Reisen mit Corona Impfung

Lange hatte uns die Corona-Pandemie fest im Griff. Eine ganze Reihe an drastischen Maßnahmen und Einschränkungen wurde zum festen Bestandteil unseres Alltags – Kontakte wurden eingeschränkt, Geschäfte geschlossen, Reisefreiheiten wurden eingeschränkt. Doch dann kamen die Corona-Impfungen. Und mit der Impfquote steigen in Deutschland nun auch die Möglichkeiten, den Alltag wieder selbst zu gestalten und den Sommer zu genießen. Das gilt auch, aber nicht nur für Geimpfte. Auch negativ Getestete und Genesene werden im Sommer 2021 aller Wahrscheinlichkeit nach wieder reisen dürfen, auch außerhalb Deutschlands.
Besonders innerhalb der EU soll es unkompliziert möglich sein, den wohlverdienten Urlaub zu verbringen. 

Wer erhält wann die Corona Impfung
Welche Reisen sind mit und ohne Corona Impfung möglich
Welche Rolle wird die Corona Impfung für Reisen spielen
Sommerurlaub 2021 weitgehend möglich

Aktualisierung: 01.06.2021

Doch welche Regelungen gelten für die Einreise in EU- und Nicht-EU-Länder? Welche Privilegien haben Geimpfte wirklich? Und wie können Reisende ihre Corona Impfung nachweisen?

In diesem Beitrag erhalten Sie Antworten darauf,

  • wann Reisende mit der Corona Impfung rechnen können,
  • welche Vorteile es für Geimpfte beim Reisen gibt,
  • in welche Regionen geimpfte und nicht geimpfte Personen reisen können,
  • welche Nachweise Sie dafür benötigen,
  • wie der Impfnachweis auf Reisen erbracht werden kann,
  • unter welchen Bedingungen eine Einreise in Risikogebiete möglich ist, und
  • wie es sich mit Test- und Quarantänepflichten verhält.

Wer erhält wann die Corona Impfung?

Seit Ende 2020 ist es in Deutschland möglich, sich impfen zu lassen. Zuständig sind vor allem Impfzentren, aber auch Haus- und Facharztpraxen sowie in Einzelfällen mobile Impfteams.
Allerdings ist die Corona Impfung nicht von Anfang an für alle freigegeben, sondern wird in einer bestimmten Reihenfolge verabreicht. Zu diesem Zweck wurde also eine Reihenfolge entwickelt, auf deren Basis bestimmte Gruppen die Corona Impfung priorisiert erhalten sollen. Dabei gibt es insgesamt drei Gruppen mit absteigender Priorität sowie eine vierte Gruppe ohne Priorität. Bei den ersten drei Priorisierungsgruppen handelt es sich um sogenannte vulnerable Gruppen, die vor allem aufgrund ihres Alters besonders anfällig dafür sind, schwere bis sehr schwere Verläufe zu entwickeln, wenn sie mit Covid-19 infiziert sind: In Gruppe 1 befinden sich daher alle über 80-Jährigen, in der zweiten Gruppe alle über 70-Jährigen, und der dritten Priorisierungsgruppe wurden alle über 60-Jährigen zugeordnet.

Weiterhin erhalten Menschen mit mehr oder weniger schweren Vorerkrankungen den Corona Impfstoff ebenfalls priorisiert in einer der drei Gruppen – jeweils in Abhängigkeit davon, als wie schwer ihre Vorerkrankung eingestuft wird. Darüber hinaus wird die Corona Impfung bevorzugt speziellen Personengruppen gewährt, die beispielsweise im medizinischen Bereich, in Pflege und Betreuung, in systemrelevanten Berufen mit zusätzlich besonders hohem Ansteckungsrisiko oder in wichtiger Position in Behörden beschäftigt sind. Alle, die in keiner dieser Gruppen geführt werden, erhalten den Impfstoff erst, nachdem der vorgenannte Personenkreis durchgeimpft wurde. Für sie gilt kein hohes Risiko eines schweren Verlaufs durch eine Corona-Infektion.

Welche Rolle wird die Corona Impfung für Reisen spielen?

