Alkoholmissbrauch und Alkoholsucht:
Wenn √ľberm√§√üiger Alkoholkonsum zur Sucht wird

Die Alkoholsucht ist eine Erkrankung, die eine k√∂rperliche und seelische Abh√§ngig¬≠keit von der Droge Alkohol beschreibt. H√§ufig sind auch soziale Probleme die Folge. F√ľr Abh√§ngige ist die Krankheit als solche oft schwer zu erkennen. Im Durch¬≠schnitt vergehen 3 bis 15 Jahre, bis die Abh√§ngigkeit dem Betroffenen bewusst wird. Bis dahin kann der K√∂rper und einzelne Organe in vielerlei Hinsicht Schaden nehmen.

Was interessiert Sie besonders?

Was interessiert Sie besonders?

Symptome Alkoholsucht
Wirkung von Alkohol
Ursachen und Diagnose
Behandlung und Therapie
Wo findet man Hilfe?
Daten und Fakten

Wie erkennt man Alkoholsucht? Das sind die Symptome

Was ist Alkoholsucht? Das sind die Symptome

Jedes Jahr sterben rund 74.000 Deutsche im Zusammenhang mit Alkohol Рsowohl durch den Stoff selbst, wie etwa aufgrund von Vergiftungen oder organischen Langzeitschäden, als auch durch indirekte Auswirkungen wie beispielsweise Trunkenheit am Steuer. Täglich gibt es rund 200 Todesfälle durch zu hohen Alkoholkonsum.

Auch bei Kindern und Jugendlichen nahm der Alkohol¬≠konsum in den vergangenen Jahren enorm zu. Laut dem aktuellen Jahrbuch Sucht 2019 der Deutschen Hauptstelle f√ľr Suchtfragen e.V. (DHS) lagen 21.721 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 20 im Jahr 2017 mit einer Alkohol¬≠ver¬≠gif¬≠tung vor√ľbergehend im Krankenhaus.

Sind mindestens drei der folgenden Kriterien innerhalb eines Jahres gleichzeitig vorhanden, ist eine Abhängigkeit sehr wahrscheinlich:

  • Ein sehr starkes Verlangen, Alkohol zu trinken

  • Die Kontrollf√§higkeit ist eingeschr√§nkt, bezogen auf das Anfangen und Aufh√∂ren sowie die Menge der Alkoholzufuhr

  • K√∂rperliche Entzugserscheinungen nach Beendigung oder Verringerung des Konsums

  • Steigerung der Dosis: um den gew√ľnschten Effekt zu erreichen, muss zunehmend die Menge an Alkohol erh√∂ht werden

  • Fortschreitende Vernachl√§ssigung anderer Vergn√ľgungen oder Interessen zugunsten des Alkoholkonsums
  • Fortgesetzte Alkoholzufuhr trotz sch√§dlicher Auswirkungen auf die Gesundheit und den sozialen Bereich wider besseren Wissens

0 Tote
am Tag durch Alkoholkonsum*
0 Tote
im Jahr aufgrund von Alkohol*
0 Kinder
& Jugendliche im KH¬Ļ wg. Alkoholmissbrauch*

*Die Zahlen entstammen dem aktuellen Jahrbuch Sucht der Deutschen Hauptstelle f√ľr Suchtfragen (DHS) e.V. und destatis von 2020; ¬ĻKH=Krankenhaus

Alkohol ‚Äď Wirkung, Risiken und Folgen

Psychische und körperliche Abhängigkeit als Folge

Alkohol wirkt auf jeden Körper anders und hängt von der konsumierten Menge und der individuellen seelischen und körperlichen Verfassung ab. Trinkt man generell zuviel, kommt es zu Gleichgewichtsstörungen, man kann sich schlechter konzentrieren und auch die Erinnerung lässt nach. Zudem sinkt die Impulsschwelle, wodurch man sich schneller zu Fehlhandlungen hinreißen lässt und gewalttätig reagiert.

