CBD Rechtslage: Ist Cannabidiol legal?

Allgemeines zur CBD Rechtslage
Legalität CBD Produkte
Ist CBD legal
Häufige Fragen

CBD Rechtslage: Ist Cannabidiol legal?

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Häufige Fragen

Aktualisierung: 15.05.2021

Anwender und Verkäufer sehen sich ständig mit der Frage konfrontiert, ob Cannabidiol als Einzelsubstanz und in verarbeiteter sowie unverarbeiteter Form legal ist. Insbesondere in den letzten Monaten hat sich daraus eine angespannte Lage auf dem Markt ergeben. Mit der Beantwortung der Frage beschäftigen sich Rechtsanwälte, Gerichte, Hersteller und nicht zuletzt Verkäufer. Wir möchten heute ein wenig Licht ins Dunkle bringen und prüfen die aktuelle Rechtslage.

Das Wichtigste in Kürze

  • Cannabidiol, kurz CBD, ist ein Extrakt aus der Hanfpflanze, der nicht berauschend wirkt.
  • Während die Einzelsubstanz CBD legal ist, muss bei Nahrungsergänzungsmitteln genau geprüft werden.
  • Bei unverarbeiteten Produkten wie CBD Tee und CBD Blüten kann ein Missbrauch zu Rauschzwecken nicht vollständig ausgeschlossen werden, daher sind sie nicht legal.
  • Verarbeitete CBD Produkte wie CBD Öl oder CBD Kapseln sind erlaubt, solange sie einen THC-Gehalt von 0,2 Prozent nicht überschreiten und der Verkauf wissenschaftlichen oder gewerblichen Zwecken dient.

CBD: ein Extrakt aus der Hanfpflanze

Cannabidiol, kurz CBD, wird aus der Hanfpflanze extrahiert. CBD werden entzündungshemmende, schmerzlindernde und angstlösende Eigenschaften zugeschrieben. Forscher führen die Effekte, die sich auch in Studien beobachten ließen, auf die Interaktion mit dem Endocannabinoid-System zurück, dass jeder Mensch besitzt. Anbieter von CBD Produkten dürfen allerdings nicht mit Heilwirkungen werben.

Begriffserklärung: Unterschied zwischen CBD, Cannabis und THC

Das Wort Cannabis kommt aus dem Lateinischen und wird als Synonym für Hanf genutzt. Die Hanfpflanze stellt die beiden Substanzen CBD und THC zur Verfügung. Diese und andere Cannabinoide befinden sich vor allem im Harz der Pflanze, dass an den Drüsenhaaren der weiblichen Blüte sitzt. CBD wirkt im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol (THC) nicht psychoaktiv. Somit hat Cannabidiol keine berauschende Wirkung. Ein sehr wichtiger Umstand, wenn es um die rechtliche Lage mit Blick auf CBD geht.

Ist CBD legal?

Diese Frage kann zunächst mit „Ja“ beantwortet werden. Zumindest wenn Cannabidiol als Einzelsubstanz in den Mittelpunkt rückt. Schließlich ist Cannabidiol per Definition kein süchtig machender Stoff. Die Anwendung des Betäubungsmittelgesetzes ist an dieser Stelle also vorerst nicht gegeben. In anderen Ländern kann die rechtliche Lage ganz anders aussehen, auch innerhalb von Europa. Die Slowakei und Belgien haben sehr strenge Richtlinien, CBD Produkte sind hier nicht vorgesehen. Im Zweifelsfall lohnt es sich immer, sich zu erkundigen, was in dem jeweiligen Land erlaubt ist.

Sind CBD Produkte legal?

Dabei handelt es sich um eine Frage, die eindeutig mit „Jein“ beantwortet werden kann. Auch wenn Cannabidiol allgemein als harmlos bezeichnet wird, bedeutet das nicht, dass alle CBD Produkte, die angeboten werden, automatisch legal sind. Die Problemstellung ist, dass Präparate mit Cannabidiol eben nicht nur diese eine Substanz beinhalten, sondern auch andere Wirkstoffe der Cannabispflanze. Bei „Pflanzen und Pflanzenteile der zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen” kommt das Betäubungsmittelgesetz zur Anwendung. Das gilt auch für Produkte, die daraus hergestellt werden. Wer nun annimmt, dass alle CBD Produkte verboten sind, liegt trotzdem falsch.

Schließlich sorgen zwei Voraussetzungen dafür, dass eine Ausnahme erlaubt ist.

  1. Die Hanfprodukte werden in der Europäischen Union mithilfe von zertifiziertem Saatgut gewonnen. Der THC-Gehalt muss unter 0,2 Prozent betragen.
  2. Der Missbrauch zu Rauschzwecken kann eindeutig ausgeschlossen werden. Stattdessen werden ausschließlich gewerbliche oder wissenschaftliche Zwecke mit dem Verkauf erfüllt.

