Corona Impfstoff Johnson & Johnson im Überblick

Der Corona Impfstoff von Johnson & Johnson ist ein Vektorimpfstoff mit ähnlich hoher Wirksamkeit und vergleichbarem Nebenwirkungsprofil wie jener von AstraZeneca. Sein großer Vorteil: Anders als bei den anderen verfügbaren Corona Vakzinen reicht eine einzelne Dosis für einen vollständigen Impfschutz aus.

Johnson & Johnson Impfstoff Zulassung
Impfreaktionen, Nebenwirkungen und Schutzdauer
Inhaltsstoffe und Wirksamkeit
Warum sollte man sich impfen lassen und wer wird wann wo geimpft

Der Johnson & Johnson Impfstoff auf einen Blick:

  • Der Johnson & Johnson Impfstoff  Ist ein Covid-19-Vektorimpfstoff des Pharmaunternehmens Janssen-Cilag, das zum Pharma-Konzern Johnson & Johnson gehört.
  • In der EU hat der Impfstoff Anfang März 2021 eine bedingte Zulassung erhalten.
  • Er ähnelt technologisch dem Impfstoff von AstraZeneca und ist ähnlich effektiv.
  • Auf Empfehlung der Impfkommission sollen bevorzugt Person über 60 Jahre mit dem Johnson & Johnson Impfstoff geimpft werden.
  • Zeigt auch eine gute Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2-Varianten mit erhöhtem Gefährdungspotenzial.
  • Nebenwirkungen: leicht erhöhtes Risiko für Sinunsvenenthrombosen vor allem bei jüngeren Frauen.
  • Eine einmalige Impfung ist für einen vollständigen Impfschutz ausreichend.

Johnson & Johnson Impfstoff: Zulassung

Der Johnson & Johnson Impfstoff wurde im März 2021 nach Prüfung und positiver Beurteilung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA in der EU bedingt zugelassen. Das Vakzin ist daher wirksam und gut verträglich.

Für wen ist der Impfstoff zugelassen?

Der Johnson & Johnson Impfstoff ist für Personen ab 18 Jahren zugelassen. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem auf einer ähnlichen Technologie basierenden Vakzin von AstraZeneca empfiehlt die Impfkommission, derzeit bevorzugt über 60-Jährige mit dem Vakzin zu impfen.

Wie wirkt der Johnson & Johnson Impfstoff?

Der Johnson & Johnson Impfstoff ist ein sogenannter Vektorimpfstoff. Das bedeutet, dass in der Impfung ein anderes, harmloses Virus als Transportmittel für bestimmte Bestandteile von SARS-CoV-2 dient. Gegen diese Bestandteile bilden Geimpfte dann Antikörper, um vor einer Erkrankung geschützt zu sein. Das Prinzip entspricht also jenem anderer Vektorimpfstoffe wie zum Beispiel dem Corona Impfstoff von AstraZeneca. Andere derzeit eingesetzte Corona Vakzine basieren dagegen auf ganz neuen Impfstoff-Plattformen, etwa auf dem Einsatz von mRNA wie bei den Vakzinen von BioNTech und Moderna.

Johnson & Johnson Impfstoff: Inhaltsstoffe und Wirksamkeit

Der Johnson & Johnson Impfstoff verwendet den Ad26 Vektor, der auch in einer der beiden Teilimpfungen des russischen Corona Impfstoffs Sputnik V eingesetzt wird. Dieser Vektor transportiert genetische Information für das Spike-Protein von SARS-CoV-2.

Eine Dosis (0,5 ml) des Vakzins enthält außerdem 2mg Ethanol sowie an sonstigen Bestandteilen:

  • 2-Hydroxypropyl-β-Cyclodextrin (HPBCD)
  • Citronensäure-Monohydrat
  • Salzsäure
  • Polysorbat 80
  • Natriumchlorid
  • Natriumhydroxid
  • Trinatriumcitrat-Dihydrat
  • Wasser für Injektionszwecke

Die Wirksamkeit des Impfstoffs ist durch klinische Studien belegt. Sie wird vom Hersteller mit 66% angegeben. Dieser Wert bezieht sich auf die Verhinderung von symptomatischen Covid-19-Infektionen im Vergleich zur Placebogruppe. Die Wirksamkeit ist damit etwas geringer als bei Impfstoffen auf Basis von mRNA (BioNTech, Moderna) und etwa gleich hoch wie beim Vektorimpfstoff von AstraZeneca. 

Johnson & Johnson Impfstoff: Wirksamkeit gegen Mutationen

Bisherige Erfahrungen mit den derzeit verfügbaren Corona Impfstoffen zeigen, dass Vakzine auf Basis von mRNA – wie jene von Moderna und BioNTech – etwas besser gegen gefährliche und/oder besonders infektiös eingestufte Varianten von SARS-CoV-2 wirken als Vektorimpfstoffe.

Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die Wirksamkeit gegen Varianten weiter entwickelt. Das hängt auch von den Eigenschaften zukünftig auftretender Virusvarianten ab. Zum aktuellen Zeitpunkt lässt sich somit noch nicht sagen, welcher Impfung später einmal gegebenenfalls der Vorzug zu geben ist.

Johnson & Johnson Impfstoff: Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Wie bei allen Arzneimitteln können auch bei jeder Impfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Häufige Reaktionen und Nebenwirkungen nach der Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson sind nach der Bewertung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut:

  • lokale Reaktion wie Schmerzen an der Einstichstelle, seltener Rötung und Schwellung
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Muskelschmerzen

 Diese Reaktionen entsprechen jenen, wie sie auch nach der Impfung mit den Corona Impfstoffen von BioNTech, Moderna oder AstraZeneca vorkommen und sind generell häufig nach einer Impfung zu beobachten. Sie halten gewöhnlich nur einige Tage an.

Zu den seltenen schweren Nebenwirkungen der Johnson & Johnson Impfung zählen nach Angabe der Impfkommission:

  • thromboembolitische Ereignisse
  • Urtikaria
  • Tinnitus
  • Überempfindlichkeitsreaktionen

 Diese schwereren Nebenwirkungen unterscheiden sich von jenen, die bei den Impfstoffen auf Basis von mRNA (Moderna, BioNTech) auftreten und ähneln jenen des Impfstoffes von AstraZeneca.

In seltenen Fällen sind nach der Impfung mit dem AstraZeneca Impfstoff hauptsächlich bei jüngeren Frauen sogenannte Sinusvenenthrombosen und Thrombozytopenien aufgetreten. Dabei handelt es sich um potenziell lebensbedrohliche Thrombosen in den Venen des Gehirns, die mit einem Abfall der Anzahl der Blutplättchen einhergehen. Da der Impfstoff von Johnson & Johnson ebenfalls ein Vektorimpfstoff ist, wird er vorsichtshalber zur Impfung für über 60-Jährige empfohlen.

Johnson & Johnson Impfstoff: Schutzdauer

Wie lange der Schutz nach der Impfung anhält, lässt sich noch für keinen der neu entwickelten Impfstoffe exakt voraussagen. Expertinnen gehen jedoch von einem guten Schutz für mindestens einige Monate aus. Unterschiede in der Dauer der Wirksamkeit zwischen Impfstoffen auf Basis von mRNA und Vektorimpfstoffen sind noch nicht bekannt. Es dürfte hinsichtlich Schutzdauer zwischen den Corona Vakzinen von AstraZeneca, Johnson & Johnson, BionTech und Moderna keine wesentlichen Unterschiede geben.

Warum sollte man sich gegen Covid-19 impfen lassen?

Eine Covid-19-Erkrankung kann so schwerwiegend verlaufen, dass eine Hospitalisierung über Wochen notwendig ist. Nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 kommt es auch bei nur leichter Erkrankung in vielen Fällen zum sogenannte „Long Covid”-Syndrom. Betroffene Patienten und Patientinnen leiden oft noch Monate nach der Erkrankung unter sehr belastenden gesundheitlichen Nachwirkungen. Ein Schutz vor schwerer Erkrankung und den Folgewirkungen ist nur mit einer Corona Impfung möglich.

Kann man trotz Impfschutz SARS-CoV-2 übertragen?

Geimpfte können weiter infektiös sein. Wissenschaftlerinnen gehen aber davon aus, dass die Viruslast Geimpfter wesentlich geringer ist als bei Ungeimpften und daher auch die Wahrscheinlichkeit, bei Infektion trotz Impfung andere zu infizieren, viel kleiner ist. Eine Corona Schutzimpfung ist also sowohl zum Eigenschutz als auch zum Schutz Ungeimpfter sinnvoll.

Wann wird wer wo geimpft?

Die Priorisierung wurde für den Johnson & Johnson Impfstoff Anfang Mai 2021 aufgegeben. Wer möchte, kann unabhängig von Vorerkrankungen oder beruflicher Notwendigkeit sich nun jederzeit zur Impfung anmelden. Zu beachten ist lediglich, dass der Impfstoff für Menschen über 60 Jahre empfohlen ist, weil er auf einem ähnlichen Prinzip wie das Vakzin von AstraZeneca basiert. Dabei handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Wer möchte, kann in jedem Fall auch mit dem Johnson & Johnson Impfstoff geimpft werden.

Corona Schutzimpfung von Johnson & Johnson:  Ein Ausblick

Ob die Schutzimpfung von Johnson & Johnson neben der Verabreichung als Einzeldosis weitere Vorteile gegenüber anderen Vakzinen bietet, lässt sich aufgrund der fehlenden Datenlage noch nicht bestimmen. Möglicherweise kann eine zu einem späteren Zeitpunkt notwendige Booster-Impfung auch mit einem anderen Impfstoff durchgeführt werden und den Impfschutz dadurch erhöhen. Ob diese Strategie eines heterologen Impfschemas sinnvoll ist, müssen weitere Beobachtungen zeigen.