Der Covid-19-Impfstoff von Pfizer/Biontech („Comirnaty”) im Überblick

Der in der EU unter dem Markennamen Comirnaty zugelassene Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer ist einer von mehreren derzeit verfügbaren Vakzinen, die zu einem hohen Prozentsatz vor einer Erkrankung mit Covid schützen. Im folgenden Beitrag finden Sie alle wichtigen Informationen zu Wirksamkeit, Sicherheit und möglichen Impfreaktionen und Nebenwirkungen des Corona Impfstoffs Comirnaty von Biontech/Pfizer.

Die Zulassung des Impfstoffs Comirnaty
Impfreaktionen, Nebenwirkungen und Schutzdauer
Inhaltsstoffe und Wirkweise von Comirnaty
Warum ist eine Impfung sinnvoll und wer wird wann wo geimpft

Corona Impfstoff Biontech: Das Wichtigste auf einen Blick

  •  Comirnaty ist ein Impfstoff auf Basis von mRNA, der von Pfizer und Biontech entwickelt wurde.
  • Die Sicherheit und Wirksamkeit von Comirnaty wurden in klinischen Studien nachgewiesen und im Zulassungsverfahren überprüft und bestätigt.
  • Der Impfschutz ist mit 95 Prozent sehr hoch.
  • Ein vollständiger Impfschutz (95 Prozent) besteht erst nach Injektion von zwei Impfdosen im Abstand von mindestens drei Wochen.
  • Impfreaktionen und Nebenwirkungen sind möglich, klingen jedoch meist nach einigen Tagen ab.
  • Wie lange der Impfschutz anhält, ist noch nicht vollständig geklärt.

Die Zulassung des Corona Impfstoffs Comirnaty von Biontech und Pfizer

Comirnaty hat am 21.12.2020 von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eine bedingte Marktzulassung für Personen ab 16 Jahren erhalten. Die bedingte Zulassung ist ein bewährtes Mittel für eine schnellere Zulassung von Arzneimitteln in besonderen Situationen, wie sie etwa eine Pandemie darstellt. Sie gilt zunächst für ein Jahr und kann danach wieder um ein Jahr verlängert werden. Der Hersteller haftet dabei für das Vakzin genau wie bei einer Standard-Marktzulassung.

Wie alle anderen derzeit in Deutschland verfügbaren Covid-19-Impfstoffe wurde der Corona-Impfstoff von Biontech in einem sogenannten „Rolling Review”-Verfahren überprüft. Das bedeutet, dass die Arzneimittelbehörde schon während der klinischen Studien an einem Arzneistoff dessen Wirksamkeit und Sicherheit laufend überprüft.

Es gelten dabei dieselben Vorgaben wie bei der Zulassung anderer Arzneimittel. Zum Zeitpunkt der bedingten Marktzulassung sind Wirksamkeit und Sicherheit daher immer gegeben. Bedingt zugelassene Arzneimittel werden außerdem über das Pharmakovigilanz-System der EU zusätzlich überwacht, um gegebenenfalls schnell über neue Informationen zu verfügen und darauf reagieren zu können. Jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung melden Ärztinnen und Ärzte über das nationale Meldesystem.

Inhaltsstoffe und Wirkweise von Comirnaty

Comirnaty enthält eine einzelsträngige, 5′-gekappte mRNA (Messenger-RNA, auch: Boten-RNA), die im Labor zellfrei nach einer DNA-Vorlage erstellt wird.

Zum besseren Verständnis:

  • RNA bedeutet Ribonuklein-, DNA Desoxyribonukleinsäure,
  • 5′ (gesprochen: 5-Strich) ist eine biochemische Positionsbezeichnung für Bestandteile einer Nukleinsäure,
  • Das 5′-Ende der mRNA von SARS-CoV-2 besitzt – ähnlich wie mRNA in menschlichen Zellen – eine sogenannte „5′-Cap-Struktur” und wird daher auf Deutsch auch als „gekappt” bezeichnet.

