Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche: wichtige Informationen für Eltern

Die Corona-Impfung stand monatelang nur für die Altersgruppe ab 60 Jahren zur Verfügung. Inzwischen werden auch Erwachsene unter 60 Jahren geimpft. Da Studien offenbaren, wie stark Jugendliche und Kinder in ihrer Altersgruppe das Virus verbreiten, drängt ihre Impfung laut Politiker. Hier erfahren Sie, wie aktuell der Stand der Corona-Impfung für Heranwachsende ist.

Unterteilt man in unterschiedliche Altersgruppen
Was sagen Ärzte zur Corona-Impfung für Heranwachsende
Mit welchem Impfstoff werden Kinder geimpft
Weisen Studien auf ein besonderes Impfrisiko bei Kindern hin

Aktualisierung: 01.06.2021

Das Wichtigste im Überblick

  • Impfstoff von Biontech und Pfizer erst für Jugendliche ab 16 Jahren.
  • Zulassung für das Vakzin von Biontech und Pfizer für Kinder zwischen 12 und 16 könnte im Juni erfolgen.
  • Ärzte warnen vor einer zu schnellen Zulassung der Corona-Impfung für Kinder.
  • Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe muss für Kinder sicher sein.

Werden bei der Corona-Impfung Kinder und Jugendliche als eine Altersgruppe angesehen?

Nein, das werden sie nicht. Derzeit ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland noch kein Impfstoff zugelassen.
Biontech und Pfizer planen allerdings, ihr Vakzin zeitnah in den USA und in der EU einzusetzen – vorerst für Kinder und Jugendliche, die 12 Jahre und älter sind. Ende April haben Biontech und Pfizer die Zulassung für das Vakzin bei der europäischen Arzneimittelbehörde beantragt. Ist ein Kind zwischen 12 und 15 Jahre alt, soll es mit einem Impfstoff gegen Corona geimpft werden können. Sofern die Zulassung des Vakzins vom Impfstoffhersteller Biontech und seinem US-Partner Pfizer rasch erfolgt, könnte für diese Altersgruppe die Corona-Impfung noch im Juni 2021 erfolgen.

Gibt es auch eine Corona-Impfung für noch jüngere Kinder?

Derzeit gibt es noch keinen Impfstoff für Kinder, die unter 12 Jahre alt sind. Allerdings haben Biontech und Pfizer bereits mit einer Studie angefangen, die auf Babys ab 6 Monaten und Kleinkinder abzielt. Ein Impfstoff für sie wird vermutlich erst Anfang 2022 zugelassen. In diesem Jahr erhalten Kinder, die jünger als 12 Jahre sind, wahrscheinlich keine Corona-Impfung mehr.

Ab wann können Kinder und Jugendliche gegen Corona geimpft werden?

Derzeit können in Deutschland Jugendliche, die 16 Jahre und älter sind, gegen Corona geimpft werden. Ab Juni 2021 ist eine Zulassung des Vakzins für jüngere Heranwachsende möglich, die mindestens 12 Jahre alt sind.

Mit welchem Impfstoff werden Kinder geimpft?

Erfolgt die Zulassung der Corona-Impfung für Kinder ab 12 Jahren im Juni, werden sie vorerst mit Biontech und Pfizer geimpft. Andere Hersteller wie Moderna oder AstraZeneca testen ihren Impfstoff hingegen noch in klinischen Studien. Hier ein kurzer Überblick:

  • Seit März testet der Hersteller des Impfstoffs Moderna sein Vakzin bei 6.750 gesunden Kindern zwischen 6 Monaten und 11 Jahren im Rahmen umfangreicher Studien. Parallel laufen Studien mit 3.000 Probanden der Altersgruppe 12 bis 17 Jahre. Die Ergebnisse erwartet Moderna im Sommer.
  • Seit Februar fertigt das britisch-schwedische Unternehmen AstraZeneca und die Universität Oxford Studien mit 3.000 Probanden der Altersgruppe 6 bis 17 Jahren an. Die Studienergebnisse liegen vermutlich im Sommer vor.
  • Johnson & Johnson überprüft die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern noch. Wann es verlässliche Ergebnisse gibt, ist derzeit noch unbekannt.

Grundsätzlich lautet die Regel: Erst wenn Sicherheit und Wirksamkeit bei Erwachsenen bewiesen sind, dürfen mit den Impfstoffen Heranwachsende geimpft werden.

Corona-Impfung für Heranwachsende: Was sagen die Ärzte?

Ob ein Vakzin von Biontech oder Pfizer, die bereits kurz vor der Zulassung für Kinder und Jugendliche stehen, oder ein anderer Impfstoff, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und seine Kollegen stehen einer Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Biontech oder einem anderen Vakzin kritisch gegenüber. Zwar sei es generell gut, Kinder vor dem Coronavirus per Impfstoff zu schützen, aber das müsse mit Vorsicht geschehen. So sei es bei den jüngeren Altersgruppen besonders wichtig, Wirksamkeit und Sicherheit des Vakzins gründlich zu überprüfen.

Deswegen fordere die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin eine reguläre Zulassung der Impfstoffe und keine Notfallzulassung. So würde Sicherheit vor Schnelligkeit gehen. Vor der Zulassung sei zu prüfen, ob das Risiko von Folgeschäden durch die Corona-Impfung niedriger ist als das Erkrankungsrisiko. Immerhin sei die Wahrscheinlichkeit gering, als Kind einen schweren Covid-19-Verlauf auszubilden.

Weisen Studien auf ein besonderes Impfrisiko bei Kindern hin?

Kinder sind aus medizinischer Sicht keine kleinen Erwachsenen. Die Medizin weiß, wie anders ihre Reaktionen auf Medikamente und Impfstoffe sein können. Umso wichtiger ist es daher, die bisherigen Impfstoffe für die Corona-Impfung gründlich zu testen. Risiken sind ohne umfangreiche Studien, nicht abzuschätzen. Neben der Dosis müssen die Ärzte auch die Zeitabstände überprüfen, in denen die Kinder die Corona-Impfung erhalten.

Wichtig sei vor allem die Pubertät. Sie hat laut Experten einen großen Einfluss auf die Immunantwort des Körpers. Aus diesem Grund müssen Wissenschaftler insbesondere für die Altersgruppe vor der Pubertät den Impfstoff sorgfältig testen.

Die Freigabe der Corona-Impfung für jüngere Kinder dauert noch

Die Corona-Impfung für Kinder ist wichtig, damit auch die Jüngeren einen guten Schutz gegen das Virus haben und die Pandemie effektiv eingedämmt wird. Allerdings ist es laut Experten unerlässlich, die Entscheidung über eine Zulassung der Corona-Impfstoffe für Kinder und Jugendliche nicht übereilt zu treffen. Politisch sei dies zwar wünschenswert, aber gerade Heranwachsende vor der Pubertät reagieren auf Arzneimittel anders als Erwachsene.