Corona Impfstoff AstraZeneca im Überblick

Art und Gründe für die Impfung
Mögliche Nebenwirkungen
Wirksamkeit des Impfstoffs
Zielgruppe und Impfmöglichkeiten

Corona Impfstoff AstraZeneca im Überblick

Art und Gründe für die Impfung
Wirksamkeit des Impfstoffs
Mögliche Nebenwirkungen
Zielgruppe und Impfmöglichkeiten

Aktualisierung: 01.06.2021

Wissenswertes zum AstraZeneca Impfstoff bei Corona

Das Vakzin AstraZeneca ist ein Impfstoff, der von der STIKO (Ständige Impfkommission) zum Schutz vor dem Corona Virus SARS-CoV-2 empfohlen wird. Vor der Zulassung wurde es während vier unterschiedlicher Studiendurchläufe an insgesamt 24.000 Personen erprobt. Der AstraZeneca Impfstoff ist unter der Bezeichnung Vaxzevria in der EU im Handel erhältlich.

Art der Corona Impfung

Der AstraZeneca Impfstoff zählt zu den sogenannten Vektor-Impfstoffen. Diese bestehen aus harmlosen Viren (Vektoren), die für den Menschen ungefährlich sind und den Bauplan für ein Protein (Eiweiß) enthalten, das sich auf der Oberfläche des Virus befindet. Ihre Körperzellen nehmen die Vektoren auf und stellen für einen kurzen Zeitraum dieses sogenannte S-Protein her. Es hat die Aufgabe das Immunsystem anzuregen, Abwehrstoffe zu entwickeln, die sich gegen das Protein richten. Wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Virus in Kontakt kommen, ist Ihr Immunsystem in der Lage, es zu erkennen und gezielt zu bekämpfen.

Zulassung

Alle Impfstoffe werden vom Paul-Ehrlich-Institut, dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, zugelassen. Der AstraZeneca Impfstoff unter der Bezeichnung Vaxzevria wurde am 29.01.2021 erstmals in Deutschland zugelassen.

Inhaltsstoffe

Der Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca besteht aus einem Wirkstoff und inaktiven Inhaltsstoffen. Beim Wirkstoff handelt es sich um ChAdOX1, ein verändertes Adenovirus mit dem genetischen Code des Proteins (Spike Protein). Hinzu kommen verschiedene Stabilisatoren, Aminosäuren, Bindemittel und Wasser.

Gründe für die Corona Impfung

Eine Impfung mit einem zugelassenen und von der STIKO empfohlenen Vakzin, wie beispielsweise dem AstraZeneca-Impfstoff, zeigt in Studien eine hohe Wirksamkeit gegen das Corona Virus SARS-CoV-2. Gemäß Datenlage der wissenschaftlich anerkannten Studien schützt die Impfung vor schweren Krankheitsverläufen. Selbst im Falle einer Ansteckung ist das Risiko hier verschwindend gering.

Darüber hinaus dient die Impfung nicht nur Ihrem eigenen Schutz, sondern sie minimiert wesentlich die Möglichkeit, dass Sie andere Menschen anstecken.

Weiterhin trägt Ihre Impfung maßgeblich zu einer Eindämmung der Pandemie bei. Die STIKO bewertet kontinuierlich die Impfstoffverteilung in der Bevölkerung und weist darauf hin, dass jede einzelne Impfung einen Baustein in der nationalen Pandemie-Bekämpfung darstellt.

Wirksamkeit des Impfstoffs

Der Begriff Wirksamkeit bezieht sich darauf, wie gut das Vakzin in der Lage ist, eine Erkrankung, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, zu verhindern. Dies wurde sowohl in den Studien untersucht als auch durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) ausgewertet.

Allgemeine Wirksamkeit

Nach Erhalt von Erstimpfung und Zweitimpfung hat der AstraZeneca Impfstoff zum gegenwärtigen Stand der Kenntnis eine Wirksamkeit von circa 80 Prozent, unabhängig von Alter und Vorerkrankungen. Das Vakzin mindert mehrheitlich eine Corona Erkrankung oder sorgt für eine wesentliche Milderung der Symptome. Von den zweifach geimpften Studienteilnehmern musste niemand nach der Impfung ins Krankenhaus. Ob Sie das Virus trotz Impfschutz weiter übertragen können, ist nicht eindeutig geklärt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Viruslast von geimpften infizierten Personen so gering sein dürfte, dass ein Übertragungsrisiko sehr klein ist.

Wirksamkeit gegen Mutationen

Nach gegenwärtigem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse ist davon auszugehen, dass der AstraZeneca Impfstoff auch gegen die Corona Virusmutation B.1.1.7 wirksam ist. Zu den Corona Mutationen aus Brasilien, Südafrika und Indien gibt es noch keine Untersuchungsergebnisse.

Dauer der Wirkung

Es ist derzeit noch nicht bekannt, wie lange der Impfschutz mit dem AstraZeneca Impfstoff hält. Zur generellen Schutzdauer liegen aufgrund der Kürze der Zeit noch keine belastbaren Daten vor.