Die mRNA von SARS-CoV-2 enthält den Bauplan für das spezifische Spike-Protein, welches das Virus zum Andocken an eine Zelle benötigt. Nach der Injektion stellen die lokalen Körperzellen dieses Spike-Protein her, bis die mRNA nach kurzer Zeit wieder abgebaut wird. Das fremde Protein wird vom Immunsystem erkannt und durch die Bildung von Antikörpern und T-Zellen bekämpft.

Eine Dosis Comirnaty (0,3 ml) enthält 30 Mikrogramm in Lipid-Nanopartikel eingebetteten COVID-19-mRNA-Impfstoff.

Corona Impfstoff Biontech: Wirksamkeit

Die Wirksamkeit Biontech/Pfizer Impfstoffs Comirnaty wurde in den klinischen Studien, die das Vakzin durchlaufen musste, nachgewiesen. Sie wird mit 95 Prozent  angegeben. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, an Covid zu erkranken, für vollständig Geimpfte 5 Prozent beträgt und damit sehr gering ist. Falls sie dennoch an Covid erkranken, sind Geimpfte vor schweren Verläufen weitgehend geschützt.

Ein begrenzter Impfschutz vor Corona besteht bereits zwei bis drei Wochen nach der ersten Impfung. Dennoch sollten Sie unbedingt beide Impfdosen in Anspruch nehmen. Ein vollständiger, länger anhaltender Impfschutz ist erst etwa eine Woche nach Injektion der zweiten Corona Teilimpfung vorhanden.

Corona Impfstoff Biontech: Sind Geimpfte auch gegen Corona Mutationen geschützt?

Nach den bisher vorliegenden Daten zur Wirksamkeit des Biontech/Pfizer Impfstoffs Comirnaty gegen die derzeit bedeutendsten Varianten von SARS-CoV-2, lässt sich davon ausgehen, dass eine ausreichende Immunantwort für vollständig Geimpfte weiter gegeben ist. In Zukunft kann es notwendig sein, den Corona Impfstoff an neue Varianten anzupassen. Impfstoffe auf mRNA-Basis haben den Vorteil, dass sie schnell und einfach anpassbar sind.

Corona Impfstoff Biontech: Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Jedes Präparat kann neben den erwünschten auch unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Auch nach einer Impfung können solche unerwünschten Nebenwirkungen auftreten. Meist handelt es sich dabei um bekannte Impfreaktionen, die nicht länger als einige Tage bestehen.

Nebenwirkungen, die häufig nach einer Impfung mit dem Biontech/Pfizer Impfstoff Comirnaty auftreten, sind zum Beispiel:

  • Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle,
  • Abgeschlagenheit,
  • Kopfschmerzen,
  • Fieber,
  • Muskel- und Gelenkschmerzen.

Selten wurden folgenden Nebenwirkungen beobachtet:

  • Allergische Reaktionen,
  • anaphylaktischer Schock,
  • Schwellung der Lymphknoten.

Sehr selten kam es nach der Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer zu einer vorübergehenden Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialisparese). Ein Zusammenhang mit dem Vakzin ist allerdings nicht nachgewiesen.

Berichte über Herzmuskelentzündungen nach Impfung mit Comirnaty

Berichte über Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) nach einer Impfung mit dem Präparat von Biontech und Pfizer haben für eine gewisse Verunsicherung gesorgt. Stand April 2021 sind insgesamt 62 Fälle in Israel, wo bereits ein Großteil der Bevölkerung mit zwei Impfdosen geimpft ist, registriert worden, einige wenige auch in Deutschland. Ob das Auftreten von Herzmuskelentzündungen wenige Tage nach der Impfung in Zusammenhang mit dem verabreichten Präparat steht, wird derzeit untersucht. Expertinnen und Experten schätzen das Risiko jedoch als sehr gering ein, da die Anzahl der registrierten Fälle von Herzmuskelentzündungen nach Impfung nicht jene der ohnehin zu erwartenden Fälle übersteigt.

