheit, Testberichte, Vorsorge|