Oregano — Oregano Öl und Kapseln als Hausmittel

Das Oregano-Öl, im englischen als „Oregano Oil“ bekannt, ist als Nahrungsergänzungsmittel in der flüssigen Form und als Kapsel erhältlich. In der Geschichte ist Oregano bereits oftmals in Erscheinung getreten: Angeblich soll das klassische Kraut bereits in der Bibel seine Erwähnung gefunden haben. Dabei ist eines gewiss – die Einsatzmöglichkeiten von Oregano sind sehr vielfältig. In der Küche wird er getrocknet oder frisch zum Verfeinern insbesondere von mediterranen Gerichten und Pizza verwendet. Doch das allein reicht nicht aus, um es als „Super-Kraut“ zu bezeichnen, wie es häufig gerade in Italien genannt wird. Besonders in Teemischungen findet sich das grüne Blatt wieder. Das Pizzagewürz wird von vielen Herstellern auch als Heilmittel angepriesen – fest steht, dass die Inhaltsstoffe durchaus ihre Daseinsberechtigung haben.

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Anwendung
Wirkung
Nebenwirkungen

Was ist Oregano?

Bei Oregano handelt es sich um einen Lippenblüter. Bekannt ist der Lippenblüter auch unter Trivialbezeichnungen wie Dorst, Wohlgemut oder Wilder Majoran. Tatsächlich ist das Äußere in gewisser Weise vergleichbar mit Majoran, jedoch unterscheiden sich Geruch und Form, beziehungsweise Größe der Blätter sowie Erscheinungsbild der Blüten. Die ausdauernde krautige Pflanze erreicht keine allzu großen Wuchshöhen. Dennoch kann die Pflanze bis zu 70 Zentimeter hoch wachsen.

Der Duft ist herb aromatisch und die Zweige weisen eine minimale Behaarung auf. Ursprünglich war die Pflanze vor allem im Mittelmeerraum verbreitet, heute findet sie sich weltweit in gemäßigten und warmen Gebieten wieder. In Europa gibt es auch zahlreiche, natürliche Vorkommen in trockenen, lichten Wäldern oder generell auf kalkhaltigem Untergrund. In Mitteleuropa wird er einer gewissen Charakterart zugeordnet – einer Ordnung der Origanetalia vulgaris.

Inhaltsstoffe von Oregano

Das Besondere an der Pflanze sind die enthaltenen Inhaltsstoffe, aufgrund derer häufig eine bestimmte Heilwirkung nachgesagt wird. Diese ist bis heute allerdings nicht hinreichend wissenschaftlich belegt. Die enthaltenen ätherischen Öle sind sehr wertvoll. So zum Beispiel Thymol und Carvacrol, aber auch p-Cymol. Des Weiteren sind Gerbstoffe und Bitterstoffe enthalten, weshalb das Kraut gerne in Tees zum Einsatz kommt. Zusätzlich ist der Vitamin-C-Gehalt nicht außer Acht zu lassen: Das Gewächs enthält 267,2 mg pro 100 g im Frischgewicht.

Oregano Kapseln – Anwendung von Öl und Tabletten

Oregano Öl Kapseln, beziehungsweise Pulver-Kapseln, werden gerne als Nahrungsergänzungsmittel im Internet angeboten. Die Kapseln zielen laut Hersteller meist auf die Stärkung des Immunsystems ab oder sollen bei den Symptomen der Candida (Hefepilz-Infektion) helfen. Oregano wird vor allem in Nordamerika als anti-biotisches Heilmittel eingesetzt, wobei es sich um eine Ergänzung und nicht um ein Medikament handelt. Wenn man es als Ergänzung oder pflanzliche Alternative einsetzen möchte, muss man selbst herausfinden, ob einem die Kapseln helfen.

Schaden werden sie sicherlich nicht, allerdings gibt es auch keine fundierten Beweise für die Wirksamkeit der Oreganoöl-Kapseln. Die Kapseln werden trocken gelagert – die Dosierung besagt in der Regel, dass man 1-2 Kapseln täglich einnimmt. Eine typische Zusammensetzung der Kapseln ist Sonnenblumenöl, Gelatine, Glycerin und das ätherische Öl der wilden Oregano-Pflanze als Hauptinhaltsstoff. Dementsprechend kann man sich alternativ eine Flasche des Öls zulegen. Die Kapseln sind bereits optimal aufgearbeitet und können direkt eingenommen werden.

