Basilikum: Küchenkraut und Heilpflanze

Allgemeines zu Basilikum
Anwendungsgebiete
Inhaltsstoffe
Häufige Fragen

Basilikum: Küchenkraut und Heilpflanze

Allgemeines zu Basilikum
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Häufige Fragen

Aktualisierung: 14.05.2021

Basilikum ist vor allem in der mediterranen Küche sehr beliebt. Untersuchungen zeigen zudem, dass Basilikum viele Eigenschaften besitzt, die auch für die Gesundheit genutzt werden können. Ein positiver Einfluss auf das Immunsystem, das Herz-Kreislaufsystem und auf entzündungsbedingte Erkrankungen wurde beobachtet. Auch bei Kopfschmerzen, Migräne und Depressionen soll der Einsatz von Basilikum empfehlenswert sein.

Wir beschäftigen uns heute mit dem beliebten Küchenkraut und mit dem, was Basilikum im Gesundheitsbereich leisten kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Basilikum ist ein Gewürz und eine Heilpflanze.
  • Das Gewächs wird unter anderem zur Linderung von Entzündungen und Magenverstimmungen empfohlen.
  • Studien zufolge kann Basilikum auch bei Haarausfall helfen.
  • Eine gesteigerte Aufnahme ist aufgrund der Wirkstoffe Eugenol und Methylcinnamat nicht empfehlenswert.

Was ist Basilikum?

Basilikum hat Tradition

Basilikum wird häufig auch als königliches Gewürz bezeichnet. Das liegt daran, dass sich der Name des aromatischen Krautes von dem Wort „basileus“ ableitet. Dieses wiederum bedeutet so viel wie „König“. Schon in der Antike hat Basilikum Gelehrte in seinen Bann gezogen. Es wurde schon damals als Heilpflanze gehandelt und unter anderem von dem griechischen Arzt Dioskurides geprägt. Im ersten Jahrhundert stellte er für sich fest, dass Basilikum eine reinigende Wirkung auf das Haupt hat. Damit meinte er weniger die Kopfhaut, sondern vor allem den Laune steigernden Effekt.

Gut zu wissen!

Tatsächlich ist Basilikum Träger einer besonderen Substanz, die sich auf den Serotonin- bzw. Dopamin-Haushalt auswirkt. Die Rede ist hier von Linalool.

Basilikum: Inhaltsstoffe

Der aromatische Geruch deutet darauf hin, dass Basilikum eine nicht unerhebliche Menge an ätherischen Ölen vereint. Vitamin A, C, D, E und Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium und Kalium können im Basilikum nachgewiesen werden. Selbst Eisen spendet das Küchenkraut.

Hauptbestandteile von Basilikum:

  • Cineol – schleimlösend, antibakteriell und entzündungshemmend
  • Linalool – antimikrobielle Eigenschaften
  • Citral – antibakteriell, entzündungshemmend, entspannungsfördernd
  • Estragol – anisartiger Geruch
  • Eugenol – antimikrobiell, anästhesierende Wirkung
  • Methylcinnamat – aromatischer Geruch

Gut zu wissen!

Die Inhaltsstoffe unterscheiden sich je nach Basilikumsorte. Hierzulande enthält Basilikum insbesondere Linalool und Cineol. Osteuropäischer Basilikum kann hingegen vor allem mit Eugenol auftrumpfen. Wenn die Blätter in der Hand zerrieben werden und nach Zitrone riechen, ist das ein Hinweis darauf, dass vor allem Citral enthalten ist.

Basilikum: traditionelle Anwendungsgebiete

Zwar ist Basilikum keine klassische Heilpflanze, allerdings gibt es durchaus Anwendungsgebiete, die sich die Volksheilkunde zunutze macht.

