Corona-Impfstoff Sputnik im Überblick

In Russland erfolgt die Corona-Impfung mit dem Vektorimpfstoff Sputnik. Die Zulassung in Russland erhielt der Impfstoff schon im August 2020. Damit war er weltweit das erste Vakzin gegen das Coronavirus für den Masseneinsatz. Impfkampagnen starteten im Dezember. Nun soll die Corona-Impfung mit Sputnik auch die EU erobern. Für eine Zulassung in Deutschland ist jedoch eine intensive Prüfung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) nötig. Erfahren Sie hier alles über die Corona-Impfung mit Sputnik und über die Eigenschaften des russischen Impfstoffs.

Wer kann sich wann impfen lassen und welche Vorteile haben Geimpfte
Wirksamkeit der Corona-Impfung mit Sputnik
Zulassung in Russland und der EU und welche Inhaltsstoffe
Wie sicher ist die Corona-Impfung mit Sputnik

Das Wichtigste in Kürze

  • Corona Impfung mit Sputnik: Vektorimpfstoff aus Russland mit hoher Wirksamkeit.
  • Arzneimittelbehörde (EMA) prüft Sputnik im Rolling-Review-Verfahren für Zulassung in EU.
  • Sicherheit laut ersten Studien vielversprechend.

Corona-Impfung: Wer kann sich wann impfen lassen?

Wann eine Corona-Impfung für Sie infrage kommt, können Sie in der Impfverordnung nachlesen. Da nicht genügend Impfstoff vorhanden ist, wurden Risikogruppen ermittelt. Für Menschen, die zu den Risikogruppen zählen, besteht aufgrund von Alter, bestimmten Erkrankungen oder beruflicher Exposition eine größere Gefahr sich mit dem Coronavirus zu infizieren oder schwere Krankheitsverläufe zu entwickeln. In Deutschland sind drei Risikogruppen festgelegt worden, die bei der Impfung priorisiert werden. Geimpft wird durch mobile Teams, in Impfzentren oder in Hausarztpraxen.

Geimpfte  genießen einige Vorteile. Nicht nur bietet die Corona-Impfung Schutz gegen einen schweren Verlauf von COVID-19, die Impfung kann in Zukunft auch mehr Freiheiten mit sich bringen. Durch den Nachweis der Corona-Impfung im Impfpass können zum Beispiel Reisebeschränkungen oder Quarantänepflichten wegfallen. Jedoch ist bisher nicht klar, wie lange eine Schutzwirkung anhält und ob die Übertragung des Virus auf andere Menschen weiterhin möglich ist.

Der Impfstoff Sputnik – Corona-Impfung in Russland

Bei dem Sputnik-Impfstoff aus Russland handelt es sich um einen Vektorimpfstoff, der genetisch veränderte Adenoviren als Träger für das Coronavirus Erbmaterial nutzt. Um eine ausreichende Immunität aufzubauen, ist die Injektion von zwei Dosen erforderlich. Die Erstimpfung und die Booster-Impfung erfolgen in einem Abstand von etwa drei Wochen. Im Gegensatz zum AstraZeneca Vakzin setzt der Impfstoff auf zwei verschiedene Typen von humanen Adenoviren. Mit der ersten Dosis wird Typ 26 verabreicht, mit der zweiten Typ 5. Dies soll die resultierende Immunreaktion verstärken und eine bessere Schutzwirkung bedingen.

Zulassung in Russland und der EU

In Russland erfolgte die Zulassung schon im August 2020. Der Impfstoff war der erste weltweit, der für die breite Anwendung freigegeben wurde. Das stieß auf Kritik, da die Impfstoffprüfung noch nicht abgeschlossen war. Wichtige klinische Studien fehlten. Daten, die zur Veröffentlichung an die Fachzeitschrift Lancet gesendet wurden, ließen Wissenschaftler zweifeln. Auch wenn das Verfahren der Zulassung auf Gegenstimmen gestoßen ist, die Sorgen scheinen unbegründet, denn das Vakzin wird inzwischen nicht nur in Russland als sicher eingestuft.

Für eine Zulassung in der EU ist die Europäische Arzneimittelbehörde oder Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) verantwortlich. Diese prüft das Vakzin nun aufgrund bereits vorliegender Daten, eigenen Laborergebnissen und klinischen Studien an erwachsenen Probanden. Wirksamkeit und Sicherheit sollen nach einem „Rolling-Review-Verfahren“ durch die Arzneimittelbehörde beurteilt werden. Eine Zulassung in Deutschland könnte laut EMA daher bald erfolgen. Üblicherweise dauert der Prozess drei bis vier Monate. Bisher kommt Sputnik für die Corona-Impfung bereits in über 40 Ländern zum Einsatz.