Alkohol wirkt als Zellgift, das bei starken Konsum das Nervensystem sowie Zellen und Organe sch√§digt. Insbesondere die Leber ist betroffen, was in der Folge zu Lebererkrankungen f√ľhrt. Durch den Gew√∂hnungseffekt reagiert der K√∂rper immer weniger auf den Alkohol ‚Äď Alkoholabh√§ngige ben√∂tigen meist im Laufe der Zeit gr√∂√üere Mengen oder Getr√§nke mit einem h√∂heren Alkoholgehalt. Bei einem Entzug reagiert der K√∂rper jedoch deutlich extremer auf die pl√∂tzlich ausbleibende Zufuhr der Droge.

Wie ist die Wirkung von Alkohol bei welcher Blutalkoholkonzentration (BAK)?

  • positive Grundstimmung mit entspannter Gef√ľhlslage

  • Hemmungen fallen ab und Kontaktbereitschaft steigt

  • Sehverm√∂gen und H√∂rf√§higkeit werden geringer

  • Wahrnehmung und Aufmerksamkeit sinken

  • F√§higkeit, zu reagieren, nimmt ab

  • Zunahme der Risikobereitschaft

  • St√∂rungen des Gleichgewichts treten verst√§rkt auf

  • eigene Handlungsf√§higkeit wird stark √ľbersch√§tzt

  • Rauschstadium: r√§umliches Sehen verschlechtert sich

  • es kommt zu Schwierigkeiten bei der Orientierung

  • Die Sehf√§higkeit sinkt und es entsteht der Tunnelblick

  • Es kommt zu Stimmungsschwankungen

  • Das Urteilsverm√∂gen l√§sst immer mehr nach

  • Fahrtauglichkeit ist nicht mehr vorhanden. Kommt es zu einer Kontrolle oder einem Verkehrsunfall mit einem BAK-Wert ab 1,6 Promille (‚Äį), droht F√ľhrerscheinentzug und ein MPU-Gutachten (bei Alkoholsucht schon ab 1,1 ‚Äį)

  • Man spricht jetzt vom Bet√§ubungsstadium

  • Sprachschwierigkeiten und Verwirrtheit treten auf

  • Erinnerungsverm√∂gen verringert sich

  • Ged√§chtnisl√ľcken treten auf

  • Die Bewegung ist eingeschr√§nkt und verl√§uft unkoordiniert

  • Das toxische Stadium einer Alkoholvergiftung ist erreicht

  • Die Muskulatur f√§ngt an zu erschlaffen

  • Das Bewusstsein wird getr√ľbt

  • Die Atmung wird flacher und die Gefahr f√ľr ein Koma droht

  • K√∂rperliche L√§hmung mit Ateml√§hmung tritt ein

  • Ausfall weiterer Organe und Funktionen folgen

  • Atemstillstand und Tod treten ein

Alkohol wirkt

auf jeden Körper anders
  1. Die Wirkung hängt von der konsumierten Menge und der
  2. individuellen seelischen und körperlichen Verfassung ab.

Trinkt man

generell zuviel,
  1. kommt es zu Gleichgewichtsstörungen und
  2. die Konzentration und Erinnerung verschlechtern sich.

Die Impulsschwelle

sinkt stark ab.
  1. Man lässt sich schneller zu Fehlhandlungen hinreißen
  2. reagiert eher gewalttätig.

Als Zellgift wirkt

Alkohol schädigend
  1. auf Zellen sowie Organe (z.B. die Leber) und
  2. f√ľhrt zu Lebererkrankungen
  3. beeinflusst das Nervensystem.

Der Gewöhnungseffekt

lässt den Körper
  1. immer weniger auf den Alkohol,
  2. bei einem Entzug jedoch deutlich extremer reagieren.

Gefahren & Risiken f√ľr die Gesundheit durch Alkoholkonsum

Haupts√§chlich die Leber ist das Organ, in dem der Alkohol abgebaut wird. Es scheint also nicht √ľberraschend, dass diese dann bei missbr√§uchlichem Konsum von Alkohol am meisten gesch√§digt wird. Weshalb ist das so?¬†In der Leber sammelt sich das Fett vom Alkohols an, welches beim Abbau entsteht. Das hat eine Vergr√∂√üerung des Organs zur Folge. Am Ende eines langfristigen Alkoholmissbrauchs ist sie zur geschw√§chten Fettleber geworden. Bei starken Alkoholikern kann es aufgrund dessen zu einer alkoholischen Hepatitis (Gelbsucht) und zu einer sogenannten Leberzirrhose kommen. Diese kann sogar zum Tod f√ľhren.