Sie setzt Basilikum insbesondere ein, um:

  • Stress zu reduzieren
  • Entzündungen zu lindern (insbesondere bei Gelenkschmerzen)
  • Verdauungsprobleme zu vertreiben
  • Depressionen und Stimmungsschwankungen in den Griff zu bekommen
  • Schwindel zu behandeln
  • Migräne zu mindern
  • Schlafstörungen zu beheben
  • Periodenschmerzen und Wechseljahresbeschwerden zu reduzieren
  • Hautkrankheiten zu behandeln
  • Halsschmerzen und Heiserkeit entgegenzuwirken

Basilikum gegen Rheuma?

Die rheumatoide Arthritis, häufig auch als Rheuma bezeichnet, ist eine Erkrankung, bei der die Gelenke chronisch entzündet sind. Klassische Symptome sind schmerzende Gelenke, die auch geschwollen sein können. Zur Behandlung werden Medikamente eingesetzt, um die Entzündungen in Schach zu halten. Da Basilikum ein entzündungshemmendes Potenzial hat, wird es auch als möglicher Helfer bei Rheuma angepriesen.

Verantwortlich für den positiven Effekt sollen bestimmte Enzyme sein, die handelsüblichen Schmerz- und Entzündungshemmern ähneln.

Patienten haben durchaus die Möglichkeit, von der Kraft des Basilikums zu profitieren. Zum Beispiel, indem sie das beliebte Küchenkraut regelmäßig zur Speisenzubereitung nutzen. Allerdings eignet sich Basilikum alleine nicht, um eine rheumatoide Arthritis zu behandeln.

Basilikum bei Haarausfall

Neben dem entzündungshemmenden Potenzial steht Basilikum häufig im Mittelpunkt, wenn es um Haarausfall geht. Laut ausgewählten Studien sollen Basilikumextrakte die Haarwurzel stimulieren. Ganz konkret wird dafür der hemmende Effekt auf das Enzym 5-alpha-Reduktase verantwortlich gemacht. Dadurch könnte die Umwandlung von Testosteron in DHT (Dihydrotestosteron) verhindert werden. Steht dem Körper weniger DHT zur Verfügung, kann das womöglich eine gesunde Entwicklung der Haarwurzel und das Haarwachstum unterstützen.

Bei einem nicht krankheitsbedingten Haarausfall könnte laut Theorie der Haarverlust verhindert werden. Erfahrungsberichte geben durchaus Grund zu der Annahme, dass Basilikum bei Haarausfall hilft. Da es sich dabei jedoch um subjektive Einschätzungen handelt, muss wohl jeder für sich selbst herausfinden, ob Basilikum bei Haarausfall tatsächlich helfen kann.

Gut zu wissen!

Zahlreiche Hersteller bieten Basilikum-Haarkuren und Basilikum-Toniken an. Anwender sollten hier darauf achten, dass keine reizenden Inhaltsstoffe enthalten sind.

Basilikum: Anwendungsform

Basilikum steht in verschiedenen Anwendungsformen zur Verfügung.

1. Basilikum als Gewürz

Klassischerweise werden einige Blätter von der Pflanze gezupft und entweder mitgekocht oder auf kalte Speisen wie Salat oder Gazpacho gegeben. Basilikum kann relativ einfach angepflanzt werden, sodass die aromatischen Blätter in den gesamten Sommermonaten zur Verfügung stehen. Alternativ kann Basilikum in getrockneter oder tiefgefrorener Form genutzt werden.

2. Basilikum als Tee

Wird Basilikum angewendet, um die Gesundheit zu fördern, kommen vor allem Basilikumtee und Basilikumöl zum Einsatz. Ein Basilikumtee wird ganz einfach hergestellt, indem die getrockneten Blätter mit kochendem Wasser aufgegossen werden. Nach einer Ziehzeit von 10 Minuten kann der Basilikumtee dabei helfen, Husten und Heiserkeit zu vertreiben. Für die nötige Süße sorgt Honig.