Wer schon im Sommer 2021 einen Urlaub in Deutschland, der EU oder einem Nicht-EU-Land verbringen möchte, dem steht mit der Corona Impfung ein Mittel zur Verfügung, mit dem einige Freiheiten zurückgewonnen werden können: Geimpften ist die Einreise in viele Länder möglich, ohne zuvor einen Corona Test durchzuführen. Auch diejenige Testpflicht, die sogenannte PCR Analysen mit einschließt, ist für vollständig geimpfte Personen bei der Einreise in viele Länder ausgesetzt. Einen Impfnachweis mit sich zu führen, bietet demnach diverse Vorteile für Reisende im In- und Ausland. Gleichzeitig wies Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) darauf hin, dass – vor allem aufgrund der niedrigen Inzidenzen und dem zum Teil weit fortgeschrittenen Impfstatus der Einwohner – Reisende innerhalb der EU voraussichtlich auch ohne Impfpass mit entsprechendem Impfnachweis über beide erfolgte Corona Impfungen entspannt ihren Urlaub verbringen könnten. Ein Corona Test sei eine gleichermaßen geeignete Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie. Auch vor erfolgter Corona Impfung ist daher ein Urlaub ohne Quarantänepflicht innerhalb der EU möglich; eine Quarantäne ist hier lediglich bei positivem Ergebnis eines Tests angezeigt, auf das zudem ein Nachtesten per PCR Analyse folgen soll. Dennoch ist es von nicht unerheblicher Bedeutung, vor der Einreise in die jeweilige Region genau zu prüfen, welche Regelungen bezüglich Corona Impfung, Testpflicht und Quarantäne gelten. Nicht alle Länder und Betreiber von Hotels oder Freizeitanlagen tragen die Lockerungen für Geimpfte mit: Besonders in Risikogebieten oder Regionen mit verhältnismäßig regem Infektionsgeschehen ist oftmals eine Mehrfachabsicherung durch negativen Corona Test und Impfnachweis nötig.

Welche Reisen sind mit und ohne Corona Impfung möglich?

Doch welche Vorteile gelten konkret für Geimpfte gegenüber nicht geimpften Personen beim Reisen? Mit welchen Freiheiten geht eine Corona Impfung einher, und in welchen Ländern können Reisende von diesen Freiheiten profitieren?
Dies hängt vor allem von der Region ab, in welcher der Urlaub verbracht werden soll, bzw. von dem Land, in das die Einreise geplant ist. Länder mit verschiedenen Virusvarianten und relativ hohen Inzidenzen verlangen oft einen Impfnachweis kombiniert mit einem negativen Corona Test. Andere stark von der Krise betroffene Länder arbeiten mit einer Quarantänepflicht für alle Urlauber. Eine Quarantäne muss bei positivem Testergebnis weiter verlängert werden, um Reisen nicht zu einem zusätzlichen Treiber der Pandemie werden zu lassen.
Für Geimpfte und Genesene sieht Deutschland allerdings vor, dass diesen keine Quarantänepflicht mehr auferlegt wird, wenn sie aus einem solchen Risikogebiet zurückkehren – Ausnahme bilden die sogenannten Virusvariantengebiete. Insgesamt jedoch variieren die Bedingungen in Bezug auf Testpflicht, Quarantänepflicht und Impfpass bzw. Impfnachweis nicht nur außerhalb der EU oder in Risikogebieten, sondern bereits innerhalb Deutschlands. Der Bund wird Geimpften das Reisen innerhalb Deutschlands höchstwahrscheinlich ohne Auflagen hinsichtlich Quarantäne und Testen ermöglichen, doch abschließend geklärt ist dies noch nicht – ebenso wenig wie die exakte Ausgestaltung der Reisebestimmungen innerhalb der EU. Es kommt hinzu, dass Bund und Länder hier wieder verschiedene Wege gehen können, wie sich in manchen Bundesländern auch bereits abzeichnet.