Als Folge von starkem Alkoholkonsum sind Herzmuskelentz√ľndungen und Herzrhythmusst√∂rungen bekannt.

Das Gehirn hat mit vielfältigen Folgen zu kämpfen: angefangen bei Störungen von Gedächtnis und Aufmerksamkeit, bis zu Problemen mit der Konzentrationsfähigkeit und der Koordination. Langfristig können sogar Depressionen, Vergesslichkeit, eine gestörte Realitätswahrnehmung und Psychosen auftreten.

Die Bauchspeicheldr√ľse (Pankreas) kann sich dauerhaft entz√ľnden. Daraufhin kann es zu Verdauungsst√∂rungen und schlimmstenfalls zu einem Verschluss des Darms oder Nieren- und Kreislaufversagen kommen. H√§ufig tritt der Tod ein als Ergebnis von immer wiederkehrenden Entz√ľndungen und ihren damit verbundenen Komplikationen.

Lange bekannt ist ein Zusammenhang zwischen regelm√§√üigem, √ľber Jahre andauernden √ľberm√§√üigem Konsum und verschiedenen Formen von Krebs, zum Beispiel an der Speiser√∂hre, im Rachenraum, im Magen, Enddarm oder der weiblichen Brust. Auch Entz√ľndungen der Magenschleimhaut (Gastritis) k√∂nnen als langfristige Folge auftreten.

Ursachen der Alkoholsucht

Die Ursachen einer beginnenden Alkohol¬≠sucht sind vielseitig und wirken meist zusammen. Vor allem Verhaltensweisen, Umweltfaktoren und erbliche Anlagen spielen eine Rolle, obwohl es das ber√ľch¬≠tigte Sucht-Gen nicht gibt. Oft sind jedoch starke H√§ufungen von Alkoholproblemen in Familien zu beobachten. Diese wird vor allem durch die Vorbildfunktion erkl√§rt, die Eltern oder Gro√üeltern auf Kinder und junge Menschen besitzen.

In den meisten F√§llen entwickelt sich die Sucht nach Alkohol in einem schleichen¬≠den Prozess. Durch einen st√§ndig wieder¬≠kehrenden Konsum von Alkohol und alkoholischen Getr√§nken ensteht allm√§hlich eine Sucht: Ein krankhaftes Verlangen, ohne dass es nicht mehr geht, ist die typische Erscheinungsform. Den meisten betroffenen S√ľchtigen ist ihr krankhaftes Verhalten nicht bewusst bzw. es wird von ihnen nicht als problematisch wahrgenommen.

Diagnose einer Alkoholabhängigkeit

Um die Diagnose stellen zu k√∂nnen, m√ľssen bestimmte Kriterien erf√ľllt werden: Der Arzt pr√ľft,

  • ob der Patient bereits eine Toleranz gegen√ľber der Wirkung entwickelt hat oder
  • er die Kontrolle √ľber die Trinkmenge verliert.
  • Relevant ist auch, ob bereits Entzugserscheinungen auftreten,
  • der Patient auch nach Feststellen von negativen k√∂rperlichen und sozialen Folgen weiterhin trinkt
  • M√∂gliche fr√ľhere psychische Erkrankungen wie Depressionen und Belastungsst√∂rungen spielen ebenfalls eine Rolle.

Behandlung und Therapie bei Alkoholismus

Nach der erfolgreichen Diagnose kommt die Therapie zum Einsatz. Bestehende k√∂rperliche Sch√§den m√ľssen behandelt werden, aber vor allem das Suchtverhalten ben√∂tigt Therapie. F√ľr Alkoholiker gibt es diverse Unterst√ľtzungsm√∂glichkeiten. Diese m√ľssen nicht immer sofort ein Arztbesuch oder eine Selbsthilfegruppe sein, obwohl es hier viel n√∂tige Unter¬≠st√ľtzung gibt. Die Abstinenz von Alkohol f√∂rdern auch bestimmte Medikamente, die das Verlangen nach Alkohol mindern (Acamprosat) oder die bei einer Alkohol¬≠zufuhr unangenehme k√∂rper¬≠liche Reak¬≠tionen ausl√∂sen (Disulfiram). Die Medika¬≠mente k√∂nnen eine Behandlung und Therapie durch Fachkliniken und Selbsthilfegruppen jedoch nicht ersetzen, sondern im besten Fall erg√§nzen.

(Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu medizinischen Inhalten!)

Welche Hilfen und Hilfsangebote gibt es?

Kenn Dein Limit*

Das Internetportal, dass sich auch an Kinder und Jugendliche richtet, wird von der Bundeszentrale f√ľr gesundheitliche Aufkl√§rung (BZgA) betrieben. Im Fokus steht dabei die Aufkl√§rung zu einem gesundheitsbewussten Alkoholkonsum: Daf√ľr werden ausf√ľhrliche Informationen, verschiedene Tests zum Wissen √ľber Alkohol aber auch zum eigenen Konsumverhalten ‚Äď sogenannte Selbsttests ‚Äď wie auch Promille-Rechner und Handlungsempfehlungen bereitgestellt.

Online Selbsthilfe Alkohol*

Die AOK Nordost erm√∂glicht, in Zusammenarbeit mit den Salus Kliniken, einen kostenlosen und anonymen Selbsttest zur Pr√ľfung des eigenen Alkoholkonsums. Zus√§tzlich kann man ein 6-w√∂chiges Programm nutzen und lernen, einerseits den Alkoholkonsum zu verringern und andererseits schrittweise die pers√∂nlichen¬† Verh√§ltnisse zu √§ndern.

Feel-Ok*

Der Baden-W√ľrttembergische Landesverband f√ľr Pr√§vention und Rehabilitation gGmbH (BWLV) als Tr√§ger dieses Portals, richtet sich zum einen an die Jugendlichen, die sich informieren k√∂nnen √ľber alles rund um das Thema Alkohol und weitere Drogen. Es soll insbesondere deren Gesundheitskompetenz und Selbst¬≠be¬≠wusstsein gest√§rkt werden, um problematischem Suchtverhalten vorzubeugen und entgegenzuwirken. Zum anderen sollen auch Lehrkr√§fte und Multiplikatoren angesprochen werden. Ihnen werden f√ľr ihre Arbeit mit Jugendlichen Hilfsmittel, wie z.B. Arbeitsbl√§tter, an die Hand gegeben. Auch in √Ėsterreich und der Schweiz ist der Verband als Tr√§ger f√ľr das Internetportal aktiv.

Anonyme Alkoholiker*

Dabei handelt es sich um eine weltweit t√§tige Selbsthilfe¬≠organisation, die urspr√ľnglich aus den USA stammt. Die Interessengemeinschaft besteht aus Frauen und M√§nnern, die alle mit der Krankheit Alkoholismus zu k√§mpfen haben und diese auch mit Hilfe von Spiritualit√§t √ľberwinden wollen. Dazu gibt es ein Zw√∂lf-Schritte-Programm, welches dabei helfen soll, den Trinkzwang loszuwerden. Typisch f√ľr diese Gemeinschaft sind regelm√§√üige Treffen (Meetings genannt) und der Austausch untereinander. Etwa 2000 solcher Meetings soll es, laut eigener Aussage, in Deutschland geben. Online-Meetings werden ebenfalls angeboten.

blu:prevent*

Der Verein ‚ÄěBlaues Kreuz in Deutschland e.V.‚ÄĚ leistet mit diesem Angebot einen Beitrag zur Suchtpr√§vention bei Kindern und Jugendlichen. Die Aufkl√§rungsarbeit des Vereins findet in Schulen ‚Äď und damit direkt in der Lebenswelt der jungen Leute statt und will sie von einem bewussten Umgang mit Alkohol √ľberzeugen.
Das Filmprojekt ‚ÄěZoey‚ÄĚ des Vereins besch√§ftigt sich mit der Problematik, dass Kinder und Jugendliche h√§ufig in ihrer Familie mit der Alkoholsucht konfrontiert werden. Was das f√ľr die jungen Menschen bedeutet und welche Auswirkungen das auf sie hat, wird in dem 40-min√ľtigen Film gezeigt.

