Allergiker durchleiden im Frühjahr Qualen durch den Pollenflug, der durch das zu­neh­mend warme Wetter auch immer früher im Jahr einsetzt. An sehr warmen Tagen ist die Belastung besonders hoch. Mit einer selbstgenähten Behelfsmaske können Allergiker ihren Pollenkontakt reduzieren. Inzwischen ist eine Mund-Nasen-Maske in vielen Bereichen für jedermann verpflichtend und somit nicht nur für Aller­gi­ker ein gewisser Schutz.

Coronavirus: Höheres Risiko für Allergiker?

Während es die meisten Menschen im Zustand des sogenannten Lockdown wenigs­tens schaffen, das schöne Wetter zu genießen, ist das bei Heuschnupfen nahezu un­mög­lich. Ein kräftiger Regen könnte die Pollen aus der Luft waschen und Er­leich­te­rung verschaffen. Doch Regen ist leider nicht oder kaum in Sicht. Aller Blüten­staub hält sich hartnäckig in der Luft und wird durch den stetigen Wind immer wieder auf­ge­wirbelt. Zudem stellen sich viele Pollenallergiker im Hinblick auf das Coronavirus die bange Frage, ob sie mehr als andere Menschen gefährdet sind, sich zu infizieren. Das ist laut Expertenmeinung jedoch nicht der Fall. Allergiker haben sogar ein be­son­ders ausgeprägtes Immunsystem, das ständig in Alarmbereitschaft ist.

Eine Ausnahme bilden hier aber Allergiker, die über einen längeren Zeitraum mit Cortison behandelt werden. Mit einer solchen Behandlung geht die Schwächung des Immunsystems einher. Das Ansteckungsrisiko für Covid-19 könnte also tatsächlich leicht erhöht sein. Maßnahmen sollten mit dem behandelnden Arzt besprochen wer­den. Für alle anderen mag angesichts der tränenden und juckenden Augen und der heftigen Nies- und Asthmaanfälle ein nicht erhöhtes Risiko für eine Corona-In­fek­tion nur ein schwacher Trost sein. Die Gefahr eines geschwächten Immun­sys­tems gilt jedoch nicht für symptomlindernde Medikamente wie cortison­hal­tige Nasen­sprays. Diese sollten unbedingt weiter genommen werden.

Pollenkontakt wirkungsvoll reduzieren

Mit einer selbstgenähten Behelfsmaske und durch das Tragen einer Brille, die mög­lichst gut abschließt, kann man den Pollenkontakt deutlich reduzieren. Eine hand­ge­machte Maske, für die man derzeit überall Anleitungen findet, ist nicht zu ver­wech­seln mit einem medizinischen Atemschutz. Viren wie SARS-CoV-2 werden vermutlich durch eine solche Mund-Nasen-Abdeckung nicht abgehalten. Es wird aber an­ge­nom­men, dass die Tröpfcheninfektion durch das Tragen einer Maske doch ein­ge­schränkt wird und der Umgang miteinander automatisch vorsichtiger ist.

Für Pollen ist die Maske eine wirksame mecha­nische Barriere. An heißen Tagen ist das Tragen einer Maske jedoch besonders un­an­ge­nehm. Dann sollten Allergiker häufiger eine Nasenspülung durchführen. Mit­hil­fe einer Nasen­du­sche kann die Nase mehrmals täglich mit einer salzhaltigen Lö­sung gespült werden. So werden Pollen aus den Schleimhäuten gelöst und das Atmen fällt leichter.

Mikroimmuntherapie bei Allergien

Die Mikroimmuntherapie (MIT) ist eine Behandlung mit Botenstoffen, die auch in unserem Immunsystem vorkommen. Damit soll das Immunsystem reguliert werden. Auch bei Allergien kann diese Form der Diagnostik und die indi­vi­du­elle Therapie eingesetzt werden. Die Medizinische Gesellschaft für Mikro­im­mun­­the­­ra­pie (MeGeMIT) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für diese Behand­lungs­me­tho­de einsetzt und Fortbildungen durchführt. Laut MeGeMIT hat sich die Mikro­im­mun­therapie bei der Behandlung von Allergien bewährt und kann sowohl vorbeu­gend als auch zur Linderung bei akuten Symptomen eingesetzt werden. Doch nicht nur die typischen Reaktionen, wie Niesen, juckende Augen und Husten, sollen ver­rin­gert werden können. Auch Patienten mit allergischen Hauterkrankungen, Binde­haut­ent­zündungen und Nahrungsmittelallergien sollen profitieren.

Behelfsmaske richtig verwenden

Vor und nach dem Tragen einer Behelfsmaske empfiehlt es sich, die Hände gründlich mit Seife zu waschen. Die Masken sollten nur an den Bändern angefasst und nicht am Stoff berührt werden, um eine Verunreinigung mit Viren oder Bakterien zu vermeiden, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Damit die Gläser bei Brillenträgern nicht beschlagen, kann man die Maske etwas höher auf die Nase zie­hen und die Sehhilfe auf den Stoff aufsetzen. Es wird empfohlen, die Mund-Nasen-Be­de­ck­ung aus Stoff nach Gebrauch bei mindestens 60° Celsius mit einfachem Wasch­mittel zu reinigen. Anschließend ist sie für weitere Verwendungen ein­satz­­be­reit. Einwegmasken müssen nach dem Tragen direkt entsorgt werden. Des Wei­te­ren sollten die Masken nicht unnötig lange getragen werden, da unter der Bede­ckung weniger Sauerstoff eindringen kann und der Körper in diesem Bereich schwitzt. Als Alternative zur Maske reichen auch dünne Schals und Tücher, die eng anliegend umgebunden werden, so dass Nase, Mund und Wangen bedeckt sind.