Mögliche Nebenwirkungen

Bei den Nebenwirkungen wird zwischen Impfreaktionen, Nebenwirkungen und Impfkomplikationen unterschieden.

Sollten Sie im Anschluss an Ihre Erstimpfung oder Zweitimpfung eines oder mehrere der folgenden Symptome feststellen, wenden Sie sich bitte zügig an Ihren Arzt und verweisen dabei auf die Impfung mit dem AstraZeneca Impfstoff.

– Probleme mit der Atmung,
– Brust- oder Magenschmerzen,
– Schwellung des Beins,
– Kopfschmerzen extremer Art,
– Unschärfe beim Sehen,
– Flecken oder Blutbläschen unter der Haut.

Impfreaktionen

Impfreaktionen sind Reaktionen, die Sie im zeitnahen Anschluss an Ihre Impfung haben. Sie gelten als unbedenklich und dauern in der Regel kaum mehr als einen Tag. Typisch ist etwa eine schmerzhafte Reaktion an der Einstichstelle. Unauffällig verlaufende Impfreaktionen gelten als normales Zeichen Ihres Immunsystems und bedürfen keiner Behandlung.

Nebenwirkungen

Beschwerden, die mehrere Tage andauern, gelten als Nebenwirkungen. Meist handelt es sich um körperliche Reaktionen wie beispielsweise Kopfschmerzen, Fieber, Erschöpfung oder Muskelschmerzen. Sie sind als erwünschte Auseinandersetzung Ihres Immunsystems auf den Impfstoff zu verstehen und klingen üblicherweise im Verlauf von wenigen Tagen ab.

Impfkomplikationen

Im Gegensatz zu den häufig vorkommenden Nebenwirkungen sind schwerwiegende und vor allem unerwünschte Reaktionen auf das Vakzin extrem selten und kommen nur in wenigen Fällen vor.

Beim AstraZeneca Impfstoff kam es bei einzelnen Personen innerhalb weniger Tage nach der Impfung zu Thrombosen, darunter:

– Thrombosen an den Hirnvenen (Hirnvenenthrombose/ Sinusvenenthrombosen),
– Thrombosen an der Bauchvene,
– Thrombosen an den Arterien.

Weiterhin gab es in einzelnen Fällen Auffälligkeiten in Bezug auf die Anzahl der Thrombozyten (Blutplättchen) im Blut.

Zielgruppe und Impfmöglichkeiten

Vor dem Hintergrund mehrerer Thrombosen der Hirnvenen vor allem bei jüngeren Frauen empfiehlt die STIKO Impfkommission eine Abgabe des Corona Impfstoffs primär an Menschen, die mindestens 60 Jahre alt sind. Sollten Sie jünger als 60 Jahre sein und eine Impfung mit dem Vakzin wünschen, ist dies nach einer ausführlichen Aufklärung und ärztlichen Rücksprache möglich. Hierbei muss gewährleistet sein, dass Ihre individuelle Risikoanalyse nicht gegen eine Impfung mit dem AstraZeneca Impfstoff spricht. Im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes folgen alle Bundesländer diesen Impfempfehlungen der STIKO Impfkommission.

Corona Zweitimpfung

Der Personenkreis der unter 60-Jährigen, die bereits eine Erstimpfung mit dem AstraZeneca Vakzin erhalten haben, kann nach Angaben der STIKO Impfkommission 12 Wochen nach dieser Erstimpfung die erforderliche Zweitimpfung mit einem anderen Impfstoff erhalten. Hierfür stehen gegenwärtig die mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna zur Verfügung. Sollten Sie auch bei Ihrer Zweitimpfung den AstraZeneca Impfstoff wünschen, so ist hier der Zeitraum ebenfalls 12 Wochen nach Ihrer Erstimpfung.

Impfzentren und Hausärzte

Für die Impfung mit dem AstraZeneca Impfstoff stehen die Impfzentren und die Hausärzte zur Verfügung. Details zu den Impfzentren an Ihrem Wohnort entnehmen Sie bitte den offiziellen Informationen Ihrer Stadt. Ihr Hausarzt informiert Sie auf Anfrage über die Abläufe zur Impfung mit dem AstraZeneca Impfstoff in seiner Praxis.

AstraZeneca Impfstoff als Baustein der Pandemie-Bekämpfung

Gemäß Empfehlungen der STIKO zählt der AstraZeneca Impfstoff zu den sicheren Vakzinen in der Bekämpfung des Coronavirus. Es ist damit wesentlicher Bestandteil der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und bietet Ihnen Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf. In sehr seltenen Fällen besteht eine Verbindung zu Hirnvenenthrombosen. Die STIKO hat daraufhin ihre Empfehlungen zur Zielgruppe angepasst und definiert den Impfstoff weiterhin als hochwirksam vor dem Hintergrund eines erheblich höheren Nutzens im Vergleich zu den Risiken.