Online-Programm Vorvida*

Das kostenlose Behandlungsangebot der DAK Gesundheit soll den Teilnehmern ein Bewusstsein schaffen f√ľr ihr eigenes Trinkver¬≠hal¬≠ten. In dem Coaching geht es nicht darum, einen kompletten Ver¬≠zicht auf den Konsum von Alkohol zu erreichen, sondern riskantes Trinken zu erkennen. Das Selbsthilfeprogramm setzt also nicht erst da an, wo bereits eine Sucht vorhanden ist, sondern im Vorfeld. Das Projekt erwies sich im Rahmen der Vorvida-Studie als sehr erfolgreich: Risikoreiches Alkohol trinken konnte um bis zu 75 Prozent reduziert werden. Das pr√§ventive Angebot kann bisher nur von Mitgliedern der DAK genutzt werden.

*Hinweis: Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit, es handelt sich um eine Auswahl einzelner Angebote.

Das Internetportal, dass sich auch an Kinder und Jugendliche richtet, wird von der Bundeszentrale f√ľr gesundheitliche Aufkl√§rung (BZgA) betrieben. Im Fokus steht dabei die Aufkl√§rung zu einem gesundheits¬≠bewussten Alkoholkonsum: Daf√ľr werden ausf√ľhrliche Informationen, verschiedene Tests zum Wissen √ľber Alkohol aber auch zum eigenen Konsumverhalten ‚Äď sogenannte Selbsttests ‚Äď wie auch Promille-Rechner und Handlungsempfehlungen bereitgestellt.

Die AOK Nordost erm√∂glicht, in Zusammenarbeit mit den Salus Kliniken, einen kostenlosen und anonymen Selbsttest zur Pr√ľfung des eigenen Alkoholkonsums. Zus√§tzlich kann man ein 6-w√∂chiges Programm nutzen und lernen, einerseits den Alkoholkonsum zu verringern und andererseits schrittweise die pers√∂nlichen Verh√§ltnisse zu √§ndern.

Der Baden-W√ľrttembergische Landesverband f√ľr Pr√§vention und Rehabilitation gGmbH (BWLV) als Tr√§ger dieses Portals, richtet sich zum einen an die Jugendlichen, die sich informieren k√∂nnen √ľber alles rund um das Thema Alkohol und weitere Drogen. Es soll insbesondere deren Gesundheitskompetenz und Selbstbewusstsein gest√§rkt werden, um problematischem Suchtverhalten vorzubeugen und entgegenzuwirken. Zum anderen sollen auch Lehrkr√§fte und Multiplikatoren angesprochen werden. Ihnen werden f√ľr ihre Arbeit mit Jugendlichen Hilfsmittel, wie z.B. Arbeitsbl√§tter, an die Hand gegeben. Auch in √Ėsterreich und der Schweiz ist der Verband als Tr√§ger f√ľr das Internetportal aktiv.

Dabei handelt es sich um eine welt¬≠weit t√§tige Selbsthilfeorganisation, die urspr√ľnglich aus den USA stammt. Die Interessengemeinschaft besteht aus Frauen und M√§nnern, die alle mit der Krankheit Alkoholismus zu k√§mpfen haben und diese auch mit Hilfe von Spiritualit√§t √ľberwinden wollen. Dazu gibt es ein Zw√∂lf-Schritte-Programm, welches dabei helfen soll, den Trinkzwang loszuwerden. Typisch f√ľr diese Gemeinschaft sind regelm√§√üige Treffen (Meetings genannt) und der Austausch untereinander. Etwa 2000 solcher Meetings soll es, laut eigener Aussage, in Deutschland geben. Online-Meetings werden ebenfalls angeboten.

Der Verein ‚ÄěBlaues Kreuz in Deutschland e.V.‚ÄĚ leistet mit diesem Angebot einen Beitrag zur Suchtpr√§vention bei Kindern und Jugendlichen. Die Aufkl√§rungsarbeit des Vereins findet in Schulen ‚Äď und damit direkt in der Lebenswelt der jungen Leute statt und will sie von einem bewussten Umgang mit Alkohol √ľberzeugen.
Das Filmprojekt ‚ÄěZoey‚ÄĚ des Vereins besch√§ftigt sich mit der Problematik, dass Kinder und Jugendliche h√§ufig in ihrer Familie mit der Alkoholsucht konfrontiert werden. Was das f√ľr junge Menschen bedeutet und welche Auswirkungen das auf sie haben kann, wird in dem Film thematisiert.

