Grapefruitkernextrakt ‚Äď Anwendung und Wissenswertes zum Grapefruitextrakt

Die¬†Grapefruit geh√∂rt zu den Zitrusfr√ľchten und entstammt dem Grapefruitbaum. Das Grapefruitkernextrakt wird vielerorts als nat√ľrliches Antibiotikum gegen Viren und Pilze sowie Bakterien angesehen. Man bedenke jedoch, dass es sich um eine Supplementierung handelt. Diese ersetzt keineswegs wichtige Medikamente. Die Nahrungserg√§nzung soll dem K√∂rper lediglich erg√§nzend zu einer gesunden Ern√§hrung Vitamine, Flavonoide und Antioxidantien zuf√ľhren. √úber die Wirkung und Anwendung der Grapefruit Kapseln gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Auch, was die Dosierung bei Einnahme angeht ‚Äď die Angaben des Herstellers dienen allerdings immer als Richtlinie.

Was ist Grapefruitkernextrakt?

Grapefruits wachsen in nahezu allen subtropischen L√§ndern dieser Welt. Urspr√ľnglich kommt die Frucht von den westindischen Inseln. Im Jahre 1750 entstand sie durch eine Kreuzung einer Apfelsine mit der Pampelmuse. Der Name Grapefruit kommt vom englischen “Traubenfrucht”. Diese Bezeichnung wurde der Grapefruit zuteil, da die Fr√ľchte im Baum sehr dicht beisammen h√§ngen ‚Äď √§hnlich wie Trauben. Die Pflanze der Traubenfrucht entstammt der Familie der Rautengew√§chse und wird als Zitruspflanze bezeichnet. Die runde Frucht weist eine gelbliche Schale auf und zeichnet sich durch recht bitteres Fruchtfleisch aus.

Grapefruitextrakt steckt auch in Nasensprays und wird als Nahrungsergänzung in Form von Kapseln angeboten. Zur Herstellung des Extrakts werden zermahlene Kerne und auch die Schale der Frucht herangezogen. 1980 soll durch den Immunbiologen Dr. Jacob Harich erkannt worden sein, dass in den Kernen der Frucht eine gewisse Heilkraft steckt, die dem Menschen zuträglich sein kann. Diese Annahme ist heute aus medizinischer Sicht nicht belegt.

Die interessanten Inhaltsstoffe und Vitamine der Grapefruit können dem Körper jedoch tatsächlich zugute kommen. Man beachte hier, dass die Grapefruitkerne aber eine andere Zusammensetzung als das Fruchtfleisch haben. Es bietet sich also an genau diese Inhaltsstoffe einmal näher zu betrachten.

Inhaltsstoffe der Grapefruit

Nimmt man einmal das Fruchtfleisch der Grapefruit unter die Lupe so f√§llt der Pflanzenfarbstoff Lycopin auf, der f√ľr die rosane F√§rbung des Inneren sorgt. Lycopin wird in der Medizin vielfach untersucht. Es gibt Annahmen, das Risiko f√ľr diverse Krebsarten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen k√∂nne dadurch gesenkt werden. Bewiesen ist dies jedoch offensichtlich bisher nicht. Vor allem das enthaltene Vitamin C kann dem K√∂rper jedoch als Antioxidans zugute kommen. Es erf√ľllt viele Funktionen im K√∂rper und tr√§gt beispielsweise zu einer normalen Funktion des Immunsystems, der Verringerung von M√ľdigkeit und dem Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei. Siehe auch Traubenkernextrakt.

Der Tagesbedarf eines Erwachsenen sollte allerdings mindestens gedeckt werden. Dieser liegt bei 100 Milligramm. Zudem stecken unz√§hlige f√ľr den K√∂rper essentielle Mineralstoffe in der Frucht. Darunter Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen sowie Phosphat. Ebenfalls enthalten ist der bittere Pflanzenstoff Naringin. Angeblich soll dieser Stoff Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hervorrufen k√∂nnen. Hier sollte man sich unbedingt von einem Arzt aufkl√§ren lassen.

Von dem Extrakt der Frucht verspricht man sich eine positive Wirkung auf den K√∂rper durch die Kombination des Vitamin C mit den Flavonoiden. Diese sorgen im K√∂rper des Menschen f√ľr ganz unterschiedliche biochemische Reaktionen. Die Zusammensetzung von Grapefruitkernextrakt und der Schale ‚Äď also die Inhaltsstoffe der Kerne und Schale ‚Äď unterscheidet sich etwas von der der Frucht. Hier drin steckt dem Biologen Jens Meyer Wegener zufolge vor allem:

  • Ascorbins√§ure
  • Zitrusflavonoide
  • Dextrose
  • Extraktionsmittel Glyzerol

Studien √ľber die Anwendung und Wirkung von Grapefruitkernextrakt

Wie bei Nahrungserg√§nzungen √ľblich wurden auch beim Grapefruitextrakt unterschiedliche Studien durchgef√ľhrt, um die Anwendung und Wirkung genauer zu untersuchen. So wurden beispielsweise durch das Department of Nutrition and Metabolic im Jahre 2006 in Kalifornien Untersuchungen durchgef√ľhrt, die m√∂gliche Auswirkungen der Grapefruit auf das Gewicht und die Insulinresistenz aufzeigen sollten.

