Pneumokokken Impfung trotz Corona Impfung?

Alles, was Sie über die Pneumokokken Impfung und die Corona Impfung wissen müssen

Die Corona Impfung ist in aller Munde. Sie gilt als ein entscheidender Faktor bei der Bekämpfung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2. Nicht auszuschließen ist, dass durch die hohe Bedeutung der Corona Impfung andere wichtige Impfungen, wie die Pneumokokken Impfung in Vergessenheit geraten. Hat die Pneumokokken Impfung eventuell sogar einen lindernden Einfluss auf eine Corona-Infektion? Können Impfungen gegen Pneumokokken und gegen Covid-19 parallel erfolgen? Wer erhält welche Impfung? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen für Sie zusammengestellt.

Lungenerkrankungen Corona und Pneumokokken
Welche Patienten haben Priorität bei der Corona Impfung
Pneumokokken Impfung, Corona Impfung
Wo kann man sich gegen Corona und Pneumokokken impfen lassen

Pneumokokken Impfung trotz Corona Impfung?

Alles, was Sie über die Pneumokokken Impfung und die Corona Impfung wissen müssen

Die Corona Impfung ist in aller Munde. Sie gilt als ein entscheidender Faktor bei der Bekämpfung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2. Nicht auszuschließen ist, dass durch die hohe Bedeutung der Corona Impfung andere wichtige Impfungen, wie die Pneumokokken Impfung in Vergessenheit geraten. Hat die Pneumokokken Impfung eventuell sogar einen lindernden Einfluss auf eine Corona-Infektion? Können Impfungen gegen Pneumokokken und gegen Covid-19 parallel erfolgen? Wer erhält welche Impfung? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen für Sie zusammengestellt.

Lungenerkrankungen Corona und Pneumokokken
Pneumokokken Impfung, Corona Impfung
Welche Patienten haben Priorität bei der Corona Impfung
Wo kann man sich gegen Corona und Pneumokokken impfen lassen

Aktualisierung: 01.06.2021

Das Wichtigste kurz und knapp:

  1. Die Pneumokokken Impfung schützt nicht gegen Covid-19!
  2. Beide Impfungen sind für ältere und Menschen mit chronischem Grundleiden von hoher Bedeutung.
  3. Zwischen der Pneumokokken Impfung und der Corona Impfung sollte ein Abstand von mindestens 14 Tagen liegen.
  4. Hygienemaßnahmen und Kontaktreduzierungen im Rahmen der Corona Pandemie führen zu einer Abnahme der Pneumokokken Infektionen.
  5. Die Corona Impfung erfolgt nach einer vorgegebenen Reihenfolge entsprechend der Bewertung des Infektionsrisikos bestimmter Gruppen.

2 Lungenerkrankungen, die tödlich enden können: Corona und Pneumokokken Infektionen

Covid-19

Covid-19 ist eine schwerwiegende Erkrankung der Atemwege. Sie wird ausgelöst durch eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

Typische Symptome sind:

  • Husten,
  • Schnupfen,
  • Fieber,
  • Halsschmerzen,
  • Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns,
  • Erschöpfung,
  • Kopfschmerzen,
  • Gliederschmerzen,
  • Erbrechen,
  • Appetitlosigkeit.

Pneumokokken Infektion

Pneumokokken sind Bakterien. Sie gehören zur Familie der Streptokokken. Überall auf der Welt sind unterschiedliche Pneumokokken-Stämme für gefährliche Erkrankungen verantwortlich. Eine Infektion mit Pneumokokken kann eine schwere bakterielle Lungenentzündung oder eine Sepsis hervorrufen. Beide Erkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen älterer Menschen. Die Pneumokokken Infektion wird gewöhnlich als Lungenentzündung bezeichnet. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und ältere Menschen. Ihr Risiko, an einer Pneumokokken Infektion zu sterben, ist doppelt so hoch, wie bei gesunden Erwachsenen.

