Margarine – Anwendung & Wirkung

Die Erfindung von Margarine fußt auf einem Wettbewerb, den Napoleon III. im Jahr 1868 ausschrieb. Gesucht wurde ein essbares Streichfett zur Versorgung seiner Truppen. Den Sieg um die zukünftige Soldaten-Kost errang Hippolyte Mège-Mouriès, der ein Gemisch aus Milch, Wasser, Nierenfett und zerstoßenem Kuheuter vorstellte. Die sogenannte “beurreéconomique” / “preiswerte Butter” erhielt den beschönigenden Namen Margarine, der sich vom griechischen Wort für Perle ableitet und auf den matt-weißen Schimmer der Original-Masse anspielte.

Die Bezeichnung wurde per Reichsgesetz geschützt und hat sich bis heute gehalten. Die Zusammensetzung aber unterlag zahlreichen Variationen. Neben mineralischen Zusätzen kam ab 1877 ein Farbstoff hinzu, der Margarine ein butterähnliches Aussehen verlieh. Heute muss die Masse zu mindestens 80% aus tierischen, pflanzlichen oder tierisch-pflanzlichen Fetten bestehen und durch Zusätze auf ein bestimmtes Vitamin-Niveau gehoben werden. Das beliebte Buttergelb darf ausschließlich durch Carotinoide entstehen. Zur Aromatisierung sind Milch- oder Zitronensäure, Sauermolke und Joghurtkulturen zulässig.

Das fertige Produkt kommt als Brotaufstrich, Backzutat und Bratenfett zum Einsatz.