Wirkung und Anwendung von Oregano-Öl

Oregano oder auch Dost / Dorst wurde schon vor 400 Jahren als Gewürz verwendet. Doch bereits bei den Griechen kam schon ein Einsatz als Heilmittel in Frage. In seinem Werk „De materia medica“ aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. berichtet Dioscurides über Dorst. Im Mittelalter hatte das Kraut einen sehr guten Ruf: Beispielsweise ist überliefert, dass Hippokrates von Kos die Pflanze tatsächlich zur Geburts­beschleu­nigung einsetzte. Auch wird beschrieben, dass Oregano gegen Hämorrhoiden verwendet wurde. In der klassischen Medizin findet das Kraut eher wenig Beachtung, weshalb es mehr im Bereich alternative Heilmethoden zum Einsatz kommt. Interessant ist es sich einmal diverse Studien anzuschauen, die sich mit dem Thema beschäftigten.

Wissenschaftlich unbestätigt, aber dafür nicht weniger interessant sind überlieferte Anwen­dungs­gebiete bei Erkrankungen wie Asthma, Bronchitis, Candida Pilze, Rheuma, Herpes Simplex, Insektenstiche, Muskelverspannungen und Zahnschmerzen beispielsweise. Das Oregano-Öl wird gerne auch als natürliches Antibiotikum bezeichnet.

Fakt ist aber auch, dass diese Wirkungen und Einsatzgebiete bei der Einnahme des Oreganoöls oder der Kapseln nicht aufgrund heutiger wissenschaftlicher Datenlage akzeptiert oder als gesundheitsbezogene Aussagen zugelassen sind. Heilpraktiker und alternative Heiler nutzen das Kraut dafür umso lieber als Alternative zu Medikamenten. Wir weisen dennoch ausdrücklich daraufhin, dass Oreganoöl oder das Gewürz keine Medikamente oder einen Arztbesuch ersetzen können. Es wird als Nahrungsergänzungsmittel oder alternatives Behandlungsmittel im Handel angeboten.

Hilft Oregano-Öl gegen Pilzerkrankungen?

Als altes Hausmittel ist der Einsatz von Oreganoöl gegen Nagelpilz, Scheidenpilz oder Candida (Candida ist ein Hefepilz auf den menschlichen Schleimhäuten – die Erkrankung meint eine Candida-Infektion bei übermäßiger Verbreitung) bekannt. Die innerliche und vor allem äußerliche Anwendung des Öls aus Oregano soll eine „extreme Anti-Pilz-Wirkung“ haben. Eine Studie aus dem Jahr 2001 hat den Sachverhalt untersucht und ist zu einem positiven Ergebnis gekommen. Dennoch ist auch diese Studie zumindest für die innerliche Anwendung nicht offiziell wissenschaftlich anerkannt, sodass diese Wirkungsbeschreibung nicht von der europäischen Kommission zugelassen ist. Ein Auszug aus der englischsprachigen Studie meint:

Es wurde herausgefunden, dass Origanumöl mit 0,25 mg / ml das Wachstum von Candida albicans vollständig inhibierte. Wachstumshemmungen von 75% und > 50% wurden bei 0,125 mg / ml bzw. 0,0625 mg / ml beobachtet.

Oregano in der Krebsforschung

Sogar in der Krebsforschung hat das Kraut seinen Platz gefunden – wie auch die Sacha Inchi. Krebs ist eine der Hauptursachen für den Tod vieler Menschen und ist verantwortlich für einen von acht Todesfällen weltweit – weshalb in der Forschung viel ausprobiert wird. Die Verwendung von Kräutern als Komplementärmedizin für Krebs, vor allem fortgeschrittenen Krebs, wird mehr und mehr untersucht. Letztendlich gab es bis heute noch keine bemerkenswerten Erfolge.

Das Ziel einer Studie war es, in vitro die potentielle antiproliferative Wirkung von „Origanum vulgare“ gegen das humane Brust-Adenokarzinom und das humane Kolon-Adenokarzinom zu bewerten. Das ätherische Öl wurde aus einer gekauften Menge von getrockneten Blättern des Oregano extrahiert und in einem Gaschromatographen analysiert, der mit einem massenselektiven Detektor verbunden war. Ein Zytotoxizitätstest wurde durchgeführt.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass das Oregano-Öl hauptsächlich aus Terpinen-4-ol besteht und eine hohe Zytotoxizität induzierte. In der MCF-7-Zelllinie war das Öl der Studie zufolge weniger wirksam. Abschließend zeigte die Studie jedoch, dass Origanum vulgare als Hauptkomponente Terpinen-4-ol beinhaltet und wirksam bei der Induktion der Hemmung von Krebszellenwachstum gewesen sein soll. Weitere Ergebnisse, die dies bestätigen, gibt es bisher keine.