Das neue, kostenlose Behandlungs¬≠angebot der DAK Gesundheit soll den Teilnehmern ein Bewusstsein schaffen f√ľr ihr eigenes Trinkverhalten. In dem Coaching geht es nicht darum, einen kompletten Verzicht auf den Konsum von Alkohol zu erreichen, sondern riskantes Trinken zu erkennen. Das Selbsthilfe¬≠pro¬≠gramm setzt also nicht erst da an, wo bereits eine Sucht vorhanden ist, sondern im Vorfeld. Mit auf die Teilnehmer pers√∂nlich zugeschnittenen Hilfen und Ratschl√§gen erwies sich Vorvida im Rahmen einer Studie als sehr erfolgreich: Risikoreiches Alkohol trinken konnte um bis zu 75 Prozent verringert werden. Das pr√§ventive Angebot kann bisher nur von Mitgliedern der DAK genutzt werden.

*Hinweis: Bei den Angeboten handelt sich nur um eine Auswahl, es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Zahlen und Fakten zu Alkoholkonsum und Alkoholmissbrauch in Deutschland

Alkohol: Zahlen und Fakten aus Deutschland

Deutschland gilt bei den Trinkgewohnheiten und dem Verbrauch von Alkohol als ein sogenanntes Hochkonsumland: Im Durchschnitt trinkt jeder Deutsche ab dem Alter von 15 Jahren 10,5 Liter reinen Alkohol innerhalb eines Jahres (laut Jahrbuch Sucht 2020). Als Gr√ľnde gelten, im Vergleich zu anderen L√§ndern, einerseits der niedrige Preis und andererseits der relativ leichte Zugang zu den verschiedenen Arten von Alkoholika.

Ein weiteres Problem: Auch die Werbung f√ľr alkoholische Getr√§nke geh√∂rt zu unserem Alttag und ist an Haltestellen, auf Plakaten und vor allem in den Medien nach wie vor sehr pr√§sent. Selbst bei sportlichen Ereignissen jeglicher Art prallt einem zum Beispiel Bierwerbung entgegen oder Brauereien treten als Sponsoren f√ľr Sportveranstaltungen auf.

Pro-Kopf Verbrauch von Alkohol im Vergleich: 2005 vs. 2017

Verbrauch Bier*

Verbrauch Weinhaltiges*

Verbrauch Hochprozentiges*

*Quelle: Statistisches Bundesamt destatis: Fakten rund um die Gesundheit als Motivationshilfe f√ľr Neujahrsvors√§tze

Im Vergleich: Jährlicher Alkoholkonsum 2016 und 2017

0 Liter
Alkohol pro Kopf 2016* in Fertigware
0 Liter
Alkohol als Fertigware 2017* = 1 Badewanne

*Quelle: DHS e.V.: Jahrbuch Sucht 2018 und 2019

Statistik: Durchschnittlicher Konsum von reinem Alkohol im Jahr 2017

10,5 Liter* im Jahr

Alkohol pur trank jeder Deutsche 2017 von 15 ‚Äď 65 Jahren

*Quelle: DHS e.V.: Jahrbuch Sucht 2020

Männer: 40g* / Tag

reiner Alkohol 2017

in Deutschland
*Quelle: Global Burden Disease Study 2016

Frauen: 29g* / Tag

reiner Alkohol 2017
in Deutschland
*Quelle: Global Burden Disease Study 2016

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Jana ist ausgebildete Kauffrau im Gesundheitswesen. Seit vielen Jahren recherchiert sie spannende Fakten f√ľr die Krankenkassen-Zentrale. Aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung im Gesundheitswesen, verfasst sie vor allem Artikel zu den Themen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Erg√§nzend durchleuchtet sie regelm√§√üig die Themen Fitness, Abnehmen und gesunde Ern√§hrung.