Cannabisöl, Hanföl und CBD Öl: Was ist der Unterschied?

Mit Blick auf die Hanfpflanze gibt es einige Synonyme. So ist Cannabis das lateinische Wort fĂĽr Hanf, beides meint also das gleiche1.  IrrtĂĽmlicherweise werden Cannabisöl, Hanföl und CBD Ă–l ebenfalls häufig in einen Topf geworfen. Eine Gemeinsamkeit haben die drei tatsächlich: Sie alle stellen Produkte dar, die mithilfe der Hanfpflanze gewonnen werden. Allerdings unterscheiden sie sich, wenn es um den Anwendungszweck und die Inhaltsstoffe geht. Wir klären auf, was der Unterschied zwischen Cannabisöl, Hanföl und CBD Ă–l ist – einfach, ĂĽberschaubar und praxisorientiert.

Unterschied zwischen CBD-Öl, Hanföl & Cannabis-Öl

Um zu verstehen, warum sich die Produkte so stark voneinander unterscheiden, ist es wichtig, den Herstellungsprozess näher unter die Lupe zu nehmen. Hierbei wird klar, warum sowohl CBD-Öl als auch Hanföl und Cannabis-Öl ihren eigenen Platz verdient haben.

CBD Ă–l

CBD Ă–L

CBD Ă–L – Cannabidiol

CBD Öl setzt auf einen ganz besonderen Extrakt der Hanfpflanze: CBD Produkte. Das Cannabinoid kann durch verschiedene Extraktionsverfahren aus dem Gewächs herausgelöst werden. Insbesondere die CO2-Extraktion ist beliebt. Kein Wunder, denn dadurch kann ein besonders reines und damit hochwertiges Produkt hergestellt werden.

Insbesondere die Blüten der weiblichen Hanfpflanze stehen bei der CBD-Öl-Herstellung im Mittelpunkt. In den Pollen (sogenannten Trichomen) befindet sich besonders viel des wertvollen Cannabinoids. Auch aus den Blättern der Hanfpflanze kann CBD gewonnen werden.

CBD Öl besitzt ein entzündungshemmendes, angstlösendes und schmerzlinderndes Potenzial2-8. Deshalb wird es bei zahlreichen Beschwerden und Erkrankungen empfohlen. Vollspektrum-CBD Öl wird besonders häufig nachgefragt, da es neben Cannabidiol auch Terpene und Flavonoide enthält. Dieses Zusammenspiel unterstützt den sogenannten Entourage-Effekt.

Das Besondere an CBD Öl ist, dass es nicht berauschend wirkt. Das liegt daran, dass der Anteil an THC (Tetrahydrocannabinol) unter 0,2 % betragen muss. Nur dann handelt es sich um ein frei verkäufliches Produkt, das nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt.
CBD Öl kann oral eingenommen werden. Anwender setzen dabei auf die sublinguale Anwendungsmethode, wobei einige Tropfen des Produktes unter die Zunge geträufelt werden. Alternativ eignet sich CBD Öl auch, um es auf die Haut aufzutragen.

CBD Ă–l auf einen Blick

  • wird mittels Extraktionsverfahren aus der Hanfpflanze gewonnen
  • BlĂĽten und Blätter dienen dabei als CBD-Lieferant
  • CBD Ă–l besitzt ein angstlösendes, schmerzlinderndes und entzĂĽndungshemmendes Potenzial
  • In der Vollspektrum Variante enthält CBD Ă–l zusätzlich Terpene und Flavonoide
  • wird bei zahlreichen Erkrankungen und Beschwerden empfohlen
  • wirkt nicht berauschend, da der THC-Anteil unter 0,2 % beträgt
  • frei verkäuflich und fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz
  • CBD Ă–l wird oral aufgenommen oder auf die Haut gegeben

Cannabisöl

Cannabisöl

Cannabisöl

Cannabisöl wird besonders häufig mit CBD Öl verwechselt, dabei handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Produkte. Der Herstellungsprozess ähnelt sich hingegen stark. Auch hier werden Blätter und Blüten genutzt, um die Wirkstoffe zu extrahieren. Danach wird ebenfalls ein Trägeröl beigemengt.

Während der Produktion lässt sich weniger Sorgfalt ausüben, denn ausgewählte Verbindungen müssen nicht entfernt werden. Hier ist vor allem Tetrahydrocannabinol (THC) gemeint. Das psychoaktive Cannabinoid ist für die Rauschzustände verantwortlich, die von der Hanfpflanze ausgehen. Cannabisöl enthält zwischen 50 und 80 % THC.  Zwar vereint Cannabis-Öl am Ende auch Cannabidiol, Terpene und Flavonoide, das Augenmerk liegt aber nicht auf dem potenziellen gesundheitsfördernden Effekt, sondern auf der Rauschwirkung.

Cannabisöl, auch als THC Öl, Haschischöl oder Haschöl bezeichnet, wird vornehmlich konsumiert, um bewusstseinsverändernde Effekte auszulösen. Während THC den Rauschzustand auslöst, sollen die Terpene und Flavonoide die Aufnahme sowie Wirkung verstärken. Cannabisöl fällt im Gegensatz zu CBD Öl und Hanföl unter das Betäubungsmittelgesetz. Daher ist es für Privatkonsumenten nicht ohne Weiteres legal erhältlich. Menschen mit ausgeprägten, chronischen Erkrankungen haben seit dem Jahr 2017 die Möglichkeit, Cannabis auf Rezept zu erhalten.

