Jatropha-curcas-Samenöl – Anwendung & Wirkung

Bezeichnungen wie Höllenöl oder Oleum infernalis verraten es bereits: Mit dem Erzeugnis aus Jatropha-curcas-Samen ist nicht zu spaßen. Es ist hochgiftig und besitzt einen bitteren Geschmack. Auf Grund seiner Oxidationsfähigkeit schlägt die ursprüngliche Transparenz des frischen Produkts schnell in einen hell- bis goldgelben Ton um. Eine Reaktion, die Jatropha-curcas-Samenöl einmal mehr in die Nähe von Teufelswerk rückt.

Dass es sich dennoch großer Beleibtheit erfreut, liegt an seinem hohen Proteingehalt. Er liegt im sogenannten Presskuchen bei über 50 bis knapp 60 Prozent; kann aber allenfalls für Düngemittel oder zur Herstellung von Biogas genutzt werden. Darüber hinaus kommt Jatropha-curcas-Samenöl als Brennstoff für Lampen und als Rohstoff für Farben, Seifen, Kerzen oder Schmiermittel zum Einsatz.

Im Heimatland der Ausgangspflanze diente es auch zur Therapie von Hauterkrankungen und wurde als Abführ-, Wurm- und Abtreibungsmittel genutzt. Darauf weisen die Namen Brechnuss und Grand Medicinier hin, mit denen Jatropha curcas im Deutschen und Französischen belegt ist.