Hanftee – Cannabinoide aus der Tasse

Allgemeines zu Hanftee
Zubereitung und Wirkung
Inhaltsstoffe
Häufige Fragen

Hanftee -Cannabinoide aus der Tasse

Allgemeines zu Hanftee
Inhaltsstoffe
Zubereitung und Wirkung
Häufige Fragen

Aktualisierung: 15.05.2021

Die Hanfpflanze vereint im Wachstum ca. 500 verschiedene Substanzen. Besonderes Augenmerk gilt den enthaltenen Cannabinoiden. Experten haben bislang mehr als 100 von ihnen identifiziert. Cannabinoide wie CBD (Cannabidiol) werden für die positiven Effekte von Hanfextrakten verantwortlich gemacht. Die wertvollen Inhaltsstoffe können geraucht, verdampft oder oral eingenommen werden. Dafür eignet sich zum Beispiel Hanftee. Bei der Zubereitung muss jedoch einiges beachtet werden, damit die Bestandteile den empfehlenswerten Umwandlungsprozess durchlaufen. Wir verraten, wie die optimale Tasse Hanftee entsteht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hanftee besteht aus den Blüten und Blättern der Hanfpflanze.
  • Neben Cannabinoiden sind vor allem Flavonoide (Blütenfarbstoffe) im Heißgetränk enthalten.
  • Cannabinoide sind nicht wasserlöslich und liegen deshalb in Vorstufen vor. Mit Hitze können ihre positiven Eigenschaften aktiviert werden.
  • Hanftee wird eingenommen, um die Abwehrkräfte zu stärken, den Schlaf zu verbessern oder Verdauungsprobleme zu lindern.
  • Beim Kauf sollte Bio-Qualität bevorzugt werden.

Was ist Hanftee?

Für den Tee aus Hanf werden Blüten und Blätter der Hanfpflanze verwendet. Damit das Ganze legal bleibt, werden THC-arme Nutzhanfpflanzen für den Produktionsprozess herangezogen. Tetrahydrocannabinol, kurz THC, ist nämlich die Substanz, die für die berauschende Wirkung der Cannabispflanze verantwortlich gemacht wird. Tee zählt zu den ältesten Heißgetränken überhaupt. In China wurden Pflanzenbestandteile schon vor 5000 Jahren als Getränk konsumiert. Da Cannabis viele wertvolle Inhaltsstoffe bereitstellt, ist es naheliegend, die Blüten und Blätter als Tee zu verarbeiten.

Hanftee: Inhaltsstoffe

Personen, die sich für Hanftee interessieren, möchten vor allem von den in der Hanfpflanze enthaltenen Cannabinoiden profitieren. Zudem stellt das Gewächs noch Terpene (Aromastoffe) und Flavonoiden (Farbstoffe) bereit. Den sekundären Pflanzenstoffen werden viele Schutzwirkungen gegenüber Krankheiten nachgesagt. Im Hanftee nehmen sie eine entscheidende Rolle ein. In dem Heißgetränk kommen vor allem folgende Flavonoide vor:

  • Apigenin (antientzündlich, antiviral, antidiabetisch),
  • Luteolin (kardiotonisch, antidiabetisch, leberprotektiv),
  • Quercetin (antientzündlich, kardioprotektiv, antiallergisch),
  • Orientin (kardioprotektiv, neuroprotektiv, antidepressiv, antiviral, antibakteriell, antioxidativ),
  • Kämperfol (antientzündlich, antiviral, antibakteriell),
  • Vitexin (antientzündlich, kardioprotektiv).

Enthält Hanftee THC und CBD?

Sowohl Tetrahydrocannabinol (THC) als auch Cannabidiol (CBD) zählt zu den Cannabinoiden. Beiden Substanzen werden Vorteile für die Gesundheit nachgesagt. Allerdings gibt es mit Blick auf den Hanftee einen Stolperstein. CBD und THC sind zunächst nicht darin enthalten. Das liegt daran, dass die Cannabinoide nicht wasserlöslich sind. Stattdessen befindet sich die saure Vorstufe von Cannabidiol, Cannabidiolsäure (kurz CBDa) im Getränk. Sie macht einen wesentlichen Anteil im Tee aus. Mit einem Trick kann aber doch noch von CBD profitiert werden. Das Stichwort lautet: Decarboxylierung.

Hanftee richtig zubereiten: die besten Tipps

Wer sein Augenmerk auf die Cannabinoid-Vorstufen legt, der kann einfach einen Löffel Hanftee nehmen und mit 250 ml kochendem Wasser übergießen. Die Ziehzeit beträgt 10-15 Minuten. Anschließend findet sich CBDa als Hauptsubstanz in der Tasse wieder. Wer es auf CBD und THC abgesehen hat, muss die Substanzen zunächst aktivieren. Das gelingt mit der sogenannten Decarboxylierung. Das Ziel ist dabei, die Carboxylsäuren in den Vorstufen CBDA und THCA in die Reinformen CBD und THC zu transformieren. Dafür sind zwei Dinge ganz wichtig: Zeit und Hitze. Experten unterscheiden dabei zwei verschiedene Methoden.

1. Decarboxylierung bevor der Tee zubereitet wird

Bei diesem Verfahren werden Cannabisblüten für 10 Minuten in den Backofen gelegt. Auf einem Backblech verweilen sie bei 140°. Anschließend können sie, wie gewohnt, mit kochendem Wasser übergossen werden. Die Ziehzeit beträgt auch hier ca. 15 Minuten.

2. Decarboxylierung bei der Teezubereitung

Als Alternative können die Cannabisblüten im geschlossenen Topf ausreichend erhitzt werden. Dafür sollte die kleinste Stufe am Herd genutzt werden. Das Verfahren dauert eine Stunde und nimmt damit deutlich mehr Zeit in Anspruch. Im Anschluss werden die Pflanzenbestandteile herausgesiebt und der Tee kann genossen werden.