Diskussion um unverarbeitete und verarbeitete CBD Produkte

Hersteller achten in der Regel sehr penibel darauf, dass der Grenzwert von 0,2 Prozent THC nicht überschritten wird. Grundsätzlich kann das bei unverarbeiteten Produkten wie CBD Blüten genauso gelingen wie bei verarbeiteten Produkten wie CBD Öl. Das oben angeführte zweite Kriterium ist allerdings schwieriger zu bewerten. Zwar wurde der gewerbliche Zweck vom Bundesgerichtshof als gegeben angesehen, wenn CBD Produkte an Endkunden verkauft werden, allerdings ist der Missbrauch zu Rauschzwecken eine Stolperfalle. Die Behörden gehen derzeit davon aus, dass nur verarbeitete CBD Präparate keine Missbrauchsabsichten unterstützen. Auch wenn es eher praxisfremd ist, dass sich jemand mehrere Kilo CBD Blüten zulegt, um eine Rauschwirkung zu erreichen, bleiben die Behörden in dem Punkt hart.

Für Endverbraucher bedeutet das: Unverarbeitete Produkte wie CBD Blüten sind nicht legal. Verarbeitete CBD Produkte, die den THC-Gehalt von 0,2 Prozent nicht überschreiten, sind legal.

Liste an erlaubten und unerlaubten CBD Produkten

  • CBD Kapseln = legal
  • CBD Öl = legal
  • CBD Kosmetik = legal
  • CBD Cremes und Salben = legal
  • CBD Liquids = legal
  • CBD Tee = nicht legal
  • CBD Blüten = nicht legal

Gut zu wissen!

Der derzeitige rechtliche Status erlaubt lediglich den Kauf und Verkauf von verarbeiteten CBD Produkten, die unter 0,2 Prozent THC enthalten. Arzneimittel können mehr Tetrahydrocannabinol vereinen, müssen allerdings von einem Arzt verordnet werden. Aromastoffe in Form von Aromaölen sind nicht für die orale Anwendung bestimmt, aber legal erhältlich.

Legale CBD Produkte kaufen: Tipps

Zwar besteht die Möglichkeit, dass die Legalisierung von Cannabisprodukten weiter vorangetrieben wird, derzeit ist es aber unbedingt notwendig, den Konsum auf legale Nahrungsergänzungsmittel zu beschränken. Um Sicherheit zu erlangen, sollten Kunden sich über seriöse Händler informieren. Im besten Fall bevorzugen sie Produkte, die in einem unabhängigen Labor geprüft wurden. Besonders wichtig ist, dass das Präparat den THC-Gehalt von 0,2 Prozent nicht übersteigt. Eine entsprechende Kennzeichnung ist daher Pflicht.

Gut zu wissen!

Verkäufer müssen mehr als Kunden im Zusammenhang mit CBD Produkten beachten. Schließlich gilt ihr Produkt nicht als Arzneimittel und derzeit nicht als neuartiges Lebensmittel (Novel Food) mit Zulassung.

Quellen zum Thema CBD Rechtslage

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Präparate mit Hanfextrakt gelten als neuartige Lebensmittel ohne Zulassung. Das gilt auch für CBD-Isolate. Aus diesem Grund sind sie nicht verkehrsfähig. Allerdings hat der Europäische Gerichtshof beschlossen, dass eine Einstufung als Betäubungsmittel nicht gegeben ist. Die EU-Kommission hat angegeben, dass die Zulassungsverträge für CBD-Produkte als neuartige Lebensmittel nun geprüft werden.

Darauf gibt es keine klare Antwort. Zunächst ist es so, dass unverarbeitete Nahrungsergänzungsmittel wie CBD Tee und CBD Blüten nicht legal sind. Das liegt daran, dass ein Missbrauch zu Rauschzwecken nicht ausgeschlossen werden kann. Verarbeitete CBD Produkte, die unter 0,2 Prozent THC enthalten, wirken nicht berauschend und erfüllen ein wichtiges Kriterium, um legal vertrieben zu werden. Zudem muss gewährleistet sein, dass der Verkauf gewerblichen und wissenschaftlichen Zwecken dient.

Im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol) wirkt CBD (Cannabidiol) nicht berauschend. Da CBD nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, dürfen Anwender trotz Cannabidiol-Konsum ein Fahrzeug führen. Insbesondere eine Überdosierung kann zu Nebenwirkungen wie Schwindel und Müdigkeit führen. In dem Fall sollte sicherheitshalber das Auto stehen gelassen werden.

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Unsere Autor*innen
Dipl.-Ges. oec. (FH) bei der

Im Jahr 2002 hat Jennifer Ann Steinort ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Kinderpflegerin abgeschlossen. Darauffolgend hat sie ihr Studium an der Hochschule Niederrhein angetreten. Studienschwerpunkte waren Krankenhausmanagement, Gesundheitsökonomie und Medizincontrolling. Zudem haben die konservative und operative Krankheitslehre sowie Rehabilitation und Psychiatrie eine große Rolle eingenommen. Jennifer Ann Steinort hat den akademischen Grad Dipl.-Ges. oec. (FH) erlangt und arbeitet seit 2012 als Fachjournalistin für Medizin, Gesundheit und Familie.