Corona Impfstoffe im Überblick

Im Kampf gegen Covid-19 ist ein Corona Impfstoff der entscheidende Schritt. Bevor ein Coronavirus Impfstoff die Zulassung erhält, muss er seine Wirksamkeit und seine Unbedenklichkeit beweisen. Dabei wird in jeder Studie der Schutz vor Covid einerseits und vor einem schweren Verlauf der Erkrankung andererseits überprüft. Zurzeit sind bereits verschiedene Präparate auf dem Markt, wobei sich jeder Corona Impfstoff vom anderen unterscheidet. 

Welche Impfstoffe gibt es und Vergleich
Zulassung in Deutschland und weiteren Ländern
Nebenwirkungen nach der Impfung
Vorteile und Nachteile der Impfstoffe

Corona Impfstoffe im Überblick

Im Kampf gegen Covid-19 ist ein Corona Impfstoff der entscheidende Schritt. Bevor ein Coronavirus Impfstoff die Zulassung erhält, muss er seine Wirksamkeit und seine Unbedenklichkeit beweisen. Dabei wird in jeder Studie der Schutz vor Covid einerseits und vor einem schweren Verlauf der Erkrankung andererseits überprüft. Zurzeit sind bereits verschiedene Präparate auf dem Markt, wobei sich jeder Corona Impfstoff vom anderen unterscheidet. 

Welche Impfstoffe gibt es und Vergleich
Nebenwirkungen nach der Impfung
Zulassung in Deutschland und weiteren Ländern
Vorteile und Nachteile der Impfstoffe

Aktualisierung: 01.06.2021

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bislang sind vier Impfstoffe gegen Covid auf dem Markt und werden von der STIKO (Ständige Impfkommission) empfohlen.
  • Weitere Wirkstoffe warten auf die Zulassung, laut einer Studie mit guten Chancen.
  • Das Hauptunterscheidungskriterium ist, ob es sich um einen mRNA-Impfstoff handelt (Biontech, Moderna) oder nicht (Astrazeneca, Johnson&Johnson).
  • Alle Impfstoffe können Nebenwirkungen zeigen, die jedoch fast ausschließlich harmlos sind.
  • Schwere Nebenwirkungen (Hirnvenenthrombose) treten bei Astrazeneca und Johnson&Johnson extrem selten auf.
  • Die Wirksamkeit liegt je nach Studie und Impfstoff zwischen 66 und 95 Prozent. In noch höherem Maß verhindern die Impfungen schwere Erkrankungsverläufe, also solche, bei denen Sie im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Welche Impfstoffe gibt es?

Zurzeit existiert ein Coronavirus Impfstoff von

  • der deutsch-US-amerikanischen Firma Biontech/Pfizer (Handelsname: „Comirnaty“),
  • dem US-amerikanischen Unternehmen Moderna (Handelsname: „Moderna“),
  • dem britischen Unternehmen Astrazeneca (Handelsname: „Vaxzevria“),
  • dem ebenfalls US-amerikanischen Unternehmen Johnson&Johnson (Handelsname: „Janssen“).

Vergleich der Impfstoffe

Inhaltsstoffe

Der größte Unterschied beim Vergleich der Impfung ist die Frage, ob es sich um einen mRNA-Impfstoff handelt (Biontech, Moderna) oder nicht (Astrazeneca, Johnson&Johnson). Bei einem mRNA-Impfstoff werden keine Viruspartikel genutzt. Stattdessen wird die Information zur Erstellung eines Eiweißes des Virus verimpft. Dieses Eiweiß wird vom Körper selbst produziert und erzeugt dann die Immunantwort. Die Inhaltsstoffe von Biontech und Moderna umfassen verschiedene Salze und Zucker, dazu Fettpartikel als Trägerstoff sowie Wasser. Sie enthalten keine Konservierungsstoffe oder Bestandteile von Hühnereiweiß – das minimiert die Gefahr allergischer Reaktionen. Der Coronavirus Impfstoff von Johnson&Johnson und ebenso der von Astrazeneca enthält Ethanol (Alkohol), letzterer zudem EDTA, das als Konservierungsmittel dient.

