Corona-Impfstoff Sanofi im Überblick

Schon in diesem Jahr könnte ein weiteres Vakzin gegen Corona seine Zulassung erhalten: Der Sanofi Impfstoff, der in Zusammenarbeit mit GSK entsteht. Der französische Pharmakonzern Sanofi führt derzeit eine Studie mit 35.000 freiwilligen Probanden durch. Experten erwarten, die Studie zum Sanofi Impfstoff findet im Sommer oder Herbst ihren Abschluss. Werden die erforderlichen Ergebnisse erreicht, würde rasch eine Zulassung für den ersten Protein-basierten Impfstoff gegen Corona erfolgen. Biontech und andere bereits zugelassene Vakzine haben eine mRNA Basis.

Warum ist eine Impfung gegen Corona wichtig
Was ist zur Wirksamkeit des Impfstoffs bekannt
Zulassung und was ist im Impfstoff enthalten
Nebenwirkungen und Schutzdauer

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Sanofi Impfstoff stammt aus Frankreich
  • Zulassung vermutlich Ende 2021
  • Studie lässt auf hohe Wirksamkeit hoffen
  • Hauptinhaltsstoff ist ein Protein
  • Reproduktion des Vakzins ist besonders leicht

Warum ist eine Impfung gegen Corona wichtig?

Impfstoffkandidaten fragen sich manchmal, weshalb sie sich überhaupt impfen lassen sollten. Hierfür gibt es gute Gründe. So können die Impfstoffe:

  • Vor einer Erkrankung an Corona und vor einem schweren Verlauf schützen.
  • Vor Langzeitschäden aufgrund einer Infektion mit dem Virus bewahren.
  • Den Impfstoffkandidaten auf sichere Art über Monate hinweg immun gegen Corona machen.
  • Dem Impfstoffkandidaten ermöglichen, mehr Freiheiten im Alltag zu genießen.
  • Geimpfte Personen können dazu beitragen, die Pandemie einzudämmen und die Krankenlast zu reduzieren.

Der Impfstoff Sanofi im Überblick

Der Impfstoff Sanofi kommt von einem französischen Pharmakonzern. Dieser hat ihn gemeinsam mit GlaxoSmithKline (GSK) entwickelt. Derzeit befindet er sich in einer Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit. Im Unterschied zu den bisherigen Impfstoffen wie beispielsweise dem von Biontech hat dieses Vakzin keine mRNA Basis, sondern weist eine Proteinbasis auf.

Der Pharmakonzern war zusammen mit GSK bei der Entwicklung des Sanofi Impfstoffes in Rückstand geraten. Es kam zu Verzögerungen, weshalb erst Ende Mai bzw. im Juni 2021 die dritte Phase des Tests stattfindet. Das teilte der Konzern am 17. Mai 2021  in einer Pressekonferenz in Paris mit.

Wann wird die Zulassung erwartet?

Studien zu einem Vakzin gegen Corona erfolgen in 3 Phasen. In Kürze startet der Pharmakonzern Sanofi in Zusammenarbeit mit GSK in die letzte Testphase ihrer Studie. Experten gehen von einem erfolgreichen Studienabschluss aus und prognostizieren eine Zulassung für den Sanofi Impfstoff im vierten Quartal 2021.

Was ist im Sanofi Impfstoff enthalten?

Bisher erhielten in der EU nur Vektorimpfstoffe und Vakzine auf mRNA Basis eine Zulassung. Bei dem GSK und Sanofi Impfstoff handelt es sich um einen Protein-basierten Impfstoff. Sollte die zuständige Kommission das Vakzin von Novavax nicht zeitnah zulassen, wäre der Sanofi Impfstoff das erste Protein-basierte Präparat.

Mit dem Vakzin wendet der Pharmakonzern Sanofi zusammen mit GSK die gleiche Technologie wie mit seinen herkömmlichen Impfstoffen an. Das bedeutet, dass das Spike-Protein des Sars-CoV-2-Virus von Sanofi mit einem biotechnologischen Verfahren hergestellt wird. Zur Wirkungsverstärkung kombiniert es der Hersteller mit einer Substanz von GSK. Das Spike-Protein für den Sanofi Impfstoff stammt aus Insektenzellen. Es ist ein typisches Protein des Virus Corona und für die Andockung an die Zellen im menschlichen Körper verantwortlich. Das Immunsystem des Impfstoffkandidaten entwickelt nach Gabe des Sanofi Impfstoffes Antikörper gegen das Protein, wodurch es künftig die Covid-19-Erkrankung besser abwehren kann. Das Spike-Protein ist ohne Corona-Viren komplett ungefährlich. Es lässt sich massenhaft in Insektenzellen reproduzieren.

Was ist zur Wirksamkeit des Sanofi Impfstoffs bekannt?

