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Elektronische Gesundheitsakte (eGA) – Pilotprojekt TK-Safe bekommt Zuspruch

Wie die meisten Bereiche des alltäglichen Lebens, wird auch das Gesundheitswesen zunehmend digitaler. Was das für die Versicherten der Krankenversicherung bedeutet, hat nun die Techniker (TK) in einem Report zur digitalen Gesundheitskompetenz veröffentlicht.

Kommt nun die elektronische Gesundheitsakte?

Ob Hausarzt, Zahnarzt oder Facharzt – überall liegen Daten zu unserer Gesundheit. Hinzu kommen noch Impfpass und Bonusheft zu Hause sowie Krankenscheine und Verordnungen bei den Krankenkassen. Eine optimale Versorgung kann durch die lückenhafte Bündelung von Daten kaum erreicht werden. Für Versicherte selbst ist es zudem schier unmöglich, einen transparenten Überblick über die eigene Gesundheit zu bekommen.

Die TK bietet nun in dem Pilotprojekt TK-Safe eine elektronische Gesundheitsakte (eGA) an und ließ über das Forschungsinstitut Forsa die Menschen in Deutschland zu einer möglichen Einführung befragen. Auf einer Pressekonferenz in Berlin am 24. April 2018 stellte die Techniker die Ergebnisse vor. Tatsächlich sprachen sich 75 Prozent für die Einführung aus. Eine solche eGA bietet die Möglichkeit, selbst gesammelte Daten sowie alle Informationen zur eigenen Gesundheit in einem digitalen Tresor zusammenzufassen. Auch solche, die bisher ausschließlich Medizinern, Kassen und Krankenhäusern vorbehalten waren.

eGA zwischen Onlinern und Nonlinern

Den größten Zuspruch erfährt die Idee der eGA unter den 30 bis 39-Jährigen, die ohnehin laut Studie eine überdurchschnittlich hohe Internetaffinität aufweisen. In dieser Personengruppe befürworten immerhin 82 Prozent die Einführung einer elektronischen Gesundheitsakte. Darüber hinaus sind es vor allem die Menschen im Osten, die die Idee begeistert. Hier befürworten rund 85 Prozent die eGA, während es beispielsweise in Nordrhein-Westfalen nur 65 Prozent sind.

Neben Alter und Herkunft bestimmt ebenso der Gesundheitszustand die positive oder negative Einstellung gegenüber der eGA. So zeigen sich drei viertel der Befragten, die sich selbst als gesund einschätzen, aufgeschlossen. Weniger gesunde und chronisch kranke Menschen sind gerade einmal zur Hälfte an einer eGA interessiert.

Was genau kommt in die Akte?

Das Ergebnis der Forsa-Umfrage ist eindeutig: 9 von 10 Befragten wünschen sich, dass Notfalldaten und Informationen zu Allergien in der eGA hinterlegt sind. Direkt dahinter platzierten sich der Impfpass und Organspendeausweis mit etwa 85 Prozent. Doch auch reguläre Daten, wie etwa medizinische Befunde, sollten bei 3 von 4 Befragten mit in die Akte aufgenommen werden.

Damit nicht genug. Es könnten zusätzlich Erinnerungen für Vorsorgeuntersuchungen sowie der Terminservice für den Arztbesuch aus der Akte heraus verwaltet werden. Eine Win-Win-Situation für Praxen und Versicherte, denn auf beiden Seiten wären Entlastung und Zeitersparnis eine positive Folge. Für einen solchen Service spricht sich jeder Dritte aus, auch unter den chronisch Kranken.

Weit mehr als nur ein “Archiv” von Daten

Der Begriff “Akte” läuft weit an den technischen Möglichkeiten vorbei. Dabei wird die eGA durch die Techniker über das Smartphone angeboten und soll mehr bieten als das reine Archivieren von Datensätzen und Informationen. Services wie Videosprechstunden, E-Coachings oder der Krankenschein-Upload sollen über die eGA genutzt werden. Zwar werden diese und andere Online-Services bereits heute bei vielen Krankenkassen angeboten, doch wären sie in der eGA gebündelt abrufbar. So wünscht sich für die zusätzlichen Funktionen der eGA jeder Vierte die Videosprechstunde. Zudem fänden es mehr als die Hälfte der eGA-Befürworter gut, wenn eine solche Akte von ihrer Krankenkasse angeboten werden würde.

Um sich im digitalen Gesundheitswesen zurecht zu finden, sind Medien- und Gesundheitskompetenz unabdingbar. Noch fühlen sich viele Menschen nicht sicher im Umgang mit der Informationsbeschaffung und deren Verwendung. Umso wichtiger ist es, in die Gesundheitskompetenz zu investieren – die Menschen sind dafür offen. Das zeigt auch der große Zuspruch zur elektronischen Gesundheitsakte, obwohl ein solcher Service noch nicht einmal offiziell angeboten wird.

2018-05-08T11:55:24+00:0024. April 2018|Gesetzlich, Gesundheit, Versicherung|