Wirksamkeit

Jeder zugelassene Impfstoff weist eine hohe Wirksamkeit auf, jedoch nicht die immer gleiche. Am besten schneiden die Wirkstoffe von Biontech und Moderna ab, die mit 95 und 94,5 Prozent Wirksamkeit nahezu gleichauf liegen. Es folgen Astrazeneca mit 70 Prozent und Johnson&Johnson mit 66 Prozent Wirksamkeit. Der vollständige Impfschutz ist erst zwei Wochen nach der zweiten Impfung erreicht. Die erste Impfung bietet jedoch bereits einen gewissen Schutz – wie groß dieser ist, ist noch nicht klar, zumeist werden 65 bis 80 Prozent angegeben. Für den vollständigen Schutz sind – mit Ausnahme von Johnson&Johnson – zwei Impfdosen notwendig.

Schutz vor Mutationen

Jeder bislang zugelassene Corona Impfstoff schützt auch vor den bisher entdeckten Mutationen. Allerdings ist der Schutz je nach Mutation und Impfstoff unterschiedlich gut. So schützt der Corona Impfstoff von Astrazeneca deutlich schlechter vor der südafrikanischen Mutation, zeigt jedoch gute Wirksamkeit bei der britischen Mutation. Wie gut die Wirkung der Impfstoffe im Vergleich ist, ist noch umstritten, da bislang eine belastbare Studie fehlt.

Nebenwirkungen

In ein bis zwei  Drittel der Fälle – je nach Studie – kommt es nach der Impfung bei Geimpften zu leichten Nebenwirkungen. Diese umfassen:

  • Schmerzen an der Einstichstelle und in der umliegenden Muskulatur,
  • Rötung des Bereichs um den Einstich,
  • Fieber und/oder Schüttelfrost,
  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit sowie Krankheitsgefühl,
  • Übelkeit,
  • leichte Kopfschmerzen.

Wie bei jeder Impfung und jedem Medikament ist in sehr seltenen Fällen eine allergische Reaktion möglich. Diese tritt bei Geimpften für gewöhnlich innerhalb der ersten Minuten, seltener innerhalb der ersten Stunde nach der Impfung auf. Zur Sicherheit sollten Sie daher einige Minuten im Wartebereich verbringen – diesen stellen Hausärzte und Impfzentren zur Verfügung. Sollten Sie Atemnot, Schwellungen im Hals- und Gesichtsbereich oder andere ungewöhnliche Symptome bemerken, melden Sie sich sofort beim Arzt.

Extrem selten kommt es nach einer Impfung mit Astrazeneca oder Johnson&Johnson bei Geimpften zu einer Thrombose in einer Hirnvene, die in einigen Fällen tödlich enden kann. Sollten Sie Risikofaktoren für die Erkrankung an Thrombosen aufweisen (Rauchen, hormonelle Verhütung, familiär bedingt etc.), besprechen Sie dies vorher mit Ihrem Arzt. Treten innerhalb von 30 Tagen nach einer Impfung ungewöhnlich schwere und anhaltende Kopfschmerzen auf, setzen Sie sich umgehend mit Ihrem Hausarzt oder einem der Impfzentren in Verbindung. Laut einer Studie der STIKO liegt das Risiko für eine tödliche Hirnvenenthrombose bei 0,0004  Prozent. Das Risiko, bei einer Erkrankung an Covid zu versterben, liegt hingegen bei mindestens 1,4 Prozent.

Lagerung

Ungeöffnet sind alle Impfstoffe tiefgefroren sechs Monate, der Wirkstoff von Johnson&Johnson sogar zwei Jahre haltbar.

Der Coronavirus Impfstoff von Biontech wird bei -75°C gelagert, kann jedoch zwei Wochen bei nur -20°C aufbewahrt werden. Moderna benötigt eine Lagerungstemperatur von -25°C. Im Gegensatz dazu kann sowohl der Corona Impfstoff von Astrazeneca als auch von Johnson&Johnson bis zu drei Monate bei 2-8°C verwahrt werden. Einmal geöffnet, müssen alle vier Wirkstoffe binnen sechs Stunden verbraucht werden.