Grapefruit bei Gewichtsabnahme und metabolischem Syndrom

Um die Auswirkungen von Grapefruit Produkten auf das K√∂rpergewicht und das metabolische Syndrom zu testen, wurden 91 zuf√§llige Probanden ausgew√§hlt. Diese waren alle √ľbergewichtig und erhielten entweder Placebokapseln zusammen mit 207 ml Apfelsaft oder Grapefruit Kapseln mit 207 ml Apfelsaft. Eine andere Gruppe erhielt 237 ml Grapefruitsaft mit Placebo-Kapseln oder die H√§lfte einer frischen Grapefruit mit einer Placebokapsel dreimal t√§glich vor jeder Mahlzeit.

Bevor und nach einem Zeitraum von 12 Wochen wurden die Parameter des metabolischen Syndroms gemessen, um herauszufinden, ob man mit dem Extrakt Gewicht abnehmen könnte. Nach 12 Wochen hatte die frische Grapefruitgruppe 1,6 kg Gewicht verloren, die Grapefruitsaftgruppe hatte 1,5 kg verloren, die Grapefruitkapselgruppe hatte 1,1 kg verloren, und die Placebogruppe hatte lediglich 0,3 kg abgenommen. Die Insulinresistenz soll der Studie zufolge ebenfalls mit der frischen Grapefruit verbessert worden sein.

Es heißt aber auch, dass der genaue Grund dieser Gewichtsabnahme unbekannt ist. Laut den Wissenschaftlern könnte es jedoch sinnvoll sein, Grapefruit Produkte in eine Diät zur Gewichtsreduktion mit einzubauen. Die Original-Studie hierzu ist am Ende dieser Seite verlinkt.

Grapefruitkernextrakt Kur: Einsatz als nat√ľrliches Antibiotikum?

Ebenfalls gibt es Studien, die sich mit einer potentiell positiven Auswirkung des Grapefruitkernextrakts auf Problematiken wie Herpes, Hautpilzerkrankungen, Magen-Darm Erkrankungen, bakterielle Entz√ľndungen oder HNO-Infektionen beziehen. So gibt es Hinweise darauf, dass eine Anwendbarkeit als nat√ľrliches Antibiotikum alternativ zu synthetischen Mitteln m√∂glich sein k√∂nnte. Die hier geschilderte Studie gilt f√ľr die europ√§ische Kommission allerdings nicht als medizinischer Nachweis, weshalb gesundheitliche Vorteile nicht auf den Verpackungen beschrieben werden d√ľrfen.

Dennoch erscheinen die Ergebnisse der Studien lesenswert. Eine derartige Studie aus dem Jahr 2002 wurde im Journal of Alternative and Complementary Medicine veröffentlicht. So untersuchten Forscher der University of Texas eine potentiell antibakterielle Wirkung. Diverse Bakterienstämme wurden hierbei mit einbezogen.

In der Untersuchung ‚Äď siehe Anhang wurden die Erreger unsch√§dlich gemacht oder ganz zerst√∂rt. Ebenfalls wirksam k√∂nnte demnach der Einsatz bei Bakterien und Viren sein, so die Forscher. Auch bei Krankenhauskeimen k√∂nnte demnach ein Einsatz von Grapefruitextrakt denkbar sein. Wichtige Medikamente k√∂nnen nach heutigem Wissensstand dennoch nicht ersetzt werden. Das Extrakt dient lediglich als Unterst√ľtzung der t√§glichen Ern√§hrung.

Studien √ľber den Einsatz bei Candida

Untersucht wurde auch, ob Grapefruitkernextrakt gegen Candida eingesetzt werden kann. Dabei handelt es sich um einen Pilz der Candidagruppe. Dieser wird den Hefepilzen zugeordnet. Studien deuten darauf hin, dass Candida-Infektionen ebenfalls von einem Einsatz des Extrakt profitieren k√∂nnten. Auch hier ist die Studienlage wie erw√§hnt eher d√ľnn. Dr. Jakob Harich f√ľhrte im Jahr 1980 eine Studie durch, um dies zu testen.

Eine m√∂gliche Wirksamkeit bei Candida sowie anderen Pilzen sollte untersucht werden. Basierend auf diese Ergebnisse berichten auch zahlreiche Konsumenten im Internet √ľber positive Erfahrungen. Hier sollte man sich allerdings sein eigenes Bild machen. Eine polnische Studie aus 2001 hat sich ebenfalls mit der Bek√§mpfung von Hefepilzerkrankungen befasst.