3. Basilikum als Öl

Um Basilikumöl herzustellen, werden die Blüten und Blätter der Basilikumpflanze genutzt. Mithilfe der Wasserdampfdestillation wird das Öl produziert. Basilikumöl hat seinen Preis. Er wird umso verständlicher, vor dem Hintergrund, dass zwischen 500 und 1000 kg der Pflanzenteile gebraucht werden, um 1 Liter Basilikumöl zu gewinnen. Basilikumöl kann auch selbst hergestellt werden, allerdings handelt es sich dabei in der Regel um angereichertes Öl. Für das Grundrezept werden zwei Bund Basilikum, 200 ml mildes Olivenöl und etwas Pfeffer benötigt. Etwa einen Monat dauert es, bis das Öl durchgezogen ist.

Quellen zum Thema Basilikum

  1. Shirazi MT, Gholami H, Kavoosi G, Rowshan V, Tafsiry A. Chemical composition, antioxidant, antimicrobial and cytotoxic activities of Tagetes minuta and Ocimum basilicum essential oils. Food Sci Nutr. 2014 Mar;2(2):146-55. doi: 10.1002/fsn3.85. Epub 2014 Jan 16. PMID: 24804073; PMCID: PMC3959961. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24804073/
  2. Opalchenova G, Obreshkova D. Comparative studies on the activity of basil–an essential oil from Ocimum basilicum L.–against multidrug resistant clinical isolates of the genera Staphylococcus, Enterococcus and Pseudomonas by using different test methods. J Microbiol Methods. 2003 Jul;54(1):105-10. doi: 10.1016/s0167-7012(03)00012-5. PMID: 12732427. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12732427/
  3. http://tst.pg2.at/abstracts/data/full_papers/full_paper_20.pdf
  4. https://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2002/16/estragol__und_methyleugenolgehalte_in_lebensmitteln_verringern-1066.html
  5. Burdon RCF, Junker RR, Scofield DG, Parachnowitsch AL. Bacteria colonising Penstemon digitalis show volatile and tissue-specific responses to a natural concentration range of the floral volatile linalool. Chemoecology. 2018;28(1):11-19. doi: 10.1007/s00049-018-0252-x. Epub 2018 Mar 1. PMID: 29540962; PMCID: PMC5840241. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29540962/
  6. https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=cineol#:~:text=Cineol%20hat%20auswurff%C3%B6rdernde%2C%20schleiml%C3%B6sende%2C%20antibakterielle,den%20Blutkreislauf%20zu%20den%20Atemwegen.&text=Zur%20Schleiml%C3%B6sung%20bei%20akuten%20Erk%C3%A4ltungskrankheiten%20der%20Atemwege%20wie%20z.B.%20produktiver%20Husten.
  7. https://www.kraeuter-buch.de/glossar/citral-314.html
  8. Marchese A, Barbieri R, Coppo E, Orhan IE, Daglia M, Nabavi SF, Izadi M, Abdollahi M, Nabavi SM, Ajami M. Antimicrobial activity of eugenol and essential oils containing eugenol: A mechanistic viewpoint. Crit Rev Microbiol. 2017 Nov;43(6):668-689. doi: 10.1080/1040841X.2017.1295225. Epub 2017 Mar 27. PMID: 28346030. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28346030/
  9. https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/eugenol/22846

FAQ – Häufig gestellte Fragen

In der richtigen Dosierung ist Basilikum nicht gesundheitsschädlich und kann sogar gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Klassischerweise wird es angewendet, um Magenverstimmungen zu vertreiben. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät jedoch dazu, sparsam mit Estragol und Methyleugenol umzugehen. Die Wirkstoffe befinden sich auch im Basilikum und könnten womöglich krebserregend und erbgutverändernd sein.

Basilikum besitzt antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Das Küchenkraut wird eingesetzt, um das Immunsystem zu stärken und das Herz-Kreislaufsystem zu schützen. Entzündungen, Kopfschmerzen, Migräne und Magenverstimmungen kann mit dem Gewächs zu Leibe gerückt werden.

Ja, Basilikumblätter eignen sich für den rohen Verzehr. Sie können kalte Speisen wie Salate oder Suppen bereichern.

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