Zuzahlung 2017-05-18T10:30:43+00:00

Zuzahlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung

Generell muss in der gesetzlichen Krankenversicherung bei Medikamenten, die verschreibungspflichtig sind, eine Zuzahlung von 10 Prozent der Kosten bezahlt werden. Allerdings höchstens 10 Euro oder mindestens 5 Euro. Liegen die Kosten unter 5 Euro, werden die eigentlichen Kosten für das Medikament getragen.

Nur bei chronisch Kranken 1 Prozent Zuzahlung

Sämtliche Zuzahlungen gehen in die Belastungsgrenze über. Deshalb die Bitte an die Versicherten, die Zuzahlungsbelege zu sammeln. Hat ein Versicherter seine Belastungsgrenze erreicht, so kann er sich nach der Beantragung bei der Krankenkasse für das laufende Jahr eine Befreiung ausstellen lassen. Der Versicherte kann aber auch die Belege sammeln und bei der Krankenkasse vorlegen. Er bekommt dann die überschüssigen Zuzahlungen erstattet.

Einzelne Zuzahlungsregeln

Bei Familien verringert sich die Belastungsgrenze um die Kinderfreibeträge, auch eventuell den Freibetrag für den Partner. Bezieht ein Versicherter Sozialhilfe, so wird der Regelsatz des Haushaltsvorstandes als Berechnungsgrundlage herangezogen. Deshalb können Freibeträge nicht berücksichtigt werden. Kinder und Jugendliche sind grundsätzlich bis zum 18. Lebensjahr von den Zuzahlungen befreit. Lediglich die Zuzahlung bei den Fahrtkosten und von nicht volljährigen Versicherten brauchen nicht entrichtet zu werden.

Wer an der Vorsorge und auch an den qualitätsgesicherten Präventionsmaßnahmen, die die Krankenkassen bereitstellen, aktiv teilnimmt, kann unter Umständen von seiner Krankenkasse einen finanziellen Bonus erhalten. Das kann eine teilweise Befreiung von Zuzahlungen oder auch eine Ermäßigung des Beitrages sein. Üblich ist das auch bei dem Hausarztsystem, einem gewissen Behandlungsprogramm für chronisch Kranke oder mit einer Versorgung teilnehmen. Rentner sind nicht freigestellt. Sie müssen bis zu ihrer Belastungsgrenze, die sich aus der gesetzlichen Rente und den Betriebsrenten berechnet, den gesamten Krankenversicherungsbeitrag bezahlen.

Zusammenfassung Zuzahlung bei Krankenkassen

  • verschreibungspflichtige Medikamente
  • Hilfsmittel
  • Krankenhausaufenthalt
  • Reha
  • Kur
  • Fahrtkosten
  • Zahnersatz
  • medizinische Rehabilitation für Mütter und Väter

Auch ein Krankenhausaufenthalt kostet

Wer seine Erkrankung im Krankenhaus auskurieren muss, der zahlt auch dort eine Zuzahlung. Es sind 10 Euro pro Tag, aber nur vier Wochen lang. Auch eine anschließende Reha wird mit 10 Euro pro Tag belegt. Bei einer Anschlussheilbehandlung ist diese auf 28 Tage begrenzt. Für den vorherigen Krankenhausaufenthalt werden die Tage mit angerechnet. Hilfsmittel, wie beispielsweise Hörgeräte, verlangen ebenfalls eine Zuzahlung von 5 bzw. 10 Euro. Bei Sehhilfen und Brillen werden die Krankenkassen keinen Zuschuss mehr zahlen. Die Ausnahme sind Kinder oder Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Sterbegeld oder Entbindungsgeld sind ebenfalls aus dem Leistungskatalog gefallen. Bei Zahnersatz werden seit dem 1. Januar 2005 nur noch Festzuschüsse gezahlt. Zuzahlungsfreie Medikamente werden ebenso von der Krankenkasse nicht mehr erstattet.