Die Inhaltsstoffe

Der Impfstoff Sputnik nutzt abgeschwächte humane Adenoviren vom Typ Ad26 und Ad5. Durch eine Labor-basierte genetische Veränderung der Viren haben sie ihre krankheitsauslösenden Eigenschaften verloren. In das Virus eingebracht wurden jedoch Informationen für Proteine des Coronavirus SARS-CoV-2. Infizieren die Vektor-Viren nach der Injektion des Impfstoffs Körperzellen, werden diese Eiweiße in der Proteinfabrik der Zelle hergestellt und aktivieren das Immunsystem. Antikörper gegen das Coronavirus bilden sich und schwere Verläufe von COVID-19 werden unterdrückt.

Außer den Adenoviren und der Erbinformation des Coronavirus enthält der Vektorimpfstoff Sputnik Hilfsstoffe. Dabei handelt es sich unter anderem um Salze oder Zucker. Hilfsstoffe dienen der Stabilisierung des Produkts sowie der Haltbarmachung. Zudem sollen sie bei der Injektion den Transport der Impfstoffkomponenten ins Gewebe erleichtern. Hilfsstoffe, die in Sputnik vorkommen, sind:

  • Kochsalz (Natriumchlorid),
  • Saccharose,
  • Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA),
  • TRIS (Tris-(hydroxymethyl)-aminomethan),
  • Magnesiumchlorid-Hexahydrat,
  • Ethanol,
  • Polysorbat 80,
  • Wasser.

Wirksamkeit der Corona-Impfung mit Sputnik

Laut Studien soll die Wirksamkeit nach der vollständigen Corona-Impfung mit Sputnik bei über 90 Prozent liegen. Damit bietet das russische Vakzin eine deutlich bessere Schutzwirkung als die Impfungen mit AstraZeneca oder der Johnson & Johnson-Variante. Nur die mRNA-Impfstoffe (BioNTech/Pfizer und Moderna) zeigen eine noch höhere Wirksamkeit. Mit einer Sputnik Impfung kann weder die Infektion mit dem Coronavirus noch die Übertragung des Virus ausgeschlossen werden. Die Wirksamkeit beruht auf der Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe.

Was die Schutzdauer angeht, fehlen bisher wie bei allen Corona-Impfstoffen zuverlässige Informationen. Aus den bereits veröffentlichen Studien geht allerdings hervor, dass die Menge an gebildeten Antikörpern nach der Impfung geringer ist als bei einer tatsächlichen Infektion. Dies würde für eine geringere Schutzdauer und eine weniger belastbare Immunität sprechen.

Wirksamkeit gegen die Mutationen des Coronavirus

Für die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna soll eine Wirksamkeit gegen die Virusmutationen aus Großbritannien und Südafrika bestehen. AstraZeneca wirkt weniger gut gegen die südafrikanische Mutation. Ob und wie gut die bereits zugelassenen Vakzine gegen die brasilianische Variante des Coronavirus schützt, ist nicht bekannt. Für den russischen Impfstoff liegen noch keine ausreichenden Informationen vor.

Wie sicher ist die Corona-Impfung mit Sputnik?

Laut bisherigen Studien und Berichten wurde der Impfstoff Sputnik an über 30.000 Probanden getestet. Die meisten Daten liegen für Menschen im Alter von 30 bis 60 Jahren vor. Weniger Daten existieren für die Altersgruppen unter 18-30 Jahre und über 60 Jahre. Die Nebenwirkungen des Impfstoffs beschränken sich Berichten zufolge aber auf milde Impfreaktionen.

Bekannte Nebenwirkungen nach einer Impfung mit dem Sputnik Impfstoff

Wie auch bei anderen Impfstoffen kann es nach der Injektion der russischen Vakzine zu Impfreaktionen kommen. Diese reichen von Schmerzen an der Einstichstelle über leichte Kopfschmerzen bis zu allergischen Reaktionen. Schwere Nebenwirkungen treten jedoch nur selten auf. Da bei älteren Menschen das Immunsystem weniger aktiv ist als bei jüngeren Menschen, fallen die Impfreaktionen bei älteren Geimpften oft milder aus. Folgende Nebenwirkungen kommen bei der Corona-Impfung mit Sputnik vor:

  • Abgeschlagenheit,
  • Kopfschmerzen,
  • Schwellungen und Schmerzen an der Injektionsstelle,
  • Hautreaktionen,
  • Erkältungssymptome.

Sputnik in Deutschland – Wann ist es so weit?

Wann mit Sputnik in Deutschland geimpft wird, ist noch nicht abzusehen. Prinzipiell kann eine Notfallzulassung oder eine bedingte Marktzulassung durch die Arzneimittelbehörde erfolgen. Für eine Notfallzulassung in Deutschland, die auch mit eingeschränkten Prüfdaten möglich wäre, ist das Paul-Ehrlich-Institut zuständig. Die Impfstoffprüfung für eine bedingte Marktzulassung in der EU läuft dagegen über die EMA. Aber auch nach der Zulassung kann es noch einige Wochen dauern, bis der Corona-Impfstoff Sputnik in einer ausreichenden Menge vorhanden ist, um ihn großflächig einzusetzen. Möchten Sie nicht auf Sputnik warten, können Sie sich immer noch für einen anderen Impfstoff entscheiden. Für AstraZeneca ist die Priorisierung inzwischen aufgehoben worden.