Gut zu wissen!

Bei beiden Verfahren sollte das Teewasser, bevor es zum Kochen gebracht wird, mit etwas Fett angereichert werden. Dafür eignen sich zum Beispiel Sahne oder Kokosöl. Auf diese Weise können die fettlöslichen Cannabinoide optimaler vom Organismus resorbiert werden.

Kleiner Exkurs: So wirken Cannabinoide

Die Wirkung von Cannabinoiden wird stets auf das Endocannabinoid-System zurückgeführt. Jeder menschliche Organismus ist damit ausgestattet. Das Endocannabinoid-System ist noch nicht vollständig erforscht. Experten nehmen an, dass es einen wichtigen Beitrag für das Immunsystem und das zentrale Nervensystem leistet. Das ausgeklügelte System ist mit zwei verschiedenen Rezeptoren ausgestattet: CB1- und CB2-Rezeptoren. Der Organismus selbst produziert sogenannte Endocannabinoide, um das System anzusprechen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass auch Cannabinoide, die von außen zugeführt werden, scheinbar mit dem System interagieren können. So zum Beispiel CBD und THC.

Was bringt der Konsum von CBD Tee?

Cannabinoiden werden verschiedene Eigenschaften zugeschrieben. Cannabidiol ist dafür bekannt, dass es schmerzlindernd, entzündungshemmend, entkrampfend und angstlösend wirken soll. Deshalb interessieren sich Personen mit chronischen Schmerzen, verschiedenen Erkrankungen,  Angststörungen und Schlafproblemen für die Pflanzenextrakte.

Hanftee wird darüber hinaus folgendes nachgesagt:

  • Er kann das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte unterstützen.
  • Hanftee kann Schmerzen lindern und Krämpfe lösen.
  • Er kann den Appetit anregen und Erbrechen sowie Übelkeit reduzieren.

Gut zu wissen!

Laut Erfahrungsberichten führt Hanftee zu keinen Nebenwirkungen. Grundsätzlich kann CBD aber Mundtrockenheit, Schwindel und Müdigkeit auslösen.

Hanftee: Vorteile gegenüber anderen Darreichungsformen

Hanftee hat den Vorteil, dass er durch seine Darreichungsform zur Entspannung beitragen kann. Schon die Zubereitung kann zu einem Ritual werden, dass bei Anspannung und Schlafproblemen hilft. Hanftee eignet sich zudem vor allem für Personen, die sich davor scheuen, Kapseln zu schlucken oder die Pflanzenbestandteile über die Lunge aufzunehmen.

Hanftee: Wie ist der rechtliche Status?

Die rechtliche Lage in Bezug auf Hanftee ist eindeutig. Es sind nur solche Sorten erlaubt, die THC in Spuren enthalten. Um das zu gewährleisten, werden THC-arme Nutzhanfpflanzen verwendet. In der EU gibt es dafür extra zugelassene Sorten, die Landwirte anbauen dürfen. Sie sind mit weniger als 0,2 Prozent THC ausgestattet. Mit einem solchen geringen Anteil an THC ist Hanftee legal.

Darauf sollte beim Kauf geachtet werden

Nicht nur die Dosierung entscheidet darüber, ob ein Hanftee die gewünschten Wirkungen entfaltet. Interessierte können schon vor dem Kauf sicherstellen, dass sie zu einem guten Produkt greifen. Je nachdem, um welche Hanfsorte es sich handelt, kann auch der Gehalt an Cannabidiol variieren. Anwender sollten darauf Acht geben, dass mindestens 1,5 Prozent Cannabidiol enthalten sind. Teesorten, die aus biologischem Anbau stammen, sind zu bevorzugen. Hier werden keine Pestizide verwendet, die zu Verunreinigungen führen. Ein weiteres Qualitätskriterium sind regelmäßige Laboruntersuchungen. Wird der Tee auf Unbedenklichkeit und Reinheit geprüft, sorgt das für zusätzliche Sicherheit.

Qualitätskriterien im Überblick:

  • mindestens 1,5 Prozent Cannabidiol (bei CBD Tee),
  • geprüfte Qualität,
  • keine Verunreinigungen,
  • viele Blüten, wenig Samen.

Quellen zum Thema Hanftee

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Nein, in dem hierzulande erhältlichen, legalen Hanftee ist THC nur in Spuren enthalten. Diese Menge reicht nicht aus, um eine psychoaktive Wirkung auszulösen.

Hanftee setzt seine potentielle Wirkung nicht so schnell frei. Etwa 30-90 Minuten müssen eingeplant werden.

Hanftee und CBD Tee werden häufig in einem Atemzug genannt. Tatsächlich kann jedoch nochmals zwischen den beiden unterschieden werden. Hanftee setzt vor allem auf junge Knospen, Hanfsamen und Hanfblätter. CBD Tee enthält hingegen vorrangig reife Hanfknospen, damit der CBD Anteil erhöht wird.

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Unsere Autor*innen
Dipl.-Ges. oec. (FH) bei der

Im Jahr 2002 hat Jennifer Ann Steinort ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Kinderpflegerin abgeschlossen. Darauffolgend hat sie ihr Studium an der Hochschule Niederrhein angetreten. Studienschwerpunkte waren Krankenhausmanagement, Gesundheitsökonomie und Medizincontrolling. Zudem haben die konservative und operative Krankheitslehre sowie Rehabilitation und Psychiatrie eine große Rolle eingenommen. Jennifer Ann Steinort hat den akademischen Grad Dipl.-Ges. oec. (FH) erlangt und arbeitet seit 2012 als Fachjournalistin für Medizin, Gesundheit und Familie.