Karnaubawachs – Anwendung & Wirkung

Als ein italienischer Süßwaren-Hersteller die von ihm lancierten Lutsch-Dragees in den 1980-er Jahren mit einem “Überzug aus Karnaubawachs” bewarb, war das Erstaunen groß. Dabei ist die gummiartige, essbare Substanz schon seit 1648 bekannt und seit 1810 in Gebrauch. Sie stammt aus dem Laubwerk der brasilianischen Carnaubapalme Copernicia prunifera. Ihre Blätter sind von einer pulverförmigen Wachsschicht bedeckt, die sich beim Trocknen oder durch Abbürsten löst.

Das so gewonnene Karnaubawachs wird häufig mit anderen Wachsen gemischt und findet vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Es kommt bei der Oberflächenbehandlung von Möbeln, Holz- und Fliesenböden oder Musikinstrumenten bzw. als Bestandteil von Schuh- und Autopolituren zum Einsatz. Vor allem aber dient es als Trenn- und Überzugsmittel bzw. als Konsistenzgeber in der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie.

In Kaugummis oder Gummibärchen verbirgt sich Karnaubawachs hinter dem Zusatz E 903; in Salben, Cremes oder ähnlichen Produkten tarnt es sich durch Bezeichnungen wie Copernicia Cerifera Cera oder Synthetic Carnauba.