Symptome für eine Myokarditis sind Fieber, Müdigkeit, Brustschmerzen und Schwindel. Sollten solche Symptome nach Ihrer Impfung auftreten, informieren Sie bitte Ihren behandelnden Arzt.

Nach der Impfung: Empfohlene Vorsichtsmaßnahmen

Nach der Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer sollten Sie die empfohlene Wartezeit von 15 Minuten einhalten. In dieser Zeit beobachtet Ihr Arzt, Ihre Ärztin, ob eine allergische Reaktion auftritt und kann Sie gegebenenfalls sofort behandeln. Falls Sie früher schon einmal allergisch auf eine Impfung reagiert haben, teilen Sie dies bitte vor der Injektion mit. Nach der Impfung sollten Sie sich einige Tage schonen.

Corona-Impfstoff Biontech: Schutzdauer

Wie lange die Schutzwirkung der Corona Impfung anhält, lässt sich derzeit noch nicht mit ausreichender Sicherheit beantworten. Bisher vorliegende Daten legen nahe, dass mit zwei Impfdosen Geimpfte zumindest über sechs Monate einen vollständigen Impfschutz besitzen.

Warum ist eine Impfung gegen Covid-19 sinnvoll?

Eine Erkrankung mit Covid-19 kann einen sehr schweren – im schlimmsten Fall auch tödlichen – Verlauf nehmen. Ob jemand schwer erkranken wird oder nicht, lässt sich nicht voraussagen. Es ist bisher nur bekannt, dass bestimmte Risikofaktoren wie bestehende Vorerkrankungen, höheres Alter oder Übergewicht den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können. Derzeit ist eine gezielte Behandlung von Covid-19 noch nicht möglich, da entsprechende Medikamente erst entwickelt werden müssen. Schon aus diesen Gründen ist klar, dass eine Impfung die beste und effektivste Schutzmöglichkeit vor einer Covid-19-Erkrankung darstellt.

Die Impfung ist auch der Schlüssel zur Eindämmung der Pandemie. Eine ausreichend hohe Durchimpfungsrate hilft dabei, das Infektionsgeschehen zu reduzieren und damit auch Menschen zu schützen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht geimpft werden dürfen.

Corona- Impfstoff Biontech: Wann wird wer wo geimpft?

Für welchen Personenkreis und wann eine Immunisierung mit dem Präparat von Pfizer/Biontech möglich ist, hängt von der sogenannten Priorisierung und auch von den jeweiligen  Bundesländern ab. Ob Sie persönlich schon einen Impftermin vereinbaren können oder noch warten müssen, können Sie auf der Webseite der Bundesregierung zur Corona-Schutzimpfung abfragen.

Kann man trotz Impfschutz SARS-CoV-2 übertragen?

Ob eine Übertragung von SARS-Co-V-2 trotz Immunisierung möglich ist, wird noch untersucht. Derzeit gehen Expertinnen und Experten davon aus, dass Geimpfte eine wesentlich geringere Viruslast im Hals-Nasen-Bereich aufweisen als Nicht-Geimpfte und daher auch weniger infektiös sind. Bis dies bestätigt ist, sollten Sie die empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen – Hände waschen, Abstand halten, Maske tragen – auf jeden Fall auch nach der Impfung einhalten.

Der Impfstoff Comirnaty im Vergleich und Ausblick

Eine Impfung mit dem Corona Impfstoff von Biontech/Pfizer Comirnaty schützt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vor einer Infektion und vor einem schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung. Das Vakzin besitzt ein ähnlich gutes Sicherheitsprofil wie die derzeit zugelassenen Impfstoffe von AstraZeneca, Moderna und Johnson & Johnson. Die leichte Anpassungsfähigkeit von Comirnaty kann in Zukunft bei der Herstellung von Corona  Impfstoffen mit guter Wirkung gegen Virusvarianten von SARS-CoV-2 von Vorteil sein.