Typische Krankheitssymptome sind:

  • Fieber,
  • Erbrechen,
  • Ohrenschmerzen,
  • Erkältungssymptome.

Übertragungswege

Sowohl die Pneumokokken als auch das Coronavirus SARS-CoV-2 werden durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Die Pneumokokken Impfung

Nach Aussagen des Robert-Koch-Institutes und der Ständigen Impfkommission (STIKO) können Impfungen die Gefahr einer Pneumokokken Infektion deutlich reduzieren. Die Pneumokokken Impfung wird Säuglingen und Kleinkindern im zweiten Lebensjahr im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung angeboten.

Die Ständige Impfkommission sowie die Wissenschaftler des Robert-Koch-Institutes raten allen Patienten ab 60 Jahren und allen Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen zu einer Pneumokokken Impfung, sofern diese nicht innerhalb der vergangenen sechs Jahre erfolgt ist.

Patienten, die eine Pneumokokken Infektion überstanden haben, sind nur gegen einen einzigen Pneumokokkentyp immun. Die Impfung dagegen bietet Schutz vor 23 verschiedenen Pneumokokken-Arten.

Die Pneumokokken Impfung kann die Gefahr, an einer schweren Lungenentzündung oder einer Sepsis zu erkranken, deutlich reduzieren. Patienten, die dennoch erkranken, haben in den meisten Fällen einen weniger schweren Verlauf.

Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit des Impfstoffes gegen Pneumokokken Infektionen gilt eine Priorisierung für Risikogruppen. Oberste Priorität genießen nach Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Personen, die

  • älter als 70 Jahre sind,
  • an Immundefekten erkrankt sind,
  • an chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane oder des Herzens leiden.

Die Corona Impfung

Auch gegen das neuartige Virus SARS-CoV-2 kann eine Impfung schützen. Aktuell wird die Corona Impfung durchgeführt mit den Impfstoffen von

  • AstraZeneca,
  • Moderna,
  • Biontech/ Pfizer,
  • Johnson & Johnson.

Weitere Impfstoffe befinden sich in der Prüfung. Aufgrund der Knappheit des Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 erfolgt die Corona Impfung entsprechend den Empfehlungen der STIKO und der Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums.

Drei Stufen der Priorisierung wurden festgelegt, bevor alle Menschen einen Impftermin erhalten können. Gegebenenfalls kommt in einzelnen Bundesländern zu Abweichungen. Jedes Bundesland stellt die wichtigsten Regelungen auf seiner Internetseite bereit. Zusätzliche Informationen erhalten Interessierte beim zuständigen Gesundheitsamt sowie beim Hausarzt.

Priorisierungen

Priorität 1:

In der höchsten Priorität erhalten Patienten die Corona Impfung,

  • die älter als 80 Jahre sind,
  • die in der Betreuung, Behandlung und Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen tätig sind,
  • die regelmäßig andere Personen gegen das Coronavirus impfen,
  • die in medizinischen Einrichtungen mit einer sehr hohen Gefahr, sich an SARS-CoV-2 zu infizieren, tätig sind,
  • die Patienten behandeln, pflegen oder betreuen, die ein hohes Risiko eines schweren oder tödlichen Verlaufes bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 haben.

Priorität 2:

Mit hoher Priorität erhalten Patienten die Corona Impfung,

  • die älter als 70 Jahre sind,
  • die an Trisomie 21 oder einer Conterganschädigung leiden,
  • nach einer erfolgten Organtransplantation,
  • die sich in einer Demenz oder schweren psychiatrischen Erkrankungen,
  • die sich in einer Krebsbehandlung befinden,
  • die an schweren Lungenerkrankungen leiden,
  • die an Muskeldystrophien, Leberzirrhose, chronischen Nierenerkrankungen, Adipositas oder Diabetes mellitus mit Komplikationen erkrankt sind,
  • die nach individueller ärztlicher Begutachtung besonders gefährdet sind,
  • die in medizinischen Einrichtungen arbeiten,
  • die in Schulen oder Kindertageseinrichtungen angestellt sind,
  • die in Frauenhäusern, Einrichtungen der Obdachlosenhilfe oder Flüchtlingsunterkünften untergebracht oder tätig sind,
  • bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Schwangeren,
  • die enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen sind, die nicht in einer Einrichtung leben,
  • die in einer Einrichtung für geistig behinderte Menschen leben oder tätig sind,
  • die im öffentlichen Gesundheitsdienst eingesetzt sind,
  • die als Polizei- und Einsatzkräfte im Dienst einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.

Priorität 3:

Mit erhöhter Priorität erhalten Patienten die Corona Impfung,

  • die älter als 60 Jahre sind,
  • die an folgenden Erkrankungen leiden: behandlungsfreie Krebserkrankungen, HIV-Infektionen, Rheuma, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Diabetes mellitus, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Asthma, Schlaganfall, Autoimmunerkrankungen, Adipositas mit einem BMI über 30,
  • bei denen ein erhöhtes Risiko eines schweren oder tödlichen Verlaufs bei einer Ansteckung mit SARS-CoV2 diagnostiziert wurde,
  • die enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Menschen sind, die nicht in einer Einrichtung leben und eine der genannten Erkrankungen haben,
  • die Mitglieder von Verfassungsorganen sowie der Regierungen und Verwaltungen der Polizei, Bundeswehr, der Justiz, der deutschen Auslandsvertretungen oder als Deutsche in ausländischen Organisationen aktiv sind,
  • die als Wahlhelferinnen und Wahlhelfer tätig sind,
  • die im Lebensmitteleinzelhandel arbeiten,
  • die in Einrichtungen der Jugendhilfe und Schulen, die nicht in die Kategorie 2 fallen, tätig sind,
  • die ein besonders hohes Infektionsrisiko im Arbeitsleben haben,
  • die in medizinischen Einrichtungen arbeiten, die keine Patienten betreuen.

Hinweis: Abweichungen von den Priorisierungen sind möglich.

Wo wird die Impfung gegen SARS-CoV-2 durchgeführt?

Die Corona Impfung erfolgt nach einer Terminvergabe

  • in Impfzentren,
  • in Arztpraxen,
  • mit mobilen Impfteams,
  • in Krankenhäusern.

Wo kann man sich gegen eine Pneumokokken Infektion impfen lassen?

Die Pneumokokken Impfung findet für Babys und Kleinkinder beim Kinderarzt im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen statt.

Erwachsene erhalten die Pneumokokken Impfung beim Hausarzt.

Schützt die Corona Impfung vor einer Infektion mit Pneumokokken?

Nein, beide Impfungen haben ihre eigene Berechtigung. Die STIKO empfiehlt unabhängig von der Corona-Pandemie allen Personen, die zu den Risikogruppen gehören, dringend eine entsprechende Impfung. Der Impfschutz kann helfen, eine Überlastung der Intensivstationen zu vermeiden.

Die Pneumokokken Impfung sollte im Abstand von mindestens 14 Tagen zur Corona-Impfserie betragen.

Impfungen retten Leben

Die Geschichte der Impfungen begann im 18. Jahrhundert, als der englische Mediziner Edward Jenner die Pockenimpfung entwickelte.

Gegen viele Infektionskrankheiten, die früher meist tödlich endeten, stehen heute Impfstoffe zur Verfügung. Das neuartige Coronavirus hat die Bedeutung wirksamer Impfungen erneut in den Fokus gerückt und gezeigt, dass sie Leben retten können. Wichtig ist, bei der hohen Aufmerksamkeit für SARS-CoV-2 die Gefahren anderer Krankheiten nicht zu übersehen. Regelmäßige Überprüfungen des Impfstatus durch den Hausarzt helfen, gesund zu bleiben.