Übrigens: Cannabis-Öl ist im Gegensatz zu CBD Öl schwarz und besitzt eine dickere Konsistenz. Das liegt daran, dass bei Cannabis-Öl, hergestellt zu Rauschzwecken, nicht selten weniger fachgerechte Extraktionstechniken mithilfe von Olivenöl oder Butan angewendet werden. Zudem sind Verbindungen enthalten, die als überflüssig gelten.

Cannabisöl auf einen Blick

  • kann mithilfe von Butan und Olivenöl aus der Hanfpflanze gewonnen werden
  • BlĂĽten und Blätter sind Ausgangsmaterial
  • enthält eine groĂźe Menge THC
  • im Mittelpunkt stehen berauschende Effekte
  • ein medizinischer Nutzen ist möglich (Rezept notwendig)
  • fällt unter das Betäubungsmittelgesetz, daher illegal
  • Cannabis Ă–l wird oral aufgenommen

Hanföl

hanföl hanfsamen

Hanföl und Hanfsamen

Hanföl sticht in der Reihe der Öle heraus. Es wird in der Regel weder zu medizinischen noch zu Rauschzwecken verwendet. Vielmehr dient es als hochwertiges Speiseöl. Auch hier liefert die Hanfpflanze das Ausgangsmaterial. Die Samen vom Nutzhanf werden mittels Kaltpressung bearbeitet. Hierbei darf das Fett die Temperaturschwelle von 45° nicht überschreiten. Dadurch entsteht ein sehr hochwertiges Pflanzenöl.

In Hanföl können Cannabinoide nur in sehr kleinen Mengen nachgewiesen werden. Das bedeutet aber nicht, dass das Hanfprodukt nicht wertvoll für die Gesundheit ist.

Hier überzeugen vor allem Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6). Insbesondere Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für den Körper, da sie die Entwicklung und die Herz- sowie Hirnfunktion unterstützen. Zudem werden sie als wertvoll im Kampf gegen Entzündungsprozesse angesehen. Zu den besten Lieferanten von Omega-3 gehört Seefisch. Veganer oder Vegetarier müssen sich jedoch andere Lieferanten suchen. Neben Leinöl ist Hanfsamenöl hierbei empfehlenswert.

Zusätzlich zu den Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren enthält Hanföl Proteine, Phosphor, Magnesium, Kalium sowie Vitamin B1, B2 und E.
Wie Hanfsamenöl aussieht, bestimmt übrigens der Anteil an Chlorophyll in den ungeschälten Samen. Damit gehört Hanföl zwar zu den Hanfprodukten, enthält jedoch weder THC noch CBD in nennenswerten Mengen. Als hochwertiges Pflanzenöl ist es in der Küche sehr beliebt.

Hanföl auf einen Blick

  • kann mittels Kaltpressung gewonnen werden
  • Hanfsamen dienen dabei als Basis
  • enthält weder CBD noch THC in nennenswerten Mengen
  • wird vornehmlich als Speiseöl eingesetzt
  • Hanföl ist reich an wertvollen Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen
  • sollte nicht erhitzt werden, da der Rauchpunkt niedrig ist
Produkt Legal/illegal Anwendungszweck Anwendungsform Extrahiert aus Aussehen
CBD-Öl legal mit bis zu 0,2 % THC Linderung von Symptomen oral oder lokal auf der Haut Blüten und Blättern der Hanfpflanze goldene Farbe
Cannabisöl illegal (Ausnahme: auf Rezept) Rauschzwecke, evtl. medizinische Zwecke oral Blüten und Blättern der Hanfpflanze in der Regel schwarz/dicke Konsistenz
Hanföl legal Speiseöl (zur Aufnahme von Nährstoffen) oral oder lokal auf der Haut Hanfsamen grün bis braun

FAQ: Wichtige Fragen und Antworten rund um Cannabisöl, Hanföl und CBD Öl

CBD Öl wird aus den Blättern und Blüten der Hanfpflanze gewonnen. Anwender setzen in erster Linie auf das Öl, um mit dem Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD) Beschwerden zu lindern. Hanföl wird mithilfe von Hanfsamen hergestellt. Später dient es in der Küche als wertvolles Speiseöl.

Bei Schmerzen wird sowohl THC als auch CBD empfohlen. Beides sind Cannabinoide aus der Hanfpflanze. Während THC (Tetrahydrocannabinol) berauschend wirkt, kommt CBD (Cannabidiol) ohne berauschende Effekte aus. Produkte mit höheren Mengen THC fallen unter das Betäubungsmittelgesetz und sind daher für Privatkonsumenten nicht ohne Weiteres legal erhältlich.

Hanföl enthält keinen nennenswerten Anteil an CBD oder THC. Das liegt daran, dass die Drüsenhaare ein Harz produzieren, dass besonders reich an Cannabinoiden ist. Die Drüsen befinden sich insbesondere auf Blättern und Blüten. Bei Hanföl werden ausschließlich Hanfsamen verarbeitet.

Rechtliche und medizinische Hinweise zu den Informationen auf dieser Seite

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Unsere Autor*innen
Dipl.-Ges. oec. (FH) bei der

Im Jahr 2002 hat Jennifer Ann Steinort ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Kinderpflegerin abgeschlossen. Darauffolgend hat sie ihr Studium an der Hochschule Niederrhein angetreten. Studienschwerpunkte waren Krankenhausmanagement, Gesundheitsökonomie und Medizincontrolling. Zudem haben die konservative und operative Krankheitslehre sowie Rehabilitation und Psychiatrie eine große Rolle eingenommen. Jennifer Ann Steinort hat den akademischen Grad Dipl.-Ges. oec. (FH) erlangt und arbeitet seit 2012 als Fachjournalistin für Medizin, Gesundheit und Familie.