Im internationalen Vergleich befindet sich Deutschland unter 195 Teilnehmern auf dem 38. Platz, wenn es um gesunde Ernährung geht. Das ergab eine Studie der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“. Die Bundesrepublik befindet sich daher im oberen Mittelfeld – allerdings gibt es in Bezug auf die Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung trotzdem viel Verbesserungsbedarf. Dies gilt vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass ungesundes Essverhalten tödlich enden kann.

Ungesunde Ernährung häufig Todesursache

Die 200 Forscher nahmen die verschiedenen Ernährungsstile auf der Welt unter die Lupe. Das Ergebnis: Weltweit sind 11 Millionen Todesfälle pro Jahr auf falsche Essge­wohn­heiten zurückzuführen. In puncto Ernährung liegen Frankreich, Israel und Spanien im Spitzenfeld. Auf den hintersten Plätzen landeten Afghanistan, Usbekistan und die Marshallinseln. Es ist Fakt, dass ungesundes Essverhalten Krankheiten, wie beispielsweise Krebs, Herzkreislauf-Krankheiten und Diabetes Typ 2, auslösen können. Von verarbeiteten Lebensmitteln, wie z.B. Wurst, sollte der Mensch nicht mehr als zwei Gramm pro Tag zu sich nehmen. An zucker­süßen Limonaden sind maximal drei Gramm täglich erlaubt. Diese Werte sind als Durchschnitt zu verstehen. Wer sich an den meisten Tagen gesund ernährt, kann sich ab und zu ruhig etwas Süßes oder eine Wurst gönnen. Gerade bei Kindern sollte besonders darauf geachtet werden, was gegessen wird, da sich die Kids bereits früh an die Süße gewöhnen. So führt eine ungesunde Ernährung häufig zu Übergewicht und Folgekrankheiten. In unserem Podcast „Gesunde Ernährung bei Kindern“ erklärt foodwatch, warum es immer schwerer wird, unsere Kleinen gesund zu ernähren und was man anders machen kann.

Die Wichtigkeit von Vollkornprodukten

In Deutschland wird zu viel Zucker, rotes Fleisch und Weißmehl verzehrt. Auch Salz und Fast Food stehen auf dem Speiseplan vieler Menschen, gleichzeitig nehmen sie zu wenig Nüsse, Obst, Gemüse, Ballaststoffe, Hülsenfrüchte, Omega-3-Fettsäuren und Vollkornprodukte zu sich. Vor allem in Bezug auf letztgenannte Zutat, weisen die Deutschen das größte Defizit auf. Im Übrigen ist der Begriff „Vollkorn“ geschützt. Er darf ausschließlich dann verwendet werden, wenn tatsächlich das komplette Korn verarbeitet wurde. In Schale und Keimling sind wichtige Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Vorsicht ist hingegen bei der Bezeichnung „Dreikorn“ geboten. Hier haben Käufer keine Garantie, dass es sich um gesunden Inhalt handelt. Oft verstecken sich mit Zuckerrübensirup gefärbte Backwaren dahinter.

Kochen muss bewusst stattfinden

Für viele Menschen stellen Fertiggerichte aus dem Supermarkt eine Versuchung dar. Sie lassen sich nicht nur schnell zubereiten, sondern sind auch preiswert. Vor allem nach einem langen Arbeitstag, greifen viele Menschen gern zu fertigen Speisen. Langfristig hat dies negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Denn oft enthalten solche Gerichte nicht die benötigte Menge an Gemüse und Obst – auch zeichnen sie sich durch einen hohen Salz-, Zucker- und Fettgehalt aus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung spricht eine Empfehlung für drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag aus. Kocht der Mensch selbst, hat er einen besseren Überblick über die Zusam­men­setzung seiner Mahlzeit und kann die Kalorienzufuhr besser kontrollieren.

Der Verband für Ernährung und Diätetik e.V. (VFED) setzt sich für die Aufklärung der Bevölkerung über gesundes Essverhalten ein. Mittels verschiedener Medien, Seminare und Aktionstage, wie z.B. dem „Tag der gesunden Ernährung“, versucht der Verband, so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Nicht nur Laien können sich informieren, auch Fachkräfte aus dem Bereich Ernährung können sich vom VFED weiterbilden lassen und Zugang zu den aktuellsten Erkenntnissen erhalten. Da die Ernährung eine sehr wichtige Rolle in der Gesundheit spielt, setzt sich der Verband politisch für eine leistungsgerechte Bezahlung der Ernährungsexperten ein.