Husten und Verdauungsprobleme

In der modernen Pflanzenheilkunde und Homöopathie findet sich der gewöhnliche Dost nicht selten als Bestandteil einer Teemischung gegen krampfartige Magen- und Darmbeschwerden wieder. Gerb- und Bitterstoffe, aber auch ätherische Öle sind hauptsächlich der Grund dafür. Das Öl soll äußerlich auch gegen Akne und Pickel helfen können. Mit einem Tupfer soll das Öl demnach auf problematische Hautpartien verdünnt aufgetragen werden. Bekannt ist das ätherische Öl seit hunderten von Jahren als Hausmittel in vielen Kulturen. Das Öl kann zur innerlichen Einnahme auch mit 1-3 Tropfen in eine Tasse Tee gegeben werden, um es so während einer Erkältung oder Husten aufzunehmen.

Mögliche Nebenwirkungen bei Oregano

Viele Konsumenten berichten von einer möglichen blutverdünnenden Nebenwirkung. Es gibt weder Beweise dafür noch dagegen, einschlägige Studien haben jedoch ebenfalls derartige Feststellungen getätigt. Auch sollten Menschen, die Probleme mit Eisenmangel haben, darauf verzichten oder es nicht direkt vor bzw. nach dem Essen aufnehmen, um die Eisenaufnahme potentiell nicht zu hemmen. Zudem gibt es Menschen, die auf Oregano allergisch reagieren können.

Oreganoöl kaufen — was ist zu beachten?

Das Oregano-Öl, welches man im Supermarkt oftmals kaufen kann, ist in seiner Reinheit eher mangelhaft und meist aromatisiert. Es lässt sich gut zum Kochen verwenden, jedoch ist der Anteil an Inhaltsstoffen aus der Oregano Pflanze meist sehr gering. Deshalb sollte man natürliches und 100% reines ätherisches Oreganoöl nehmen. Wichtig ist es darauf zu achten, dass es für die innerliche Aufnahme geeignet und frei von künstlichen Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffen ist.

Reines Oregano Vulgaris-Öl wird bei der Einnahme in der Regel verdünnt (siehe Herstellerhinweise) und zum Beispiel als wohltuende Ergänzung bei Husten und Erkältung eingesetzt. Gerne findet es aber auch in Duftlampen Verwendung – hier soll es sich durch den Duft und die ätherischen Öle positiv auf die Stimmung auswirken.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich aber auch innerlich empfiehlt es sich, das Oregano-Öl nur verdünnt anzuwenden, da es sonst Reizungen hervorrufen kann. Meist im Verhältnis 1 zu 10 oder 1 zu 20. Man kann auch ein paar Tropfen in den Tee geben. Bei der äußerlichen Anwendung zur Pflege unreiner Haut wird es ebenfalls verdünnt. Oftmals sogar mit Honig oder Kokosmilch. Zusammen mit Rapsöl kann man es im Verhältnis 10 zu 1 verdünnen und äußerlich auf die Haut auftragen, wenn Hautprobleme bestehen – so der Naturheilpraktiker. Zusätzlich zur äußerlichen Anwendung mit einem Tupfer sollte man noch die innerliche Einnahme des Öls versuchen – Stichwort Hautpilz und Akne. Das Internet, mit Berufung auf diverse Studien, verspricht so die besten Ergebnisse.

Kann man Oregano Öl selber machen?

Man kann lediglich ein Kräuteröl selbst herstellen, welches mit frischem Oregano aromatisiert wird. Es kommt jedoch lange nicht an die Reinheit des gekauften Oreganoöls heran. Das Kräuteröl eignet sich dann lediglich zum Kochen – in der Heilkunde wird ausschließlich reines, konzentriertes Öl eingesetzt. Praktischer sind zur innerlichen Aufnahme die Kapseln, da diese bereits verdünnt sind. Im Verhältnis sind sie aber teurer. Das Oregano-Öl aus dem Handel wird konzentriert aus der Pflanze gewonnen. Der Herstellungsvorgang wäre – wie auch beim Olivenblattextrakt – zu aufwändig für zu Hause, weshalb es auch relativ teuer ist.