Reisen innerhalb der EU

Innerhalb der EU soll das Reisen für Geimpfte erleichtert werden. Aktuell entwickeln die Mitgliedstaaten daher ein sogenanntes Grünes Zertifikat, das Aufschluss über alle Bereiche geben soll, die eine Einreise ermöglichen können. Darunter fallen die erfolgte Corona Impfung, Angaben darüber, welcher Impfstoff verwendet wurde, außerdem eine bereits überstandene Krankheit sowie ein negativer Corona Test. Das Zertifikat soll in englischer Sprache und der jeweiligen Sprache des Landes ausgegeben werden.
Es ist allerdings noch nicht vollständig geklärt, welche Freiheiten wo im Einzelnen vorgesehen sind. Jedes Land hat das Recht, die jeweils geltenden Regeln zur Einreise eigenständig festzulegen. Voraussichtlich wird es jedoch möglich sein, im Urlaub wieder Orte wie Restaurants, Cafés, Museen, Kinos und andere Freizeiteinrichtungen zu besuchen, sofern der Impfnachweis bzw. das Grüne Zertifikat vorliegt. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden Geimpfte dabei von Testpflicht und Quarantänepflicht entbunden sein.
Wie allerdings mit Impfstoffen verfahren wird, die in der EU (noch) nicht zugelassen sind – beispielsweise mit dem chinesischen und dem russischen Impfstoff – ist derzeit ebenfalls noch offen. Eine erfolgte Corona Impfung mit einem dieser Vakzine könnte daher Auswirkungen auf die Bedingungen haben, unter denen das Reisen möglich ist; zum Beispiel wäre hier eine Test- oder Quarantänepflicht denkbar, die Reisenden mit einem Impfpass und einem in der EU zugelassenen Vakzin nicht auferlegt wird. Die Verhandlungen über das Grüne Zertifikat und Privilegien für Geimpfte laufen aktuell. Ziel ist, die Gespräche im Juni 2021 abgeschlossen zu haben, sodass das Reisen zumindest innerhalb der EU erleichtert werden kann.

Reisen in Corona-Risikogebiete

Generell ist das Reisen in viele Nicht-EU-Länder ohne Quarantäne möglich. Es wird jedoch nicht empfohlen, sofern kein wichtiger Grund vorliegt. Die pauschale Reisewarnung für alle Länder, die nicht der EU angehören, wurde Ende 2020 jedoch aufgehoben, was das Reisen prinzipiell möglich macht. Abgeraten wird allerdings von nicht notwendigen Reisen in Risikogebiete. Darüber hinaus ist die Einreise in die verschiedenen Länder mit jeweils spezifischen Auflagen verbunden, die vor dem geplanten Urlaub geprüft werden müssen. In manche Länder ist die Einreise momentan sogar überhaupt nicht oder nur in bestimmten Ausnahmefällen möglich. Hierzu zählt zum Beispiel Indien. In anderen Ländern, beispielsweise in Brasilien, besteht bei der Einreise die Pflicht, eine negatives PCR Testergebnis vorzulegen. Derartige Auflagen werden oft von einer Quarantänepflicht begleitet, wobei die Dauer der Quarantäne variabel ist und weiterhin davon abhängen kann, ob zwischenzeitlich ein erneuter negativer Schnelltest oder PCR Test vorgelegt werden konnte. Ist dies nicht der Fall, verlängert sich eine Quarantäne nicht selten auf 14 Tage. Solche Beschränkungen und Auflagen bei der Einreise gelten in stark von der Pandemie betroffenen Ländern für geimpfte und nicht geimpfte Personen gleichermaßen.

Rückkehr aus einem Risikogebiet

In Deutschland wird zwischen Risikogebieten, Hochinzidenzgebieten sowie Virusvariantengebieten unterschieden:

  • Risikogebiete weisen aufgrund erhöhter Corona-Fallzahlen sowie weiterer landesspezifischer Bedingungen ein hohes Risiko auf, sich mit dem Coronavirus zu infizieren.
  • Hochinzidenzgebiete gelten deshalb als gefährlich, weil die Inzidenzen dort besonders hoch und die Ansteckungsgefahr demnach groß ist.
  • Virusvariantengebiete beherbergen Mutanten und Varianten des Coronavirus, die sich als hochansteckend oder besonders gefährlich erwiesen haben, oder über die noch zu wenige Informationen bereitstehen.