Diese ergab, dass das Extrakt der Grapefruitkerne den Wachstum von Candida-Infektionen ‚Äď also Hefepilzen mindern k√∂nne. Die Pilze wurden in den Tests sogar zum Absterben gebracht. Die Schulmedizin schenkt dem jedoch bisher wenig Aufmerksamkeit. Diese Studie kann ebenfalls unten eingesehen werden.

Dosierung der Grapefruitextrakt-Kapseln

M√∂chte man nun das Grapefruitkernextrakt f√ľr eine innerliche Anwendung nutzen, so erfolgt je nach Darreichungsform eine andere Dosierung. Die Einstiegsdosis sollte gering gew√§hlt werden, bis sich der K√∂rper daran gew√∂hnt. Anschlie√üend wird die Dosierung erh√∂ht. Bei der Einnahme kann mit 1 bis 3 Tropfen am Tag zusammen mit einem Glas Fruchtsaft begonnen werden. Die Dosierung der Grapefruit-Kapseln liegt meist bei 1 Kapsel t√§glich.

Nutzt man Tropfen, so kann eine Steigerung der Dosis nach und nach angegangen werden bis man 15 Tropfen des Extrakts t√§glich einnimmt. Sollten negative Symptome sich bemerkbar machen, so muss die Dosierung reduziert werden. Generell empfiehlt es sich aber die Dosierungsangaben der Hersteller nicht zu √ľberschreiten. Die hier dargebotene Empfehlung entstammt der Erfahrung zahlreicher Nutzer.

Mögliche Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen fallen bei nat√ľrlichen Produkten zumeist deutlich geringer aus als bei Medikamenten oder k√ľnstlichen Mitteln. Dennoch darf auch dieses Extrakt nicht als Medikament, sondern als Nahrungserg√§nzung angesehen werden. Eine gesunde und ausgewogene Ern√§hrung ist immer Basis f√ľr die Einnahme solcher Pr√§parate. Wer unter einer Zitrusfruchtallergie leidet, der sollte auf die Grapefruitkernextrakt Einnahme verzichten. Hier kann es zu unangenehmen Nebenwirkungen kommen.

Zudem kann es Berichten zufolge zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. Verbraucher sollten sich diesbez√ľglich bei Unsicherheiten von ihrem Hausarzt beraten lassen. Gerade bei der Einnahme zusammen mit Simvastatin oder Atorvastatin sowie Nifedipin muss auf Grapefruitextrakt verzichtet werden. Bez√ľglich der Anwendung w√§hrend einer Schwangerschaft oder bei Kindern gibt es nur wenig Informationen. Manchmal werden zudem Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder “Heilsymptome” von Nutzern geschildert. Diese Nebenwirkungen werden auch in offiziellen Berichten teils beschrieben.

Grapefruitkernextrakt selbst herstellen

Eine Herstellung des Extrakts zu Hause gestaltet sich als nicht gerade einfach. Normalerweise werden die Grapefruitkerne durch eine Maschine zerkleinert. Danach werden mittels diverser Lösungsmittel die Inhaltsstoffe extrahiert. Möchte man Grapefruitkernextrakt selber machen, so werden im ersten Schritt einige Kerne getrocknet.

Demnach kann man diese bei 40-50¬įC in den Ofen legen und bei leicht ge√∂ffneter Backofent√ľr trocknen. Anschlie√üend werden die Kerne mittels einer M√ľhle zermahlen. Das Pulver wird dann durch ein Sieb gegeben und kann anschlie√üend eingenommen werden. Vermischt man es zu einem Drittel mit 2/3 Glycerin, so erh√§lt man die Tropfen. 10 mg des Pulvers entsprechen dann etwa einem Tropfen des Extrakts.

Grapefruitkernextrakt kaufen ‚ÄstWas beachten?

Das Extrakt der Grapefruit wird in vielen Haushalten auch als Desinfektionsmittel in Reinigern verwendet. Man sollte sich beim Kauf vergewissern, dass das Produkt ausschließlich zum Verzehr gedacht ist. Es sollte von hoher Qualität und Reinheit sein. Überdies ist es wichtig sicherzustellen, dass alle nötigen Herstellerangaben gemacht sind. Woher stammt das Produkt und welche Inhaltsstoffe sind zu identifizieren? Wenn diese Angaben verlässlich sind und keine Zusatzstoffe verwendet wurden, so kann man zugreifen.

Studien zum Grapefruitextrakt

Grapefruit bei dem metabolischen Syndrom:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16579728

Texas Studie zum Thema Antibiotika:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12165191

Candida und Hefepilze:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16886437