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Gesundheitsfördernde Kurse: Was die Krankenkasse zahlt

Unser Alltag stresst: Schon jetzt zählt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beruflichen Stress zu den größten Gefahren dieses Jahrhunderts. In Deutschland gelten einer aktuellen Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge mindestens 30 Prozent der Arbeitnehmer als dauerhaft gestresst – und damit dauerhaft gesundheitlich gefährdet. Kein Wunder also, dass die Krankenkassen ihren Mitgliedern nicht nur nachdrücklich einen gesunden, aktiven Lebensstil mit ausreichend Bewegung und Ruhephasen ans Herz legen – in vielen Fällen fördern sie auch die Teilnahme an Kursen, die der Gesunderhaltung und Krankheitsprävention dienen.

Der Klassiker: Kooperationen mit Gesundheits- und Fitnessexperten

Bereits seit einigen Jahren kooperieren die Kassen mit Anbietern entsprechender Kurse in allen Teilen der Bundesrepublik. Zu den Kooperationspartnern zählen neben Fitnessstudios und spezialisierten Ärzten u.a. auch Sport- und Ernährungswissenschaftler sowie Volkshochschulen und Sportvereine. Die Kooperationsangebote listen die Krankenkassen in der Regel in einer Datenbank für Mitglieder auf und tragen in der Regel das „Prüfsiegel Deutscher Standard Prävention“. Findet sich unter den offiziellen Kooperationsangeboten kein ansprechender Kurs, können interessierte Versicherte selbstverständlich auch auf eigene Faust ein geeignetes Angebot suchen. Zu beachten ist dabei, dass der Kurs das Prüfsiegel trägt, um von den Krankenkassen als Präventionsprogramm anerkannt zu werden.

Voraussetzung für Kostenerstattungen

Grundsätzlich bieten Krankenkassen entweder eigene gesundheitsfördernde Kurse kostenfrei an oder sie übernehmen 80 Prozent der anfallenden Kosten für einen zertifizierten Kurs, maximal jedoch 75 Euro pro Kurs. Viele Krankenkassen erstatten anteilig die Kosten für bis zu zwei Kurse pro Jahr. Darüber hinaus kann die Teilnahme an gesundheitsfördernden Kursen Bonuspunkte einbringen, die später in Prämien eingetauscht werden oder zu besonderen Leistungen berechtigen können.

Damit all dies geschieht, muss ein Kurs jedoch einige Anforderungen erfüllen, um von den Krankenkassen anerkannt zu werden. Neben dem Prüfsiegel zählt dazu beispielsweise eine zeitliche Begrenzung der Maßnahme – zeitlich unbegrenzte Engagements wie beispielsweise die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio werden in der Regel nicht anerkannt. Zudem muss der Kurs über eine feste Teilnehmergruppe verfügen und einem Präventions-Themenfeld (z.B. Abnehmen, Rückenschule, Raucherentwöhnung) eindeutig zuzuordnen sein.

Krankenkassen setzen vermehrt auf Online-Coaching

Neben zertifizierten Kursen vor Ort setzen viele Krankenkassen zusätzlich auf Online-Coachings und zeitgemäße Gesundheitsanwendungen wie Gesundheits- oder Tracking-Apps sowie Therapieunterstützung mit dem Smartphone. Das Angebot zur „Digitalen Gesundheit“ ist derzeit bei Krankenkassen omnipräsent und soll dabei unterstützen, im eigenen Tempo und mit eigener Zeiteinteilung gesundheitliche Ziele zu erreichen. Gesundheits- und Fitnessexperten warnen jedoch davor, dass Apps & Co. nur eine Ergänzung zu Angeboten vor Ort sein können, da insbesondere ungeübte Einsteiger oftmals auf individuelles Feedback durch eine Fachkraft angewiesen sind, um z.B. typische Fehler im Training und ggf. Trainingsverletzungen zu vermeiden.

2017-10-13T10:39:15+00:00 13. Dezember 2016|Gesundheit, Versicherung, Vorsorge|