Für jedes Land, das unter eine dieser drei 3Kategorien fällt, gilt jeweils eine Reisewarnung.
Wer sich innerhalb der letzten zehn10 Tage in einem dieser Länder aufgehalten hat, muss sich vor der Rückreise nach Deutschland anmelden. In Deutschland gelten Vorschriften zur Durchführung einer Quarantäne von zehn10 Tagen für Reisende aus Risiko- und Hochinzidenzgebieten und 14 Tagen bei einer Einreise aus einem Virusvariantengebiet. Die Umsetzung ist jedoch nicht bundeseinheitlich geregelt, sodass Reisende vorab die Auflagen zu Test- und Quarantänepflichten ihres jeweiligen Bundeslandes prüfen sollten. Zudem wird die Liste, welche Länder als Risikogebiete gelten, laufend aktualisiert. Vor Einreise in das Zielland sowie vor der Rückkehr nach Deutschland sollte der Status deshalb kontrolliert werden, um Pflichten zu Anmeldung und Quarantäne entsprechend nachkommen zu können. Für Geimpfte und Genesene gelten bestimmte Ausnahmen von der Quarantänepflicht: Im Anschluss an ihre Rückkehr aus einem Hochinzidenz- oder Risikogebiet wird keine häusliche Quarantäne mehr verlangt. Als vollständig geimpft zählt jedoch nur, wem bereits beide Dosen des Impfstoffs verabreicht wurden. Die zweite Corona Impfung muss dabei mindestens 14 Tage zurückliegen.

Wie wird die Corona Impfung bei der Einreise nachgewiesen?

Bisher gilt in Deutschland das gelbe Impfbuch bzw. -heft als Standard. Hier werden alle durchgeführten Impfungen und die verwendeten Impfstoffe vermerkt, sodass der entsprechende Eintrag in diesem Impfpass auch im Fall der Corona Impfung als Nachweis dienen kann. Im Zuge der Pandemie und der damit einhergehenden gestiegenen Bedeutung der Digitalisierung sind Pläne geäußert worden, zusätzlich zum analogen Impfpass einen digitalen Impfnachweis einzuführen. Die Corona Impfung, die hierfür verwendeten Impfstoffe und die Termine, an denen die Impflinge Ihre Schutzimpfung erhalten haben, sollen dann digital einsehbar sein – mithilfe einer Open-Source-Applikation auf dem Smartphone. Die Implementierung dieser App ist für Ende Mai bis Ende Juni 2021 vorgesehen. Weiterhin soll auch das für die EU geplante Grüne Zertifikat in dieser App darstellbar sein, sodass Geimpfte, Genesene und negativ Getestete hiermit – zumindest innerhalb der EU – wieder relativ frei und ohne Quarantänepflicht reisen könnten.

Sommerurlaub 2021 weitgehend möglich

Dank Corona Impfungen, sinkenden Inzidenzen und analogen wie auch digitalen Angeboten des Impfnachweises wird es uns im Sommer 2021 in großer Mehrheit möglich sein, Reisen inner- und außerhalb der EU zu unternehmen. Die Möglichkeit zu verreisen bleibt dabei nicht nur Geimpften vorbehalten, sondern wird für Genesene und negativ Getestete in gleicher Weise umsetzbar sein. Grundlage hierfür ist jedoch ein entsprechender Nachweis darüber, dass die Voraussetzungen für eine Einreise tatsächlich vorliegen: Reisende sollten deshalb stets daran denken, einen gültigen Impfpass, einen negativen Corona-Test, oder einen negativen PCR Test, der mindestens 28 Tage alt ist, mit sich zu führen. Auch wenn Reisewarnung nicht Reiseverbot bedeutet, sollten wir auf eine Einreise in Risikogebiete so weit es geht verzichten. Schließlich möchten wir uns nicht nur im Urlaub, sondern auch im Herbst und Winter noch niedrigen Inzidenzen gegenübersehen.