/, Vorsorge/Ein Schlaganfall schmerzt nicht, aber er tut weh

Ein Schlaganfall schmerzt nicht, aber er tut weh

Er ist inzwischen die zweithäufigste Todesursache geworden. An erster Stelle stehen immer noch die Herzkrankheiten, doch gleich danach rangiert der Schlaganfall. Ein solches Ereignis dauert nicht lange, es geht dabei nur um ein paar Sekunden. Die Auswirkungen aber können das gesamte restliche Leben bestimmen. “Nur ein Drittel der Betroffenen erholt sich komplett, fast ein Drittel verstirbt in den ersten Monaten danach, die Übrigen leben mit bleibenden Sprach-, Seh- oder Bewegungsstörungen.” So sieht das Jan Sobesky, Oberarzt an der Berliner Charite. Christian Dohmen leitet die Schlaganfallstation der Universitätsklinik in Köln. Auch er weiß um die Bedeutung des Schlaganfalls. Die größere Zahl der Patienten sei zwar älter als 55 Jahre, weiß er aus Erfahrung. “Wir sehen aber auch viele jüngere Menschen mit einem Schlaganfall in der Klinik.”

Tag des Schlaganfalls

Am gestrigen Montag hat die Deutsche Schlaganfallhilfe den Tag des Schlaganfalls ausgerufen. Damit soll die Aufmerksamkeit auf diese Bedrohung gelenkt werden. Vor allem werden oft Warnzeichen, die es durchaus gibt, nicht beachtet. “Die Patienten müssen ihre Symptome richtig deuten und erkennen,” sagt Dr. Dohmen. Stellt man plötzlich Lähmungen fest oder gibt es Sprachstörungen, so sollte es nur eine Reaktion geben: Rettungswagen und Notarzt müssen sofort alarmiert werden.

Das Krankheitsgeschehen

Was geschieht eigentlich im Gehirn bei einem Schlaganfall? In den meisten Fällen ist ein Blutgefäß im Gehirn verstopft. Das geschieht nicht von heute auf morgen, sondern ein derartiger Verschluss entsteht innerhalb von Jahren durch Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen. Das gilt für 80 Prozent aller Fälle. Bei den restlichen 20 Prozent reißt ein Blutgefäß, das Blut verteilt sich im Kopf. In beiden Fällen wird das Gehirn an der kranken Stelle nicht mehr durchblutet, das Gehirn arbeitet an dieser Stelle nicht mehr.

Reaktionen

Ein Schlaganfall verursacht keine Schmerzen. Also kann es sein, das man gar nichts bemerkt. Dann muss die Umgebung reagieren. Gibt es Sprachstörungen, Lähmungen, hängt ein Mundwinkel herunter oder ist eine Gesichthälfte gelähmt? Dann muss sofort der Rettungsdienst gerufen werden. Der muss natürlich unbedingt richtig reagieren und den Patienten in ein Krankenhaus bringen, dass über eine sogenannten “Stroke Unit“ verfügt. Dort arbeiten Ärzte, die sich auf die Vorgänge um den Schlaganfall spezialisiert haben. “Es bleiben nach dem Ereignis höchstens viereinhalb Stunden Zeit; um das verstopfende Gerinnsel aufzulösen. Mit der Behandlung durch Medikamente, die den Blutdruck senken und das Blut verdünnen, kann Schlimmeres verhindert werden. Das gilt dann, wenn der Schlaganfall durch eine Verstopfung hervorgerufen wurde.

Risiken

Geschützt ist niemand vor einem solchen Ereignis. Auch das Alter ist dafür im Grunde unerheblich. Es sind einige Risikofaktoren, die darüber entscheiden, ob jemand einen Schlaganfall erleidet. Der hohe Blutdruck ist das Risiko schlechthin. Weiter trägt die Verkalkung der Gefäße, Nikotinkonsum und Diabetes sowie erhöhte Blutfettwerte zu der Gefahr eines Schlaganfalls bei. Bei jüngeren Menschen gibt es ebenfalls spezielle Risikofaktoren. Unerkannte Herzfehler oder ein Aneurysma, genetische Veranlagungen oder Vorerkrankungen, aber auch Drogenkonsum können zum Schlaganfall bei jüngeren Menschen führen.

Keine Verzögerungen

Eile ist auf jeden Fall geboten, und vor allem dürfen Warnzeichen nicht unbeachtet bleiben. In vielen Fällen sind Durchblutungsstörungen zu beobachten, es gibt vorübergehende Lähmungen und Kribbeln. Auch können Seh- oder Sprachstörungen auftauchen. Auch wenn solche leichten Symptome wieder verschwinden, darf man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Immerhin bleibt es bei 20 Prozent der Patienten nicht bei solchen Vorwarnungen. Sie bekommen danach einen schweren Schlaganfall.

2017-10-16T10:49:26+00:00 11. Mai 2010|Gesundheit, Vorsorge|