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Botox in der Medizin – Wann die Krankenkasse zahlt

Botox ist der Allgemeinheit meistens bekannt, wenn es um die Korrektur von Schönheits­makeln geht, jedoch spritzt es nicht nur Krähenfüße oder Gesichtsfalten weg. Das aus dem Bakterium Clostridium botulinum (mehr Infos: PDF) gewonnene Serum entspannt die Muskeln. Es wird vielfach als Gift bezeichnet. Seit 1989 ist das Botulinum jedoch stark verdünnt als aufbereitetes Medikament zugelassen, was eine Vergiftung nur schwer möglich macht. Auf dieser Basis entdecken Forscher das zunehmend größer werdende Potential von Botox.

Anwendungsbereiche auf dem Gebiet der Medizin

Im Laufe der letzten Jahre hat die Medizin das Serum für die Behandlung zahlreicher Erkrankungen für sich entdeckt und erfolgreich angewendet. Die Botox-Spritzen haben sich bisher u.a. bei neurologischen Bewegungsstörungen, zur Behandlung von Hyperhidrose, Prostatabeschwerden sowie bei chronischer Migräne als überaus effektiv erwiesen. Da die verschriebenen Migräne-Medikamente, sogenannte Triptane, häufig nicht den gewünschten Erfolg bringen, suchen zahlreiche Betroffene nach Alternativen. So berichteten Patienten etwa, dass sich die Anzahl von auftretenden Migräneattacken nach bzw. während der Behandlung mit Botox drastisch reduziert hat.

Übernahmen von Behandlungskosten durch die gesetzliche Krankenversicherung

Um als Migräne-Patient eine Botox-Behandlung als Leistung der gesetzlichen Krankenkasse zu bekommen, müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein. Es muss eine chronische Erkrankung vorliegen, das heißt der Betroffene hat mehr als 15 Tage im Monat Kopfschmerzen und davon mindestens 8 Tage Migräne. Eine weitere Bedingung ist, dass die Medikamente bisher keine ausreichende Wirkung erzielt haben oder vom Patienten nicht vertragen werden. Nur dann ist es dem behandelnden Arzt möglich, ein Rezept für die Behandlung mit Botox auszustellen und die Kosten mit der Krankenkasse abzurechnen. Wichtig ist, wie bei jedem medizinischen Eingriff, sich im Vorfeld über mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen zu informieren und entsprechend alle damit verbundenen Fragen mit dem Arzt zu klären.

Andere Krankheitsbilder hängen von dem jeweiligen Einzelfall ab und sind erst entweder nach Rücksprache mit der Krankenkasse oder einer Überprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK) hinsichtlich der entstehenden Kosten gedeckelt. Wie teuer die einzelnen Behandlungen sind, kann nicht pauschal beantwortet werden. Während für Botox-Spritzen für die Behandlung von Zähneknirschen zwischen 400 und 600 Euro entstehen, reicht für die Bekämpfung von Migräne die Preisspanne von 200 bis 400 Euro.

2017-10-13T09:47:41+00:00 20. April 2017|Gesetzlich, Gesundheit, Versicherung|