Die bisherigen Ergebnisse zur Sanofi Impfstoff Studie deuten nur positives an. Die Zwischenauswertung des Pharmakonzerns offenbarte eine Serokonversion bei 95 bis 100 % aller Probanden nach der zweiten Dosis des Sanofi Impfstoffs. Das heißt: Ein Großteil der Impfstoffkandidaten hatten Antikörper gegen Corona gebildet. Generell fiel bei den jüngeren Probanden und damit den Impfkandidaten zwischen dem 18. und 59. Lebensjahr die Immunantwort stärker aus als bei Älteren.

Zudem gibt es Hinweise, der Sanofi Impfstoff könne als Booster-Impfstoff dienen. So benötigten Probanden, die bereits mit dem Virus Corona infiziert waren, nur eine Dosis des Sanofi Impfstoffs.

Wie ist die Wirksamkeit des Sanofi Impfstoffs gegen Mutationen?

Derzeit hat das Unternehmen seinen Sanofi Impfstoff noch nicht hinsichtlich der Corona Mutationen getestet. Für die erste und zweite Phase der Studie war dies nicht vorgesehen. Das wird sich laut Angaben des Unternehmens jetzt mit der dritten Phase der Studie ändern. Im Rahmen dessen soll an über 35.000 Probanden auch die Wirksamkeit zweier Varianten des Sanofi Impfstoffs gegenüber dem Wildtyp des Virus und der südafrikanischen Variante überprüft werden.

Welche Nebenwirkungen sind beim Sanofi Impfstoff zu erwarten?

Das Unternehmen Sanofi beschreibt die Verträglichkeit und Sicherheit des Impfstoffs als akzeptabel.

Selbstverständlich ist es möglich, ähnliche Reaktionen wie beispielsweise bei dem Biontech Impfstoff auszubilden. Hierzu zählen Beschwerden an der Einstichstelle, Kopfschmerzen oder Übelkeit. Fieber sei ebenfalls möglich. Diese Symptome klingen von selbst ab und sind ein Zeichen für die Arbeit des Immunsystems.

In sehr seltenen Fällen entwickeln Impfstoffkandidaten einen allergischen Schock. Das war bereits bei den Impfstoffen auf mRNA Basis zu beobachten. Dieser tritt sofort nach Gabe des Vakzins auf, aber lässt sich zumeist ärztlich sehr gut behandeln.

Schutzdauer des Sanofi Impfstoffs: Was sagen die Experten?

Ob Biontech Vakzin, Sanofi Impfstoff oder eine andere Vakzine: In der Regel ist mit einem Schutz gegen Corona von 6 Monaten zu rechnen. Experten gehen daher von Auffrischungsimpfungen aus, die jährlich oder halbjährlich erfolgen.

Gerade diesbezüglich trumpft der Sanofi Impfstoff im Unterschied zu Impfstoffen auf mRNA Basis wie Biontech mit einem großen Vorteil auf: Der Impfstoff lässt sich in großen Mengen von Unternehmen produzieren und dann bei Kühlschranktemperaturen lagern. Sie eignen sich damit perfekt als Auffrischungsimpfung, wenn beispielsweise neue Mutationen auftreten.

Der deutsche Virologe Michael Hoelscher in seiner Stellung als Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin des LMU Klinikums in München gibt daher den Ratschlag, »große Mengen Protein-Impfstoffe zu bestellen«. Am besten erfolge dies, noch bevor es zur Zulassung der Vakzine kommt. Das wäre auch kein Problem, wie Hoelscher darlegt: »Mehrere seit Jahren angewendete Impfstoffe basieren bereits auf diesem System«. Aufgrund der langjährigen Erfahrung mit diesem Typ von Impfstoff sei der Medizin zudem bekannt, dass sie sich beliebig oft verimpfen lassen. Darüber hinaus gibt es bereits riesige Produktionskapazitäten für Protein-Impfstoffe. Insbesondere bei jährlichen Auffrischungsimpfungen sind diese dann sehr nützlich.

Kann eine komplett geimpfte Person den Coronavirus übertragen?

Ja, das ist möglich. Allerdings ist das Risiko sehr niedrig, sofern der Geimpfte bereits seine zweite Impfdosis vor mehr als 14 Tagen erhalten hat. Die Virusübertragung ist dann sogar noch geringer als von Personen, die symptomlos infiziert sind und bei einem Antigen-Schnelltest ein negatives Ergebnis haben.

Sanofi Impfstoff: eine hoffnungsvolle Ergänzung zu den bisherigen Vakzinen

Mit dem Sanofi Impfstoff kommt eine weitere medizinische Waffe gegen das Coronavirus auf den Markt. Da er keine mRNA Basis hat, sondern Protein-basiert ist, lässt er sich besonders leicht reproduzieren. Somit lassen sich davon hohen Mengen herstellen, was sich vor allem für Auffrischungsimpfungen als hilfreich erweist. Seine Wirksamkeit und Verträglichkeit ist mit der von den anderen Impfstoffen mit Zulassung vergleichbar.