Schwangerschaft

Zurzeit gibt es noch keine Empfehlung der STIKO zu einer Impfung gegen Covid während der Schwangerschaft, da keine ausreichenden Daten verfügbar sind. Allerdings liegen Zahlen vor, die das Risiko eines schweren Corona-Verlaufs bei Schwangeren als erhöht vermuten lassen. Eine Studie aus den USA zur Anwendung bei Schwangeren zeigt einen Übergang von Antikörpern auf den Fötus, der demzufolge ebenfalls geschützt wäre. Ähnliche Ergebnisse liegen aus Israel vor – Komplikationen in der Schwangerschaft in Zusammenhang mit der Coronavirus Impfung wurden hingegen nicht beobachtet. Idealerweise sollten Sie Ihr individuelles Risiko für das Impfen mit dem behandelnden Arzt besprechen und gemeinsam entscheiden, ob eine Impfung infrage kommt oder nicht.

Stillzeit

Auch für die Stillzeit existiert seitens der STIKO zurzeit noch keine Empfehlung. Aus bisherigen Erfahrungen lässt sich jedoch schließen, dass eine Impfung kein Risiko für den Säugling darstellt. Erste Daten zeigen sogar, dass ein Impfschutz möglicherweise über die Muttermilch weitergegeben wird und das Kind für einen bislang unbekannten Zeitraum ebenfalls schützt. Wenn Sie stillen und sich trotzdem Sorgen machen, können Sie die Milch für 24 Stunden abpumpen und verwerfen.

Zulassung seit wann in Deutschland

Der erste zugelassene Corona Impfstoff war Biontech (21.12.20), es folgten Moderna (06.01.21), Astrazeneca (29.01.21) und schließlich Johnson&Johnson (11.03.21). 3 Impfstoffe aus China, ein Coronavirus Impfstoff aus Russland (Sputnik V) und ein weiterer Coronavirus Impfstoff aus Deutschland (Curevac) warten zurzeit auf ihre Zulassung. Der russische Coronavirus Impfstoff soll auch einen Produktionsstandort in Bayern erhalten – dort wurden bereits 2,5 Millionen Impfdosen vorbestellt.

Zulassung in welchen weiteren Ländern

Die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind auch in der gesamten EU sowie in den USA, Japan, Israel und vielen weiteren Ländern zugelassen. In den meisten anderen Ländern, die über Zulassungsverfahren verfügen, ist ebenfalls eine Zulassung oder Notzulassung vorhanden. In China finden drei landeseigene Impfstoffe Anwendung (Sinopharm, Sinovac und CanSinoBIO), in Russland der Impfstoff Sputnik V.

Vor- und Nachteile der Impfstoffe

Bei jedem Corona Impfstoff überwiegt der Vorteil, vor einem lebensbedrohlichen Verlauf einer Erkrankung mit Covid geschützt zu sein, alle bekannten Nachteile. Trotzdem gibt es auch hier Unterschiede:

Die Impfstoffe von Johnson&Johnson und vor allem Astrazeneca sind durch die extrem seltene, aber gefährliche Nebenwirkung der Hirnvenenthrombose in die Kritik geraten. Von Vorteil ist jedoch die im Vergleich bessere Lagerfähigkeit, sodass diese Impfstoffe nicht nur in Impfzentren, sondern auch bei Hausärzten einfach gehandhabt werden können. Johnson&Johnson bietet zudem nach einer Impfung Schutz, während bei den übrigen zwei Impfdosen notwendig sind.

Ausblick

Mit jedem neuen Corona Impfstoff, der auf den Markt kommt, wächst auch das Impftempo. Schon jetzt können in Deutschland fast eine Million Impfdosen täglich verabreicht werden. Laut einer Studie wäre es somit möglich, Covid bis zum Herbst zurückzudrängen – wenn alle mitmachen und sich impfen lassen.